Sarah Benedict - Der Papaya-Palast / Der Duft des grünen Papaya

Anzeige

  • 573 Seiten



    Autor:
    Seit einiger Zeit schon schreibt Sarah Benedict unter ihrem richtigen Namen (Eric Walz) höchst erfolgreiche historische Romane. Jetzt hat sie sich mit dem Papaya-Palast einen großen schriftstellerischen Traum erfüllt: Sie erzählt eine dramatische Liebesgeschichte zwischen Gestern und Heute vor dem Hintergrund der faszinierenden deutschen Kolonialgeschichte der südpazifischen Trauminsel Samoa.



    Inhalt:
    Auf der Flucht vor schmerzvollen Erinnerungen und einer Ehekrise reist die junge deutsche Unternehmensberaterin Evelyn Braams aus Frankfurt nach Samoa, dem aus vier Inseln bestehenden Inselreich in der Südsee. Sie mietet sich im Papaya-Palast ein, einem reizvollen alten Kolonialhaus an der Palauli Bay, das von zwei Cousinen bewohnt wird. Doch das Idyll, das Evelyn gesucht hat, trügt.


    Die Cousinen Ili und Moana hassen sich und sprechen seit mehr als einem halben Jahrhundert kein Wort mehr miteinander. Zu Ili Valaisi, die zur Hälfte Deutsche ist, entwickelt Evelyn schnell ein Vertrauensverhältnis, doch auch zu dem Amerikaner Ray Kettner, der auf Ilis Plantage an der Bucht unbedingt ein Hotel bauen möchte, fühlt Evelyn sich stark hingezogen.


    Mehr und mehr wird sie in den turbulenten Kampf um das Papayaland verstrickt, in die Familienfehde der Valaisis, die ihren Ursprung im Jahr 1914 hat, als Samoa noch deutsche Kolonie war. Damals geriet die Liebe von Triestan und Tuila, Ilis Eltern, in einen Sturm von Vorurteilen und Hinterlist, jetzt neunzig Jahre später, drohen die Schatten der Vergangenheit sich erneut über das tropische Papayaland zu legen. In dieser Situation trifft Evelyn eine Entscheidung, die ihr Leben auf immer verändert…



    Meine Meinung:
    Evelyn Braams, eine Unternehmensberaterin, hat nach vier Jahren der Verzweiflung, in denen sie mir ihrem Leben nicht mehr zurecht kam, Deutschland, ihren Mann sowie ihre Firma fluchtartig verlassen und ist in Samoa gelandet. Dort findet sie im Papaya-Palast eine Unterkunft, der von den beiden Cousinen Moana und Ili bewohnt wird.


    Die beiden 91-jährigen Cousinen sind aber total verfeindet, sie leben jeder in einer Haushälfte und reden seit über 50 Jahren kein Wort miteinander. Der Amerikaner Ray Kettner will Land aufkaufen, um ein Hotel zu bauen, dabei kommen sehr viele Dinge ins Rollen und auch die Vergangenheit wird dadurch wieder lebendig. Evelyn und Ili, deren Vater auch Deutscher war, kommen sich dadurch etwas näher und Evelyn wird nun in diese ganzen Wirrnisse hineingezogen, aber auch aus ihrer eigenen Lethargie herausgerissen.


    Ili erzählt nun Evelyn nach und nach die Geschichte ihrer Eltern ab dem Jahr 1914 und es wird immer gewechselt zwischen Gegenwart und der Vergangeheit. Die Übergänge sind sehr flüssig und wunderbar zusammengefügt. Ich war schon nach den ersten zwei Seiten von dem Buch gefesselt, da wird die Papaya-Plantage beschrieben, die Ernte, die Frucht, das Aussehen und der Geschmack, einfach fantastisch.


    Die Geschichte der vergangenen Tage ist unvorstellbar, sie ist voll mit Grausamkeit, Verrat, Zerstörung, Tod, Hass, aber auch mit Liebe, Zuversicht, Stärke und einer unglaublichen Schönheit dieser Inseln und im Vordergrund steht immer das Land, damals wie heute. Die Charaktere sind hervorragend dargestellt und das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, da sich die Vergangenheit immer wieder wunderbar in die Gegenwart einfügt.


    Mich hat dieses Buch wahnsinnig berührt, diese wunderschöne, aber auch tragische Geschichte, die 1914 beginnt und 2006 endet. Eine fantastische Familiengeschichte, die einen nicht mehr loslässt, man fühlt richtig mit. Ich kann dieses Buch wirklich wärmsten empfehlen.

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Dies Buch ist genau das richtige Buch gegen Novembertristesse! Man kann sich in die Südsee nach Samoa lesen und allein das ist doch schon herrlich!
    Im Buch gibt es zwei Handlungsstränge, die gekonnt miteinander verwoben werden, der eine spielt um 1914, zur Zeit der deutschen Kolonialzeit, der zweite spielt im Hier und Jetzt. Nach und nach finden die Handlungsstränge immer mehr zusammen und ergeben ein wunderschön geschriebenes, warmes Puzzle, äh Buch.


    Wer jetzt denkt, das Buch geht in die Richtung der Schmonzetten irrt gewaltig. Ab und an geht es mal ganz minimal in die Richtung, aber das ist durchaus noch im akzeptablen Bereich und mit viel Niveau geschrieben. Man erfährt einiges über die ehemals deutsche Kolonie Samoa und möchte am liebsten sofort losfliegen...nun ja, zumindest kann man sich ja erstmal hinträumen 8)


    Viel Spaß beim Schmökern!

Anzeige