Anne Tyler, Caleb oder Das Glück aus den Karten

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Caleb oder Das Glück aus den Karten

3.7|3)

Verlag: FISCHER Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 336

ISBN: 9783596108299

Termin: Juni 1991

  • Habe mich an dieser Stelle mit Marie verabredet um eine Minileserunde zu diesem Buch zu starten.


    Dass ich ganz entzückt bin von den Büchern der Autorin Anne Tyler dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Auch dieses Buch zieht mich von den ersten Seiten an in seinen Bann.
    Es ist die Chronik der Familie Peck. Eine chaotische und total spinnerte Familie, wie ich bereits jetzt nach den ersten 50 Seiten feststellen konnte, aber mein Herz fliegt ihnen bereits entgegen.
    Was bisher geschah:
    Der Großvater ist auf der Suche nach seinem Bruder Caleb, den er 1912 das letzte Mal gesehen hat. Bedenken er könne vielleicht nicht mehr am Leben sein, wischt er entschieden zur Seite, denn alle Pecks haben eine konstante Gesundheit. Seine Enkelin Justine unterstützt seine Suche und sitzt auch jetzt im Zug mit ihm um die Witwe eines Freundes von früher zu besuchen und zu befragen.
    Großvater Daniel wohnt bei Justine zusammen mit ihrem Ehemann Duncan und der Tochter Meg. Er murrt zwar manchmal, aber er macht alle Umzüge, die regelmäßig jedes Jahr stattfinden mit. Grund ist Duncan, ein neugieriger, aber unruhiger Geist, talentiert in viele Richtungen, doch so schnell er sich für eine Aufgabe begeistert, langweilt er sich auch wieder und es steht ein Ortswechsel bevor. Auf zu neuen Taten. Ein weiters Opfer ist Meg, die Tochter-steht kurz vor dem Schulabschluß und muß nun erneut die Schule wechseln.
    Justine gelingt es diesen wirren Haufen zusammenzuhalten. Sie kocht nicht gerne, sie putzt nicht gerne-also kein üblich geregelter Haushalt, aber trotzdem scheint alles zu klappen.
    Wieder stehen alle vor einem Neubeginn. Duncan hat eine Stelle in einem Antiquariat angenommen, sie ziehen in ein eher baufälliges Haus.


    Großvater Daniel erinnert mich ein wenig an den Opa meines Mannes. Liebenswert,ehemaliger Richter,aber eben schwerhörig. Sein Hörgerät verlegt oder vergißt er öfters. Unser Großvater hatte auch ein Hörgerät. Im Gegensatz zu Daniel trug er es auch, aber er merkte nicht, wenn es falsch eingestellt war und pfiff, was besonders bei Telefonanrufen zu so manchem Verdruß und Heiterkeitsausbrüchen führte.
    Duncan irgendwie beneidenswert. Seine Unstetigkeit läßt ihn vieles ausprobieren. So ist er Experte für viele unnützliche Dinge geworden. Hat er keine Lust mehr auf den derzeitigen Alltag, beginnt er ein neues Umfeld zu schaffen. Hat nicht jeder mal schon das Gefühl gehabt, einfach alles hinzuwerfen und neu zu beginnen? Worüber wir nachdenken und es dann doch verwerfen, er führt es durch. Nun ja ob ich ständig mit Koffern und Kisten leben möchte-eher nicht. Auch um die zurückgelassenen Freunde und Bekannte täte es mir leid. Den Pecks mangelt es nicht daran. Sie scheinen schnell im neuen Umkreis Fuß zu fassen. Die Zurückgebliebenen schütteln traurig die Köpfe.
    Vorneraus Justine, fröhlich und heiter, so scheint es mir bis jetzt, das Chaos "organisiert". Sie liest den Leuten die Karten. Keine Vergangenheit wie sie betont nur die Zukunft. Manche reisen ihr hinterher oder treffen sich mit ihr wie im Augenblick der Chef eines Wanderzirkus, der sich die Zukunft sagen läßt, aber nie danach handelt.
    Alles in allem wieder viele skurile Personen und ein ungewöhnlicher Alltag in all dem Vertrauten.
    Ich freu mich schon heute Abend weiter zu lesen und bin gespannt wir Marie die ersten Kapitel des Buches sieht.


    Gruß Wirbelwind


    :study: Anne Tyler, Caleb oder Das Glück aus den Karten

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









    Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen des Wortes.

  • Originaltitel: Searching für Caleb

    Das Buch spielt vermutlich in den 60er, 70er Jahren. Es ist 1975 in Amerika erschienen. Daher ist die Jahreszahl 1912 nicht so unendlich weit weg.


