6. Teil (Kapitel 27 - 32): Seite 217 bis Ende

  • Krass finde ich hier, dass sie


    Ich muss an dieser Stelle sagen, dass ich das Buch auch deshalb krass finde, weil Swofford ziemlich fertig ist oder mir zumindest so vorkommt. :pale: Ich kenne einige Soldaten und zwei von ihnen sind ebenfalls fertig gewesen nach dem Krieg, aber sie haben sich erholt. Meiner Meinung nach hat Swofford einen psychischen Schaden bzw. ist depressiv. Mag sein, dass das auch an seinen mangelnden sozialen Bindungen liegt (keine seiner Beziehungen hat funktioniert und was man von seinen Eltern halten kann, wissen wir ja inzwischen auch), aber da ist er zu großem Teil selber schuld dran.
    Nichts destotrotz muss man natürlich auch sagen, dass die Leitung des amerikansichen Militärs da gewaltig Mist gebaut hat. Meiner Meinung nach passiert das zwar in jedem Krieg, aber dass sie einige Verluste hatten/beinahe hatte, nur weil sich die Soldaten langweilten ist schon heftig! :idea: Und oft wird sich auch nicht genug drum gekümmert, ob einer psychisch krank ist (egal ob von vorne herein, weil pervers und mordgeil oder im Nachhinein, weil das Erlebte nicht verkraftet werden kann) und wie man helfen kann. So lange man das Ziel trifft, ist es OK. Und genau das ist eben falsch!

  • Achja, die Szene mit dem Bus - hätte ich fast vergessen. Ich fand es so rührend als der Vietnam-Veteran in den Bus kam, betrunken, aber gefasst und sich bedankt hat dafür, dass die Marines diesmal nicht als die bösen Monster/wilden Tiere dastehen. Kann mir vorstellen wie hart es für Vietnam-Veteranen sein muss, heimzukommen und dann so gesehen zu werden!
    Ähnlich geht es nämlich jetzt einigen Marines, die aus dem Irak zurückkommen und für die Misshandlungen angekreidet werden, obwohl sie (ich rede von denen, die ich persönlich kenne) nichts damit zu tun haben/hatten! :|

  • Despair. Das wohl am Häufigsten verwendete Wort Swoffords'. Ich finde es besonders krass, seine Meinung zu diesem Thema bzw. zu einigen Situationen zu lesen und gleichzeitig die Meinung anderer Marines im Hinterkopf zu haben. Und wieder bleibt dieses seltsame Gefühl. :-?
    ...
    Bin schon gespannt, wie euere abschließende Meinung sein werdet und ob sie sich sehr von meiner unterscheiden wird. Gefreut hat mich zu lesen, dass

  • Ich habe das Buch jetzt auch beendet und muss sagen, dass mich das Ende ein bisschen besänftigt hat. Es gab schon noch einige Szenen, die ich extrem schlimm fand, wie zum Beispiel das, was einige der Marines mit den Leichen gemacht haben. :pukel: Das hat mich echt schockiert, vor allem, wenn man bedenkt, wie deren Familien sich fühlen müssen, wenn sie das je erfahren.


    Irgendwie rührend fand ich das Ehepaar im Duty-Free Shop, das Swofford als Helden gefeiert hat. Zumindest in kleinem Rahmen. Da ist mir selber erstmal wieder bewusst geworden, dass es ja wirklich eine heldenhafte Leistung ist, für sein Land zu kämpfen und all das auf sich zu nehmen. Beim Lesen der Kriegsszenen selbst war ich irgendwie immer zu sehr mit Swofford beschäftigt und das hat mich vom eigentlichen Krieg doch sehr abgelenkt.


    Berührt hat mich vor allen Dingen das Ende, als Swofford schreibt, dass es immer so weitergehen wird. Dass es niemals aufhören wird. Und das war schon heftig. Gerade weil er in vorherigen Abschnitten und Kapiteln immer noch so überzeugt davon war, dass sein Land das Richtige tut und dass das alles super ist, fand ich diese Wendung schon wichtig und faszinierend. Ich könnte mir vorstellen, dass Swofford eines Tages auch versuchen würde, seinen Sohn davon abzuhalten, zu den Marines zu gehen, so wie sein Vater es bei ihm versucht hat. (Vorausgesetzt, Swofford fände eine Frau und hätte irgendwann einen Sohn! ;) )


    Es war eine ungewöhnliche Leserunde mit euch, weil es eben kein Roman war... und weil jede von uns auf ihre Weise "Schwierigkeiten" mit dem Buch hatte. FallenAngel, ich weiß nicht, wie ich das Buch aufgenommen hätte, wenn es mich persönlich betroffen hätte, aber ich fand es gerade interessant, an deinen Insider-Infos teilzuhaben. Danke! :friends:

  • Es gab schon noch einige Szenen, die ich extrem schlimm fand, wie zum Beispiel das, was einige der Marines mit den Leichen gemacht haben. :pukel: Das hat mich echt schockiert, vor allem, wenn man bedenkt, wie deren Familien sich fühlen müssen, wenn sie das je erfahren.

