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Jan Eik - Es geschah in Berlin: 1914: Der Ehrenmord - Kappes dritter Fall

Der Ehrenmord: Kappes dritter Fall

5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Band 3 der

Verlag: Jaron

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 208

ISBN: 9783897735569

Termin: Mai 2007

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  • Klappentext:


    Hermann Kappes dritter Fall


    Der heiße Sommer 1914: In Sarajewo wird der österreichische Thronfolger ermordet. Während es auch in der deutschen Hauptstadt zu brodeln beginnt, birgt man die Leiche einer jungen Frau aus dem Luisenstädtischen Kanal - ausgerechnet in der Nachbarschaft von Hermann Kappe. Kappe beginnt zu recherchieren und stößt im Milieu der Kreuzberger Mietskasernen auf bedrückende Verhältnisse. Die ermordete 16-jährige Lina Jungnickel war im vierten Monat schwanger, und nahezu alle männlichen Bewohner des Mietshauses kommen als Täter in Frage. Wird Hermann Kappe trotz des ausbrechenden Weltkriegs den Mörder fassen?


    >Es geschah in Berlin...< ist angelegt als großer Kettenroman: Jeder Autor entwickelt die Figur des Hermann Kappe ein Stück weiter und gibt dann die Stafette an den Verfasser des nächsten Bandes weiter. Die Serie spiegelt in fiktiven, aber immer mit authentischem historischem [sic] Background versehenen Kriminalfällen das Berlin des frühen 20. Jahrhunderts wieder. Der dritte Band stammt von dem versierten BErliner Krimi-Autor Jan Eik alias Helmut Eikermann.


    Eigene Beurteilung:


    Die Milieustudien und die Weiterentwicklung der persönlichen Beziehungen Kappes stehen im Vordergrund direkt gefolgt von den Auswirkungen der Kriegsvorbereitungen – und der Proteste dagegen – auf die Berliner Bevölkerung. Daneben tritt der eigentliche Kriminalfall ein wenig in den Hintergrund, was vor dem Hintergrund der geschichtlichen Ereignisse im Umfeld sicherlich nicht verwundert. Der bevorstehende Krieg wird von vielen als Gelegenheit betrachtet, ihre Lebenssituation zu verbessern und tatsächlich scheinen große Teile der Bevölkerung ihn herbei zu sehnen. Man muss dabei bedenken, dass zu dieser Zeit das Kriegshandwerk und Soldaten in vielen Teilen der Welt noch idealisiert wurden. Der Krieg, der hier in der Vorbereitung steht sollte der Krieg sein, der „alle Kriege endet“, weil die Menschen hier so sehr wie nie zuvor mit den Schrecken und dem Elend des Krieges konfrontiert wurden und die neuen Formen der Kriegsführung die alten Idealisierungen stark in Frage stellten.


    Aufgrund der Momente der historischen Betrachtungen tritt der Kriminalfall hier so stark ins Hintertreffen, dass ich dieses Buch eher einen „normalen“ historischen Roman nennen würde. Allerdings einen durchaus lesenswerten.

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