    Das liebe ich an Anne Tylers Büchern: Aufschlagen, zwei Sätze lesen und - hops - man ist drin. Die etwas chaotische, aber patente und allen Situationen gewachsene Frau ist eine von Tylers Lieblingstypen - auch hier tritt sie wieder auf. Ihr Ehemann Duncan scheint einer von der Sorte "Ich mach mein Ding, den Rest erledigt meine Frau" zu sein. Die Arbeitsstellen, die er bisher hatte, waren immer in Firmen oder Geschäften irgendeines weitläufigen Verwandten; die Familie seiner Mutter hat er schon abgegrast, nun ist die andere Seite an der Reihe.
    Für den Großvater ist die Suche nach seinem verschollenen Halbbruder zum Lebensinhalt geworden. Er betrachtet alle Stationen, in die ihn das unstete Leben seiner Enkelin und ihrer Familie verschlägt, als vorübergehende Haltestelle: Seiner Überzeugung nach wohnt er in Baltimore und hinterlässt auch entsprechende Visitenkarten.
    Leidtragende des Familienwirrwarrs ist Meg, die schon wieder die Schule wechseln muss. Ihre Entwicklung interessiert mich am meisten. Wird sie rebellieren? Wenn Ja, wie? Sich fügen?


    Ich bin jetzt gerade dabei, wie die Familie in das neue Haus einzieht, das Duncan gemietet hat, aber keiner der anderen bisher zu Gesicht bekam. Mir schwante schon nicht Gutes, und genauso war es: Schimmel, Staub, Dreck, dunkel mit zerbrochenem Inventar.
    Was das angeht, ist mir schon beim Auszug der Familie aus ihrem alten Haus aufgefallen, dass Justine, wie sie selbst sagt, ein bißchen Müll und Dreck ihren Nachmietern hinterlassen hat. Nix besenrein wie bei uns. Allein die Vorstellung, den Dreck der Vormieter entweder wegmachen oder darin leben zu müssen, jagt mir unangenehme Gänsehaut über den Rücken (und weckt schauerliche Erinnerungen).


    Mein Lesevergnügen ist etwas eingeschränkt durch die kleiner Schrift meiner 28 Jahren alten TB-Ausgabe, die auch nur 285 Seiten hat im Vergleich zu den 330 Seiten der von Wirbelwind angegebenen Ausgabe. Dazu kommen eine Menge Druckfehler, die mich ärgern.


    @ Wirbelwind, ist Dein Buch auch von einem Günter Danehl übersetzt?
    Im zweiten Kapitel (wo die Familie in den Schnellimbiss geht) heißt es von der Bedienung Emma "Sie war an diesem Ort geboren und aufgewachsen, Ehefrau und Witwe geworden, und hatte sämtliche Einwohner satt. Sie berstelte also ihre orangefarbenen Locken auf, ..." Was ist "bersteln"? Ein Druckfehler? Ein mundartliches Wort? Im Wörterbuch habe ich es nicht gefunden. Steht in Deinem Buch an dieser Stelle dasselbe Wort?


    @ Bonprix, das kannst Du gerne machen. Mir ist es egal. Solange ich den Thread wiederfinde ...

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Hallo Marie!
    Also gleich mal zu Anfang. Der Übersetzter heißt auch Günther Danehl und über das Wort "berstelte" auf Seite 26 bin ich ebenfalls gestolpert, weil ich mir unter diesem Wort so rein gar nichts vorstellen kann. Im Zusammenhang mit dem ganzen Satz denke ich mir es ist hochstecken gemeint?!
    Irgendwo steht glaube ich auch etwas über die Zeit in der das Buch spielt. Tatsache ist- der Großvater beginnt seine Suche nach 5o Jahren. Bis jetzt weiß man nicht wie alt Caleb beim letzten Treff war, aber betagt müsste er schon sein. Ob Meg irgendwann rebelliert? Eine interessante Frage. Wäre ungewöhnlich, wenn sie es nicht täte. Die Geschichte birgt auf jeden Fall eine Menge Zündstoff.
    Wie stehst du zum Kartenlesen? Ich glaube an so etwas nicht und würde auch kein Geld dafür zahlen. Im übrigen, wenn es möglich wäre die Zukunft voraus zu sehen, möchte ich es nicht wissen. Dieses "Wissen" würde mein Handeln beeinflussen und somit wäre mein Leben manipuliert.
    Ich lese nun mal weiter.
    Hallo Bonprix, die Minirunde in den LeserundeThread zu verlegen -ok hauptsache ich darf mit Marie so weitermachen. :)
    Gruß Wirbelwind

