Andreas Eschbach - Ausgebrannt

  • Buchdetails

    Titel: Ausgebrannt


    Verlag: Bastei-Lübbe

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 752

    ISBN: 9783404159239

    Termin: September 2008

  • Bewertung

    3.7 von 5 Sternen bei 55 Bewertungen

    74,9% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Ausgebrannt"

    Die Menschheit vor ihrer größten Herausforderung: Das Ende des Erdölzeitalters steht bevor! Als in Saudi-Arabien das größte Ölfeld der Welt versiegt, kommt es weltweit zu Unruhen. Bahnt sich tatsächlich das Ende unserer Zivilisation an? Nur Markus Westermann glaubt an ein Wunder. Er glaubt eine Methode zu kennen, wie man noch Öl finden kann. Viel Öl. Doch der Schein trügt. Packend erzählt Bestseller-Autor Andreas Eschbach in seinem Thriller Ausgebrannt eine Geschichte, in der die globalisierte Welt an ihrer Ressourcenknappheit zu scheitern droht.
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  • Gebundene Ausgabe: 752 Seiten
    Verlag: Lübbe
    ISBN-10: 3785722745
    ISBN-13: 978-3785722749
    19,95 EUR


    Klappentext
    Stellen Sie sich vor, der Liter Superbenzin würde über 4 Euro kosten. Ein Albtraum? Ja. Bloß wäre es erst der Anfang. Denn das Ölzeitalter wird nicht erst mit dem letzten Barrel enden. Es endet, sobald mehr verbraucht wird, als gefördert werden kann. Und dieser Moment ist näher, als die meisten ahnen. Das Problem: Niemand hat einen Plan für die Zeit danach. Auch Markus Westermann weiß von all dem nichts, als er es endlich in die USA geschafft hat und mit seiner Karriere voll durchstarten will. Als er Karl Walter Block kennen lernt, sieht er seine Chance gekommen. Der alte Öltechniker behauptet, dass in den Tiefen der Erde noch genug Öl für die nächsten tausend Jahre schlummert - und dass nur er die Methode kennt, wie man es findet. Er braucht nur noch einen kompetenten Geschäftspartner. Jemanden wie Markus. Nur allzu bereitwillig glaubt die Welt den Versprechungen des Duos. Nach ersten Erfolgen ist gar von einer Renaissance des Ölzeitalters die Rede. Doch der Schein trügt. Als in Saudi-Arabien das größte Ölfeld der Welt versiegt und die Saudis alles daransetzen, die erschreckende Wahrheit zu vertuschen, kommt es nicht nur im Nahen Osten zu Unruhen. Die Menschheit steht plötzlich vor ihrer größten Herausforderung. Das Ende der Welt, wie wir sie kennen, bahnt sich an. Einzig Markus ist überzeugt, das Ruder noch einmal herumreißen zu können ...


    *Hier* findet ihr das von Tanni erstellte Autorenportrait.


    Meine Meinung
    Bei den gegenwartsnahen Romanen von Andreas Eschbach setzt sich bei mir der Automatismus Sehen – Kaufen – Lesen fast unverzüglich in Gang. Im Hinterkopf bohrt immer die Frage „Wirst du dieses Mal enttäuscht sein?“. Jetzt nach 752 Seiten kann ich mit Freude feststellen, es hat sich wieder gelohnt.


    Der deutsche Markus Westermann träumt einen Traum, seinen amerikanischen Traum und als sich ihm beruflich die Chance bietet, befristet in den USA zu arbeiten, setzt er alles daran, in diesem Land zu bleiben. Mit dem Geld und den Ideen anderer Leute will er den Durchbruch schaffen und sein Imperium aufbauen. Als er den Öltechniker Block kennen lernt, sieht er seine große Chance gekommen. Block ist fest davon überzeugt, dass die Ölvorkommen auf der Welt noch tausend Jahre ausreichen und er die einzige Methode kennt, das Öl zu finden, dessen Vorkommen namhafte Wissenschaftler vehement abstreiten. Gemeinsam gründen sie eine Firma. Sie schaffen es, eine Investmentgesellschaft von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Diese beteiligen sie zur Finanzierung ihrer Unternehmung. Zur gleichen Zeit muss in Saudi Arabien die Ölförderung auf dem weltgrößten Ölfeld eingestellt werden. Block und Westermann stehen plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Markus sieht sich am Ziel seiner Wünsche, aber die Entwicklung geht weiter, anders als von den beiden und dem Leser erwartet.


