Mario Vargas Llosa - Das Fest des Ziegenbocks

Cover zum Buch Das Fest des Ziegenbocks

Titel: Das Fest des Ziegenbocks

, (Übersetzer)

4,3 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

86% Zufriedenheit

Verlag: Suhrkamp Verlag

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 538

ISBN: 9783518399279

Termin: Oktober 2002

Aktion

  • Klappentext

    Im Zentrum dieses spannenden Romans steht die historische Gestalt des lateinamerikanischen Alleinherrschers Trujillo, genannt "Der Ziegenbock". An seinem schillernden Beispiel zeigt Vargas Llosa die Verführung der Macht und die seelischen Verkrüppelungen, die ein Gewaltregime bei Opfern wie bei Tätern hinterläßt.
    "Ein meisterhafter neuer Diktatorenroman" FAZ

    Ich habe das Buch bereits vor mehren Monaten gelesen, aber nachdem es dazu hier noch keine Rezi, liefere ich die jetzt nach.

    Dieses spannend geschriebene Buch spielt zum größten Teil im Jahre 1961, in der Dominikanischen Republik. Zu dem Zeitpunkt hieß das heutige Santo Domingo noch Ciudad Trujillo. Von dort aus herschte der Diktator Trujillo über sein Land.
    Der Roman schildert die letzten Monate von Trujillos Herrschaft. Ich hatte mich vorher nie mit der Geschichte der "DomRep" beschäftigt, wußte also auch nichts von der Diktatur. Vargas Llosa schildert sehr genau die Schrecken der Zeit, teilweise aus der Sicht von Trujillo selbst, teilweise aus Sicht der Opposition heraus.

    Man kann dieses Buch mit Sicherheit nicht schnell durchlesen und dann einfach weglegen, die Geschichte beschäftigt einen doch sehr lange noch.

    Sicherlich keine leichte Kost - Vargas Llosa schildert Folterungen sehr genau - aber trotzdem sehr empfehlenswert!

    Mehr zu dem Autor hier

    Und hier noch zwei Links zu Trujillo selbst (Wer sich die Spannung erhalten will, sollte das Buch erst lesen und dann klicken, aber wer die Geschichte schon kennt: nur zu!)
    Trujillo - Biografie
    Trujillo´s Tod

  • Danke, Hermia, für diese Vorstellung!

    Nach mehreren Jahren Funkstille und auch einem Nobelpreis für Literatur für den peruanischen Autor (2010) wird es wieder Zeit, diesen Fred aus der Versenkung zu heben! Der letztjährige Preis war auch ein Grund für meine erste Lektüre von Vargas Llosa. Dazu kamen positive Meinungen zu anderen Büchern des Autors in anderen Freds ( https://www.buechertreff.de/rezensionen/ue…osa-index1.html ) und von Bekannten.

    Also war ich gespannt!

    Dieses Buch widmet der Peruaner also der Dominikanischen Republik, die sich mit Haiti einer der größten Karibikinseln teilt. Vielleicht erkennt man gerade daran auch eine verbindende Identität der Lateinamerikaner, und tatsächlich tauchen im Laufe des Buches im Hintergrund Ausschnitte des Zeitgeschehens in anderen lateinamerikanischen Ländern dieser Epoche auf (mir wurde das Buch denn auch u.a. von Lateinamerikanern als „eins der Besten“ angepriesen).
    Die sehr genaue Beschreibung eines konkreten Landes und eines gewissen historischen Hintergrundes lässt sich somit ohne Weiteres ausdehnen auf diktatoriale Verhältnisse in den Nachbarstaaten, und darüber hinaus auf Mechanismen in den Diktaturen aller Couleur, und verschiedenster Zeiten.

