Jo Nesbø - Rotkehlchen / Rødstrupe

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Rotkehlchen (Bild am Sonntag Mega Thrill...

4|58)

Verlag: Axel Springer

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 459

ISBN: 9783942656146

Termin: April 2012

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  • "Der Osloer Kriminalbeamte Harry Hole wird auf einen Posten beim Staatsschutz versetzt. Eines Tages erhält seine neue Dienststelle Informationen über eine südafrikanische Spezialwaffe, die nach Norwegen importiert wurde. Harry Hole nimmt sich der Sache an und findet bald heraus, dass der Käufer ein alter Mann sein muss. Alle Spuren weisen in die Vergangenheit, auf eine Gruppe von Kollaborateuren, die während des Zweiten Weltkriegs an der Seite der Nationalsozialisten gekämpft haben. Offenbar haben diese Kräfte ein Attentat auf den norwegischen Thronfolger geplant. Es gibt viele potentielle Täter, alte und neue Nazis, und Harry Hole muss sich in einen tiefen und beängstigend brodelnden Sumpf begeben, um diesen Fall zu lösen."


    Soweit der Klappentext.


    Nach dem hier Jo Nesboe - Die Fährte schon besprochenen Buch "Die Fährte" kann ich Rotkehlchen wärmstens empfehlen.


    Es geht also wirklich um einen rächenden Ex-Nazikollaborateur, der, wissend, dass er bald stirbt, Rache an "Verrätern" nehmen möchte.


    Harry Hole, der in diesem Buch überraschend "zahm" ist, ermittelt in alle Richtungen und kommt dem Täter immer näher.



    Der Stil des Buches ist anfangs etwas verwirrend, springt es doch ständig zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her: die aktuellen Geschehnisse in Oslo, die Kriegsereignisse der für die Deutschen in Russland kämpfenden Norweger und Berichte aus einem Krankenhaus in Wien während des Krieges.



    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. ich lese die Nesboe-HarryHole-Reihe nicht chronologisch, was aber nichts macht. Nach dem guten "Die Fährte" und dem fast so guten "Der Fledermausmann" und dem hervorragenden "Das fünfte Zeichen" ist dies ein ausgezeichnetes, spannendes Buch mit Hintergrund


    *****

  • nachdem ich im November mit "der Erlöser" das erste Buch von Jo Nesboe gelesen hatte ist mir Rotkelchen beim Kisten packen in die Finger gekommen und habe es an zwei Abenden gelesen. Ein wirklich spannendes Buch.


    Jo Nesboe entführt den Leser einerseits in die Vergangenheit, in den 2. Weltkrieg, an die deutsch-russische Front. Mir war bisher nicht bekannt, dass sich soviele Norweger für das deutsche Reich eingesetzt hatten, ich kannte "nur" die Geschichte des norwegischen Widerstands. In den Kapiteln über die Kriegszeit wird das Leben einiger junger Norweger geschildert, vom Schützengraben bis ins Lazarett. Der andere Strang der Geschichte handelt in den Jahren 1999/2000, beginnend mit einem Gipfeltreffen der Staatsmächte der USA, Russland, Israel und Palästina in Oslo, Harry Hole und seine Kollegen haben die Aufgabe die wichtigen Männer vor Attentaten zu schützen. Bis auf eine Kleinigkeit geht alles gut, Harry wird versetzt und darf nun versuchen Anschläge von Neonazis am 17.Mai zu verhindern. Der 17.Mai ist der Nationalfeiertag Norwegens, und im Jahr 2000 fällt ein muslimisches Fest auf diesesn Tag, welches die Muslime in Norwegen natürlich feiern werden. Doch nach Meinung der Neonazis feiert man am 17.Mai den Nationalfeiertag und nichts anderes.
    Langsam verbinden sich die zwei Stränge

    Waffenhandel kommt ins Spiel, wer "der Erlöser" gelesen hat


    Ich kenne Oslo, ich kenne die Akershus-Festung - die hier doch mehrmals Erwähnung findet. In der Akershus-Festung ist das Museum zu norwegischen Widerstand im 2. Weltkrieg untergebracht, gut gemacht und auch für diejenigen die kein Norwegisch verstehen sehr verständlich. Ich weiss nicht ob Nesboe gewisse Handlungen bewusst an der Festung platziert hat, und ob es das Museum zum Entstehungszeitpunkt des Buches schon gegeben hat.


