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Muriel Barbery - Die Eleganz des Igels / L'élégance du hérisson

Die Eleganz des Igels

3.9 von 5 Sternen bei 89 Bewertungen

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 528

ISBN: 9783423219037

Termin: Dezember 2013

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  • Mir hat die "Eleganz des Igels" sehr gut gefallen. Ist schon ein Weilchen her, dass ich es gelesen habe. Ich bin noch gar nicht auf die Idee gekommen, die Autorin wollte ihre Belesenheit mit den Fachwörtern herausstellen. Auch wenn man nicht jedes einzelne der Wörter kennt, ich fand, es ist ein kluges Buch, ruhiges und intelligentes Buch. Ich möchte es noch einmal lesen, und dann vielleicht die besagten Wörter gleich untersuchen und kennenlernen. Dann geht das mit der Lektüre natürlich nicht so nebenher.


    Jetzt bin ich gespannt auf "Die letzte Delikatesse", die ich heute mit ins Bett nehme.

    "Was immer geschieht: Nie dürft Ihr so tief sinken,
    von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken!"
    (Erich Kästner)

  • "Die Eleganz des Igels" ist einer meiner Lieblingsbücher.
    Ich finde es ist mal etwas ganz anderes. Man braucht für dieses Buch sicher ein wenig mehr Konzentration als für andere Bücher, aber das bereitet dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
    Ich finde es eine sehr ungewöhnliche, aber nicht unrealistische Geschichte.
    Wer ruhige Erzählungen mag, der wird dieses Buch mögen.


    Daraufhin habe ich auch "Die letzte Delikatesse" gelesen, aber dies hat mir nicht ganz soo gut gefallen.

  • Es freut mich, dass das Buch doch ein paar Leuten hier gefällt!
    Mit der letzten Delikatesse bin ich nicht warm geworden, ich habe es abgebrochen...

    "Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti

  • Na, dann wollen wir doch die Liste der Leute, denen das Buch gefallen hatte etwas erweitern. :wink:


    Mir hatte das Buch auch sehr gut gefallen! Die Fremdwörter, die hier so oft erwähnt wurden, hatten mich nicht im geringsten gestört. Es ist schon ein wenig her, als ich es gelesen hatte, in Erinnerung blieb mir eine warmherzige Geschichte mit interessanten Denkansätzen.

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Ich habe das Hörbuch - sehr gut und vor allem passend gelesen von Anna und Katharina Thalbach - gestern Abend beendet, nachdem ich es zwischendurch beiseite gelegt hatte. Ich kam am Anfang einfach nicht rein in die Geschichte, so viel wurde geredet und so wenig passierte. Ich habe aber denen vertraut, die meinten, sobald Monsieur Ozu auftaucht, werde es interessant, und so war war es auch. Nach und nach hat mich der Sog der Geschichte gefangen und ich begann, den sprachlichen Höchstleistungen, die mir ja, wie gesagt, wunderschön vorgelesen wurden, genussvoll zu folgen.


    Aber jetzt mal ehrlich: ich halte mich für intelligent und auch ein bisschen belesen, aber bei diesen Ausführungen der drei Hauptpersonen kam ich mir sehr klein, dumm und langweilig vor. :pale: Dies trübte den Genuss des Buches ein wenig. Wie erging es Euch?

    Ich höre :musik: gerade "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" von Joel Dicker.

  • Ja, ein bisschen fühlte ich mich auch soo. Ich glaube ich werde das Buch bei Gelegenheit nochmal lesen. Vllt. wird es dann besser.

  • Wie erging es Euch?


    ich musste, was ich bei Erzählungen nicht mag, unterbrechen, um mein Fremdwörterbuch zu befragen


    @ Kasalla,
    auch wenn wir beide klein und dumm sind, so sind wir zumindest mutig und geben es zu. :thumleft::friends:

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Marie: :kiss: --- Und das lässt uns doch schon wieder ein bisschen wachsen, nicht wahr? O:-)

    Ich höre :musik: gerade "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" von Joel Dicker.

  • Ein großartiges Buch über die verwandten Seelen und das Glück ihnen im Leben begegnen zu dürfen.
    Von einem wunderschönem Titel bis zu den letzten Seite hin eine leise wohl durchdachte und intelligente Erzählung voller Herzenswärme, Charme und Esprit.
    Ich habe das Buch sehr genossen.


