Dean R. Koontz

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  • Dean Ray Koontz gilt als einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller im Bereich der fantastischen Literatur der Gegenwart.


    Dean Koontz urde am 09.07.1945 als Sohn von Ray und Florence (Molly) geboren. Er wuchs unter sehr ärmlichen Verhältnissen aus und wurde (wie auch seine Mutter) von seinem alkoholsüchtigen Vater misshandelt. Die schönen Erinnerungen an seine Kindheit entspringen fast ausschliesslich den Büchern, die er regelrecht verschlungen hat. Im Alter von acht Jahren schrieb er bereits seine ersten Kurzgeschichten. Um sein Taschengeld aufzubessern, verkaufte er sie an Nachbarn und Verwandte.


    In der Schule war er sehr faul und tat nur das Allernötigste. Es sei denn, etwas weckte sein Interesse. Dann waren ihm die guten Zensuren sicher. Ausserdem galt er als Klassenclown.


    Im Alter von 20 Jahren gewann er bein einem Schreib-Wettbewerb einer Zeitung seinen ersten Preis. Im selben Jahr verkaufte er zum ersten mal eine Kurzgeschichte an einen professionellen Verlag. Die Geschichte trug den Titel "Kätzchen" und sollte der einzige Verkauf während seiner College-Zeit bleiben.
    bereits 1966 heiratete er Gerda.


    Nach dem College-Abschluss verkaufte D. Koontz zwar regelmässig Kurzgeschichten, doch er verdiente daran so gut wie nichts und schaffte es nicht, de ärmlichen Verhältnissen zu entfleihen. Trotzdem hätte er das Schreiben nie aufgegeben, denn es bereitete ihm sehr viel Spass und wurde schnell zu einem wichtigen Bestandteil seines Lebens.


    Während eines Jahres arbeitete er als Lehrer für unterpriviligierte Kinder. Um das zu ermöglichen, gab Gerda ihre stelle als Buchhalterin auf und arbeitet in einer Schuhfabrik am Fliessband, wo sie dank des Akkordlohns mehr verdiente. Als das Jahr vorüber war, nahm Koontz eine Stelle als Englisch-Lehrer an einer High School in Mechanisburg, Pennsylvania an. Gerda arbeitete als Empfangsdame in einer Firma für Geschäftsartikel.


    Nebenbei verkaufte Koontz noch immer Kurzgeschichten und Romane an Taschenbuch-Verlage. Seine ersten Erfahrungen waren frustrierend. Schon bei seiner ersten Roman Veröffentlichung wurde er vom Verlag über den Tisch gezogen. Es war eine Geschichte Namens "Space Quest" und erschien in einem Doppelband zusammen mit dem Roman eines anderen Schriftstellers (erst Jahre später erfuhr Koontz, dass sie beide zu wenig Vorschuss erhalten hatten). Weitere Science-Fiction-Taschenbücher von Koontz wurden bei bei ACE BOOKS verlegt, bis er Ärger mit der Buchhaltung des Verlags bekam. Die ausgewiesenen Verkaufszahlen waren ganz offensichtlich nicht richtig.


    Koontz machte noch viele unangenehme Erfahrungen. Die Verlage zwangen ihn, die Titel seiner Bücher zu ändern (z.B. von "The Mystery of it's Flesh" zum völlig zusammenhanglosen "Anti-Man"), änderten den Inhalt ohne Rücksprache ab, zahlten zu wenig Geld etc. Als Koontzerfuhr, dass diese schlechte Behandlung der Autoren in jener Zeit typisch war für den Bereich Sci-Fi, kehrte er diesem Genre den Rücken. Er hat diesen Schritt nie bereut.


    Nach der schwierigen Anfangsphase kam er 1981 mit "Flüstern in der Nacht" (Night Whispers) zum ersten MAl auf die Bestseller Liste der New York Times (mittlerweilen war er mit zehn Hardcover-und zwölf Taschenbüchern auf Platz 1 - nur ein Dutzend andere autoren haben das bisher erreicht).
    Doch es dauerte noch Jahre, bis die Verlage ihm absolute Freiheit gewährten.
    Erst bei "Dunkle Flüsse des Herzens" (Dark River of the Heart, 1994) wurde derjenige Titel verwendet, den er als erstes vorgeschlagen hatte.
    Drachtentränen (1993) war ein Kompromiss gewesen - der Titel stammte zwar von Koontz, doch er wollte es ursprünglich "TickTock" nennen.