    Ich vergebe dem Buch :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • "Rotkehlchen" ist das erste Buch von Jo Nesoe, welches ich gelesen habe, und es wird definitiv nicht das letzte sein. Anfangs schien es mir zwar ein bisschen zäh, ich mochte auch die vielen Zeitsprünge nicht, aber danach stellte sich doch die Spannung ein. Der Schreibstil von Nesboe gefällt mir, ebenso die Figur Harry Hole.


    Interessant fand ich auch den geschichtlichen Hintergrund, er war mir so noch nicht bekannt.


    Ich vergebe 4 Sterne.

    :study:




    Es gibt viele Wege zum Glück. Einer davon ist, aufhören zu jammern.

    Albert Einstein

  • Nachdem ich mit den ersten 120 Seiten kämpfen musste, weil mich die Zeitsprünge zwischen den Kriegshandlungen in Leningrad, den Geschehnissen in Wien 1944 und in Oslo 1999/2000 an verschiedenen Standorten verwirrten, habe ich langsam in das Buch gefunden. Aber immer noch habe ich die Verwechslung zwischen einzelnen Soldaten im Schützengraben mitgeschleppt und oft zurückgeblättert, um die Namen wieder einzuprägen.
    Daher mein Tipp: Die Abschnitte über Leningrad besonders konzentriert lesen.


    Denn lesenswert ist dieses Buch auf alle Fälle. Von den vier, die ich bisher aus der Reihe kenne, ist es in meinen Augen das beste. Zum ersten Mal wurde mir die Rolle Norwegens im II. Weltkrieg klar. Die Norweger hatten die "Wahl" zwischen Pest und Cholera, zwischen Nazitum und Bolschewismus - jetzt grob verallgemeinert.
    Harry hat natürlich seinen obligatorischen Absturz, aber er fällt nicht abgrundtief und ist insgesamt sympathischer dargestellt als in anderen Bänden.
    Außerdem beginnt in diesem Buch die Liebesgeschichte zwischen Harry und Rakel, die sich durch weitere Bände hindurchzieht.


    Nesbø liefert dem Leser jede Menge Anhaltspunkte zum Miträtseln, nicht nur über die Person des Täters, sondern auch über die Zusammenhänge zwischen den Ereignissen 1944 und heute.
    Und spannend ist es natürlich auch noch.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)


    :study: Leila Slimani - All das zu verlieren

    :musik:Elisabeth Herrmann - Die letzte Instanz


  • Von den vier, die ich bisher aus der Reihe kenne, ist es in meinen Augen das beste.

    Das klingt gut. Dann werde ich mir das "Rotkehlchen" mal vormerken, wenn ich den "Fledermausmann" gelesen habe.



    Daher mein Tipp: Die Abschnitte über Leningrad besonders konzentriert lesen.

    In Leningrad war ich gerade, allerdings zur Zeit des Ersten Weltkriegs, als es Petrograd hieß (Ken Follett: Fall of giants).

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Dann werde ich mir das "Rotkehlchen" mal vormerken, wenn ich den "Fledermausmann" gelesen habe.


    Zwischen die beiden gehört "Kakerlaken", das ich mir in der Bücherei vorbestellt habe.


    Die Kämpfe um Leningrad sind für die Geschichte im Buch nicht so bedeutend; man muss sich v.a. die Personen, also die Norweger, die im Schützengraben saßen, gut merken. Und wer mit wem eine freundschaftliche oder feindschaftliche Beziehung hat.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


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  • man muss sich v.a. die Personen, also die Norweger, die im Schützengraben saßen, gut merken. Und wer mit wem eine freundschaftliche oder feindschaftliche Beziehung hat.

    Hoffentlich kann ich die norwegischen Namen auseinanderhalten. 8-[

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
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  • Hoffentlich kann ich die norwegischen Namen auseinanderhalten.


    Ja, vor allem wenn, wie in diesem Fall, der eine Gudeson, der andere Gudbrand heißt. Und Signe und Sindre. Da hilft nur der gute alte Klebezettel.


    Ich freue mich immer, wenn ein Verlag mir die Arbeit abnimmt, z.B. bei meinem aktuellen Buch "Das gefrorene Licht". Was würde ich nur ohne die Namens- und Abstammungsliste vorn im Buch machen?