    Den Schreibstil empfand ich als angenehm, fließend und sehr harmonisch.
    Zu tiefgründigen Erkenntnissen hat mich der Roman zwar nicht wirklich gebracht, die hatte ich schon vorher. :wink: Aber viele Gedanken und Passagen fand ich wertvoll und schön.


    Die Hauptprotagonisten fand ich sympathisch und auch deren Verhalten konnte ich gut nachvollziehen. Ich finde, dass die überdurchschnittliche Intelligenz nicht selten viel negative Resonanz und Unverständnis hervorruft.
    Meine Lieblingsstelle ist, wo Renée sich durch das wohl bekannteste Zitat von Leo Tolstoi verrät. Ich habe mich köstlich an der Stelle amüsiert. Ihre ganze Anstrengung unbemerkt zu bleiben, zerbrach mit einem einzigen Satz.


    Nur mit dem Ende des Romans habe überhaupt nicht gerechnet. Und es hat mich sehr getroffen, da ich darauf ganz und gar nicht vorbereitet war.
    Was allerdings meine Meinung zu dem Roman nicht geändert hat.
    Von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    2019: Bücher: 125/Seiten: 51 833
    2018: Bücher: 224/Seiten: 89 626
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Wallace-Wells, David - Die unbewohnbare Erde: Leben nach der Erderwärmung

    Gerling, V. S. - Sieben Gräber

    Sington, Philip - Das Einstein-Mädchen

  • "Die Eleganz des Igels" wird wohl zu den Büchern gehören, die ich aus meinem Bücherregal, das langsam einfach mehr als nur überquillt, verbannen werde, da ich mich den vielen Vorrednern nicht anschließen kann, die von dem Buch begeistert waren. Ich persönlich konnte mich überhaupt nicht in die Geschichte einfühlen und fand sie an vielen Stellen einfach nur langweilig. Die Hauptcharaktere erschienen mir über weite Strecken einfach nur unglaublich überheblich und somit unsympathisch. Ich kann nicht genau erklären, was genau mich an dem Buch gestört hat, aber ich bin einfach nicht damit warm geworden. Mit dem Auftauchen Herrn Ozus bekam ich zwar einen etwas besseren Zugang dazu, aber wirklich gefallen hat es mir dennoch nicht. Vielleicht habe ich mir aufgrund der zahlreichen positiven Kritiken auch etwas besseres oder doch zumindest anderes erwartet. Schade!

    With freedom, books, flowers, and the moon, who could not be happy? ― Oscar Wilde

  • Paloma würde ich nicht zum Tee einladen. Denn wie viele meiner Vorredner finde ich ,dass sie konstruiert wirkt. Ihre Worte könnte keine Dreizehnjährige so wählen, nicht mal eine Frühreife und Hochintelligente, denn einer realen Person würde die Lebenserfahrung einer Erwachsenen fehlen, die in Palomas Perspektive jedoch allzu deutlich zutage tritt.
    Anders die Concierge Renée. Sie wirkt trotz oder auch aufgrund ihrer psychischen Deformation, die sie dieses absurde Versteckspiel spielen lässt, geradezu liebenswert menschlich. Solche Menschen gibt es, sie hier in dieser Form zu Wort kommen zu lassen, ist spannend. Aber als psychologische Charakterstudie sollte man "Die Eleganz des Igels" trotzdem nicht lesen, es bleibt zu wenig Essenz.
    Besser ist der Blick auf die kleinen philosophischen Traktate: Die Philosophin schlägt hier gnadenlos zu.Vieles ist alltäglich und geht über philosophische Bauernweisheiten nicht hinaus. Anderes ist jedoch reizend und bereichert den Alltag des Lesenden. Beispiel: Die Momente der Einsamkeit, die man so sehr auskosten kann, wenn man dadurch ganz zu sich selbst findet und ein quasi-diebisches Vergnügen in der vollkommenen Gegenwart seiner selbst empfindet. Schöner Gedanke. Von diesen zwar nicht schwierigen Gedanken (eine einfachere Sprache hätten sie durchaus vielleicht noch "eleganter" ausdrücken können, aber auch sprachlich handelt es sich offensichtlich um einen Igel bei diesem Buch), aber sehr interessanten Alltagseinsichten gibt es im Buch eine große Menge.
    Daher werde ich es vielleicht sogar noch einmal lesen, ein "Badewannenbuch".

