Douglas Coupland : Girlfriend in a Coma

  • Die Handlung beginnt im Dezember 1979: Es ist der Tag, an dem Karen und Richard, beide 17 Jahre alt, sich zum ersten Mal im Schnee lieben. Am Abend gehen sie mit ihren Freunden Wendy, Pam, Linus und Hamilton auf eine Party, auf der Karen in ein Koma fällt. Sie hinterläßt einen Brief, nach dem es scheint, dass sie von ihrem Schicksal ahnte und es ihr vorbestimmt sei.


    Nach neun Monaten gebärt die komatöse Karen Richards Baby. Das Mädchen, Megan, wächst bei ihren Großeltern auf, während Richard und seine Freunde versuchen, erwachsen zu werden. Nach der High School löst sich der Freundeskreis auf. Wendy, Pam und Linus ziehen weg. Hamilton und Richard bleiben in Vancouver. Richard bleibt bei Karen, besucht sie jede Woche und beginnt zu trinken. Um seine Tochter kümmert er sich wenig.


    Anfang der 90er kehren die anderen desillusioniert zurück: Pam, das ex-drogenabhängige Ex-Supermodel, Wendy, die überarbeitete Ärztin und Linus, der auf langen Reisen doch keine Antworten auf seine Fragen gefunden hat. Alle leben sich wieder ein, finden Arbeit bei einer TV-Produktionsfirma und akzeptieren, dass das Leben eben nicht so läuft, wie man es sich als Teenager erträumt hat. Doch das ändert sich, als Karen eines Tages aus ihrem Koma erwacht: eine 34jährige, die geistig ein Teenager wie ihre Tochter Megan geblieben ist. Karen wird von ihren Freunden über die Fortschritte der Technik (Computer, Handy) aufgeklärt:
    Doch Karen ist von der Desillusioniertheit ihrer Freunde oder besser der modernen Welt schockiert und weiß von dem nahen Ende der Welt. Und als ihre Visionen Wirklichkeit werden, die Menschheit stirbt, und nur sie und ihre Freunde überleben, gibt ihnen der Geist (oder die Seele?) eines toten Mitschülers eine letzte Chance, in die Vergangenheit zurückzukehren und eine bessere Welt zu erschaffen.


    Douglas Coupland möchte ein Buch über die Desillusioniertheit oder Seelenlosigkeit der heutigen Welt schreiben, vernachlässigt aber nach meinem Empfinden über der Darstellung der Desillusioniertheit die interessante, den Leser packende Erzählung der Geschichte.
    Obwohl das Buch leicht in eine esoterische Schiene abrutscht, fehlt dem Buch oder besser der Sprache des Buches die Seele. Was interessant und reizvoll beginnt, driftet in einen aneinander gereihten Erguß von Charakterstudien und (Drogen-/Alkohol-) Exzessen ab.


    Das Buch ist für mich bisher das schwächste von Douglas Coupland.

  • Danke Snapstar, für deine Rezension.
    Bis jetzt habe ich noch keine Bücher von Douglas Coupland gelesen. Hört sich für mich interessant an,
    bei Gelegenheit werde ich was von ihm lesen.
    Wie heisst das Buch in der Übersetzung? Oder wurde englischer Titel beibehalten?

    2020: Bücher: 101/Seiten: 45 483
    2019: Bücher: 164/Seiten: 66 856
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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