Arnaud Delalande - Die Dante-Verschwörung

Anzeige

  • amazon - Klappentext:


    1756. Venedig im Zeitalter der Aufklärung. Ein abscheulicher Mord - die Kreuzigung eines beliebten Schauspielers - geschieht mitten in einem Theater der Serenissima. Für Pietro Viravolta, der in den Kerkern des Dogenpalastes sitzt,weil er die Frau eines mächtigen Venezianers verführt hat, ein Glück. Denn Viravolta ist ein Abenteurer, waghalsig und klug und hat als Geheimagent des Dogen schon so manchen schwierigen Fall aufgeklärt. Der Doge setzt ihn auf freien Fuß und betraut ihn mit den Ermittlungen gegen die Feinde der Republik. Denn auf den ersten Mord folgt ein zweiter, dann ein dritter ... Seine Untersuchungen führen Viravolta zu Luciana, der schönen Geliebten eines venezianischen Senators, zu Spadetti, dem Glasmeister von Murano, und zu Caffelli, dem Priester von San Giorgio Maggiore. Als dieser ermordet wird, entdeckt Viravolta die Existenz der geheimnisvollen Sekte der Feuervögel und erhält einen entscheidenden Hinweis: Alle Morde stehen im Zusammenhang mit Dantes Inferno ...


    Meine Meinung:


    Ein guter historischer Venedig-Roman


    Venedig in den 1750er Jahren. Der Glanz der einstigen Handelsstadt im Mittelmeer schwindet ebenso wie der Macht des Rates der Zehn. Eine Verschwörung gegen die Stadt wird vermutet und Morde häufen sich, die allesamt eine Verbindung zu Dantes Inferno nahe legen. In einem Akt der Verzweiflung holt man den in Ungnade gefallen Agenten Pietro Viravolta aus den Bleikammern und dieser Lebemann und Schauspieler macht sich auf seine eigene Art und Weise an die Ermittlungen, die ihn durch die gesamte Stadt führen.


    Der Autor schafft es gekonnt, seine sehr aufwendig recherchierten Fakten mit einer spannenden und glaubhaften Rahmenhandlung zu verspinnen. Die Charaktere sind absolut lebendig und spielen in einer fein gezeichneten Stadt voller Details. Auch wird sehr schön und bisweilen gruselig eine finster Stimmung aufgebaut, die den Leser schnell gefangen nimmt. Doch dann mag man wiederum manchmal glauben, Delalande hätte ein wenig zu viel Spurensuche betrieben. Denn an so einigen Stellen schweift die Erzählung vom eigentlichen Thema ab und der Leser erfährt viel, manchmal zu viel über die Zeit und ihre Auswirkungen, über die Geschichte der Stadt und seine Bewohner, die Handwerke, die Künste, die Politik. Auch so schillernde Persönlichkeiten der Stadt wie ein Giacomo Casanova und Carlo Goldoni dürfen in einer solchen Geschichte natürlich nicht fehlen, wenn sie auch nicht viel zur Handlung beitragen. So bunt das alles auch dargestellt ist, es fällt bisweilen leider ein wenig schwer, wieder in die eigentliche Geschichte zurückzukehren. Denn spannend ist die Spurensuche um die Morde und die Hinweise aus Dantes Inferno allemal und hätte ruhig die erste Geige spielen dürfen.


    Wer einen lebendigen und bunten historischen Venedig-Schmöker sucht, der ist hier gut bedient, wenn auch leider die Story manchmal in den Hintergrund tritt.

    Shalom, kfir


    :study: Joe Hill - Teufelszeug
    :thumleft: Farin Urlaub - Indien & Bhutan - Unterwegs 1 #2533 signiert


    "Scheiss' dir nix, dann feit dir nix!"

Anzeige