Suzan-Lori Parks - Die verhinderte Braut

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  • Originaltitel: Getting mother's body


    Inhalt:


    Kurzbeschreibung (Amazon):


    Die etwas andere Familiensaga: laut, lebendig, temporeich.


    Die lebenslustige Billy Beede ist minderjährig, schwanger und ohne Vater für ihr Kind. Als sie einen Brief erhält, in dem angekündigt wird, das Grab ihrer Mutter, die vor sechs Jahren gestorben ist, müsse eingeebnet werden, hat sie die rettende Idee, wie sie ihrem Leben die entscheidende Wendung zum Glück geben könnte: Wurde ihre Mutter nicht damals mitsamt dem wertvollen Schmuck begraben, den ihr ein Liebhaber geschenkt hatte? Also macht sich Billy Beede auf zum Grab der Mutter. Eine weite Fahrt mit Hindernissen. Bis sie vor dem Grab steht und erfahren muss, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Aber Billy wäre nicht Billy, würde sie ihre Probleme nicht auch anders lösen können – hat sie doch einen neuen Verehrer, der es tatsächlich ernst zu meinen scheint, auch wenn er ihr eigentlich zu romantisch ist.


    Zur Autorin:


    Suzan-Lori Parks wurde in Fort Knox, Kentucky, geboren, wo sie bis zu ihrem 6. Lebensjahr lebte. Anschließend zog die Familie nach Deutschland, wo sie auch zur Schue ging.
    1985 machte sie am Mount Holyoke College ihren Bachelor of Arts in englischer und deutscher Literaturwissenschaft. In Amerika zählt sie zu den bekanntesten Theaterschriftstellern und wurde 2001 mit dem Pulitzer-Preis für Drama ausgezeichnet.
    Heute lebt sie in Kalifornien.


    Meine Meinung:


    1963 in den amerikanischen Südstaaten. Erzählt wird die Geschichte von


    Billy Beede, Tochter von Willa Mae Beede (Diva und Gaunerin),
    Dill Smiles, Mann und Geliebte von Willa Mae Beede,
    Laz Jackson, Verehrer von Billy Beede,
    Roosevelt & June Beede, Onkel und Tante von Billy.


    Diese Personen verbindet eine gewisse Freundschaft und Verwandschaft. Ihr Leben ist aussichtslos und stumpf, aber alle sind bemüht, das Beste aus ihrer Situation herauszuholen. So belügt man sich schon mal selbst und verschweigt vieles. Aus diesem Spannungsfeld entsteht ein spannender, gut erzählter Road-Trip-Roman, in dem alle Beteiligtem einem möglichen Schatz hinterherjagen.
    Auf ihrem Weg durch die Staaten treffen sie auch ständig auf den Geist der Zeit - die große Demonstration inWashington steht bevor, Roosevelt und sein Neffe Homer werden willkürlich verhaftet, an allen Ecken finden sich Segregationsschilder...


    Ich habe das Buch aus der Bibliothek nur mitgenommen, weil mir das Cover gefiel und begann neugierig und unvoreingenommen zu lesen. Und an dieser Stelle meine Kritik am Verlag:
    in dem ganzen Buch tauchen nur fünf Weiße auf und die sind zudem meist männlich. Hätte man nicht ein geeigneteres Coverbild finden können? Außerdem passt die Abbildung nicht richtig zur Handlung.


    Der Roman bietet gute Unterhaltung und lässt sich flüssig lesen. Wer Familiengeschichten mag, wird hiermit gut beraten sein. "Die verhinderte Braut" wird sicher nicht mein Lieblingsbuch, aber es hat mir gut gefallen.

    She wanted to talk, but there seemed to be an embargo on every subject.
    - Jane Austen "Pride and prejudice" - +

  • Hallo Fezzig,


    danke für diese kritische und gute Rezension!


    Durch Deine Ausführlichkeit wurde klar, dass es ein Buch für mich ist!


    Klasse - ich liebe Familiengeschichten :thumright:

    Liebe Grüße von Tanni


    2021 gelesen: 150

    Januar = 20, Februar = 23, März = 20, April = 19

    Mai = 23, Juni = 23, Juli = 22

  • Tanni:


    Ich hoffe, es wird dir gefallen.


    Mir hat die Art gefallen, in der man nach und nach erfährt, woran jede der Figuren jeweils ihr Herz gehängt hat und welche Verletzungen sie erleben musste.


    Es passiert viel und schnell aufeinander folgend. Obwohl es auch immer wieder einen inneren Monolog gibt, so lebt das Buch doch stark von der Interaktion der einzelnen Charaktere.
    Der Übersetzer hat versucht, den breiten Dialekt der Südstaaten zu übertragen, ohne die Geschichte unleserlich zu machen und beschränkt sich darauf an Stellen, an denen ein "als" zu erwarten ist, ein "wie" zu setzen (z. B.: "Er ist älter wie ich").


    Diese Anmerkungen habe ich heute morgen vollkommen vergessen.

    She wanted to talk, but there seemed to be an embargo on every subject.
    - Jane Austen "Pride and prejudice" - +

  • Hallo Fezzig,
    ich lese von Zeit zu Zeit ganz gerne Familiengeschichten und so hab ich "Die verhinderte Braut" gleich mal notiert. Mal sehen ob unsere Bücherei es vorrätig hat. Danke für die Rezi.
    Gruß Wirbelwind


    :study: Irina Korschunow, Ebbe und Flut

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









    Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen des Wortes.

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