John Snow, ein bekannter Luftfahrtingenieur und genialer Erfinder, wird frühmorgens tot in einer Gasse hinter dem Mass General Hospital gefunden, erschossen mit seiner eigenen Pistole. Für Detective Coady ist es ein klarer Fall von Selbstmord, doch um der Prominenz des Toten gerecht zu werden, holt er Dr. Frank Clevenger, den berühmt-berüchtigten forensischen Psychiater aus Boston, hinzu, damit dieser ein posthumes Persönlichskeitsprofil von Snow erstellt, das seinen Selbstmord erklärt. Doch Clevenger kommen schon bald Zweifel. Snow war auf dem Weg zu einer lang ersehnten Operation gewesen, die sein Leben grundlegend verändert hätte: Der Neurochirurg Jet Heller wollte Teile von Snows Gehirn entfernen, um ihn damit von seiner Epilepsie zu heilen - und alle Erinnerungen an die Menschen in seinem Leben, seine Familie und seinen Geschäftspartner, auszulöschen. Hatte Snow es im letzten Moment mit der Angst bekommen und den Freitod vorgezogen? Und wie paßt Grace Baxter ins Bild, die verzweifelte Frau, die am selben Morgen ihre erste Therapiestunde mit Clevenger gehabt hatte und die sich als Snows Geliebte entpuppt?
Der Fall wird noch mysteriöser, als auch Grace Baxter tot aufgefunden wird - ebenfalls augenscheinlich ein Selbstmord. Hatte sie Snow erschossen und sich dann aus Reue ob ihrer Tat umgebracht? Oder hatte ihr eifersüchtiger Ehemann erst ihren Geliebten und dann sie getötet? Oder hatte Snows eifersüchtige Ehefrau erst ihn und dann seine Geliebte getötet? Je tiefer Clevenger in das tragische, komplizierte Leben von John Snow vordringt, desto mehr Verdächtige finden sich - Ehepartner, Kinder, Geschäftspartner, selbst Snows Neurochirurg, der selbstherrliche Jet Heller, stehen auf der Liste. Clevenger muß all sein Können aufbieten, um in den dunkelsten Abgründen der Seele nach dem wahren Täter zu suchen.
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"Ausgelöscht" (im Original "Murder/Suicide") ist der 5. Roman um Frank Clevenger, den brillanten Psychiater und Mörderjäger. Alle (Stil-)Elemente der vorherigen Bücher finden sich auch in diesem Band wieder: Clevengers psychologische Mördersuche, die stark psychologisierenden Charakterisierungen der Figuren, sowie auch Clevengers Selbstzweifel und sein fortwährender Kampf mit seiner eigenen Vergangenheit und seiner eigenen angeknacksten Seele. Der Leser erfährt auch mehr über Billy, Clevengers Adoptivsohn, der sich immer mehr zur zweiten Hauptperson entwickelt, während North Anderson, Clevengers Geschäftspartner, zunehmend in den Hintergrund tritt. Gerade diese Verflechtung von Clevengers Privatleben und seiner professionellen Ermittlungen sind es, die die Handlung immer wieder vorantreiben - oder auch den Leser auf eine falsche Fährte locken.
Keith Ablow hat sich inzwischen eine getreue - und recht beachtliche - Leserschaft aufgebaut, und "Ausgelöscht" wird diese sicher nicht enttäuschen. Der Roman hat die ein oder andere Wendung zuviel, d.h. er wäre in etwas schlichter vielleicht etwas überzeugender gewesen, aber er ist eindeutig spannend, und die Auflösung düfte die meisten Leser überraschen.
(Unten ist das Bild der englischen Ausgabe zu sehen, die deutsche ISBN funktioniert noch nicht, da das Buch erst im August erscheint. Werde ich aber ändern, sobald möglich.)