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


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  • Ich freue mich immer, wenn ein Verlag mir die Arbeit abnimmt, z.B. bei meinem aktuellen Buch "Das gefrorene Licht". Was würde ich nur ohne die Namens- und Abstammungsliste vorn im Buch machen?

    Ja, bei diesem Buch wäre ich ohne die Stammbäume auch restlos aufgeschmissen gewesen 8-[

    Das Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen.
    J.Joubert

  • Stammbäume sind generell ganz nützlich, auch bei gängigeren Sprachen und Namen.
    Die Bücher von Rebecca Gablé (Familie Warringham) und Cynthia Harrod-Eagles (Morland Dynasty) ohne Stammbaum :arrow: literarischer Suizid ](*,)

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    (Francis Bacon)
    :study:
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  • Zwischen die beiden gehört "Kakerlaken",


    Und noch die Reihenfolge:
    Harry Hole / Oslo
    01. Der Fledermausmann (1997) Flaggermusmannen
    02. Kakerlaken (1998 ) Kakerlakkene
    03. Rotkehlchen (2000) Rødstrupe
    04. Die Fährte (2002) Sorgenfri
    05. Das fünfte Zeichen (2003) Marekors (2003)
    06. Der Erlöser (2005) Frelseren
    07. Schneemann (2007) Snømannen
    08. Leopard (2009) Panserhjerte


    Liebe Grüsse Mara

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • @morse: Vielen Dank für deinen Klappentext. Ich fand den Klappentext von meiner Taschenbuchausgabe in der Hinsicht furchtbar, dass der Inhalt des ersten Satzes erst ganz am Ende des Buchs kommt. So etwas mag ich nicht. [-(


    Nun zum Buch: "Rotkehlchen" war mein erster Krimi von Jo Nesbö und defintiv nicht der letzte. :thumleft: Ich hatte zwar während der ganzen Lektüre immer etwas Probleme, die ganzen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg auseinanderzuhalten, vor allem wenn sie in der Handlung im Jahre 1999/2000 vorkamen, aber auf den letzten hundert Seiten ging es dann. Mich haben zwar auch die einzelnen Handlungsstränge am Anfang ein wenig verwirrt, weil ich eben nur langsam die Verbindung zur aktuellen Handlung gesehen habe, es hat mir aber insgesamt gut gefallen, vor allem, da mal nicht nur die Seite des Widerstands gezeigt wurde. Ich habe mich am Ende etwas geärgert, dass

    Ich fand den ganzen Krimi durchweg spannend und rundum gelungen. Für die kleinen Verwirrungen ziehe ich einen halben Stern ab, sodass aber immer noch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: übrig bleiben. :)

    ~Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.~
    - Heinrich Heine -

  • Stammbäume sind generell ganz nützlich, auch bei gängigeren Sprachen und Namen.
    Die Bücher von Rebecca Gablé (Familie Warringham) und Cynthia Harrod-Eagles (Morland Dynasty) ohne Stammbaum :arrow: literarischer Suizid ](*,)

    literarischer Suizid : Klasse Ausdruck ! :cheers:

    Liebe Grüße Hedi :love:

    “Wenn du einen Garten und dazu noch eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.”
    Cicero



  • Dies war mein erster Nesbo und ich habe ihn sehr gerne gelesen. Spannend, mal was anderes als die blutigen Thriller und Harry Hole habe ich auch ins Herz geschlossen :wink: Daher wird wohl der ein oder andere Nesbo zu gegebener Zeit auf meiner Leseliste landen.

