Urs Mannhart - Die Anomalie des geomagnetischen Feldes südöstlich von Domodossola

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  • Klapptext


    Eine nach frischer Hefe duftende, mit krausem Haar und leicht biegbaren Fingernägeln ausgestattete Liebhaberin, die die Umrisse Italiens in einer Pigmentzeichnung auf ihrem Oberschenkel trägt und mit einer Stimme spricht, die Sie - nein, natürlich nicht. Ich sehe schon: Haben Sie alles nicht¯, denkt er, der Ich-Erzähler, und schweigt angesichts eines Gegenübers, das nie begreifen würde, warum ein Mensch solch eine Mühsal auf sich nimmt: 784 Schienenkilometer in einem Nachtzug von Basel nach Roma-Tiburtina, nur um sich wund zu lieben, alle 14 Tage, und anschließend wieder 12 Tage alleine, ohne Luise, zu sein. Eine unmögliche Liebe also. Und wieder bricht er auf, seiner Sehnsucht entgegen, doch diesmal endet seine Reise vorzeitig in dem vom Betrieb der Welt vergessenen Bahnhof von Domodossola. Ein Streik der italienischen Bahnarbeiter verhindert seine Weiterfahrt. Oder halten ihn die geomagnetischen Störungen hier fest? Festsitzen auf dem Mittelmeridian der geomagnetischen Weltvermessung. Jedenfalls ist er gefangen, streunt ziellos umher zwischen Bahnhofbuffet und einem schäbigen Hotelzimmer, folgt widerwillig der Einladung eines jungen Grenzbeamten, der nebenbei Drogen und Motorräder verschiebt, und erst im Morgengrauen einer nicht enden wollenden Nacht bietet sich endlich die Chance zu fliehen.


    Dieses 150 seitige Buch habe ich schon zum 2. mal gelesen. Eine wundervolle Schreibweise. Der Titel hört sich vielleicht ein bisschen seltsam an; doch das magnetische Feld in Domodossola wird nur nebensächlich beschrieben. Keine Sorge, kein Geologiebuch oder was weiss ich [Blockierte Grafik: http://forum.darkness.de/images/smiles/icon_smile.gif] Aber dieser Titel und deren "versteckte" Botschaft machen das Buch gerade zu etwas besonderem.


    Es geht um einen Typen (die ganze Geschichte ist in der DU-Form geschrieben), der in Rom eine Freundin hat. Mit dem Zug fuhr er von Basel bis nach Domodossola - doch hier endete seine Reise -STREIK! Mitten in der Nacht wird verträumt und verwirrend das Warten auf dem Bahnhof beschrieben.


    Einfach mal lesen!

  • Ich liebe dieses Buch - bin durch Zufall bei einer Lesung des Autor gewesen und habe mir im Anschluss dieses Buch gekauft und es ist einfach nur genial ... erinnert ein bisschen an Joyce, aber viel leichtfüssiger ...
    Auf jeden Fall lesen! Das Buch ist zudem wunderschön gestaltet und ist ein richtiger Blickfang...

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