  • s. auch amazon.de:


    Neunmalkluge hochintelligente Zwölfeinhalbjährige trifft auf Fünfzigjährige, die ihr intellektuelles Licht wegen klassendenkerischer Erwägungen und eines familiären Traumas unter den Scheffel stellt und als Concierge im Haus reicher und kluger Leute wohnt, denen sie intellektuell überlegen sein mag, denen sie sich aber weitgehend unterordnet um nicht aufzufallen.
    Oder auch: frühpubertäres sozialisitsches Denken trifft auf schal gewordenen sozialistischen Fatalismus und durch das Auftreten einer neuen Figur - eines Japaners mit kulturellen Vorlieben, die die beiden Damen teilen - findet beides zueinander und dann einen Weg in die Gesellschaft, von der sie sich zuvor beide selbst ausgeschlossen haben. Dies wirkte wenig elegant, sich so in seiner Intellektualität einzuigeln.
    In der Darstellung einer hoch-intelligenten Frühpubertierenden und ihrer komplexen, aber durch fehlende Lebenserfahrung zwangsläufig fehler- und lückenhaften Philosophiereien überaus überzeugend und gerade deswegen für mich ziemlich enervierend.

  • Ich habe das Buch vor kurzem im Original gelesen und schaffe es jetzt meine Meinung dazu zu schreiben.


    Der Roman besteht aus fünf Teilen mit insgesamt 67 kleinen Kapiteln. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht Renées oder Palomas geschildert. Während die Kapitel aus Renées Sicht einen guten Eindruck von ihrem zurückgezogenen Leben als Witwe vermittelt, schildert Paloma vor allem ihre Familie und deren Bekannte, die sich nicht leiden kann. Ihre Eltern und ihre Schwester Colombe nerven sie fast ständig und stören sie bei ihren philosophischen Gedankengängen. Sie hält ihre Gedanken in Form eines Haiku fest, worauf eine ausführliche Erläuterung folgt. Oft hatte ich das Gefühl, es passiert wenig bis gar nichts, weil die Gedanken von Renée und Paloma sehr stark im Vordergrund gehen und obwohl ich der französischen Sprache mächtig bin, fand ich gerade die erste Hälfte anstrengend zu lesen, sodass ich den Roman erst nach einer längeren Pause weitergelesen habe. Es ist auf keinen Fall eine Geschichte für Zwischendurch.
    Die Handlung nimmt langsam an Fahrt auf, als Monsieur Ozu, ein wohlhabender Japaner, in das Stadthaus einzieht. Er freundet sich schnell mit Paloma an. Diese ist begeistert endlich jemanden gefunden zu haben mit dem sie ihre Leidenschaft für Japan teilen kann. Monsieur Ozu hilft ihr auch bereitwillig ihre Japanischkenntnisse zu verbessern. Monsieur Ozu knüpft auch Kontakt zu Renée, die aber sehr unsicher ist, in wie weit sie sich ihm öffnen soll.


    Ich fand es oft ein wenig befremdlich zu lesen, dass ein 12-jähriges Mädchen sich das Leben nehmen möchte, ihr Ableben genau plant, wobei ich teilweise verstehen konnte, dass sie sich von ihrem Umfeld, besonders von ihrer Familie, unverstanden fühlt. Eine besondere Abneigung hegt sie gegen ihre Mutter und ihre ältere Schwester, die sie als äußerst oberflächlich beschreibt. Beruhigend war für mich zu sehen, wie Paloma immer wieder ins Zweifeln gerät und nach Dingen sucht, die es doch wert sind weiterzuleben. Erst relativ spät lernt sie Renée näher kennen, bei der sie sich aber sehr wohlfühlt, was wiederum ihre Familie sehr verwundert. Das Ende ist überraschend und hat mich einerseits froh und andererseits sehr traurig gestimmt.


    Ich muss gestehen, dass dieses Buch, das ich von einer Freundin geschenkt bekommen habe, eine Herausforderung für mich war. Nach der Hälfte war ich geneigt es abzubrechen, weil ich das Gefühl hatte nicht richtig reinzukommen. Die Gedankengänge von Renée und Paloma waren zwar faszinierend zu lesen, aber manchmal auch sehr anstrengend. Statt eines Abbruchs habe ich eine längere Lesepause gemacht und als ich im Urlaub mehr Zeit hatte, ließ es sich auch flüssiger lesen. Monsieur Ozu hat mir als Charakter besonders gut gefallen, weil er es, trotz seines eigenen Schmerzes, versteht, Freude in das Leben anderer Menschen zu bringen. Auch urteilt er nicht leichtfertig über andere Menschen, sondern beobachtet sie erstmal genau.


