Håkan Nesser - Mensch ohne Hund / Människa utan hund

  • Buchdetails

    Titel: Mensch ohne Hund


    Band 1 der

    Verlag: btb Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 544

    ISBN: 9783442739325

    Termin: Mai 2009

  • Bewertung

    3.8 von 5 Sternen bei 50 Bewertungen

    75,6% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Mensch ohne Hund"

    Der erste Fall für Inspektor Gunnar Barbarotti Familie Hermansson hat sich versammelt, um zwei Geburtstage zu feiern: den 65. des gerade pensionierten Vaters Karl-Erik und den 40. der ältesten Tochter Ebba. Doch plötzlich verschwinden zwei Familienmitglieder spurlos, Sohn Walter und Enkel Henrik. Wurden Sie Opfer eines Verbrechens? Die scheinbar heile Familienwelt beginnt zu bröckeln - Inspektor Barbarotti ermittelt und stößt auf ziemlich unschöne Familiengeheimnisse und einen ungewöhnlichen Mörder ...
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  • Nachdem Nesser seine Erik-Winter-Reihe beendet hat und ein paar durchaus gelungene Ausflüge in den Jugendbereich gewagt hat, startet hier mit "Mensch ohne Hund" anscheinend eine weitere Krimireihe, dieses Mal um den Kommissar Gunnar Barbarotti.


    Bei einer Geburtstagsfeier der Familie Hermanson, zu der die drei Kinder nebst Ehemännern und Kindern anreisen, verschwinden zunächst der Sohn Walter (das schwarze Schaf der Familie, unverheiratet) und Henrik, der Sohn der Tochter Ebba, spurlos.


    Nach ein bzw. zwei Tagen wird die Polizei alarmiert, die sich auf die Suche macht und absolut nichts findet.
    Erst Monate später wird durch Zufall eine Leiche gefunden.


    Das Buch ist so aufgebaut, dass der Leser zunächst ahnt, was passiert sein könnte, später es dann auch so ganz nebenbei erfährt, aber es trotzdem spannend bleibt


    Das Buch ist auch nur vordergründig ein Krimi, beschreibt es doch eigentlich viel mehr den Verfall einer kleinbürgerlichen, "perfekten" Familie, bei der das ganze Lebenshaus zuusammenbricht, wenn man ein bisschen an der Fassade kratzt.


    Es ist ein oft trauriges Buch, in dem nur der sympathische, postive Kommissar heraussticht,dessen Beharrlicjkeit seine größte Tugend ist.


    Ich bin gespannt auf weitere "Fälle" des Kommissars Barbarotti.


    Ich vergebe *****

  • hallo morse,
    ich habe das Buch im Herbst beim Gewinnspiel bei randomhouse.de gewonnen. Obwohl ich momentan ja eher weniger Krimis lese, freue ich mich schon darauf, manche Nesser-Krimis sind ja etwas "anders", hintergründiger, und dieser scheint auch so einer zu sein. Danke für die Vorstellung!

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Zitat

    Original von morse
    Nachdem Nesser seine Erik-Winter-Reihe beendet hat


    Du meinst Van Veeteren? Erik Winter ist Ake Edwardssons Protagonist.


    Marie

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Zitat

    Original von Marie


    Du meinst Van Veeteren? Erik Winter ist Ake Edwardssons Protagonist.


    Marie


    Ja natürlich, Marie. Aber im zunehmenden Alter kommt man da manchmal durcheinandner, :mrgreen: zumal ich gerade eine neue Reihe angefangen habe: Felix Thijssen, dessen Ermittler heißt Max Winter.


    Ich werde dann hier berichten...

  • Ich habe das Buch letztes Jahr auch gelesen und fand es auch super.


    In irgendeinem Nesser-Interview habe ich gelesen, dass die Reihe mit Gunnar Barbarotti auf 4 Bände angelegt ist.
    Freue mich schon auf den zweiten Teil. "Eine ganz andere Geschichte" erscheint im Sommer 2008 und ist letztes Jahr als bester schwedischer Krimi des Jahres ausgezeichnet worden.


