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Marlen Haushofer - Die Wand

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Die Wand

4.2|91)

Verlag: Ullstein Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783548288123

Termin: März 2016

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  • Inhalt (laut Umschlagblatt):


    "Verdutzt strecke ich die Hand aus und berührte etwas Glattes und Kühles: einen glatten kühlen Widerstand an einer Stelle, an der doch gar nichts sein konnte als Luft... Dann hörte ich lautes Puchen und sah mich um, ehe ich begriff, daß es mein eigener Herzschlag war, der mir in den Ohren dröhnte."
    Eine Frau wacht eines Morgens in einer Hütte in den Bergen auf und findet sich allein mit ein paar tieren, in einem Stück Natur eingeschlossen von einer unüberwindbaren gläsernen Wand, hinter der es offenbar kein Leben mehr gibt...



    Da es bisher nur einen kurzen Beitrag im "Allgemeines" dazu gibt, möchte ich das Buch "offiziell" vorstellen.


    Ich konnte mich anfangs mit dem Buch nicht wirklich anfreunden. Zu ungewöhnlich ist der Inhalt und die Erzählung. Es ist reine Fiction, so was kann es nicht geben usw dachte ich mir. Und doch zieht einem diese einfache Erzählung in den Bann. Es ist interessant, wie sich die namenlose Erzählerin mit dem neuen Leben "anfreundet", Vor- und Nachteile daraus zieht. Manches fand ich nachvollziehbar, anderes wieder weniger.


    Etwas konfus finde ich es allerdings, daß sie viele Dinge vorgreift (dahingestreute Bemerkungen gleich am Anfang des Buches, daß es Luchs nicht mehr gibt) etc. Am Ende des Buches fragte ich mich, ob und wie lange sie so weiterleben kann...


    Eine ungewöhnliche Ausgangssituation, ein außergewöhnliches Buch!

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Hallo frl_smilla,


    ich hatte das Buch schon oft in der Hand, aber ich wa mir nie sicher, ob ich mich an die Thematik herantrauen soll, oder nicht.


    Aber ich denke, dass ich es jetzt wohl doch nochmal auf meine Wunschliste setzten werde.

  • Ich hab' das Buch vor knapp 19 Jahren gelesen und es war damals mein absolutes Lieblingsbuch. Heute kann ich mich kaum noch an die Handlung und den Sprachstil erinnern, habe mir aber fest vorgenommen, es bald noch einmal zu lesen, um zu sehen, ob sich mein Geschmack verändert hat :)

  • ich hab es erst vor kurzem gelesen und bin begeistert.
    am anfang störte mich der erzählstil; liegt daran, dass ich ICH-erzähler nicht mag. aber man gewöhnt sich dran.
    und was mich auch irritierte, ist, dass sie immer ein bisschen in die zukunft geschrieben hat. klingt komisch, aber ich weiß nicht, wie ich es sonst ausdrücken soll. sie schreibt immer mal, dass dies und jenes anders werden würde, wenn ihr hund gestorben sein werde. das ist eigenartig.


    aber ansonsten ist das buch wirklich zu empfehlen. vllt mag es am anfang komisch oder ungewohnt wirken, aber es lohnt sich, die ersten paar seiten zu "überwinden".


    man muss es sich ja nicht gleich kaufen, es gibt ja auch bibliotheken.

  • Ich mochte das Buch auch, war aber mit dem Ende ein wenig unzufrieden. Warum, dass steht in diesem Thread.


    Vielleicht sollte man die sowieso zusammenführen....

  • Habe das Buch vor ein paar Monaten gelesen und es hat mir gefallen. Es lonht sich auf jeden Fall, dieses Buch zu lesen.
    Am Ende bleiben natürlich einige Fragen offen: Wie lange kann sie noch so weiter leben ? Was hat es mit der Wand auf sich? Gibt es noch weitere Menschen, die hinter der Wand leben ? usw.

  • Ich kenne dieses Buch selber nicht, doch von der Vorstellung her fühlte ich mich an etwas Kafkaeskes erinnert. Könntet Ihr da also eine Verwandtschaft mit Kafka bestätigen? Wenn ja, würde mich dieses Buch sehr interessieren!

  • Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich dieses Buch schon in der Buchhandlung in der Hand hatte und es dann nicht gekauft habe, weil ich das Cover einfach nur - sorry dafür - hässlich finde. Ich denke mir immer, sowas hässliches will ich nicht in meinem Bücherregal stehen haben, dabei interessiert mich die Geschichte schon sehr. *hoffnungsloserfall* [-(

    Shalom, kfir


    :study: Joe Hill - Teufelszeug
    :thumleft: Farin Urlaub - Indien & Bhutan - Unterwegs 1 #2533 signiert


    "Scheiss' dir nix, dann feit dir nix!"