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









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  • Also von neuer Stelle weiter.
    Habe einige Dinge im Kopf, die ich unbedingt noch heute Nacht loswerden möchte.
    Inzwischen kann man einigermaßen eingrenzen wie alt Caleb sein muß. Er wurde 1885 geboren und wurde 1912 von Daniel zum letzten Mal gesehen. Somit war er damals 27 Jahre alt. Daniels Suche begann 50 Jahre später -also schätze ich mal er muß nun weit über die 80 sein.
    Der Übersetzer muß wohl bereits damals im recht reifem Alter gewesen sein. Nur so kann ich mir einige Wörter erklären. Zum Beispiel fiel mir auf - absentieren-. Zwar konnte ich mir zusammenreimen was gemeint war, aber bisher habe ich diesen Ausdruck noch nie gehört. Laut Duden ein veraltetes Wort für entfernen. Im Zusammenhang Absenz - Abwesenheit, Fehlen.
    Womit ich auch nichts anfangen kann: die Familie kaufte 1908 einen Ford-T mit Linkssteuerung und Vasen, die ihr Wasser garantiert nicht verschütteten. Sorry kenne mich nur mit modernen Autos aus.
    Falls das Buch irgendwann einmal wieder neu aufgelegt wird, ist eine Überarbeitung unumgänglich.
    So morgen mehr zur Story.
    Gruß Wirbelwind

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  • Guten Morgen,
    bin jetzt auf Seite 125 und es hat sich eine Menge getan.
    Rückblick auf Justins und Duncans Kindheit sowie Beschreibung der restlichen Peck-Familie. Ein sonderbarer Haufen, nach eigenen Regeln lebend, Außenstehende finden weder Zugang noch Beachtung. Deshalb wundert es mich nicht, dass Duncan für ein Jahr verschwindet, Justine hält zunächst ihrem Großvater zuliebe die Verbindung ohne den anderen Familiemitgliedern zu verraten wo und wie Duncan lebt. Die beiden hatten schon immer einen Draht füreinander, nun springt der Funke über. Sie werden ein Paar, doch Duncan spricht nie über Liebe. Nach einem Jahr kehrt er zurück und läßt die Bombe platzen. Er teilt ihnen mit, dass er Justine heiraten wird, auch ohne deren Einverständnis. Besonders Justines Vater reagiert empört. Als er merkt wie wenig Einfluß er auf seine Tochter und Duncan hat, verläßt er den Familienclan. Justines Mutter denkt nicht daran ihm zu folgen. Typisch für sie, eine sehr oberflächliche Person, wie mir scheint. Zur Hochzeit überredet sie ihre Tochter den Vater anzurufen er solle als Brautvater zur Stelle sein. Doch der riecht den Braten, dass Justine nur im Auftrag handelt und ist enttäuscht. Schon bei seinem Weggang sagt er ihr welch eine Enttäuschung sie für ihn gewesen war. Harte, einprägende Worte für einen Vater, obwohl ich verstehen kann wie er es meint. Justine läßt sich viel zu sehr von ihrer Familie "lenken". Auch gegenüber Duncan werde ich das Gefühl nicht los, dass er entscheidet. Sie findet oft die falschen Worte oder zeigt ihre eigenen Wünsche nicht an. Manchmal zu gefällig, zu harmoniebedürftig. Zumindest ist klar, sie liebt ihre Familie, aber sie versteht und teilt vielleicht sogar die Meinung von Duncan. Ihr Profil erscheint mir noch zu undurchsichtig, zu verschwommen, aber ich bin mir sicher Anne Tyler wird ihr noch die nötigen Konturen zuschreiben, denn woher sollte sonst die Kraft kommen ihre eigene kleine Familie zusammenzuhalten bei Duncans Wille und Unstetigkeit. Gespannt warte ich auch darauf wie der Großvater Daniel sich den beiden anschloß. Bis jetzt wissen wir ja nur, das sie sein Augapfel zu sein scheint und um das Geheimnis der Hustenbonbons.
    Hier will ich mal anhalten und warten was Marie zum Fortgang der Geschichte zu sagen hat, Auch ja-das Wort bersteln benutzt der Übersetzer ein zweites Mal (die Mutter berstelte durch die Wohnung) - das nur nebenbei.
    Gruß Wirbelwind

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  • Im Vergleich zu Dir, Wirbelwind, komme ich nur langsam voran. Das liegt a) am Kellerentrümpeln (dazu komme ich nur im Urlaub) und b) an der schon erwähnten kleinen Schrift. Wenn ich längere Zeit am Stück lese, fangen meine Augen an zu tränen.


    Die Vasen in Autos kenne ich noch. Mein Großvater fuhr in den 60ern einen Mercedes, der vorn am Amaturenbrett eine Vase hatte, ein oval zulaufendes Plastikding, das mit einer Art Klemme (frag mich nicht, wie) befestigt war. Allerdings hatte er nie Blumen drin, weil - im Gegensatz zu dem alten Ford - diese Vase offen war, bei Schlaglöchern also Wasser überschwappte.