    Zitat

    Original von morse
    Das Buch ist auch nur vordergründig ein Krimi, beschreibt es doch eigentlich viel mehr den Verfall einer kleinbürgerlichen, "perfekten" Familie, bei der das ganze Lebenshaus zuusammenbricht, wenn man ein bisschen an der Fassade kratzt.


    Der zweite Teil soll übrigens wieder mehr Krimi sein.


    Was mich allerdings ein bisschen ärgert, ist die Übersetzung. Da wird dann mal Kartoffelbrei, dann wieder Kartoffelmus gegessen. Und "kompakte Stille" und "kompakte Dunkelheit" - ist das Deutsch? oder doch nur schludrig übersetzt (im Original ja "kompakt tystnad" und "kompakt mörker"). Naja, vielleicht bin ich auch nur zu kleinlich... Aber bei "Sein letzter Fall" war's auch schon so.

  • Ich habe das Buch über Weihnachten sehr passend :thumright: (eine CD sogar beim Christbaumschmücken ) gehört. Ich fand es interessant und begrüße es auch, dass es einen neuen Kommissar gibt. Die Krimihandlung war spannend, ich fragte mich lange Zeit, woher das Buch diesen Titel hat.
    Auch wenn das Buch kein Highlight war, hat es mir sehr gut gefallen und macht mich neugierig auf weitere Krimis mit Gunnar Barbarotti.


    Und für die Hörbuchfans: Ich finde, dass Dietmar Bär, von dem ich schon mehrere Nessers gehört habe, ausgezeichnet liest. Ihm kann ich stundenlang zuhören. :-,


    grüße von missmarple

  • Mir hat "Mensch ohne Hund" überhaupt nicht gefallen. Ich fand es sehr unstrukturiert geschrieben und es hat sehr lange (für meinen Geschmack ca. 250 Seiten) gedauert, bis die Geschichte in Gang kam. Vor allem die Beschreibungen der Gedanken der Personen fand ich auf die Dauer etwas nervig, da hätte es weniger Theatralik auch getan.
    Der KOmmissar war ganz sympathisch, kam aber irgendwie für den Leser nicht richtig zum Zug. Allerdings hätte auch die Beschreibung seiner Namensherkunft nicht sein müssen. Kann es sein, dass der Autor sich auch in seinen anderen Büchern mit der ausschweifigen Beschreibung von Nebensächlichkeiten beschäftigt? :-k :sleep:
    Brauche in dieser Beziehung eure Meinung, denn das Buch war mein erstes von Hakan Nesser und ich denke momentan daran, diesen Autor ganz aus meinem Bücherblickfeld zu verbannen, es sei denn, ihr könnt mir ein besonders gutes Buch empfehlen, sodass ich ihm noch eine Chance gebe.


    Danke schon mal!!! :winken:


    :dwarf: valorien

  • es sei denn, ihr könnt mir ein besonders gutes Buch empfehlen, sodass ich ihm noch eine Chance gebe.

    Diesen "Krimi" von Hakan Nesser habe ich geliebt! Und alle, denen ich ihn ausgeliehen habe, waren gleichermaßen begeistert.
    Es ist viel mehr als ein Krimi, die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens aus der Sicht eines 17jährigen u natürlich schon ein schauriges Verbrechen....

    "Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti

  • Kann es sein, dass der Autor sich auch in seinen anderen Büchern mit der ausschweifigen Beschreibung von Nebensächlichkeiten beschäftigt?


    Manchmal. Von Die Fliege und die Ewigkeit z.B. möchte ich abraten.


    ihr könnt mir ein besonders gutes Buch empfehlen


    Ich schließe mich cheriechen an und empfehle das ähnliche, aber früher erschienene "Kim Novak badete nie im See von Genezareth", obwohl die Meinungen darüber im Forum auch heftig auseinander gehen.


    @ valorien, wenn Du auf superspannende Thriller stehst, trifft Nesser vermutlich Deinen Geschmack mit keinem seiner Bücher. Auch die Krimireihe um Van Veeteren ist eher ruhig angelegt.


    Marie

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Sozialstudie oder Krimi?


