Sammy Drechsel - Elf Freunde müsst Ihr sein

  • Buchdetails

    Titel: Elf Freunde müsst ihr sein


    Verlag: Thienemann

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 264

    ISBN: 9783522101707

    Termin: Februar 1955

  • Bewertung

    5 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Elf Freunde müsst ihr sein"

    Berlin-Wilmersdorf. Heini Kamke kriegt die Krise: Er will unbedingt Fußballmeister der Volksschulen werden, doch seine Mannschaft ist nichts als ein streitsüchtiger, chaotischer Haufen ... Aber ist da wirklich nichts mehr zu machen? Ob Heini und seine Jungs vielleicht doch noch eine Chance haben, erzählt der legendäre Sportreporter Sammy Drechsel so spannend wie ein EM-Endspiel. Ab 10 Jahren
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  • Der Autor:


    Sammy Drechsel wurde am 25. April 1925 in Berlin geboren und starb am 19. Januar 1986 in München. Er war Mitbegründer der Münchner Lach- und Schiessgesellschaft und zudem Sportreporter beim Bayrischen Rundfunk. Im Kinderfernsehen moderierte er unter anderem auch die Sendung „Sport-Spiel-Spannung“. Mit bürgerlichem Namen hieß er übrigens Karl-Heinz Kamke.



    Zum Buch:


    Dieses Buch habe ich wohl bestimmt an die zwölf- oder dreizehnmal gelesen. Und immer wieder hat es mich neu fasziniert. Erzählt wird die Geschichte des Jungen Heini Kamke, Schüler der Volksschule in Berlin-Wilmersdorf. Das Ganze spielt in den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts und verrät sehr viel Autobiographisches über Sammy Drechsel, der ja mit bürgerlichem Namen Karl-Heinz Kamke hieß.


    Als Heini Kamke in die erste Klasse der Volksschule versetzt wird, damals zählte man die Schuljahre von hinten nach vorn, da werden sie von ihrem Sportlehrer für die Berliner Schulfußballmeisterschaft angemeldet. Die Qualifikation bestehen sie mit klaren Siegen gegen die Konkurrenzschulen aus Berlin-Wilmersdorf. Dann aber wird es richtig ernst, die Wilmersdorfer müssen sich mit den Schulen aus den anderen Berliner Stadtteilen messen. Wie es scheint, haben sie dann wohl in den Charlottenburgern ihren Meister gefunden. Mit 9:1 verlieren sie. Nun muss es sich zeigen, ob die Gemeinschaft der Jungen wirklich etwas wert ist. Sie ziehen sich aber an den eigenen Haaren aus dem Sumpf. Der Rektor ihrer Schule wird im Laufe der Geschichte vom „Fußballhasser“ zum begeisterten Fußballanhänger. Und dann finden sich die Jungs im Endspiel um die Berliner Schulfußballmeisterschaft wieder. Ihr Gegner sind die Charlottenburger, von denen sie in der Vorrunde so arg gerupft wurden. Das Spiel findet im legendären Poststadion statt – übrigens auch eine Kultstätte des deutschen Fußballs.


    Sammy Drechsel erzählt mitreißend und hat mit diesem Buch eines der besten Kinder- und Jugendbücher geschrieben. „Elf Freunde müsst Ihr sein – wenn Ihr Siege erringen wollt“ – dieser Satz stand auf der „Viktoria“ der ersten Trophäe im deutschen Fußball. Sie war ein Wanderpreis und ging jeweils an den Deutschen Fußballmeister.


    In diesem Buch begegnen uns Namen aus längst vergangenen aber für den Fußballfan immer noch präsenten Zeiten. Ernst Werner, der legendäre Chefredakteur der FuWo (Fußballwoche) hat einen Auftritt. Man erfährt etwas über den Schalker Kreisel mit den unsterblichen Schwagerpaar Ernst Kuzzorra und Fritz Szepan im Verbund mit dem 1943 gefallenen Adolf Urban. Aber auch Namen wie Willy Jürissen (Torwart von Rotweiß Oberhausen mit einem zentimetergenauen Abschlag aus der Hand) oder Raimondo Orsi (Linksaußen von Juventus Turin) finden sich in dem Buch wieder. Natürlich darf da auch Hanne Sobek, das große Berliner Fußball-Idol nicht fehlen, spielte er doch auch 103mal für die Berliner Stadtauswahl.


    Ein Buch, welches man auch als Erwachsener sicher gern einmal wieder zur Hand nimmt, so wie ich es in den letzten Tagen gemacht habe. Man setze sich damit irgendwo hin, lege vielleicht als Hintergrund die Reportage von Herbert Zimmermann über das Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft von 1954 gegen Ungarn in den CD-Player und gebe sich lesend ganz der Fußballnostalgie hin.


    Wirklich sehr empfehlenswert – sicher auch für die, die mit Fußball vielleicht nicht soviel im Sinn haben.

  • All meine männlichen Bekannten, deren Kindheit schon einige Jahrzehnte zurückliegt, schwärmen mit verklärtem Blick von diesem Buch. Ich habe allerdings festgestellt, dass die fußballbegeisterten Jungen meiner Verwandtschaft lange nicht so begeistert davon waren. Die darin beschriebene (Fußball)Welt ist so meilenweit vom heutigen Medienhype und Riesengeschäft Fußball entfernt, dass sie für Kinder unserer Zeit, scheint mir, reichlich verstaubt wirkt. Ich habe mich bei dem Buch etwas gelangweilt, aber ich bin auch kein Fußballfan. Mein Sohn fand das Buch zwar nicht schlecht, vom Hocker gehauen hat’s ihn auch nicht. In Einem waren wir uns einig, nämlich in unserer Aversion gegen die Hauptfigur Heini. Dieser kleine, wieselflinke Stürmer und Kapitän der Mannschaft weiß alles, kann alles, macht alles. Einen solchen Alleskönner will man weder als Kind noch als Erwachsener gerne neben sich wissen. Für eingefleischte Fußballfans ist das Buch aber immer noch ein "Muss".


    Gruß mofre smilie90.gif

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