Bittl, Monika - Irrwetter

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  • Im Grunde genommen ist dies auch ein Buch über das vergangene Jahrhundert.


    Mehrere Schwerpunkte werden in diesem Buch verarbeitet. Als nächstes wäre da der Aberglaube zu erwähnen, der noch aus den alten germanischen Urvölkern existiert, und sich bis heute in unserer Welt etabliert hat. Wer erschrickt nicht, wenn ein Spiegel zerbricht?!
    Hier wird die Protagonistin “Anntraud” bei Gewitter mit grünem Himmel und anschließender eiergroßen Hagelkörnernschauer geboren, ein schlechtes Omen! Die Silberdisteln werden im bayrischen Dorf verteilt. Zweimal sechs Jahre soll das Unglück bestehen, und die Nächsten, also die Dorfbewohner, schwere Schicksale erleiden.
    Daneben steht dann der streng praktizierte Katholizismus. Sein ganzes Leben in Demut auf Gott vertrauen, aber wenn dann ein Schicksalsschlag ereilt, wie weit reicht dann der Glaube? Darf man so egoistisch sein, und sein eigenes Glück erwünschen? Was ist an der Formel: Nur wer selber zufrieden ist, kann anderen eine Stütze sein?


    Anntraud erlebt als Kind den zweiten Weltkrieg. Wunderbar stellt die Autorin aus kindlicher Sicht in unterschiedlichsten Einstellungen und Ansichten der Bergdorfbewohner dar. Der Priester sagt, “du sollst nicht lügen“, der Bürgermeister, ein Nazi “lügt wie gedruckt“. Die Patin hält nichts von Gott und vom Bürgermeister, bei ihr darf man kein “Heil-Hitler” anbringen, in der Schule ist dies Pflicht, Zuhause sagt man auch eher “Grüß Gott” …
    Sie ist das “Gewitterkind” und versucht sich überall durchzumogeln, weil sie nicht noch zusätzlich auffallen möchte. So lernt sie eigentlich nur hinzunehmen, doch das wird ihr später zum Verhängnis!


    Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen, nur mit dem Schluss hadere ich, ein bisschen zu schmalzig, das musste nicht sein! Es liest sich flott, regt zum Nachdenken an und deshalb kann ich es weiterempfehlen.


    Über die Autorin:
    Monika Bittl wurde 1963 in einem kleinen Dorf im Altmühltal geboren. Sie hat Germanistik und Psychologie studiert, und lange als Journalistin gearbeitet. Seit 1992 ist sie freie Autorin und schreibt Drehbücher u.a. “Sau sticht”. Die Autorin ist verheiratet und lebt mit Mann und Sohn in München. “Irrwetter” ist ihr erster Roman.

  • Danke Buchkrümel für deine Buchvorstellung.
    Mir ist das Buch durch das Cover aufgefallen, das Bild hat mir sehr gut gefallen: dunkler Himmel mit einem Lichtstrahl, düster und doch hoffnungsvoll.
    Auch die Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken fand ich ansprechend...

    Zitat

    Von den Abgründen und Verheißungen der Provinz
    Eiergroße Hagelkörner regnet es, und der Himmel verfärbt sich giftgrün, als Anntraud Reiser geboren wird. Ein Kind, das Unglück bringt, das steht für die Dorfbewohner fest. Selbst ihre Mutter erstarrt vor Angst.
    Ihr Leben lang müht sich Anntraud, den Aberglauben abzuschütteln und ihrem Schicksal zu entgehen - doch wo bleibt das Glück, die Belohnung dafür, dass sie sich immer anpasst?


    Schade nur, dass der Roman mich nicht in seinen Bann gezogen hat. Ich fand die Geschichte uninteressant. Der einziger Lichtblick in dem Roman war für mich die Hebamme Gerlinde - eine sehr sympathische Protagonistin.
    Dennoch würde ich das Buch weiter empfehlen. Ich kann mir vorstellen, dass es für die Liebhaber des Genre Heimatromane oder Erzählungen eine lesenswerte Lektüre sein könnte.
    Von mir :bewertung1von5: :bewertungHalb: Das war eindeutig kein Buch für mich.

    2022: Bücher: 164/Seiten: 67 577
    2021: Bücher: 205/Seiten: 93 417

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