    „Ausgebrannt“ ist ein vielschichtiger, akribisch recherchierter Roman, die Handlung vollzieht sich auf mehreren Zeitebenen. Die Zahl der handelnden Personen ist hoch, aber nicht unüberschaubar. Nach kurzer Zeit begann ich deren Zusammengehörigkeit zu ahnen. Neben der romantypischen Handlung setzt Andreas Eschbach Sachbuchelemente bezüglich der Erdölthematik und auch der Historie ein. Er fand dafür das richtige Maß und eine geeignete Darstellungsform. Die Informationen hatten ein gutes populärwissenschaftliches Niveau und als Leser wurde ich an keiner Stelle vom geballten Überwissen des Autors überfordert.


    Andreas Eschbach schrieb seinen Roman in einer leicht und flüssig zu lesenden klaren Sprache, dadurch kam es auch bei den „Sachthemen“ zu keinen bedeutenden Unterbrechungen im Spannungsbogen.


    Die Hauptperson des Buches, Markus Westermann, nahm im Roman meines Erachtens eine sehr gute Entwicklung. Vom naiven Amerika-Liebhaber, der jedes Klischee auslebte, entwickelte er sich zum mit anpackenden und klugen Geschäftsmann.


    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Ich würde es gern als „hervorragend“ bezeichnen, ein paar Szenen, die mir jedoch zu konstruiert zufällig erschienen, halten mich aber davon ab. Auf jeden Fall ragt „Ausgebrannt“ über den herkömmlichen „Wirtschaftsthriller“ heraus. Die Aktualität ist erschreckend, aber nicht hoffnungslos und ließ mich schon mal über meine eigenen Lebensgewohnheiten nachdenken. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

  • Ich hab das Buch ebenfalls hier liegen und mich mühsam bis zur Hälfte durchgelesen,
    Auch wenn Romane, die mit mehreren Erzählsträngen spielen,derzeit sehr hochgeschätzt werden, macht es mir keine besondere Freude, x Geschichten verstreut zu lesen und dann zu hoffen, dass sich irgendwann ein Ganzes daraus konstruiert.
    Der Stil ist flüssig, aber kaum anspruchsvoll. Es scheint mir so ein Roman zu sein, der für lange Bahnfahrten gedacht ist, keine große Literatur aber Unterhaltung (das Wort "gute" konnte ich gerade noch weglassen).
    Die Thematik ist gut erfasst und das Wissenschaftliche klingt plausibel.
    Ich habe beschlossen, das Buch meinem Bruder zu schenken, der mehr auf diese Art Geschriebenes steht.
    Wie sagte schon Goethe: getretener Quark wird breit, nicht stark.
    Die Geschmäcker sind zum Glück verschieden.

    Neue Lektüre:
    John Norman : Die Nomaden (Gor-Reihe, Bd 4 )
    Wo man liest, da lass dich ruhig nieder,
    böse Menschen lesen keine Bücher

  • Nach dem ich durch Zufall auf das Jesus-Video gestoßen war, habe ich auch begonnen die anderen Bücher von ihm zu lesen.
    Ausgebrannt fand ich super.
    Zu lesen was passieren könnte wenn uns der Treibstoff ausgeht ist schon interessant und erschreckend zugleich. Man sieht wie die gesamte Menschheit von nur einem einzigen Stoff abhängig ist.
    Typisch Eschbach - einfach klasse. :flower:

  • Ich habe "Ausgebrannt" gerade als Hörbuch gehört.
    Ich finde die Geschichte echt klasse. (Wenn auch etwas unrealistisch.) Es stimmt schon, dass man einige Zeit braucht, um die Verbindungen der verschiedenen Personen zu verstehen. Dass Eschbach ständig zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselt, bereichert den Handlungsablauf aber eher. Nach etwas Anlaufzeit fand ich es total spannend.
    Als Hörbuch wird das Buch - sehr gut- von Ulrich Noethen gelesen.