    STIL


    Koontz ist ausgesprochen vielseitig. Manchmal sind seine Bücher Sci-Fi, manchmal Horror und nicht selten eine Mischung daraus. Als sein erster Erfolg "Flüstern in der Nacht" in weiten Kreisen nur als Horror abgestempelt wurde, war Koontz enttäuscht und konnte es nicht verstehen - denn dem Buch fehlen viele horrortypische Eigenschaften. So beinhaltet es beispielerweise überhaupt keine übernatürlichenElemente und ist auch nicht sonderlich blutig.


    Koontz wichtigster Grundsatz: währen der Grafiker das Buch so gestalten muss, dass es der Käufer in die Hand nimmt, ist es seine aufgabe als Autor, den Leser gleich mit dem allerersten Satz so an das Buch fesseln, dass er es nicht mehr weglegen will.


    Das steht im Gegensatz zum schreibstil von stephen King, der in seinen Büchern die Spannung ganz langsam und subtil aufbaut. Das typische Koontz beginnt damit, dass er seinen Hauptcharakter vor eine ausweglose oder extreme Situation stellt. Tatsächlich impliziert meist schon der erste Satz, dass gleich etwas aufregendes passieren wird.


    Koontz-Bücher sind ausserordentlich spannend. Koontz-Fans lieben das, während andere Leser die ausführliche und ausgiebige Beschreibung der Charaktere vermissen.


    In vielen Koontz-Büchern hatte eine der Hauptfiguren eine schwere Kindheit und wurde von einem alkoholsüchtigen Elternteil missbraucht. Die meisten dieser figuren haben dann trotzdem berufliche Karriere gemacht.


    Pseudonyme


    Die verlage waren anfangs sicher, dass Koontz die Leser mit seinem Genre-Durcheinander verwirren würde. Darum wurde sein Kontigent an Pseudonymen massiv ausgebaut. Er schrieb als:


    Leigh Nichols
    Brian Coffrey,
    K.R. Dwyer
    Deanna Dwyer
    Owen West
    David Axton


    Unter jedem Namen sollte ein bestimmter Stil zusammengefasst werden. Da aber jedes einzelne Buch bereits viele Stile beinhaltete, wollte das nie recht funktionieren.
    Sobald Koontz unter seinem richtigen Namen genug Erfolg hatte, warf er dieses Durcheinander über Bord und auch die Neuauflagen alter Romane wurden ab sofort unter Dean R. Koontz veröffentlicht.


    Koontz ist ein Workaholic. Er arbeitet bis zu 14 Stunden am Tag und zwischen 70 und 80 Stunden wöchentlich. In seinem Haus besitzt er eine Bibliothek mit rund 30.000 Büchern für Recherchen. Trotzdem ist er kein Egozentriker oder Einzelgänger. Er mag soziale Kontakte sehr und ist gerne mit seinem Mitmenschen zusammen. Tatsächlich ist es eine Belastung für ihn, dass das Bücher schreiben eine Leidenschaft ist, die ihn so von der Aussenwelt abkapselt.
    Aber er sagt, dass er nach zehn, elf Stunden durcharbeiten ein ganz spezielles Gefühl für seine Charaktere entwickelt und regelrecht in ihre Welt eintaucht, was natürlich dem Buch und somit auch dem Leser zugute kommt.


    Einige seiner Bücher sind verfilmt worden - doch er war mit den Ergebnissen stets unzufrieden. Die Umsetzung von "Hideway" wich so stark von der Buchvorlage ab, dass Koontz seinen Namen aus dem Vorspann gestrichen haben wollte. Er bot dem Produzente sogar an, das Gels für die Filmrechte zurückzuerstatten wenn sie seiner Bitte nachkämen.
    Die Filmrechte zu "Nacht der Zaubertiere" erwarben die Warner Brothers Studios. Geplant war, Tim Burton mit der Verfilmung zu beauftragen und Koontz war davon begeistert. Doch Burton lehnte ab und Koontz hatte Angst, dass man kein gutes Haar an seiner Geschichte lassen würde. Um eine Verstümmelung zu verhindern, ging er einen wahnwitzigen Deal ein: er offerierte Warner Brohters ein Buch mit Kurzgeschichten (Strange Highways - Highway ins Dunkel), inklusive der Verlagsrechte - nur um die Filmrechte von "Nacht der Zaubertiere" zurück zu erhalten.


