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Der Herr und der Cyniker - Zacharias Werner

Der Herr und der Cyniker: Ausgesuchte Ge...

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Verlag: Revonnah

Bindung: Broschüre

Seitenzahl: 48

ISBN: 9783927715561

Termin: 2000

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  • Zacharias Werner. Der Herr und der Cyniker. Ausgesuchte Gedichte. Mit einer Zeichnung von E.T.A. Hoffmann und einem biographischen Abriß. 52 Seiten. Geheftet. 8,50 EURO [D]. ISBN 3.927715.56.5.*


    Einunddreißig ausgesuchte Texte. In ihnen zaubert Zacharias Werner — wo möglich wider Willen — eigne poetisch schräge Welten, die bisweilen von einer an Stimmigkeit grenzenden ernsten Unsinnigkeit regiert werden. Man könnte auch von fruchtbarem Schwachsinn sprechen.
    Zacharias Werner (1768-1823) ist in die Literaturgeschichte geraten als einer, der als Erfinder des Schicksalsdramas (»Der vierundzwanzigste Februar«) bei seinen Zeitgenossen einen durchschlagenden Erfolg hatte. Außerdem hat er, als Produzent von ausgetüftelt wortakrobatischen Sonetten, Goethe beeindruckt und angeregt. Dies insbesondere wurde ihm literaturhistorisch hoch angerechnet. Der Meister selber hat sich dann von Skandalnudel Werner distanziert. Das nun hat wieder den beeindruckt und poetisch angeregt.
    Zacharias Werner war seinen Zeitgenossen einschlägig bekannt als Inhaber einer besonders krassen Biografie. Eine rätselhafte Figur, die sich selbst ein Rätsel war und blieb. In Frauenfragen war er weder wählerisch noch zögerlich; gemeinsam mit Hölderlins Sinclair hat er die Puffs des Rhein Main Gebietes unsicher gemacht und in seinen Tagebüchern rezensiert. Auch religiös war er auf einer — sich und andere — nervenden Suche. Am 19. April des Jahres 1810 ist er, wo sonst?, in Rom zum katholischen Glauben konvertiert. Er hat dafür die Lektüre der »Wahlverwandtschaften« haftbar machen wollen. Anlass für Goethe, den Briefverkehr mit Werner endlich abbrechen zu können.
    Die Texte Werners sind seit langem nur schwer greifbar. Die Gedichte wurden zuletzt 1840 veröffentlicht. Die meisten sind mit dem Anlaß, dem sie gewidmet waren, verschwunden. Viel Triviales, zumeist angelesene Klischees. Abenteuerlich falsche Bilder, unauflösbar konstruierte Widersprüche: Vieles läßt sich immer noch schön lesen. Leise oder — besser noch — laut.

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