    Zum Buch: Nachdem die Familie quasi vorgestellt ist, geht Tyler chronologisch zwei Generationen zurück und schildert, ausgehend von Daniels und Calebs Vater, den Familienhintergrund. Daniel ist der "gute Junge", erfolgreich in seinem Beruf, Vater von sechs Kindern (wenn ihm auch die Frau wegläuft), Caleb fügt sich zwar den Wünschen des Vaters und tritt in die Firma ein, aber sein Herz hängt an der Musik. Mitunter verschwindet er für ein paar Tage ohne dass ihn jemand vermisst.


    Justine ist die Tochter von Daniels jüngster Tochter Caroline, die erst ein Jahr alt war, als ihre Mutter die Familie verließ. Caroline liegt am liebsten den ganzen Tag im Bett, pflegt Migräne und Depression (oder was sie dafür hält) und futtert sich mit Konfekt und Kuchen ein beträchtliches Gewicht an. M.a.W.: Justine hat in ihrer Mutter weder Vorbild noch Halt, aber auch in ihrem beschäftigten Vater nicht. Ab und zu greift Daniel als Großvater ein. Ich hatte mich bereits gefragt, warum Daniel bei einer so großen Familie ausgerechnet bei dem Chaotenpaar Duncan und Justine gelandet ist - vermutlich liegt darin die Antwort.


    Meg "rebelliert" auf ihre Art. Sie putzt ihre Schuhe, trägt Hemdblusenkleider statt Jeans, arbeitet schwer und widerspricht nicht. D.h.: Meg will auf jeden Fall anders sein als ihre Eltern. Und wenn Eltern unangepasst und unkonventionell sind, muss eine Jugendliche (die ja im allgemeinen nie so werden wollen wie die Eltern) angepasst, fügsam und sauber sein.


    Wirbelwind, Du fragst nach dem Kartenlesen. Ich würde jedenfalls nie einen professionellen Kartenleser aufsuchen. Vor einigen Jahren hatte ich eine Freundin, die Tarotkarten legte. Die z.T. verblüffenden Aussagen schob ich allerdings darauf, dass sie mich gut kannte.


    @ Bonprix, die Verlegung ins Leserundenforum war eine gute Idee. Unter "Ich lese gerade" müssten wir jetzt allmählich anfangen, Spoiler zu setzen, die den Lesefluss für einen anderen stören. Hier können wir einfach drauf losschreiben.


    Marie

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  • Die kleine Schrift ist natürlich ärgerlich. Mein Fischer Tb hat wenigstens normale Schriftgröße.
    Was deinen Keller anbelangt-wenn du mit deinem fertig bist, kannst du in meinem weitermachen. Ich befürchte er hätte es auch nötig, nur wären die Erfolgsmomente eher gering. Etliche Kartons gehören meinen Söhnen. Alles Dinge, die sie auf keinen Fall wegwerfen können, aber in ihrem Zuhause keinen Platz finden. Dachte immer dieses "Aufbewahren" sei den "Alten" vorbehalten. :loool:
    Zurück zum Buch. Aus den Besuchen des Großvaters ist nun ein Dauerplatz geworden.
    Vasen in Autos kenne ich nicht. Habe es echt für einen Witz gehalten. :wink:
    Der Tod von Justines Mutter hat mich erstaunt. Unter ihren Pralinenbergen hätte ich sie für so tiefe Gefühle gegenüber ihrem abwesenden Ehemann als unempfindlich gehalten, aber es entspricht den Gepflogenheiten der Familie.
    Natürlich ist Megs Ordentlichkeit eine Art von Rebellion. Dieses häusliche Umfeld empfinde ich schon sehr ekelhaft. Man stelle sich vor, es wird nicht geputzt, nicht gekocht, dementsprechend wohl selten eingekauft, überall fliegen Fragmente von Duncans Erfindungen herum, auf Kleidung wird keinen Wert gelegt, die Eltern scheinen ständig in abgetragenen Secondhandklamotten durch die Gegend zu laufen,bügeln hält Justine für überflüssig usw. Brr, es gruselt mich. Meg möchte einfach nur ein normales Mädchen sein.
    Um so verständlicher, dass sie durch eine Heirat mit Arthur dem Chaos zu entfliehen versucht. Nachdem Duncan dieser Verbindung nur Ablehnung entgegenbringt, wobei er ausnahmsweise auch mal vernünftige Argumente vorweist, brennt Meg mit Arthur durch. Duncan ist verletzt und Justine durcheinander. Beiden fehlt Meg sehr. In ihren Briefen schiebt Meg eine Einladung zu sich vor sich her ohne konkret zu werden. Justine würde sie dennoch gerne besuchen, aber Duncan besteht auf eine exakte Einladung. Ein trauriges Kapitel.
    Über Großvaters Nachforschungen gibt es nicht Neues zu berichten. Justine würde seine Reisen gerne als Ablenkung benutzen. Sie ist extrem unruhig und fühlt sich innerlich leer. Ihr Kartenlesen verfolge ich mit Augenzwinkern.
    Marie, ich hoffe du konntest trotz tränender Augen weiterlesen. Ich bin jetzt auf Seite 211-11.Kapitel.
    Gruß Wirbelwind

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  • Keller fertig, es besteht die Hoffnung, dass ich jetzt vorankomme.
    (Die Kisten meiner Kinder stehen übrigens auf dem Speicher, aber eine Entrümplungsaktion pro Ferien reicht mir.)