    Bei der Verfilmung von "Unheil über der Stadt" (Phantom, mit Ben Affleck und Peter O'Toole und anderen) schrieb er schliesslich selber das Screenplay, um eine buchgetreue Verfilmung sicher zu stellen.


    Seine Werke sind in 38 Sprachen übersetzt worden. Pro Jahr werden etwa 17 Millionen Koontz Bücher verkauft.
    Er lebt mit seiner Frau Gerda in Orange County, Kalifornien.
    Seine Lieblingsautoren sind: Ray Bradbury, Theodore Sturgeon, Charles Dickens und Robert Heinlein



    LG Shyloon

  • Die Vorstellung von Dean R. Koontz ist von mir. Ich war eingeloggt. Ich weiss jetzt nicht warum ich als Gast geschrieben habe. :-k:-k


    LG Shyloon

    Die Auswahl der Bücher welche wir lesen ist die bewusste oder unbewusste Biographie unserer Kindheit


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    Ich lese gerade: "Der Engländer" von Daniel Silva

  • Danke, Shyloon, das war eine besonders interessante Vorstellung! Über Koontz selbst wusste ich nämlich noch gar nichts.

    Liebe Grüße,
    Azrael


    Aktuelles Buch: "Schwarz zur Erinnerung" von Charlene Thompson

  • shyloon,


    Koontz-Fan grüßt :thumleft: Koontz-deluxe-Fan :thumright:


    danke für die gelungene Abhandlung.
    Ich habe sie jetzt zum 2ten mal mit
    Genuß gelesen.


    zahnfee

  • Azrael, zahnfee


    Danke für die :flower: !


    LG Shyloon

    Die Auswahl der Bücher welche wir lesen ist die bewusste oder unbewusste Biographie unserer Kindheit


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    Ich lese gerade: "Der Engländer" von Daniel Silva

  • shyloon


    Seit ich den folgenden Satz erstmals las, mache ich mir Gedanken darüber, zu einem endgültigen Ergebnis konnte ich noch nicht kommen:


    ---Die Auswahl der Bücher welche wir lesen ist die bewusste oder unbewusste Biographie unserer Kindheit.---


    Du kennst diese Aussage :!:


    Wie ist sie zu interpretieren?


    Ich lese gerne Horror, also hatte ich eine grausame Kindheit :?::!::?:
    :thumleft: Ich war dabei und fand sie toll. :thumright:


    Kannst du mir da jetzt wieder heraushelfen? :wink:


    zahnfee

  • Hallo Shyloon,


    vielen herzlichen Dank für die fantastische Vorstellung von Dean Koontz, :thumright: ganz hervorragend! :flower:

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • zahnfee


    Ich habe, seit Du mir die Frage gestellt hast, wie man diese Aussage interpretieren kann/soll gesucht, wer diese Aussage gemacht hat bzw in welchem Zusammenhang, aber leider nichts gefunden.


    Aber ich glaube nicht, dass es so gemeint ist, dass z.B. jeder der Horror liest, eine schlechte Kindheit gehabt hat.


    Ich suche weiter und sobald ich etwas gefunden habe, gebe ich Dir Bescheid.


    LG Shyloon

    Die Auswahl der Bücher welche wir lesen ist die bewusste oder unbewusste Biographie unserer Kindheit


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    Ich lese gerade: "Der Engländer" von Daniel Silva

  • hallo shyloon,


    ich habe mir die Zeit genommen und bei Google gesucht aber ebenfalls
    keinen Treffer gelandet.
    Ich bleibe aber auch am Ball, der Hintergrund dieser Aussage interessiert mich wirklich.


