Fred Vargas - Die schöne Diva von Saint-Jacques

Die schöne Diva von Saint-Jacques

4.2 von 5 Sternen bei 26 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Aufbau Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 298

ISBN: 9783746615103

Termin: Februar 1999

Klappentext / Inhaltsangabe: Irgendwo zwischen Montparnasse und der Place d'Italie leben die drei arbeitslosen Junghistoriker Mathieu, Marc und Lucien. Sie mögen sich - als Freunde. Sie verachten einander - beruflich. Eines Tages werden sie unfreiwillig zu Kriminalisten, als ihre schöne Nachbarin spurlos verschwunden ist. Fred Vargas, die charmanteste Neuentdeckung der französischen Kriminalliteratur, vereint in ihren Romanen alles, was zu einem guten Krimi gehört: einen spannenden Plot, eine angemessene Zahl von Toten, einen schwer zu findenden Mörder. Aber sie haben noch etwas ganz Seltenes: literarische Phantasie, eine poetische Intelligenz, viel Humor und sprühende Dialoge.
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  • Die drei arbeitslosen Historiker Marc Mathias und Lucien haben ein altes Haus im Süden von Paris renoviert und leben dort gemeinsam mit Marcs Onkel, einem pensionierten Kommissar. Sie halten sich mehr schlecht als recht mit Gelegenheitsjobs über Wasser.
    Im Haus nebenan wohnt Sophia, vor Jahren eine gefeierte Sängerin, die eines Morgens in ihrem Garten einen Baum entdeckt, der am Tag zuvor noch nicht da stand. Sophia nimmt Kontakt zu den Nachbarn auf, um hinter das Geheimnis des Baums zu kommen, aber wenige Tage später ist sie spurlos verschwunden. Weil ihr Ehemann behauptet, sie sei verreist, ermittelt die Polizei nicht. Aber die drei im Nachbarhaus.


    Die Autorin Fred Vargas habe ich zufällig bei einem Interview im Fernsehen gesehen und mir daraufhin dieses Buch aus der Bücherei geliehen. Und dann hatte ich das Glück, dieses Buch dort lesen zu können, wo man es lesen sollte: Auf einer Bank im Innenhof unter Frankreichs Frühlingssonne ...


    Ich finde es einfach toll. Kein Thriller, kein Action-Krimi, sondern ein stilles und heiteres Buch. Mit Augenzwinkern erzählt die Autorin von den drei jungen Männer und ihren Schrullen. Von den dreien hat jeder sein Spezialgebiet in Geschichte und zwar Frühgeschichte, Mittelalter und 1. Weltkrieg. Jeder hält natürlich sein Fach für das wichtigste und sieht auf die andern ein wenig herab, aber für die Auflösung des Falls wird das individuelle Wissen jedes einzelnen (und die Beziehungen des alten Kommissars) gebraucht.


    Ich jedenfalls werde nach weiteren Büchern von Fred Vargas Ausschau halten.


    Marie

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Hallo Marie,
    nach diesem Tipp werde ich sicher auch mal nach diesem Buch und nach Fred Vargas Ausschau halten, auch wenn ich dies Buch sicher nicht in Frankreich lesen werde (kein Millionär in Sicht :mrgreen: )
    Und da ich auch Geschichte höchst interessant finde, wird es mir sicher gut gefallen.


    grüße von missmarple

  • Gestern habe ich die Hörspielfassung zu dem Buch gehört. Diese überarbeitete Fassung aus dem Audio-Verlag besteht aus einer CD und hat eine Laufzeit von 64 Minuten.


    Sprecher und Sprecherinnen:


    Erzählerin - Sophie von Kessel
    Marc Vandoosler - Michael Maertens
    Armand Vandoosler - Otto Sander
    Mathias Delamare - Konstantin Graudus
    Lucien Devernois - Daniel Morgenroth
    Sophia Simeonidis - Renate Schroeter
    Piere Relivaux - Klaus Barner
    Alexandra Haufman - Katharina Müller
    Leguennec - Walter Renneisen
    Christopher Dompierre - Mark Oliver Bögel
    Vernant - Klaus Manchen
    Eric Masson - Christian Berkel
    Der alte Simeonidis - Walter Laugwitz
    Dubois, Polizist - Jürg Löw
    u.v.m.


    Das Hörspiel ist sehr gut gesprochen und fesselt bis zum Ende. Die Sprecher sind gut aufeinander abgestimmt und vermitteln eine schöne Stimmung.
    Ich werde mir jetzt auch das Buch ausleihen, um zu sehen, wo und wieviel gestrichen wurde bei der Umsetzung der Romanvorlage. Und danach werde ich mich den anderen Bänden widmen.