    Du hast recht, mich hat Carolines Tod auch erstaunt. Er passte so gar nicht in diese Familie. Wie Tyler dies geschildert hat ("Sechs Autos mußte sie insgesamt abwarten, bis sich eines bereit fand, sie zu überfahren."), fand ich umwerfend.


    Familie Peck ist ein abschreckendes Beispiel für Clan-Verhalten. Man begluckt sich gegenseitig, nimmt einander die Luft zum Atmen, unter dem Deckmantel der Liebe und Aufopferung wird Kontrolle ausgeübt. Auf diesem Hintergrund sehe ich Duncans Verhalten anders als zu Beginn: Er ist der einzige, der den Mut hat, auszubrechen. Doch auch dies nur halbherzig: Er heiratet Justine und bleibt damit doch innerhalb der Familie. Völlig loszulassen hat er nicht geschafft.
    Justine hat nie gelernt, sich zu entscheiden. Sie hat keine Ausbildung gemacht, lediglich halbherzig ein Studium begonnen, das sie leichten Herzens abbrach. Auch ihre Ehe war keine Entscheidung für ein Leben mit Duncan; er hat sie vor vollendete Tatsachen gestellt, und sie tut nichts anderes als sie immer getan hat: Einem Familienmitglied, das sagt, wo es lang geht, zu gehorchen.


    Warum bringt Caroline sich um? Schließlich war ihre Beziehung zu Sam lange zerbrochen, er ist ja vor geraumer Zeit schon ausgezogen. Dennoch glaube ich, dass er für sie der einzige Draht nach draußen, also vor die Mauern der Familie war. Sie war ja auch die einzige unter Daniels Kindern, die zunächst nicht in der Nähe der Eltern geblieben ist. Außerdem ist ein Selbstmord eine perfekte Möglichkeit, ins Interesse seiner Umwelt zu geraten und alle Gedanken und Gefühle auf sich zu ziehen (auch wenn man nichts mehr davon hat). Sie ist im Grund nie erwachsen geworden, und das kindliche Verhalten der Familie gegenüber ("wenn ich tot wäre, würdet ihr merken, dass ihr mich lieb habt!") kommt bei ihr am stärksten zum Ausdruck. Sie hat ja nie etwas anderes gemacht als sich zu bedauern und Süßes zu essen. Und wenn der Tod ihres Mannes sie so trifft, dass sie anschließend nicht mehr leben will - stärkeres Bedauern kann man doch nicht erzeugen.


    Das Buch braucht dringend eine neue Übersetzung. Auch in den 70ern war das Wort "Base" für Kusine nicht mehr geläufig. Über die Bezeichnung "Neger" bin ich auch schon zweimal gestolpert.


    So, jetzt esse ich einen griechischen Salat, betrachte noch einmal schulterklopfend meinen Keller und lege mich mit Caleb auf die Terrasse.


    Marie

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  • Mir ist bei diesem Buch, ebenso wie bei anderen Büchern der Autorin aufgefallen, wie gekonnt sie mit der Erzählperspektive "spielt". Z.B. die Geburtstagsfeier des Großvaters. Man sieht Justine und Duncans Leben aus der Perspektive von Tante Lucy. Durch diese Außenansicht erkennt man Dinge, die man mit Justines Augen gar nicht sehen würde.


    All die Tanten und Onkel haben zwar Namen, sind aber voneinander nicht zu unterscheiden, ein weiteres Zeichen dafür, dass die Familie im Grunde nicht aus Individuen besteht, sondern nur als Ganzes. Interessant auch, dass es außer Meg keinen anderen in dieser Generation gibt, dass also, obwohl Daniel sechs Kinder hat, keiner seiner Enkel, bis auf Justine und Duncan, sich fortgepflanzt hat.
    Auch bezeichnend: Sobald jemand die Familie verlässt wie Daniels Ehefrau oder Caleb, wird er soweit ausgestoßen, dass niemand mehr seinen Namen nennen darf. Fotos verschwinden, Erinnerungsstücke existieren nicht mehr.

    Auf die Spitze getrieben wird dieses "Entweder einverleibt oder vergessen" in der Person und der Suche nach Caleb, die sich als Farce entpuppt. Man hätte nur Sulie zu fragen brauchen, die wußte, wohin er gegangen war. Aber Sulie ist ja nur das Dienstmädchen.