    Ohja! Die Schändungsszenen waren schrecklich, besonders, weil ich sie zu einer Zeit las, als solche Fälle im Irak gerade aktuell waren. Durch das Buch konnte ich mir das dann noch bildhafter vorstellen, was mich fast dazu gebracht hat, mich zu :pukel: ! Ich weiß nur von der Ehefrau des oft als Quelle zitierten Marines, dass sie ihn als erstes gefragt hat, ob er da mitgemacht hätte, als er nach Hause kam bzw. über die Erlebnisse sprach. Sie meinte, es würde ihr zwar schwerfallen, sie würde aber damit klarkommen, solange er nur ehrlich wäre. Er meinte, er war keiner von denen und das glaube ich auch. Aber ich weiß von ihr, wie sie sich gefühlt hat in der Zeitspanne, in der sie noch keine Gewissheit hatte und dass es furchtbar für sie war! So muss es den anderen Familien auch gehen - das ist nochmal genau so eine schlimme Greueltat - Übrigens auch den Familien der Geschändeten gegenüber! :thumbdown:

    Irgendwie rührend fand ich das Ehepaar im Duty-Free Shop, das Swofford als Helden gefeiert hat. Zumindest in kleinem Rahmen. Da ist mir selber erstmal wieder bewusst geworden, dass es ja wirklich eine heldenhafte Leistung ist, für sein Land zu kämpfen und all das auf sich zu nehmen.

    :love: Ja, das fand ich auh rühren - und wichtig. Es sind so kleine Zeichen der Anerkennung, die einem als Marine bzw. überhaupt als Soldat gut tun, finde ich.

    Berührt hat mich vor allen Dingen das Ende, als Swofford schreibt, dass es immer so weitergehen wird. Dass es niemals aufhören wird. Und das war schon heftig. Gerade weil er in vorherigen Abschnitten und Kapiteln immer noch so überzeugt davon war, dass sein Land das Richtige tut und dass das alles super ist, fand ich diese Wendung schon wichtig und faszinierend.

    :cry: Wie heißt es so schön: "Hoffnung ist eine Seifenblase, die an der Nadel der Realität zerplatzt!" Das passt hier ganz gut finde ich. Vor allem ist das schei**, wenn man sich vorher für Ideale, an die man geglaubt hat (ich rede hier nicht unbedingt von Swofford, aber anderen Soldaten), buchstäblich den Ar*** aufgerissen hat, nur um dann festzustellen, dass alles nur gelogen/geheuchelt war. Da kann man schonmal die Orientierung/den Glauben verlieren.

    (Vorausgesetzt, Swofford fände eine Frau und hätte irgendwann einen Sohn! ;) )

    :mrgreen: Genau der Gedanke kam mir, als ich den vorangegangen Satz von dir gelesen habe!

    FallenAngel, ich weiß nicht, wie ich das Buch aufgenommen hätte, wenn es mich persönlich betroffen hätte, aber ich fand es gerade interessant, an deinen Insider-Infos teilzuhaben. Danke! :friends:

    Immer wieder gerne. Ich wusste zuerst nicht, ob es euch recht ist, wenn ich so "aus dem Nähkästchen plaudere". Andere hätten es vielleicht für Angeberei gehalten. Aber nachdem sich keiner beschwert hat ...
    Ich finde ja, dass gerade solche ergänzenden Berichte eines Betroffenen die ganze Sache noch realer/verständlicher machen, weshalb ich es als wertvoll erachte.


    Freut mich übrigens auch, dass dir die Leserunde anscheinend Spaß gemacht hat und das Buch letztendlich zumindest kein Horrortrip war. :flower:
    Jetzt muss sich nur noch Suspiria melden, dann bin ich glücklich.

  • Nein, ich fand das keine Angeberei. Was soll daran Angeberei sein? :shock: Ist nun mal Fakt und ich fand das wirklich sehr bereichernd! :)


    Ich glaube, ohne die Leserunde hätte ich das Buch nicht zuende gelesen, aber ich finde es immer total schön, wenn man sich austauschen kann und dann sieht, wie bereichernd so etwas sein kann... :) Es hat mich motiviert weiterzulesen und ich fand's sehr interessant. :applause: Ein "Horrortrip" war es wirklich nicht.

  • Natürlich melde ich mich auch noch. :loool:


    Es war eine ungewöhnliche Leserunde mit euch, weil es eben kein Roman war... und weil jede von uns auf ihre Weise "Schwierigkeiten" mit dem Buch hatte. FallenAngel, ich weiß nicht, wie ich das Buch aufgenommen hätte, wenn es mich persönlich betroffen hätte, aber ich fand es gerade interessant, an deinen Insider-Infos teilzuhaben. Danke!


    Ich bin ja schon eine ganze Weile mit dem Buch fertig. Ja, Schwierigkeiten hatte ich mit dem Buch wirklich. :uups:
    Sicher hätte ich das Buch auch anders aufgenommen, wenn es mich persönlich betroffen hätte. Aber mich hat die ganze Art Swoffords abgestoßen :uups: .
    Aber, liebe FallenAngel auch ich fand deine Insider - Infos super-interessant. :friends:


    Näheres dann nochmal morgen. :flower:

    Narkose durch Bücher - Das Richtige ist: das intensive Buch.
    Das Buch, dessen Autor dem Leser sofort ein Lasso um den Hals wirft, ihn zerrt, zerrt und nicht mehr losläßt.


    :study: Sarah J. Mass - Throne of Glass / Die Erwählte :study:

  • Strandläuferin :
    Dann ist ja gut. Das beruhigt/freut mich wirklich. :flower:



    Suspiria :
    Na dann bin ich ja schomal gespannt. Wie gesagt, Swofford ist auch meiner Meinung nach kein Kerl zum Gernhaben, aber interessant war so ein Einblick allemal - besonders, da dieses Buch bis dato absolut einzigartig war (von der Offenheit, dem Schreibstil, ... her). :idea:

  • Was die Offenheit betrifft, stimme ich zu. Es richtet sich weder gegen Amerika, noch ist es total patriotisch. Es zeigt die ganz normale, wechselnde Meinung eines Einzelnen. Echt interessant, was das angeht! :)

    Genau das fand ich für eine Person wie Swofford sogar regelrecht bemerkenswert, richtig erstaunlich! :mrgreen: