Eric-Emmanuel Schmitt - Die Schule der Egoisten

Anzeige

  • In diesem Buch macht sich ein Doktorand auf die Suche nach Zeugnissen eines philosophischen Zeitgenossens Diderots, der die Welt nur aus sich heraus interpretierte und sich als den Urheber allen Seins betrachtete.


    Dies ist eher eine philosophisch angehauchte Schnitzeljagd, ohne wirklich befriedigenden Ausgang. "Mon. Ibrahim" und "Oskar" machen da wesentlich mehr Spaß. :|

  • Huch, das klingt jetzt aber nicht so erbauend :(


    Ich habe das Buch soeben aus der Bibliothek heimgetragen.....ich werde 'mal reinlesen und mich dann hier an dieser STelle wieder melden!!

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Hallo!


    Wie alle E.-E. Schmitts ist auch dieses Buch mit seinen gut 160 Seiten schnell ausgelesen.


    Huch, da fährt er aber eine ziemlich steile Schiene! Mir hat es recht gut gefallen, weil ich philosophische Exkursionen liebe und mir viele Gedanken darüber mache.


    Allein der Grundgedanke, sich selber als der Urheber der Welt zu sehen, alles existiere nur in der eigenen Vorstellung, finde ich ja schon sehr interessant.


    Die Reise in die Vergangenheit, die Suche nach Hinweisen auf die "Schule der Egoisten" und alleine die Basis dieser "Schule der Egoisten" und deren klägliches Scheitern fand ich zeitweilig sehr spannend, aber auch humorig.


    Toll beschrieben ist auch die Situation des Ich-Erzählers auf seiner Forschungsreise. Wie die Idee so langsam sein Denken und sein Wesen ergreift, .... im wahrsten Sinne des Wortes.


    Ich kann das Buch allen Schmitt-Liebhabern nur ans Herz legen, allerdings sollte man wirklich auch für das "Philosophische" etwas übrig haben.


    :arrow: Falls Heidi Hof hier reinliest: DAS ist ein Buch für dich!! :thumright:

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Bin doch schon da meine Liebe :D


    Ich schaue mal ob es in unserer Stadtbücherei etwas von Schmitt (überhaupt) vorhanden ist. Das Angebot ist wirklich sehr mager, denn kaufen möchte ich mir dieses Buch nicht, aber lesen gerne. :wink:


    Gerade geschaut: :cheers::cheers:
    Es ist vorhanden, welch Wunder :D
    Ich werde es mir am Dienstag ausleihen gehen :thumright:

  • Heidi,
    ja, ich hatte es auch aus der Bib. Es ist wirklich ein Büchlein für einen Nachmittag und hat einen recht stolzen Preis - leider.


    Ich drück dir die Daumen.... und gib denen in der Bib mal ordentlich Gas, damit sie wissen, was heutzutage gelesen wird!! :mrgreen: (aber ich weiß eh, so einfach ist es nicht: das Budget.....)

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Die Schule der Egoisten – Eric-Emmanuel Schmitt


    Kurzbeschreibung von Amazon:


    Durch Zufall stößt ein Philosophiedoktorand in der Bibliothèque Nationale auf einen vergessenen Exzentriker, der im 18.Jahrhundert die Pariser Salons eroberte. Gaspard Languenhaert, ein brillanter Kopf, behauptete lauthals, die Welt existiere nur in seinem Denken. In kürzester Zeit bildete sich eine Jüngerschar um ihn, lauter ›Egoisten‹, ein jeder sein eigener Gott, die zusammen um die Wette spekulieren. Aber was nützen die hitzigsten Debatten, wenn doch jedes Gespräch letztlich nur ein Selbstgespräch bleibt? Und die Liebe? Ist es denn überhaupt möglich, den Reizen der eigenen Schöpfung zu erliegen? War Languenhaert also ein großer Philosoph, ein Menschenverächter, ein selbstverliebter Narr oder einfach nur das Opfer seiner eigenen Geistesschärfe? Was als Forschungsreise beginnt, endet als turbulente Zeitreise an einen Ort, wo das Wirkliche und das Wahre weniger gemeinsam haben, als man denkt. Nach seinen beiden Erfolgserzählungen Monsieur Ibrahim und Oskar und die Dame in Rosa liegt nun auch Schmitts 1994 erschienenes Romandebüt in deutscher Übersetzung vor.