    Nesser hat es schon besser geschafft, beides zu verbinden. Als Sozialstudie ist das Buch nicht schlecht: Eine Familie, in der die meisten Probleme unter den Teppich gekehrt werden, in der es nur ungelöste, heruntergeschluckte Konflikte gibt und in der Ehrlichkeit und Offenheit Fremdwörter sind. Bis irgendwann die Tragödie eintritt, mit der niemand umgehen kann und die das Leben aller verändert.
    Zum Krimi taugt das Buch nicht. Der Fall Walter wird zwar mit Polizeiarbeit (und einer Portion Glück) gelöst; was es mit dem Fall Henrik auf sich hat, ahnt der Leser schon im Voraus, später wird es ihm ausführlich erklärt, und ganz zum Schluss weiß auch die Polizei, was Sache ist. Wie Barbarotti allerdings auf diese Spur kommt, ist nur mit Intuition zu erklären.


    Dieses Buch war meine Hörbuch-Premiere. Daher bin ich unsicher, weil mir das bedruckte Papier ein vertrauteres Terrain ist, ein Buch zu beurteilen als der flüchtige Höreindruck. Ich hätte vermutlich passagenweise quer gelesen (tatsächlich war ich mehrmals versucht, Dietmar Bär zu bitten, doch etwas schneller zu lesen :) ), hätte bei Ungereimtheiten nachgeschlagen, hätte etwas zur Sprache sagen können.
    Ich habe das Buch genossen, weil ich es so toll fand, dass mir jemand etwas vorliest, auch wenn ich die Geschichte selbst nicht umwerfend fand und von Nesser eigentlich mehr Spannung, mehr Verwicklungen gewohnt bin.


    Marie

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  • Auch die Krimireihe um Van Veeteren ist eher ruhig angelegt.


    Trotzdem haben mir diese Bücher gefallen, schließlich muss ein guter Krimi nicht unbedingt vor Blut triefen.
    Aber mit den anderen Büchern von Nesser kann ich persönlich überhaupt nichts anfangen. Zuviel "philosophierendes Geschwafel", zuwenig Bewegung in der Handlung.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Trotzdem haben mir diese Bücher gefallen


    Mir auch. Im Gegensatz zu Mankell, der mit der Wallander-Reihe aufhörte, als die Figur ausgereizt war, hatte ich nach dem letzten Van Veeteren-Krimi das Gefühl, dass noch Potential für ein, zwei weitere Bände da wäre.


    Marie

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • der mit der Wallander-Reihe aufhörte, als die Figur ausgereizt war,


    Steht es fest, dass gar keine weiteren Wallander-Krimis mehr erscheinen werden? Schade, denn Mankells andere Romane interessieren mich weniger. Ich habe mal einen angefangen ("Tiefe" o.ä.), mit dem ich aber gar nicht warm wurde, so dass ich abgebrochen habe.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich habe mal einen angefangen ("Tiefe" o.ä.), mit dem ich aber gar nicht warm wurde, so dass ich abgebrochen habe.


    Es ist, verglichen mit den Wallander-Krimis, eher behäbig, und es dauert für einen Mankell-Roman ungewohnt lange, bis man in der Geschichte drin ist.


    Ich habe letztens in einem Interview mit TV Spielfilm gelesen, dass Mankell an seinem letzten Wallander schreibt.


    Alle Jahre wieder ... Erst sollte "Die Brandmauer" das letzte sein, dann tauchte Wallander in "Vor dem Frost" als Nebenfigur wieder auf. Mal sehen, was als nächstes kommt.


    topic: @ hasewue, ich erwarte gespannt Deine Meinung. Vielleicht kannst Du mir dann eine Frage beantworten:


    Marie

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    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • @ Marie


    Das hatte mich auch etwas erstaunt. Der einzige Hinweis, den ich nach nochmaligem Lesen finden konnte :