    Schönes Wochenende
    zahnfee

  • Koontz zitiert in seinen Büchern stets aus "Das Buch der gezählten Leiden" - in manchen Büchern auch das "Buch des gezählten Leids" (Originaltitel: "The Book of Counted Sorrows"). Sehr interessant zu wissen: Dieses Buch existiert gar nicht!
    Koontz zitiert aus einem nichtvorhandenen Buch, die Verse stammen aus seiner eigenen Feder. Er beabsichtigt, da er sehr oft von seinen Lesern nach diesem Buch gefragt wird, vielleicht mal dieses zu verfassen.


    LG Shyloon

    Die Auswahl der Bücher welche wir lesen ist die bewusste oder unbewusste Biographie unserer Kindheit


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    Ich lese gerade: "Der Engländer" von Daniel Silva

  • Das mit dem zitieren finde ich ja super interessant...
    Wäre irgendwie cool, wenn er da Buch echt noch schreibt.

    Viele Grüße, Alianne


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    Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
    Francis Bacon

  • Alianne


    Ja, das wär lässig wenn er das auch noch schreiben würde. Aber ich kann ja mal, wenn Interesse besteht, und ich bin mir sicher zahnfee würde bestimmt mithelfen, einige dieser Zitate hier reinschreiben.


    LG Shyloon

    Die Auswahl der Bücher welche wir lesen ist die bewusste oder unbewusste Biographie unserer Kindheit


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    Ich lese gerade: "Der Engländer" von Daniel Silva

  • Hallo shyloon!


    Deine Zeilen haben mir sehr gut gefallen!


    Dean Koontz ist für ich einer der besten Autoren der Welt. Mit seinen Büchern möchte ich mich förmlich zudecken. Leider hat er auch weniger gute Werke (z.B. Geschöpfe der Nacht), doch diejenigen die mit gefallen, fesseln mich von der ersten bis zur letzten Seite. Da kommt es schon vor, dass ich den ganzen Sonntag lesend verbringe und Montags mit einem müden Auge zur Arbeit muss. Mein erster Roman von ihm war „Das Versteck“. Seitdem zählt er zu meinen absoluten Favoriten.


    Als Schriftsteller ist er ausgesprochen vielseitig. Manchmal sind seine Bücher Science Fiction, manchmal eher Horror, Thriller oder auch Fantasy und nicht selten eine Mischung daraus. Bei ihm lässt mich meistens bereits der erste Satz aufhorchen. Soweit ich weiß, erschien sein erstes Werk bereits 1972 und immer noch, ist er voll dabei – Hut ab!
    Weitere Bücher, die mich von ihm begeisterten sind: Kalt (ganz besonders toll), Tür ins Dunkel, Trauma, Intensity und Schutzengel.


    Zur Zeit lese ich „Der Geblendete“ und bisher finde ich es so spitze wie immer. Vielleicht ist es ein bisschen zu ausführlich, aber ich bin ja noch nicht fertig!


    Lg, Lesefreak

  • Wirklich gelungene, interessante Autorenvorstellung, shyloon!
    Lieben Dank!
    Ich halte auch sehr viel vom Koontz, seine Fans können wirklich froh sein,
    dass er ein Workeholiker ist. :D

    2020: Bücher: 113/Seiten: 50 299
    2019: Bücher: 164/Seiten: 66 856
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Bernard, Caroline - Frida Kahlo und die Farben des Lebens

    Thunberg, Svante - Szenen aus dem Herzen

  • Vielen Dank für die ausführliche Vorstellung. Ich habe bisher noch keines seiner Bücher gelesen, werde dies aber im Zuge der kommenden ELR nachholen. :thumright:

  • Verkaufe diverse Dean R. Koontz.


    Siehe hier im "Forum Suche /Tausche / Biete /Verkaufe":


    [Verkaufe] Horror: Dean R. Koontz

    "So schön Liebesgeschichten auch sind, immer bringen sie Probleme mit sich,
    und zwar eine Menge Probleme. Wenn hingegen eine Liebesgeschichte perfekt ist,
    gibt es nur ein Problem, ein einziges: dass sie nämlich erlogen ist."
    Albert Sánchez Pinol - Pandora im Kongo

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