Kapitel 1-5 vom 15.03 - 18.03.05

  • Nachdem ich gerade "Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele" fetig gelesen habe, werde ich heute Abend oder dann morgen mit dem alten Mann und Mr. Smith beginnen.


    Mal sehen, was die beiden Herren miteinander abzumachen haben ;-)


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    Bücher können Glück in ein ereignisloses Leben bringen und uns froh machen,
    indem sie uns zu Orten mitnehmen, an die wir sonst nie kämen,
    und uns auf Gedanken bringen, die wir ohne sie nie hätten. (G. P. Taylor)

  • Hallo Heidi,


    nö....ich habe kein Problem (bis jetzt 55 Seiten gelesen) und hoffe, dass ich die Dialoge verstanden habe; einerseits amüsiere ich mich über die feine Ironie und den hintergründigen Humor von Peter Ustinov, andererseits sind seine klugen Gedanken auch einige Überlegungen wert. :-k 
    Welche Dialoge bereiten dir denn Probleme? Vielleicht können wir ja >gemeinsam< nachdenken!? :idea:


    Grüsse von Bonprix :wink:

  • Ich hab jetzt erst fünf Seiten ins Buch hineingeschnuppert und will mal schnell einen Gedanken in die Runde schmeißen, bevor er wieder verschwunden ist:


    In "Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele" von Douglas Adams hatten die alten Götter das Problem, dass sie in der heutigen Welt nicht mehr wahrgenommen werden. Sie wandeln zwischen den Menschen umher und werden schlichtweg übersehen, weil sie nicht mehr in unser Bild passen - schließlich gehören sie in alte Geschichten und nicht die Realität.


    Mir scheint, dass Gott in "Der alte Mann und Mister Smith" das gleiche Problem hat - zumindest am Empfang des Hotels. Alles, was nicht zu unserer Norm gehört wird ignoriert. Der Empfangschef ignoriert alles, was nicht sein "darf" und presst den vor ihm stehenden Mann in die Schablone der "üblichen" Hotelgäste und zwingt ihn teilweise, sich diesem Schema anzupassen. So kann er ihn als - zwar seltsamen - Menschen ansehen, muss sich aber nicht mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass es DEN GOTT tatsächlich und leibhaftig geben könnte, außer in den zweifelhaften unbelegten Geschichten der Kirche. ...


    Diese Parallelität in den beiden Büchern, die ich nun zufällig nacheinander lese, finde ich witzig. Wahrscheinlich wäre mir dieses Verhalten des Empfangsmenschen weniger deutlich bewusst geworden, hätte ich Adams' Dirk Gentley-Geschichte nicht gerade vorher gelesen. :scratch:

    Bücher können Glück in ein ereignisloses Leben bringen und uns froh machen,
    indem sie uns zu Orten mitnehmen, an die wir sonst nie kämen,
    und uns auf Gedanken bringen, die wir ohne sie nie hätten. (G. P. Taylor)

  • katharina
    Heidi ,


    also....nun stelle ich mir gerade vor, dass jemand zu mir sagt:"Mein Name ist >Gott< mit zwei tt.......nein, einen Vornamen habe ich nicht" oder mir würde jemand erzählen, die alten Götter wandeln heute noch zwischen den Menschen umher, im freundlichsten Fall würde ich ihm oder ihr empfehlen.....na, dann träume mal schön weiter..... :P O:)
    Ich wäre viel zu sehr Realist, um etwas derartiges zu glauben; :-k und das wäre für mich etwas anders als Ignoranz. :-k


    Nachdenkliche Grüsse von Bonprix :wink:

  • @bonbrix


    ... ist das in Ordnung, wenn der Gast eine "Schraube locker hat" solange er nur bezahlen kann? Ich finde, da gehört schon eine gewisse Ignoranz dazu, darauf in keiner Weise zu reagieren.


    ... und ist es nicht so, dass wir Menschen, die anders sind, oft genug "übersehen", weil wir nicht wissen, wie wir uns ihnen gegenüber verhalten sollen? ....