    Morality, like art, means drawing a line someplace. - Oscar Wilde

  • In seinem ersten Fall muss der geschiedene Inspektor Gunnar Barbarotti das mysteriöse Verschwinden von Walter Hermansson und seines Neffen Henrik Grundt in Kymlinge, einem Dorf in Schweden aufklären.
    Zunächst erzählt Håkan Nesser in „Mensch ohne Hund“ ungefähr 200 Seiten lang die Vorgeschichte der einzelnen Protagonisten und stellt die verschiedenen Familienmitglieder vor.
    Das Familienoberhaupt Karl – Erik Hermansson will zusammen mit seiner Tochter Ebba Hermansson Grundt seinen 65. Geburtstag bzw. ihren 40. Geburtstag feiern, als kurz vor der Familienfeier sein Sohn Walter verschwindet.
    Zunächst wird nicht weiter darüber nachgedacht, da Walter das „schwarze Schaf“ der Familie ist und mit dem Gedanken gespielt wird, dass es sich mit irgendwelchen Bekanntschaften die Zeit vertreibt.
    Erst als am Tag darauf Ebbas Sohn Henrik verschwindet wird die Polizei eingeschaltet und Inspektor Gunnar Barbarotti tritt mit seiner Kollegin Eva Backmann auf den Plan.
    Die Geschichte beginnt zuerst schleppend, gewinnt aber stellenweise an Tempo und Spannung. Insgesamt aber plätschert die Handlung eher vor sich hin, was auch an den zähen Ermittlungen liegt, die sich über ein Jahr hinziehen. Auch steht eher die Familiengeschichte als die Ermittlung im Zentrum der Handlung.
    Es passiert auch nichts wirklich prägendes, so dass man die Geschichte nicht wirklich im Gedächtnis behält.
    Dennoch kann man das Buch durch Nessers authentischer Sprache gut lesen und die Geschichte ist leicht zugänglich.
    Auch die verschiedenen Erzählperspektiven und die Einblicke in Barbarottis Privatleben sind gut und glaubwürdig erzählt.
    Dennoch ist Gunnar Barbarotti zunächst eine eher unspektakuläre und farblose Figur, die nicht wirklich greifbar erscheint. Als Leser gewinnt man noch keinen bleibenden Eindruck, was sich aber in den weiteren Fällen ändern kann.
    Letztendlich ist Barbarottis erster Fall angenehm zu lesen, mit etwas Spannung durch die Überlegung einer möglichen Verbindung der beiden Vermisstenfälle und den unklaren Zusammenhängen.
    Håkan Nesser schafft es mit seinem ungewöhnlichen und beeindruckenden Schreibstil die Geschichte dem Leser schmackhaft zu machen.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: ,5 von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    topic: @ hasewue, ich erwarte gespannt Deine Meinung. Vielleicht kannst Du mir dann eine Frage beantworten:


    Meine einzige Erklärung.... lg :winken:

  • @ hasewue,
    vielen Dank. Dann bin ich beruhigt, dass mir auch beim Hören wichtige Passagen nicht durch die Lappen gehen.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Steht es fest, dass gar keine weiteren Wallander-Krimis mehr erscheinen werden? Schade, denn Mankells andere Romane interessieren mich weniger. Ich habe mal einen angefangen ("Tiefe" o.ä.), mit dem ich aber gar nicht warm wurde, so dass ich abgebrochen habe.


    Alle Jahre wieder ... Erst sollte "Die Brandmauer" das letzte sein, dann tauchte Wallander in "Vor dem Frost" als Nebenfigur wieder auf. Mal sehen, was als nächstes kommt.

    Kleines OFF-TOPIC:


    Amazon.de
    Dieser neue Wallander-Thriller führt direkt in den Kalten Krieg und in
    die schwedische Nachkriegsgeschichte. Hakan von Enke, ehemaliger
    U-Boot-Kommandant und zukünftiger Schwiegervater von Wallanders Tochter
    Linda, gewährt dem Kommissar brisante Einblicke in eine politische
    Affäre: Fremde U-Boote drangen in den achtziger Jahren mehrfach in
    schwedische Hoheitsgewässer ein, wurden aber nie identifiziert. Von
    Enke hat dazu jahrelang recherchiert und glaubt sich einer Lösung nahe.
    Doch dann verschwindet er spurlos, und als kurz darauf auch noch Enkes
    Ehefrau als vermisst gilt, steckt Wallander bereits mitten in den
    Ermittlungen…

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