  • Zitat

    Original von frl_smilla
    Etwas konfus finde ich es allerdings, daß sie viele Dinge vorgreift (dahingestreute Bemerkungen gleich am Anfang des Buches, daß es Luchs nicht mehr gibt) etc.


    Gerade das ist das Besondere an diesem Buch. Die Frau, die erzählt, verfasst einen Bericht und keinen Spannungsroman. Sie schreibt um nicht dem Wahnsinn zu verfallen und nicht um irgendwelche Leser zu unterhalten.


    "Die Wand" lesen wir gerade in der Schule. :wink: Die Geschichte an sich ist hochinteressant und wenn man "zwischen die Zeilen" liest, fällt oft auf, dass die Gesellschaft kritisiert wird.

  • Zitat

    Original von tom fleo
    Ich kenne dieses Buch selber nicht, doch von der Vorstellung her fühlte ich mich an etwas Kafkaeskes erinnert. Könntet Ihr da also eine Verwandtschaft mit Kafka bestätigen? Wenn ja, würde mich dieses Buch sehr interessieren!


    Sprachlich hat das Buch keine Ähnlichkeit mit Kafka, es liest sich wesentlich leichter und eingängiger.
    Thematisch kann man durchaus Parallelen entdecken, aber es wirkt insgesamt weicher, versöhnlicher und nicht so hoffnungslos. Lies es ruhig, ich glaube nicht, dass Du enttäuscht wirst.



    @ kfir, wenns nur am Cover liegt, kann Dir geholfen werden:



    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)


    :study: Stefan Thome - Gott der Barbaren

    :study: Cilla und Rolf Börjlind - Die dritte Stimme

    :musik:Stieg Larsson - Verdammnis

    :study::study::study: MLR: George Saunders - Zehnter Dezember

  • Ich habe das Buch schon mehrfach gelesen. Ich finde es total toll! :) Der Bericht der Frau ist eindringlich und die Geschichte ist etwas ganz Besonderes. Gehört zu den Büchern, die man nicht mehr vergessen kann. =D> :study:

  • Zitat

    Lies es ruhig, ich glaube nicht, dass Du enttäuscht wirst.
    Marie


    Danke, Marie. Ich habe es mal auf meine Wunschliste gesetzt...

  • Mein erster Beitrag. Nun gut.


    Habe ich vor einigen Jahren gelesen, und kann nur sagen das die Geschichte mich von Anfang an gepackt hatte. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus den Händen nehmen. Das ist so etwas , man möchte unbedingt wissen wohin die Geschichte führt. Absolut spannend!!
    Das Ende hat mich umgehauen! Ziemlich kranke Geschichte, aber Sauspannend. Man wird von Idylle zum apokalyptischen Alptraum hin und her geschmissen.


    Lesen!

  • Ein sehr schön geschriebenes Buch. Ich habe es vor drei Jahren gelesen und war gefesselt. Auch, wenn es zunächst etwas schwer, sich in das Buch hinein zu finden, am Ende konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es war das erste Buch von ihr, welches ich gelesen habe. Teilweise fand ich es beängstigend eingeschlossen zu sein in einer Welt und alles andere ist verschwunden. Ich habe es versucht mir bildlich vorzustellen und irgendwie gelingt es einem auch. Man taucht richtig in die Erzählung ein.

    Liebe Grüße von der buechereule :winken:

    Im Lesesessel

    Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch!
    (Emily Dickinson)


    Mein Buchblog: Wörterkatze
    aktueller Beitrag:



    2019: 20/5.083 SuB: 2.652 (B/E/H: 2.012/607/35)

  • Ich habe das Buch gestern ausgelesen und bin immernoch schwer beeindruckt. Gerade die tiefe Einsamkeit der Protagonisten macht das Buch so einprägsam. Ich finde auch, dass es irgendwie eine ganz besondere Leseerfahrung war, ein Buch zu lesen, indem fast keine Dialoge vorkommen. :)


    Manche Dinge waren mir aber zu unklar. Woher z.B. die Wand oder

    , kam hätte ich gern geklärt gehabt.


    Insgesamt ein schönes aber trauriges Buch. Sehr zu empfehlen!