    Zum Autor von Wikipedia:


    Eric-Emmanuel Schmitt (* 28. März 1960 in Lyon) ist ein französischer Schriftsteller.
    Der französische Autor war Student an der Ecole Normale Supérieure in Paris (1980 - 85) und promovierte in Philosophie. Sein Dissertationsthema war "Diderot und die Metaphysik". Drei Jahre lang unterrichtete er in Cherbourg und an der Universität Chambéry.
    Er ist elsässischer Abstammung. Der Vater war Anästhesist. Nach Jahren als Agnostiker bekennt sich Schmitt in letzter Zeit wieder zum Christentum.
    Zunächst wurde er als Theaterautor bekannt, womit er sehr schnell Erfolge feierte. Beispiele für seine Theaterstücke wären: "Golden Joe", "Variations énigmatiques" (dt. "Enigma"), "Le Libertin". In "Golden Joe" geht es um die zynischen Lebenseinstellungen von Leuten aus der Wirtschaft. In "Variations énigmatiques" lässt der Autor zwei sehr unterschiedliche Männer miteinander über ihre Einstellungen zum Leben und zur Liebe diskutieren. Beide haben, wie sich herausstellt, dieselbe Frau geliebt. "Le Libertin" handelt bezeichnenderweise von Diderot und wurde inzwischen verfilmt.
    Schmitt erhielt mehrfach den "Prix Molière" und den "Grand Prix du théâtre de l' Académie Française". Seine Werke wurden in 35 Ländern aufgeführt. Die Stücke zeigen Einflüsse u.a. von Samuel Beckett, Jean Anouilh und Paul Claudel.
    Außerdem hat Schmitt eine Anzahl von ebenfalls erfolgreichen Romanen verfasst, darunter "L'évangile selon Pilate" (Deutsch: Das Evangelium nach Pilatus), "La secte des égoistes" (Deutsch: Die Schule der Egoisten) und "Lorsque j'étais une œuvre d'art".
    Für sein Buch Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran (Deutsch: Die Blumen des Koran) erhielt er 2004 den Deutschen Bücherpreis. Es wurde 2003 unter der Regie von François Dupeyron mit Omar Sharif in der Hauptrolle verfilmt.


    Meine Meinung:


    Ein genialer Anfang, groß und weit, voller philosophischer Gedanken.


    Zitat

    Ob ich mich nun bis zum Himmel emporschwinge oder in die allerunterirdischsten Gegenden hinabsteige, so gehe ich doch nie aus mir selbst heraus, und nie nehme ich etwas anderes wahr als meinen eignen Gedanken.


    Ein banaler Schluss, klein und eng, hat sich selber die Freiheit geraubt.
    Schmitt hat leider nichts aus seiner Gedankenfülle gemacht. Das Buch hinterlässt nichts als Leere. Vielleicht hat er seine eigene Gedankenbreite überschätzt.


    Meine Idee:


    Könnte es sein, dass Fleischhauer dieses Buch gelesen hat (er ist ja Dolmetscher ;-) ), und aus diesen Gedanken sein Werk „Das Buch in dem die Welt verschwand“ entstand. Irgendwie liegt mir das Nahe. Auf jedem Fall ist Fleischhauers Werk wesentlich weiter und tiefer!

  • Liebe Heidi! Du sprichst mir aus der Seele! Der Anfang ist vielversprechend (genial wuerde ich ihn nicht nennen), aber dann kommt nicht mehr als heisse Luft, will sagen: Philosphische Tiefe wird vorgegaukelt, ist aber nicht vorhanden.
    Fuer mich gehoert "Die Schule der Egoisten" zu den ueberfluessigen Buechern, die meine kostbare Zeit verschwendet haben.
    Dies ist das erste Buch von Eric-Emmanuel Schmitt, das ich gelesen habe, und es hat mir so ziemlich die Lust auf "Monsieur Ibrahim" genommen (an dem sich wohl die Geister scheiden).


    Gruss Mofre

  • 170 Seiten geballte Langeweile.
    Es fing vielversprechend an, und die Vorstellung, dass allein das Wesen "Ich" existiert und der gesamte Rest der Welt nur als Vorstellung des "Ich" besteht, klingt zwar abenteuerlich, ist aber eine in der Philosophie schon beachtete These.
    Doch was hat Schmitt daraus gemacht? Eine uninteressante Suche des Doktoranten nach den Spuren des fiktiven Gaspard Languenhaert, der die These entwickelte.


    Wäre das Buch dicker, hätte ich abgebrochen. So habe ich drei Tage für die wenigen Seiten gebraucht.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



Anzeige