    Meg hat sich mit dem Pastor-Ehemann auch eine Schwiegermutter eingehandelt, ein Prototyp der furchtbaren Schwiegermutter. Sohn und Mutter sind eins. Sie weiß am besten, was dem Sohn guttut; Meg wird geduldet, weil Arthur als Pastor eine Frau im Haus braucht. Megs Wohnung sieht aus wie die Nippes-Abteilung eines Möbelhauses; sogar die Zitronenbonbon sind Glasattrappen. Schön erzählt, wie Justine sich eines in den Mund steckt und wieder in die Schale zurücklegt (ohne es abzuwaschen natürlich).
    Beide, Justine und Duncan, sind im Grunde unfähig, mit Konflikten oder Problemen umzugehen, was sich besonders im Gespräch mit Meg zeigt. Duncan rät: Weglaufen - klar, etwas anderes kennt er nicht. Und Justine bietet ihre Hilfe als Kartenlegerin beim nächsten Basar an. Sehr hilfreich für Meg!



    Neben dem, was ich wegen der Übersetzung bereits gesagt habe, ist mir aufgefallen, dass das, was gesagt wurde, und das, was Daniel wegen seiner Schwerhörigkeit versteht, keinen Sinnzusammenhang hat. An einer Stelle bin ich dahinter gekommen, als ich sie ins Englische rückübersetzt habe. Aber das klappt nicht überall. Von einem guten Übersetzer erwarte ich, dass er solche Stellen so frei übersetzt, dass man im Deutschen den Hörfehler bemerkt und so lustig finden kann, wie die Autorin es wohl gewollt hat.


    Mit der kleinen Schrift komme ich besser klar: Ich habe mir die Brille meines Mannes ausgeliehen, die etwas stärker ist als meine.


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


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  • Hallo Marie,
    habe mich deshalb noch nicht gemeldet, weil meine Neugier endlich gesiegt hat. Ich habe das Buch fertig gelesen. Sorry ich mußte einfach wissen wie es endet.
    Die arme Meg. Ich würde sagen sie ist vom Regen in die die Traufe geraten. Bei so einer Schwiegermutter kann man sich nicht wohl fühlen. Justines Hilfe fand ich erbärmlich, aber was hätte sie ändern können. Duncan rät weglaufen und zum ersten Mal bin ich seiner Meinung. Arthur kommt gegen seine Mutter nicht an und wird immer farbloser. Irgenwann kann Meg ihn dann durch die Pfeife rauchen.
    Die restlichen Familienmitglieder kann man, wie du schon bemerkt hast, in einen Topf werfen. Keine wesentlichen Unterschiede.
    Der 93. Geburtstag des Großvaters-Besuch der Familie. Die Fahrt dorthin kann ich mir nur zu gut vorstellen. :loool: Die Idee ihm einen Detektiv zu "schenken", man merkt, dass niemand in der Lage ist die Suche von Daniel und Justine zu durchblicken. Anhand der Gestalt und seinen Fragen hätte ich nie geglaubt, dass er Caleb finden würde. Doch wenn man die einfachste aller Lösungen außer Acht läßt, logisch. Zu dumm, dass es nicht mehr zu einem Treffen kommt. Vielleicht spielte die Enttäuschung keine Antwort zu erhalten auch eine Rolle.
    Justines Besuch im Heim und ihr Entschluß ihn von dort zu entführen-so schön unbürokratisch. Luray hat ihn entmündigen lassen-so verstehe ich jedenfalls den Aufenthalt im Heim, das er nicht verlassen darf. Aber rein rechtlich verstehe ich es nicht ganz. Da kein Familienmitglied steht ihr auch nicht das Recht zu ihn dort einzuweisen oder falls es nur ein Altersheim ist, wieso darf er es nicht auf Wunsch verlassen? Das wäre ja Freiheitsberaubung.
    Nun ja Caleb hat sich von Justine überreden lassen bei ihnen zu wohnen. Sein unbehagliches Gefühl je näher er dem Ziel kommt, kann ich verstehen. Er denkt alles von früher wiederholt sich. Seine Erleichterung als er das verfallene Haus sieht, läßt mich schmunzeln. Auch die Ähnlichkeit mit Duncan, die Ruhelosigkeit, seine Gedankenwelt ist erheiternd.
    Aber ich will nicht zu weit vorausgreifen. Morgen mehr zum Schluß. Nur so viel-ich bin entzückt! :lol:
    Gruß Wirbelwind


    :study: Ian McEwan, Abbitte

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  • Ich bin auch gestern fertig geworden. Mein Gesamteindruck: Schönes Buch, aber keins von Tylers besten. Vor allem im letzten Drittel ist es meiner Meinung nach abgefallen.