    Ich lese gerade: Der Hunderjährige ...


    Und höre: Totenmaske

  • Ich fand das Buch... nicht schlimm.
    Die meisten Charaktere waren mir sympathisch und ich hatte auch keine Probleme die Zusammenhänge zu erkennen,
    oder mit den verschiedenen Zeitformen. Die faktische Seite erschien mir durchgehend schlüssig, wobei ich mir da kein
    Urteil erlauben darf, weil ich von all dem, Öl und Politik, nicht die mindeste Ahnung habe.
    Jetzt das Aber:
    Ab der zweiten Hälfte haben sich ein paar Zufälle ereignet die mein Gefühl für Wahrscheinlichkeit empfindlich getroffen haben.
    Ich finde, das Buch war einfach zu lang und es gab zu viele Gesichter. Das alles hat ein bisschen sehr konstruiert gewirkt.
    Es war leichte und nette Lektüre, hätte aber tausend mal besser sein können und ich bin froh, dass ichs hinter mir habe.

  • Ich habe "Ausgebrannt" als Hörbuch gelesen und mir hat es gut (aber nicht mehr) gefallen.


    Die Grundidee (kein Öl mehr verfügbar) fand ich spannend und durchaus realitätsnah, wenn auch erschreckend. Die unterschiedlichen Erzählebenen- bzw. Zeiten fand ich herausfordernd und spannend. Mir entwischte ein regelrechtes "Wow" als so gegen Mitte des Buches auf einnal Vergangenheit und Gegenwart zusammengeführt wurden.


    Allerdings waren (auch) mir zu viele Einzelschicksale in einem Buch verwoben; nicht nur das führte zu so mancher m.E. vermeidbarer Länge. Auch so manche beschriebene Zufälligkeit war schon sehr konstruiert.


    Mir hat Eschbach's "Jesus Video" als Buch (nicht jedoch als Film) sehr gut gefallen. An dieses Werk kommt "Ausgebrannt" nicht ran.


    Meine Gesamtbewertung: :)

  • Ich habe "Ausgebrannt" vor ein paar Wochen gelesen und möchte nun auch ein paar Worte dazu verlieren.


    Die Thematik ist sehr interessant und hochaktuell, die Umsetzung als Roman recht gut gelungen. Markus Westermann war mir über weite Strecken allerdings eher unsympathisch, ab und an störte die formale Abhandlung der Zusammenhänge rund ums Öl, da es sich manchmal wie ein Text aus einem Lexikon las. Und nicht nur einmal stöhnte ich über unnötige Längen in der eigentlichen Erzählhandlung und wollte es schon weglegen. Trotzdem würde ich sagen, dass sich die Lektüre gelohnt hat. Dieses Buch vergisst man angesichts steigender Energie- und Lebensmittelpreise nicht so schnell. Nachdem mir schon "Das Jesus Video" vor Jahren als Buch gut gefallen hatte, habe ich mir gleich das nächste Eschbach-Buch auf den SUB gepackt.


    Von mir gibt es :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: .

    "Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler" (Philippe Dijan)


    Tauschgnom

  • Nachdem ich schon "Eine Billion Dollar" und das "Jesus-Video" verschlungen hatte, hab ich mir gedacht, das Buch muss auch gut sein... aber irgendwie war die Geschichte so langatmig und ich konnte mich irgendwie nicht mit dem Thema anfreunden... doch Eschbach hat etwas beinahe unmögliches geschafft: obwohl ich das Thema fast schon langweilig fand, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, denn dieser Autor schafft es einfach, eine Geschichte so spannend zu beschreiben, dass man einfach weiterlesen muss und nicht aufhören kann :mrgreen:

    Neun von zehn Stimmen in meinem Kopf sagen, ich bin nicht verrückt ... die zehnte summt die Melodie von Tetris :wink:

  • Es ist schon einige Zeit vergangen, seit ich "Ausgebrannt" gelesen habe. Trotzdem möchte ich hier etwas dazu sagen.
    Seit ich das "Jesus Video" gelesen habe, begeistert mich Eschbach immer mehr. Die Folge ist, dass ich mittlerweile alles lese, was von ihm zu haben ist.
    Die Fiktion des ausgehenden Öls und deren wirtschaftliche Folgen fand ich in "Ausgebrannt" nicht so weit hergeholt. Im Gegenteil: Es handelt sich hier um eine hochaktuelle Fiktion, wenn man das so sagen kann.
    Ich fand dieses Buch besonders lesenswert, auch wenn es hier und da, wie von ajanka beschrieben, einige Zufälle eine Rolle spielten. Doch darauf kommt es nicht an. Es geht um das Thema als solches.
    Ich vergleiche, so für mich persönlich, Eschbachs durchaus gesellschaftskritische Geschichten gerne mit der Gesellschaftskritik des Stanislaw Lem seiner Zeit...


    :winken: Andreas

  • Nach "Der Nobelpreis" ist "Ausgebrannt" mein zweites Buch von Andreas Eschbach. Und es hat mir wieder sehr viel Spaß bereitet diesen doch recht dicken Wälzer zu lesen.
    Die Grundidee des Buches ist sehr realitätsnah und bringt einen zum Nachdenken. Die Aktualität des Themas erzeugt eine ganz besondere Spannung, da man immer im Hinterkopf hat, dass es vielleicht wirklich so ablaufen könnte.
    Die verschiedenen Handlungsstränge sind anfangs eine ganz schöne Herausforderung, aber von Seite zu Seite zieht sich alles immer dichter zusammen und ich war am Ende überrascht darüber, wie alles zusammenhängt.
    Die Personen sind dem Autor sehr gut gelungen und wirken authentisch.
    Interessant sind die vielen Fakten, die das Buch enthält. Wobei es oftmals schwierig ist Fiktion von der Realität zu unterscheiden. Die einzelnen Personen mit ihren ganz individuellen Schicksalen haben immer wieder neue Ansichten in die Geschichte eingebracht, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
    Ein gelungenes Buch von Eschbach, das ich nur weiter empfehlen kann, deshalb :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Sterne!!!

    Ein Buch ist ein Garten, den man in der Tasche trägt.

    - Arabisches Sprichwort -

  • Besonders gut hat mir an diesem Roman gefallen, dass die Handlung immer wieder verschiedene Zeitsprünge enthält und auch die eingeschobenen fachlichen Informationen zur Gechichte und zum Thema Erdöl generell fand ich sehr gelungen. Ich habe zwar nicht immer alles bis ins letzte Detail verstanden, aber einen groben Überblick über die Zusammenhänge zur Ölgewinnung und den großen Einfluss des Öls als Energiequelle in Politik und Wirtschaft erhält man als Leser schon, aber manchmal war es doch zu viel, so dass man schon mal querliest. Das macht aber irgendwie auch das Besondere an diesem Roman aus. Einerseits fundierte fachliche Informationen und zum anderen eine gut angelegte Entwicklungsgeschichte, die mich ein wenig an den großartigen Roman "Giganten" von Edna Ferber denken ließ. Allerdings wird hier im Umkehrschluss das Öl in "Ausgebrannt" eher weniger, was ein erschreckendes Zukunftsszenario aufwirft.


    Fast kam es mir vor wie ein modernes Märchen. Zwei Brüder, die ihr Glück machen. Markus mischt Amerika auf und sein Bruder Frieder hat seinen großen Auftritt in Saudi-Arabien. Hier ist man an Frieders Solaranlagen interessiert.


    Die verschiedenen Handlungsebenen, die zunächst unzusammenhängend und allein für sich stehen, werden nach und nach zusammengeführt. Dabei fand ich allerdings das Prinzip "Zufall" ein bisschen stark überstrapaziert. Denn die Protagonisten, die sich hier über den Weg laufen, haben alle mehr oder weniger durch schicksalhafte Ereignisse in der Vergangenheit einen gemeinsamen Bezugspunkt.