  • Hach, Harry Hole endlich mal im Glück. Ok, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben, aber für Harry Holes Verhältnisse geht es ihm in diesem Band streckenweise RICHTIG gut. Im Dezernat für Gewaltverbrechen hat er eine Kollegin, die ihm zugleich eine sehr gute Freundin ist und er trifft eine Frau, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Und sie sich in ihn. Doch natürlich ist dies alles zu schön um lange gut zu gehen.
    Nachdem Hole im Dienst einen Secret-Service-Agenten angeschossen hat (ohne sein Verschulden), wird er umgehend zum Kommisionsleiter im Polizeilichen Überwachungsdienst (PÜD) befördert, um die Vorkommnisse zu vertuschen. Dort erhält er Informationen über den Schmuggel einer Waffe, die für Attentate vorgesehen ist. Die Spuren führen ins Nazimilieu - und dann wird Holes Kollegin ermordet.
    Während Holes Geschichte zu Beginn im Rückblick der letzten vier Wochen erzählt wird, beginnt der zweite Erzählstrang mitten im II. Weltkrieg. Da anfänglich keinerlei Zusammenhänge erkennbar sind, wirkt dies zuerst recht verwirrend, doch das legt sich schnell. Zwar ist man Harry Hole wissensmäßig immer etwas voraus, doch um das Rätsel vollends zu klären, legt der Autor jede Menge mögliche Spuren, die einen immer wieder im Nebel stochern lassen. Auch Harrys Privatleben wird geschickt mit der Story verwoben und man beginnt schnell zu ahnen, dass sein Liebesleben nicht allzu einfach werden wird.
    Ein fesselnder Krimi mit einer, nein, eigentlich zwei kleinen Liebesgeschichten am Rande sowie einem interessanten und spannenden Einblick in die noch nicht allzu lange vergangene Zeit der norwegischen Frontkämpfer während des II. Weltkrieges.

    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
    :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling

  • Die Handlung in groben Zügen (um nicht zu viel zu verraten)


    Harry Hole wird aus seiner bisherigen Position versetzt in den Polizeilichen Überwachungsdienst. Man kann nicht sagen dass er es freiwillig gemacht hat aber sein Vorgesetzter sieht Harry in der Rolle, dass er unbeaufsichtigt arbeiten kann ...
    Auf diesem Wege wird er aufmerksam auf einen Waffenhandel einer ungewöhnlichen Märklin-Waffe. Er geht dem Fall nach. Die Wege führen nach Wien und in die Vergangenheit der Jahre 1942-1945 zu Frontkämpfern im 2. Weltkrieg. Zusammen mit seiner Kollegin Ellen, machen Sie sich in Oslo kundig, was es auch mit einzelnen Mordfällen aus der Vergangenheit sowie aus der Gegenwart (1999/2000) zu tun hat.
    Die Geschichte selber ist 100% durchdacht und gut konstruiert. Die Personen sind ein paar an der Anzahl, auch die Namen selber können zu Verwirrungen und Verwechslungen führen.. oder ist das für uns nicht-norweger nur so :-k


    Der Krimi ist in mehrere Teile eingeteilt, die Bedeutug der Titel in den Teilen wird meiner Meinung im Laufe des Geschehens erklärt.
    Am Anfang folgen intensive Beschreibungen aus der Kriegszeit , abwechselnd mit der Beschreibung aus der Gegenwart. Ich finde das dynamisch und es macht mir Spaß das so zu lesen, nur leider bin ich auch nicht um das Rückblättern gekommen, da man die Daten auch leicht überlesen kann. :montag:


    Harry Hole wird definitiv symphatischer dargestellt, sein Alkoholproblem ist nicht das zentrale Thema, was ich gut finde und auch nicht fehlt. Es bleiben einige Fragen offen aus den Ermittlungen, was auch bei diesere Reihe schon inszeniert ist und ich komme nicht umher gleich den 4. Band die Fährte aus dem Regal zu nehmen :lechz:


    Bisher der beste Hole, im Vergleich zu den Vorgängern Fledermausmann und Kakerlaken , es gibt :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: !!

    Man muss sich einfache Ziele setzen, dann kann man sich komplizierte Umwege erlauben.(Charles de Gaulle)



    2014: 34 Bücher mit 14.466 Seiten
    2013: 26 Bücher mit 12.577 Seiten


  • Nach dem Rotkehlchen als eBook lange genug auf meinem (virtuellen) SuB lag, habe ich es nun endlich gelesen. Fast schon ein Skandal, dass ich das nicht schon früher gemacht habe. Ich finde das Buch nämlich ganz hervorragend. Die spannend erzählte Geschichte ist meisterlich durchkomponiert, d.h. die Puzzlestücke finden zum Schluss alle ihren Platz. Von den ersten drei Büchern der Harry Hole Serie ist dies meiner Meinung nach klar das beste. Leider merkt man dem eBook an, dass es sehr lieblos erstellt wurde. Es gibt viele Konvertierungsfehler, als hätte man das Buch erst mal einscannen müssen.