    Das Motiv, dass eine Person verschwindet, und eine andere, die nach ihr geforscht und sich nach ihr gesehnt hat, vor deren Auftauchen stirbt, hat Tyler auch in "Im Krieg und in der Liebe" wieder aufgegriffen. Was Daniel und Caleb angeht, so fand ich es in Ordnung. Wollte Daniel seinen Bruder tatsächlich sehen und sprechen? Oder war die Suche allein schon das Ziel? War es nicht eher so, dass er sterben konnte, nachdem er wußte, wo Caleb war?


    Die letzten Kapitel gingen mir ein bißchen zu Holterdipolter. Von Duncan wird erzählt, dass er nichts anderes mehr tut als Patiencen zu legen und Whisky zu trinken (obwohl er nie besoffen zu werden scheint). Justine setzt in Bezug auf Caleb die Tradition fort und holt ihn in den Schoß der Familie (wenn auch nur ihrer Kleinfamilie) zurück. Prima, dass er wieder ausbüxt. Wenigstens einer, der den Ausbruch durchhält, nachdem sogar Duncan kleinbei gibt.


    Aber: Was ist mit Meg? Sie verschwindet spurlos aus der Geschichte. Offenbar hat die Autorin sie ebenso vergessen, wie ihre Eltern sie vergessen haben. Auch merkwürdig, dass keine der Tanten sich daran gemacht hat, den Kontakt zu halten oder sie wieder an die Familie zu binden. Oder betritt das Klüngelverhalten nur die Mitglieder ihrer Generation und deren direkte Nachkommen?


    Was auch eine Überlegung wert ist: Was verbindet eigentlich Justine und Duncan? Sie sind sich zwar in der Gestaltung des Alltags ähnlich, legen beide keinen Wert auf ein gemütliches Zuhause oder gesundes Essen, aber im Grunde führen beide ihr eigenständiges, vom Partner unabhängiges Leben. Dass sie einander so lassen, wie sie sind, hat für mich weniger den Anschein von Toleranz als von Gleichgültigkeit. Trotzdem wirkt ihre Ehe nicht unglücklich.
    Warum hat Duncan diese Entscheidung zum Schluss getroffen? Justine zuliebe? Eigentlich war sie doch schon so lange weg und so selbstständig, dass ihr die Rückkehr nicht mehr so am Herzen lag wie zu Beginn ihrer Ehe.
    Gefallen hat mir, dass sich mit den letzten Szenen der Kreis zum Anfang des Buches geschlossen hat.


    Marie

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  • Hallo Marie,
    nach einem herrlichen Sommertag hier nun mein Fazit zum Buch.
    Meg, die spurlos aus der Geschichte verschwindet, beschäftigt mich auch. Zu gerne hätte ich gewußt ob und wie sie ihre Zukunft meisterte oder ob sie die Gegenwart einfach gewähren ließ.
    Ich denke, falls Caleb auf den Brief geantwortet hätte, wäre ein Treffen und ein Gespräch im Raum gestanden, aber wahrscheinlich ohne innere Nähe zu erzeugen. Für Daniel war es mit Sicherheit eine Beruhigung zu wissen, dass Caleb lebt. Durch die Suche konnte er sich auch mit der Vergangenheit beschäftigen, Bilder von damals in sich hervorholen. Somit war die Suche auch Mittel zum Zweck.
    Von Duncans Vorschlag in den Schoß der Familie zurückzukehren war ich entsetzt. Wozu hätte das gut sein sollen? Nur um Justine eine Freude zu bereiten? Glaubte er ihr das schuldig zu sein? Gleichgültigkeit empfand ich bei den beiden nicht, aber Toleranz in einer sehr ungewöhnlichen Beziehung. Bisher nahm er sie an der Hand und sie folgte. Jetzt kommt der Moment auf den ich schon lange warte. Justine trifft völlig allein eine Entscheidung, die, wie ich glaube, für beide die richtige ist. Zum ersten Mal übernimmt sie das Ruder in der Gewissheit, dass beide nicht ohne einander sein können. Ich muß gestehen ein Ende nach meinem Geschmack.
    Ich teile deine Meinung, dass dieses Buch keins ihrer besten ist, aber wenn man bedenkt wann es geschrieben wurde-es zeigt ganz deutlich wie sich die Autorin weiterentwickelt hat, was ich wiederum sehr spannend finde.
    Im übrigen heißt für mich keins ihrer besten immer noch gut (****), wovon sich mancher Autor sicherlich gerne eine Scheibe abschneiden würde. Mir hat das Buch trotz einiger Holperstellen gut gefallen. Ihre Begabung den Leser nicht erst durch eine lange Einleitung ins Geschehen zu bringen und die einzelnen Personen so genau zu beschreiben, dass ich sie vor mir sehe, ist auch hier ihr ganz großes Plus.
    Es ist mal wieder eines der Bücher, die ich nicht gerne verfilmt sehen würde. Zu konkret sind meine Vortstellungen vom Äußeren der Figuren und eine Veränderung dessen ärgert mich bei Verfilmungen eh immer.
    Für diese Minirunde danke ich dir ganz herzlich, vor allem für den zügigen, täglichen Ablauf. Es ist stets aufregend, durch sein Gegenüber auf eine andere Denkspur gebracht zu werden oder das Geschriebene nochmals zu überdenken.
    Für alle Mitleser hoffe ich, dass wir Unterhaltsames rüberbringen konnten und sich der ein oder andere nun vielleicht auch mal ein Anne Tyler Buch, wenn nicht schon vorhanden, zulegen wird.
    Liebe Grüsse
    Wirbelwind