    Insgesamt bewerte ich das Buch mit 3 ½ Sternen, weil ich erst sehr spät damit warm geworden bin- hier stimme ich denjenigen zu, die geschrieben haben, dass einiges sehr gekünstelt wirkt - mich die Entwicklung der Charaktere und ihre Beziehungen sowie dieses zwiespältige Ende aber sehr berührt haben.

    ~Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.~
    - Heinrich Heine -

  • Dieses Buch, das ich mir eigentlich aufgrund des Titels gekauft habe – obwohl ich bisher keine Eleganz beim Igel feststellen konnte - habe ich mit grosser Freude im Original gelesen, es hat mich sehr beeindruckt, obwohl es recht schwer zu lesen war aufgrund der etlichen Wörter, die ich nachschlagen musste. Einige hatte ich noch nie gehört und andere benutzt man wohl heute nicht mehr. Es war trotzdem sehr schön geschrieben.


    Auch ich finde die Gedankengänge und Ausführungen der beiden Protagonistinnen sehr resolut, ironisch, spöttisch und auch lustig. Wirklich interessant, was in deren Köpfen vorgeht. Z.B. die Empfindlichkeit bei Fehlern in der Sprache seitens Renée und der Missmut u.a. gegenüber der Französischlehrerin von Paloma sind genial. Die Wortwahl bzw. der Wortschatz in diesem Buch ist gewaltig. Dennoch strahlt es eine gewisse Ruhe aus trotz der verschiedenen Vorkommnisse.


    Also ich finde Paloma nicht besserwisserisch und ich glaube, sie möchte es auch gar nicht sein. Sie denkt halt anders als gleichaltrige Kinder/Jugendliche und vermittelt ihren Standpunkt. Aber haben wir früher als Kinder/Heranwachsende nicht auch manchmal die Eltern und die Erwachsenen im allgemeinen bzw. deren Verhalten als « blöd » empfunden ?


    Als Leser könnte man sich natürlich fragen, warum sich Renée mit ihrem ganzen Wissen dermassen in ihrer Loge einigelt (passt zum Titel). Das habe ich aber eigentlich nicht gemacht, denn ich fand, dass es ist wie es ist und einen Teil des Charmes dieses Buches ausmacht.


    Was mich manchmal ein bisschen gestört hat, waren die ellenlange Sätze, die manchmal eine halbe Buchseite einnahmen. Aber dafür habe ich viele neue französische Wörter kennengelernt. Insgesamt ein recht schwieriges Buch, einige wenige Absätze musste ich zweimal lesen. Aber ich wurde entschädigt durch die Gedankengänge der zwei Protagonistinnen zu ganz normalen Alltagssituationen oder zu einem bestimmten Thema. Der « normale » Mensch würde wahrscheinlich kurz seinen Senf dazu geben, aber Renée und Paloma haben sich wirklich sehr darüber ereifert.


    Bisher las ich immer so zwischen 30 – 50 Seiten am Tag (ich wollte dieses schöne Buch nicht zu schnell fertiglesen), aber als Monsieur Uzo dazukam, erhöhte ich dies auf ca. 70 Seiten.


    Dieses wunderschöne Buch mit einem Hauch Märchenhaftigkeit, das mich vor allem gegen Ende emotional ziemlich aufgewühlt hat, bekommt von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    ☆¸.•*¨*•☆ ☆¸.•*¨*•☆ La vie est belle ☆¸.•*¨*•☆☆¸.•*¨*•☆

  • Eine anrührende und warmherzige Geschichte zweier Außenseiter. Beide sind äußerlich eher bitterböse und stachelig und nach innen verletzlich und gutherzig.
    Anfänglich empfand ich den Schreibstil etwas holprig, aber nach einer gewissen Zeit, das klingt jetzt irgendwie seltsam, wirkte dieser philosophisch aufgebauschte Text eher beruhigend auf mich.
    Und ich wäre gerne länger in der Geschichte geblieben.

    Ich :study: gerade:

    [-X 2019: SuB 5.126
    gelesen/gehört insgesamt: 81 davon 61 :study: = 22.526 Seiten / 20
    :musik: = 193:48 Stunden (2018 gelesen: 142 B. / 51.327 S. + gehört: 21 HB. / 193:41 Std.)

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