    In circa 25-35 seitenlangen Kapiteln schildert der Autor vor allem aus drei Perspektiven:
    - eine nach 35 Jahren aus den USA heimkehrende Tochter eines ehemaligen, dann in Ungnade verfallenden Senators des Trujillo-Regimes will ihren Vater quasi zur Rechenschaft ziehen für sein ehemaliges Mittun.
    - in einem anderen Strang, meist 1961 spielend, verfolgen wir Trujillo selbst, bzw. Anhänger seines Regimes, ihre Methoden, Barbarei, aber auch krankhafte Selbstaufgabe und Mitläufertum.
    - und in einem dritten Strang warten wir mit den verschworenen Attentätern auf das Auto des „Wohltäters“, Gelegenheit zu Rückschau auf die jeweiligen Wege hin zum Widerstand und den Erfahrungen der Leiden und Demütigungen in der Diktatur.

    Dennoch liest sich dieses Buch bei aller Beunruhigung durch die schrecklichen Umstände sehr rasch.

    Man erschrickt insbesondere vor den Fallen des Mitläufertums, der Logik, mit der man einen einmal eingeschlagenen Weg nur schwerlich verlassen kann.

    Ein nachdenklich stimmendes Buch, das in vielen Fragestellungen durchaus auf andere Länder und Zeiten anwendbar ist.

    Soweit man das erlesen kann, baut Vargas Llosa unzählige historische Details ein. Allerdings meine ich in den „vermeintlichen“ Dialogen - sei es zwischen Tochter und Vater, oder den Verschwörern, oder den Anhängern des Regimes – dass hier alles getan wird, um noch dies und jenes pädagogisch und rhetorisch (ich finde keinen passenderen Ausdruck) einzubauen und zu erklären... So gewann ich dem Buch vom Thema viel ab, doch fand dieses stets sich wiederholende Stilmittel ziemlich nervend – Nobelpreis hin oder her!

    Ich war mit den inhaltlichen Fragestellungen vertraut, bzw. hätte mir weitere historische Fakten auch anderweitig anlesen können. So habe ich das Buch nach 260 Seiten meiner 600-seitigen französischen Ausgabe abgebrochen.

    Nun liegt noch ein anderes, viel gepriesenes Buch von ihm auf meinem SUB. Mal sehen:
    Mario Vargas Llosa - Tante Julia und der Kunstschreiber

  • Ich kenne jetzt "Das Fest des Ziegenbocks" nicht bzw. noch nicht. Es liegt ja auch noch auf meinem SuB. Schauen wir mal wie meine Eindrücke so werden.
    "Tante Julia und der Kunstschreiber" und "Tod in den Anden" (vor allem letzteres) haben mir beide sehr gut gefallen. Llosa hatte da schon eine sehr intensive Art des Schreibens gehabt. Gerade bei "Tod in den Anden" wurden Szenen beschrieben, die mir den Atem stocken ließen, wenn ich darüber nachgedacht habe. Er (Llosa) konnte das auf eine Art und Weise, die ich bisher nur noch ähnlich von Ian McEwan kenne. Wobei mir Llosa wiederum besser gefällt. Allerdings hatte mir von Llosa "Der Geschichtenerzähler" auch nicht so recht gefallen, es war einfach zu verwirrend.

    Ich hoffe, dass dir "Tante Julia und die Kunstschreiber" besser gefallen werden und bin schon mal auf deinen Eindruck gespannt.

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. (Unbekannt)

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  • Mario Vargas Llosa wurde mir erst durch seinen Nobelpreis bekannt und ich habe mich dann für seinen
    Roman >Das Paradies ist anderswo< entschieden. Allerdings nur weil es neben dem Leben der Sozialistin
    Flora Tristan auch das Leben meines Lieblingsmalers Paul Gauguin beinhaltet. Der Roman subt bei mir
    schon etwas länger, aber nach euren Beiträgen werde ich wohl bald damit beginnen.
    Hat einer von euch diesen speziellen Llosa schon gelesen?

    lg taliesin :winken:

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study: William McPherson - Testing The Current

    :study: Robert MacFarlane - Is A River Alive?

  • @talisien: Leider noch nicht. Ich liebäugel auch noch mit dem Roman und hatte ihn auf meine Endlos-Wunschliste bei Amazon gesetzt. Berichte bitte wie deine Eindrücke sind, wenn du ihn gelesen hast.

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