    :study: Ian Mc Ewan. Abbitte

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









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  • Noch ein kleiner Nachtrag:
    Als besondere Pointe empfand ich Calebs "Bedankbrief". Letztlich kann noch nicht einmal er, der Revolutionär der Familie, ganz aus seiner Haut.
    Bei solchen Kleinigkeiten frage ich mich, ob ein Autor sie ganz bewußt von Anfang an konzipiert oder ob sie ihm zwischendurch einfallen und zum Schluss dann so eine zufällige Pointe ergeben.


    Mir hat das gemeinsame Lesen auch Spaß gemacht, vor allem, weil ich mein Tempo durchziehen konnte, und weil man einfach drauflos schreiben konnte ohne sich Gedanken um Spoiler zu machen.


    Was das "nicht eins von Tylers besten" angeht, bin ich Deiner Meinung. Ein durchschnittlicher Tyler ist immer noch ein gutes Buch. Ich denke aber, dass Anne Tyler nicht unbedingt eine Autorin ist, die jungen Leuten gefällt. Als ich zwanzig war, hätte sie mich vermutlich noch nicht vom Hocker gerissen.


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Zitat

    Original von Wirbelwind
    Für alle Mitleser hoffe ich, dass wir Unterhaltsames rüberbringen konnten und sich der ein oder andere nun vielleicht auch mal ein Anne Tyler Buch, wenn nicht schon vorhanden, zulegen wird.


    Also was mich betrifft, da ist es Euch gelungen!! :dance:

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Marie
    ja der "Bedankungsbrief" ließ mich auch schmunzeln.
    Trotz alle Abwehr gegen seine Familie hat er diese Angewohnheit auch im Alter übernommen.
    Die Frage ob ich Anne Tyler Bücher mit zwanzig gelesen und sie mich begeistert hätten, brachte mich ein wenig ins Grübeln. Schwer zu lesen sind ihre Bücher nicht und so nehme ich mal an, ich hätte sie auch damals als gut befunden. Die totale Begeisterung für die Autorin wäre aber wahrscheinlich noch nicht aufgekommen, weil ich viele Feinheiten ihrer Bücher nicht erkannt oder nicht zu schätzen gewußt hätte. Somit gebe ich dir recht. Dies aber zu verallgemeinern und zu sagen die Bücher seien nicht unbedingt für junge Leute, nein da stimme ich nicht zu.
    Voraussetzung ist, ein Gespür auch für leise Töne zu haben und da sollte man die "Jungen" nicht unterschätzen. Ich wurde schon oft vom Gegenteil überzeugt.


    Rosalita
    Dazu kann ich nur sagen super! :D


    Liebe Grüsse
    Wirbelwind


    :study: Janos Székely, Verlockung

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  • Zitat

    Original von Rosalita
    Also was mich betrifft, da ist es Euch gelungen!! :dance:


    Freut mich, @ Rosalita. Ich hoffe nur, dass wir noch nicht zuviel vom Inhalt verraten haben; es wäre schade, wenn dadurch die Spannung weg wäre.


    @ Wirbelwind, was die "jungen Leute" angeht, habe ich mich wahrscheinlich zu allgemein ausgedrückt. Es sind Tylers Ehegeschichten, wie Caleb, "Atemübungen" oder "Nur nicht stehenbleiben", die vermutlich Jüngere weniger interessieren. Während z.B. "Leben gehen" eher den Erfahrungsbereich Jugendlicher oder junger Erwachsener anspricht.
    (Vielleicht bin ich auch nur von mir ausgegangen: Mit zwanzig hätten mich Ehegeschichten völlig kalt gelassen, damals war Politisches, Geschichtliches und Gesellschaftskritisches à la Böll, Sartre oder Lenz angesagt.)


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Hallo Marie,
    also bei mir war das eher umgekehrt. In manchen Dingen war ich ein Spätzünder. Politisches und Gesellschaftskritisches habe ich daher etwas unterkühlt aufgenommen. Probleme im persönlichen Bereich auch Ehegeschichten lockten mich aber schon damals. :wink:
    Gruß Wirbelwind


    :study: János Székely, Verlockung

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









    Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen des Wortes.

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