    Ich :study:
    J.M.Coetzee - Das Leben der Tiere
    Erzählungen von Franz Kafka
    Gedichte von Allen Ginsberg und Cummings

  • Ich habe das Buch heute angefangen und bin total begeistert. Ich mag Erzählungen, die rückblickend geschrieben sind, deshalb hat mir vor allem der Anfang gut gefallen. In einem anderen Thread hat einer von uns mal geschrieben, dass er Angst vor dem Inhalt des Buches hatte und sich daher nicht mehr traut, es zu lesen. Das kann ich gut nachvollziehen, denn die Erzählung verbreitet eine düstere Stimmung, ohne selbst düster geschrieben zu sein.

    Ich finde die Erzählung sehr spannend, bin bis jetzt aber auch der Meinung, dass die Erzählerin sich relativ schnell mit ihrer Lage abgefunden hat. Mal schauen, was noch so passiert.


    Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich dieses Buch schon in der Buchhandlung in der Hand hatte und es dann nicht gekauft habe, weil ich das Cover einfach nur - sorry dafür - hässlich finde. Ich denke mir immer, sowas hässliches will ich nicht in meinem Bücherregal stehen haben, dabei interessiert mich die Geschichte schon sehr. *hoffnungsloserfall*


    Es gibt das Buch doch inzwischen auch mit einem relativ angenehmen Cover, vielleicht solltest du es mal damit versuchen. :wink:


    gaensebluemche :flower:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond

  • Ich habe das Buch gerade beendet und möchte meine Eindrücke dazu noch ein wenig ergänzen.


    Trotz der Tatsache, dass das Buch rückblickend geschrieben ist und man somit schon zu Beginn weiß, dass die Frau die ganze Zeit über im Wald lebt und es keine Rettung für sie gibt, ist das Buch auf eine ganz eigene Art fesselnd. Es beschreibt zwar nur das Leben der Frau und ihre Bemühungen, irgendwie mit sich selbst und ihrer Situation fertig zu werden. Doch irgendwie lässt es den Leser nicht los. Teilweise fand ich es aber anstrengend, den Gedankengängen der Frau zu folgen, wenn sie so weit abschweifte. Überhaupt fand ich ihr Leben weitaus spannender als ihr Sinnieren über sich selbst.


    Besonders schön fand ich natürlich das Leben der Tiere, vor allem Luchs ist mir so richtig ans Herz gewachsen.



    Dass einige Fragen unbeantwortet bleiben, stört mich eigentlich nicht so sehr. Es spielt für das Buch keine Rolle, woher die Wand auf einmal kam. Der Sinn des Buches ist ein anderer.


    Aufgefallen ist mir noch, dass das Buch ein einziger Monolog ohne Absätze ist.


    :flower:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond

  • Ich habe mir nach Euren Kommentaren dieses Buch besorgt und habe nun schon einige Seiten gelesen. Ich finde den Schreibstil richtig gut. Und auch die ganze Idee des Buches finde ich bisher prima. Ich freue mich schon aufs Weiterlesen:)

  • Ich bin nun auch auf dieses Buch aufmerksam geworden und der Thread mit euren Meinungen hier spornt mich erst recht zum Lesen an. :wink:
    Ich bin schon gespannt!

    Liebe Lesegrüße
    Eure Süße
    :study::)


    Erinnerungen, die unser Herz berühren, gehen niemals verloren.

  • Ich habe "Die Wand" durch Zufall entdeckt und hätte das Buch wie einige hier fast wegen des seltsamen Covers wieder aus der Hand gelegt - gut, ich gebe zu, auch wegen der zunächst seltsam klingenden Handlung.


    Ich bin aber sehr froh, dass ich dem Buch doch eine Chance gegeben habe, denn es hat mich sehr beeindruckt - es ist eines dieser Bücher, über die man im Nachhinein noch lange nachdenkt, sich an einzelne Szenen erinnert oder überlegt, was man selbst in der gleichen Situation getan hätte. Ich habe noch tagelang über Kartoffelanbau nachgedacht! :)


    Die sehr nüchterne Schreibart gefiel mir sehr gut, sie verbreitet eine gewisse Düsternis, ohne vordergründig erschreckend wirken zu wollen. Ich finde es ist auch eine gewisse Abgeklärtheit zu spüren, so als wäre es der Ich-Erzählerin tatsächlich egal, ob jemand ihre Zeilen liest, da sie diese ja nur für sich selbst geschrieben hat... Interessant fand ich auch, dass sich die Erzählerin nicht besser darstellt, als sie ist, sondern auch mal unsymphatisch wirken darf, wie zum Beispiel wenn sie ganz trocken einschätzt, dass sie durch die Tiere neben Gesellschaft auch viel Arbeit und Mühe gewonnen hat.


    Fazit: ein Buch, auf das ich in Zukunft nicht verzichten möchte, und fünf Sterne!

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