    She wanted to talk, but there seemed to be an embargo on every subject.
    - Jane Austen "Pride and prejudice" - +

  • Ich habe gerade damit angefangen (danke für den Tipp, Marie), liege zwar auf der Couch, höre aber wenigstens französische (bretonische) Musik dazu.


    Das Buch hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen, ich mag es, wenn es wenig skurril wird.

  • Da begegenet einem Frankreich schon auf dem Cover. :)
    Ich tätige demnächst wieder einige Büchereinkäufe und dann .....


    Gruß Wirbelwind

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









    Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen des Wortes.

  • Ein wirklich sehr gutes Buch! Es war das erste, was ich von Vargas gelesen habe und es wird sicher nicht das letzte sein.


    Es ist in einer wunderschönen Sprache (Danke an den Übersetzer) geschrieben, so dass man sich "die Baracke" und die vier skurrilen Typen darin sehr gut vorstellen kann.



    Auch inhaltlich trifft es voll meinen Geschmack, welcher Krimi fängt schon mit einem neu gepflanzten Baum an? Der dann auch noch wichtig ist? Dies passt eben zu dem ganzen, etwas verrückten Plot, der sich irgendwie um die Künstlerszene dreht.


    Und am Schluss gibt es ein paar überraschende Wendungen, die mich dazu brachten, die letzten 100 Seiten in einem Rutsch zu lesen.
    Sehr zu empfehlen!

  • Nun habe ich auch meine(n) erste(n) Fred Vargas gelesen und bin begeistert. Ein Krimi der leisen Töne, warmherzig, witzig und nachdenklich zugleich. Die drei Historiker und der alte Kommissar, wiewohl beruflich und privat Verlierer, sind so skurril und liebenswert gezeichnet, dass man in ihrer zwar nicht sehr komfortablen, aber gemütlichen Baracke gerne mit ihnen „in der Scheiße sitzen würde“, wie sie es ausdrücken. Aber über ihren philosophischen Betrachtungen und gegenseitigen Sticheleien verlieren sie (und der Leser) nie den Fall aus den Augen, der mit einem plötzlich auftauchenden Baum so rätselhaft begann, mit dem Verschwinden der Sängerin Sophia mysteriös weitergeht und mit einer verblüffenden Auflösung schließlich sein Ende findet (wobei Fred Vargas wie alle guten Krimiautoren dem Leser durchaus einige Fingerzeige gegeben hat).


    Kein Pageturner, aber ein wahrer Lesegenuss! Ich kann nur sagen: Fronkreisch, Fronkreisch!


    mofre

      :study: Ich lese gerade


    Man ist ja von Natur kein Engel,

    Vielmehr ein Welt- und Menschenkind,

    Und rings umher ist ein Gedrängel

    Von solchen, die dasselbe sind.

    (Wilhelm Busch)

  • Einfach toll! :D
    Ich will bei Fred Vrgas gar nicht aufhören zu lesen und das liegt nicht zuletzt an den kuriosen Dialogen, an der schlüssigen Handlung und den außergewöhnlichen Darstellern.
    Die drei Historiker schließt man sofort ins Herz und gegen Ende gab es ganz nach meinem Geschmack noch ein bisschen Herumgerate, wie es denn nun wirklich war.
    Sehr zu empfehlen und von mir gibts daher :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: , der halbe abgezogen weil ich gerne 200 Seiten mehr gehabt hätte und über manche Dinge gern mehr erfahren hätte :wink:

  • Ich bin infiziert :loool: Danke für den Tipp, Marie :winken:


    Das Buch habe ich sowas von gerne gelesen. Es ist ein sehr warmherziges und ruhiges Buch, bevölkert mit skurrilen und liebenswerten Typen. Ich mochte fast nicht mehr aufhören zu lesen. Nur so ein lästiger Magen-Darm-Virus konnte mich gerade noch vom Lesen abhalten.
    Mittlerweile habe ich mir noch die anderen Bände der Reihe bestellt und freue mich schon, den drei "Evangelisten" und dem Onkel wieder zu begegnen.


    Auf die Auflösung wäre ich übrigens nie gekommen, da hatte mich Vargas ganz schön aufs Glatteis geführt.

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • freue mich schon, den drei "Evangelisten" und dem Onkel wieder zu begegnen.


    ... und hoffentlich auch darauf, Jean-Baptiste Adamsberg (den Protagonisten von Vargas' zweiter Krimireihe) kennenzulernen. :thumleft:

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)