    ... davon mal abgesehen, ist es eine Geschichte und keine, die den Anspruch erhebt wahr zu sein ;-) für mich war nur besonders bemerkenswert der Umstand, dass zufällig in meinem vorher gelesenen Buch Götter rumwandelten, die niemand für voll genommen hat

    Bücher können Glück in ein ereignisloses Leben bringen und uns froh machen,
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  • katharina ,


    ich denke mal, dass muss man differenzierter sehen und nicht nur entweder/oder. Wenn wir uns auf den Hotelportier konzentrieren, was soll/kann er tun? Ob der Gast - wie du sagst - eine Schraube locker hat oder nicht, wenn er ein Hotel nicht bezahlen kann, muss er gehen! Ein Hotel ist ein Dienstleistungsunternehmen und das funktioniert nun mal nach dem Prinzip - Leistung gegen Geld! So ist das nun mal im Leben! Und ich denke mal, ob in diesem Gewerbe oder anderswo.....man muss die Menschen nehmen wie sie sind und sich darauf einstellen; und das würde ich nicht als Ignoranz bezeichnen. :-k 
    Sicherlich hast du recht, wenn du sagst >Menschen die anders sind, werden oft genug übersehen; das hat m.M. nach auch damit zu tun, dass eine gewisse Unsicherheit darin besteht, wie verhält man sich richtig, ohne das es aufdinglich oder peinlich für alle Beteiligten wird.


    Grüsse von Bonprix :wink:

  • Ich mag diese Szene gar nicht so sehr tiefgründig ausloten ... für mich war einfach das zufällige Aufeinandertreffen ähnlicher Szenarien beim Lesen zweier nicht zusammengehörender Bücher so bemerkenswert. :roll:


    Ansonsten geb ich dir Recht bonbrix - in Dienstleistungsunternehmen vieler Art benötigt man keinen Ausweis, kann sich benehmen, wie man mag, erzählen was man will, so lange man keine Straftaten begeht und bezahlt ...


    und nun sollte ich mal weiter Lesen, dass ich erfahre, worum es eigentlcih geht - also raus dem Foyer und rein in die Geschichte ;-)

    Bücher können Glück in ein ereignisloses Leben bringen und uns froh machen,
    indem sie uns zu Orten mitnehmen, an die wir sonst nie kämen,
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  • Hallo Zusammen


    Also, was heißt: Seite 68 unten


    >>Glaubst du vielleicht, die Nacht wird von all den Päderasten (geschlechtliche Beziehung zwischen Männern und Knaben) respektiert, die sich in Oscar´s Wilde Life plantschenderweise die Dunkelheit vertreiben?<<


    Seite 69 unten ist mir auch nicht so eindeutig



    Seite 79 Mitte finde ich sehr wichtig:


    >>Der Zweck wird durch solche Mittel erreicht. ……
    Und, ohne dich schockieren zu wollen, das gilt auch für die Religion.<<



    LG Heidi

  • Hallooo liest hier keiner mehr?


    Also, mein Gesamteindruck bis jetzt:


    Ich finde die Auseinandersetzung, braucht die Menschheit noch einen Gott, muss es einen Teufel geben damit Gott überhaupt existieren kann, gut. Obwohl es schon ein wenig altbacken ist, es gibt mittlerweile zahlreiche Bücher mit diesem Thema, aber man sollte bedenken, dass das Buch nicht mehr brandtneu ist.
    Was mir extrem auffällt ist, dass sich Mr. Smith überhaupt nicht so benimmt, wie man sich eben Satan vorstellt, er flennt, ist infantil, stimmt Gott zu. Das ist eine besondere Art von Humor finde ich.


    Kapitel 5 hat mir nicht besonders gefallen, aber das nächste Kapitel liest sich wieder gut.


    So, was denkt ihr denn so?



    LG Heidi

  • Wollte nur mal kurz dazwischen reden: Ich habe mir, als ich das Buch gelesen habe, immer Ustinov in der Rolle von Mr Gott vorgestellt.


    Ich muss sagen, so tiefschürfende Gedanken wie Heidi habe ich mir gar nicht dazu gemacht. Für mich war es eher eine satirische Schilderung nach dem Motto "Was würde Gott von der Menschheit halten, falls er auf die Erde käme und in der Zwischenzeit nicht mitbekommen hätte, wohin wir uns entwickelten?"


    Als Gegenpart dazu Mr Smith, der "Weltimmanente", der sein Übriges dazu getan hat - oder gar nicht tun musste - dass wir so sind wie wir sind. Daneben hat Ustinov noch seine Spitzen gegen gewisse gesellschaftliche und poltische Dinge angebracht, die ich im Einzelnen hier noch nicht nennen will.


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

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