    Zum einen die Hauptfigur Markus Westermann, der sich seine Vision vom amerikanischen Traum erfüllen will. Die schöne Chinesin Amy-Lee, die zu seinem Schicksal beitragen wird. Der Geheimdienstler Taggard, der auch schon einiges auf dem Kerbholz hat und ihre Wege kreuzt. Und in Saudi-Arabien spielt noch der königliche Nachfahre Abu Jabr Faruq eine besondere Rolle. Außerdem gibt es noch einen Handlungsstrang, der sich mit der Familie von Markus´Schwester Dorothea befasst. Diese hat durch die Erdölkrise auch so ihre besonderen Fähigkeiten oder eher Stärken unter Beweis zu stellen. Das alles unter einen Hut zu bringen, erfordert dann auch schon ein etwas umfangreicheres Buch, aber die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall.


    Außerdem hat der Autor bewiesen, das er ein wirkliches schriftstellerisches Talent besitzt und sich ebenso die Mühe für eine umfangreiche Recherche macht. Das findet man ja auch nicht mehr allzu oft.


    Mein Fazit: Sehr guter Stil, eine tolle Handlung, aber manchmal doch ein wenig zuviel an trockener Information.
    Bewertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study: Jeder Tag, an dem ich nicht lesen kann, ist für mich ein verlorener Tag!

  • Ich lese es gerade. Oder vielmehr: Bis zur Hälfte bin ich jetzt gekommen.
    Um Ölknappheit geht es nach dreihundertnochwas Seiten nur bedingt. Ich finde, Eschbach ergeht sich sehr in langen Beschreibungen. Nicht uninteressant, aber manchmal etwas zu viel des Guten.


    Außerdem stolpere ich oft über holprige Sätze:


    "Er hatte beinahe vergessen gehabt, dass er es überhaupt besaß."


    "Er tat das Telefon weg, atmete aus."


    :roll:


    Na, mal sehen, wie es sich noch entwickelt.

    "Outside of a dog, a book is man's best friend. Inside of a dog, it is too dark to read."
    - Groucho Marx

  • Ich finde, Eschbach ergeht sich sehr in langen Beschreibungen. Nicht uninteressant, aber manchmal etwas zu viel des Guten.

    Jetzt weiß ich, dass mir auch dieser Eschbach gefallen wird. Ich liebe seine ausschweifenden Beschreibungen. :wink:

    :study: Ulrike Herwig - Schiefer die Socken nie hingen

    :study: 2020 gelesen: 46 :study: SUB: 301

  • Ab der zweiten Hälfte haben sich ein paar Zufälle ereignet die mein Gefühl für Wahrscheinlichkeit empfindlich getroffen haben.

    Irgendwo gehören die Zufälle (z.B. wie sich zwei Menschen nach vielen Jahren manchmal zufällig irgendwo auf der Welt wiedersehen) ja auch zu Eschbachs Geschichten, aber wie so viele andere war es mir dieses Mal auch ein klein wenig zuviel des Guten. Das zieht das Buch zwar nicht komplett runter, aber geärgert habe ich mich schon etwas.
    Weiterhin fand ich die Struktur des Buches teilweise schon fast zu abgedreht. Die vielen Zeitsprünge konnte man zwar nach einiger Zeit gut zuordnen, aber es gab auch einige völlig sinnlos auftretende Personen. Anfangs wurden Handlungsstränge detailliert beschreiben, z.B. die des Saudis, seiner Schwiegertochter und des kranken Enkelsohns um dann später ziemlich im Sande zu verlaufen. Da dachte ich mir schon: Was soll das jetzt? Genauso wie der sinnfreie Ausflug in den Bau der Eisenbahnlinie.


    Aber ich will nicht meckern, es gab wieder das für Eschbachs Thriller typische interessante Thema, völlig abseits vom Serienkiller/Psychothriller-Einheitsbrei, das wieder hervorragend recherchiert wurde. Die Thematik mit dem Ende des Öls gibt mir ziemlich zu denken. Es ist einem zwar bewusst, dass es eines Tages zu Ende sein wird, aber wie genau die Welt dann aussehen wird, darüber hat man sich wohl wenig Gedanken gemacht. Sehr anschaulich vermittelt der Autor die Anfänge der Bohrungen nach Öl, politische Zusammenhänge, geschichtliche Tatsachen und wie ich finde, alles andere als trocken, sondern hochinteressant. Irgendwie gibt mir der Autor sogar immer das Gefühl, als ob er selbst so einige große Ideen in petto hätte und Probleme der Menschheit auch von einer anderen Seite beleuchten könnte. Dazu wieder einen interessanten Protagonisten, mit dem ich mich trotz seines manchmal übertriebenen Ehrgeizes, unbedingt jemand Bedeutendes sein zu wollen, gut identifizieren konnte. Das Ende, an dem es nochmals einige größere Zeitsprünge gibt, fand ich im Übrigen hervorragend:


    Fazit: Ein typischer, langer Eschbach-Roman, der dieses Mal kleine Schwächen aufzeigt, aber sich trotzdem hervorragend in das Gesamtwerk des Autors einfügt. Lehrreich, unterhaltsam, spannend, interessant! :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study: Ulrike Herwig - Schiefer die Socken nie hingen

    :study: 2020 gelesen: 46 :study: SUB: 301

  • Worum es geht

    Markus Westermann erhält in New York eine auf ein halbes Jahr befristete Anstellung als Übersetzer neuer Softwareprogramme. Durch die zufällige Bekanntschaft mit dem Österreicher Karl Walter Block sieht der Deutsche seinen Traum von einer eigenen Firma im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in greifbare Nähe gerückt. Mit fremdem Kapital und fremden Ideen will Markus den großen Durchbruch schaffen.
    Der rund 40 Jahre ältere Block hat sein Leben lang auf der ganzen Welt Öl gefördert und sich intensiv mit diesem Rohstoff befasst. Im Gegensatz zur geltenden Lehrmeinung ist er der Ansicht, dass noch genügend Erdöl für Jahrtausende an Orten lagert, wo es niemand vermutet.
    Während Block noch verbissen nach der Formel sucht, die seine Theorie bestätigt, verlieren die von Markus aufgetriebenen Investoren allmählich die Geduld.
    Plötzlich verschwindet Karl Walter Block spurlos, in Arabien kommt es im Zusammenhang mit dem größten Ölfeld zu einer Krise, und die zivilisierte Welt steht vor der größten Katastrophe aller Zeiten.


    Wie es mir gefallen hat

    Der erste Teil des Romans bis zum Verschwinden Blocks hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Handlung ist nicht nur spannend, sondern auch realistisch, der Stil sehr flüssig und gut lesbar. Markus fand ich als jungen, aufstrebenden Geschäftsmann völlig glaubwürdig, und auch der in seine Ideen versponnene Block ist eine originelle und in seiner Art durchaus liebenswerte Erscheinung.
    Im zweiten Teil war es mit meiner Begeisterung dann größtenteils vorbei. Alles, was jetzt noch passiert, ist mir einfach zu konstruiert und unglaubwürdig, dazu bis zum Ende hin auch viel zu langatmig.
    Markus rollt mit dem letzten Tropfen Benzin zielsicher ins rettende Dorf, trifft in der Weite des amerikanischen Kontinents rein zufällig auf seine schwangere Freundin Amy-Lee und stöbert auch noch die verschollene Erfindung seines Vaters auf.
    Abgesehen von all diesen Unwahrscheinlichkeiten kann ich mir nicht vorstellen, dass der Untergang der zivilisierten Welt tatsächlich so glimpflich verlaufen würde. Die Darstellung, dass wir dann lediglich mit von Alkohol betriebenen Autos, der auch noch ganz ökonomisch aus landwirtschaftlichem Abfall gewonnen wird, durch die Gegend brausen und statt mit dem Flugzeug eben wieder mit einem Ozeanriesen auf andere Kontinente schippern, halte ich doch für sehr verharmlosend.
    Mein Fazit: Mir persönlich ist dieser Roman inhaltlich zu stark in zwei allzu gegensätzliche Teile zerfallen. Den abrupten Abbruch des spannenden Handlungsstranges um Markus Westermann und Karl Walter Block konnte ich nur bedauern, während mir der weitere Verlauf der Geschichte doch zu sehr ins Irreale abgedriftet ist.

  • Größtenteils kann ich mich Kapo anschließen. Ein Buch mit einigen Schwächen, aber trotzdem sehr interessant. Ich habe während des Lesens Lust bekommen, einiges zu recherchieren. Das ist für mich ein sehr gutes Zeichen. Falls es mal eine Mini-Leserunde zu einem Buch von Andreas Eschbach gibt, bitte an mich denken!

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