  • Klappentext:


    Der Osloer Kriminalbeamte Harry Hole wird auf einen Posten beim Staatsschutz versetzt. Eines Tages erhält seine neue Dienststelle Informationen über eine südafrikanische Spezialwaffe, die nach Norwegen importiert wurde. Harry Hole nimmt sich der Sache an und findet bald heraus, dass der Käufer ein alter Mann sein muss. Alle Spuren weisen in die Vergangenheit, auf eine Gruppe von Kollaborateuren, die während des Zweiten Weltkriegs an der Seite der Nationalsozialisten gekämpft haben. Offenbar haben diese Kräfte ein Attentat auf den norwegischen Thronfolger geplant. Es gibt viele potentielle Täter, alte wie neue Nazis, und Harry Hole muss sich in einen tiefen und beängstigend brodelnden Sumpf begeben, um diesen Fall zu lösen.


    Meine Meinung:


    Dieses Mal schwanken wir immer wieder zwischen Erzählungen aus den Kriegsjahren 1944 und 1945 um dann wieder in die nahe Gegenwart zurück zu kehren. Das fand ich am Anfang etwas anstrengend, da ich immer wieder die norwegischen Namen der Soldaten vergessen habe und mich mehr konzentrieren musste, um den Überblick über diese Geschichte zu behalten.


    Das ist aber kein Nachteil. Das Wechseln zwischen den Zeiten hat das Buch, meiner Meinung nach, belebt. Am Ende des Buches bekommen auch die ganzen Fragezeichen, die man sich selber während des Lesens aufgebaut hat, eine Antwort.


    Fazit:


    Wieder ein sehr schönes Buch und ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

    Liebe Grüße
    Pokerface


    Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen (Yoda) :study:

  • Beim Besuch des amerikanischen Präsidenten in Norwegen kommt es zu einem Zwischenfall, der nicht an die große Glocke gehängt werden soll. Die Versetzung von Harry Hole zum polizeilichen Überwachungsdienst, einer Art Verfassungsschutzbehörde, wenn ich das richtig verstanden habe, ist Teil der Vertuschungsaktion. Zunächst ist Harry nicht besonders glücklich damit. Es ist zwar hierarchisch gesehen eine Beförderung, aber außer Berichte zu lesen hat er nicht allzu viel zu tun.


    Das ändert sich jedoch, als ein merkwürdiges Waffengeschäft Aufmerksamkeit erregt. Harry wird hellhörig und folgt bald einer Spur in Neonazikreise sowie zu einigen betagten Exsoldaten, die während des Krieges auf deutscher Seite kämpften.


    Die Handlung dieses Krimis ist schwierig zusammenzufassen, ohne zu viel zu verraten (in meinem Buch, einer Sonderausgabe von 2014 zur Aktion "Verschenk ein Buch", ist der Klappentext eine Vollkatastrophe!) Viele verschiedene Fäden laufen in diesem Fall zusammen, es gibt auch eine Handlungsebene, die während des 2. Weltkrieges in Russland spielt, und es werden einige politisch brisante Themen rund um alte und neue Nazis angeschnitten.


    Harry Hole ist der klassische Einzelgängertyp, der niemanden an sich ranlässt, trockener Alkoholiker und Berufszyniker. Keine ungewöhnliche Krimifigur also, aber eine, die mir wider Erwarten erstaunlich sympathisch war. Ich hatte einen abgebrühteren, kälteren Mann erwartet als diesen fehlerbehafteten, selbstironischen Typen, der auch durchaus zu Gefühlen imstande ist, zumindest im stillen Kämmerlein.


    Stilistisch und sprachlich war ich ebenfalls angenehm überrascht. Ich hatte eher die Hardboiled-Schiene erwartet, was ich nicht besonders mag, aber der Autor geht eher in die Psychokrimi-Richtung. Die Actioneinlagen sind gut dosiert und die historischen Hintergründe des Falls fand ich hochinteressant. Auch die Auflösung hat mir gefallen. Ungewöhnlich, aber durchaus glaubhaft.


    Der Megaspoiler im Klappentext ist allerdings extremst ärgerlich. Das kommt im Buch erst auf den letzten 20-30 Seiten!

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

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