• [Blockierte Grafik: http://www.smh.com.au/ffximage/2005/06/29/johnirving_narrowweb__200x270.jpg]
    (Quelle: www.google.de)


    Werdegang
    John Irving wurde als John Wallace Blunt, Jr. geboren. Benannt war er nach seinem Vater, einem Kampfpiloten. Seine Mutter, Helen Francis Winslow, eine Krankenschwester, ließ sich jedoch schon vor der Geburt des Sohnes scheiden. Im Alter von sechs Jahren wurde der Name geändert, nachdem sein Stiefvater, Collin F. N. Irving, ein Professor für russische Geschichte, ihn adoptiert hatte. Mit 14 Jahren begann John zu ringen und schreiben, hatte aber wegen seiner Legasthenie in der Schule große Schwierigkeiten. Im Alter von 19 Jahren wusste er, was er wollte: Ringen und Romane schreiben. (Zitat: „Schreiben ist wie Ringen. Man braucht Disziplin und Technik. Man muss auf eine Geschichte zugehen wie auf einen Gegner.“)


    Irving studierte ab 1961 an der Universität von Pittsburgh, dann, 1962/1963, zwei Semester in Wien, wo er die Idee zu seinem ersten Roman hatte: Er verbrachte seine Zeit im Tiergarten und in Kaffeehäusern (da es in seinem Zimmer zu kalt war), fuhr Motorrad, las Die Blechtrommel von Günter Grass und schrieb, davon inspiriert, sein erstes Buch Lasst die Bären los!. Danach ging Irving auf die Universität von New Hampshire, wo er 1965 mit dem Bachelor abschloss. Seinen Master of Fine Arts schloss er 1967 in Iowa ab und trat anschließend eine Dozentenstelle an einem College in Vermont an. 1968 erschien sein Erstlingsroman Lasst die Bären los!.


    Nachdem er nach seinem dritten Roman der Meinung war, sein bisheriger Verlag würde ihn nur unzureichend unterstützen, brachte er sein viertes Buch, Garp und wie er die Welt sah bei einem anderen Verlag heraus und schaffte damit seinen Durchbruch. Der Erfolg war so überwältigend, dass Irving sich fortan vollständig der Schriftstellerei widmen konnte und seine Dozententätigkeit aufgab.


    1999 verfasste er das Drehbuch seines Romanes Gottes Werk und Teufels Beitrag selbst, nachdem er sich im Jahr zuvor von dem Film zu seinem Roman Owen Meany distanziert und eine Änderung des Titels in Simon Birch erreicht hatte. Für sein Drehbuch wurde Irving mehrfach ausgezeichnet.


    Als Auskopplung aus dem Roman Witwe für ein Jahr (1998) erschien im Jahre 2003 sein erstes Kinderbuch Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen mit Zeichnungen von Tatjana Hauptmann.


    John Irving hat aus seiner ersten Ehe zwei Söhne und ist in zweiter Ehe seit 1987 mit seiner Agentin verheiratet, mit der er einen weiteren Sohn hat. Er lebt abwechselnd in Vermont und Toronto. --



    Themen und Motive
    Die unwahrscheinlichsten, oftmals äußerst skurrilen und makabren Begebenheiten, die gleichzeitig wiederum ins Urkomische übergehen, zeichnen John Irvings Romane aus. Ein weiteres Hauptthema sind die Höhen und Tiefen zwischenmenschlicher Beziehungen, die er meistens überdeutlich und krass darstellt: „... ich habe schon immer über Menschen geschrieben, die mit irgendeinem Verlust leben müssen - ganz egal, ob sie einen Körperteil verloren haben, einen geliebten Menschen oder Kinder. Wenn es Themen gibt, die sich ständig wiederholen in fast all meinen Büchern, dann sind es die Themen Verlust und Gewalt, die bizarr und völlig unerwartet passiert. Ich sehe jeden verdammten Tag Dinge in meiner Fantasie, die schrecklicher sind als der 11. September 2001.“


    Einige Motive sind in Irvings Romanen häufig wiederzufinden: Ringen, Maine, New Hampshire und Staten Island, schüchterne Männer, Beziehungen zu älteren Frauen, Prostituierte, die Schriftstellerei, Wien, Motorräder, der Zirkus und natürlich Bären. Manche Kritiker werfen Irving vor, sehr autobiographisch zu schreiben und sich ständig zu wiederholen; ein Problem, mit dem er sich auch in Witwe für ein Jahr auseinandersetzt.


    Irvings größtes literarisches Vorbild ist Charles Dickens.



    Romane
    1968 Setting Free the Bears, ISBN 3-257-21323-9
    (dt. Laßt die Bären los!)


    1972 The Water-Method Man, ISBN 3-257-22445-1
    (dt. Die wilde Geschichte vom Wassertrinker)


    1974 The 158-Pound Marriage, ISBN 3-257-21605-X
    (dt. Eine Mittelgewichts-Ehe)


    1978 The World According to Garp, ISBN 3-499-15042-5
    (dt. Garp - und wie er die Welt sah)


    1981 The Hotel New Hampshire, ISBN 3-257-21194-5
    (dt. Das Hotel New Hampshire)


    1985 The Cider House Rules, ISBN 3-257-21837-0
    (dt. Gottes Werk und Teufels Beitrag)


    1989 A Prayer for Owen Meany, ISBN 3-257-22491-5
    (dt. Owen Meany)


    1995 A Son of the Circus, ISBN 3-257-22966-6
    (dt. Zirkuskind)


    1998 Widow for One Year, ISBN 3-257-23300-0
    (dt. Witwe für ein Jahr)


    2001 The Fourth Hand, ISBN 3-257-23370-1
    (dt. Die vierte Hand)


    2005 Until I Find You, ISBN 3-257-06522-1
    (dt. Bis ich dich finde)



    Weitere Bücher
    1993 Trying to Save Piggy Sneed, ISBN 3-257-22779-5
    (dt. Rettungsversuch für Piggy Sneed)
    Kurzgeschichten und ein Essay über Charles Dickens


    1996 The Imaginary Girlfriend, ISBN 3-257-23308-6
    (dt. Die imaginäre Freundin)
    Vom Ringen und Schreiben – eine Autobiografie


    1999 My Movie Business
    Über seine Erfahrungen, seinen Roman Gottes Werk und Teufels Beitrag zu verfilmen


    2003 Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen
    ISBN 3-257-01102-4
    Kinderbuch, aus dem ersten Teil des Romans "Witwe für ein Jahr", mit Zeichnungen von Tatjana Hauptmann



    Verfilmungen
    1982 Garp – Und wie er die Welt sah
    Regie: George Roy Hill - (mit Robin Williams und Glenn Close)


    1984 Hotel New Hampshire
    (mit Jodie Foster, Beau Bridges und Nastassja Kinski)


    1998 Owen Meany unter dem Titel Simon Birch


    1999 Gottes Werk und Teufels Beitrag
    (mit Michael Caine, Charlize Theron und Tobey Maguire)


    2004 Die Tür der Versuchung
    (The Door In The Floor, der erste Teil des Buches Witwe für ein Jahr)
    (mit Jeff Bridges und Kim Basinger)


    (Copyright: Wikipedia.de)


    Ich habe diesen Autor neu für mich entdeckt und wer Fehler in den Angaben findet oder etwas hinzufügen will, der kann ja hier drunter antworten oder mich via PN anschreiben! :wink:

    Liebe Grüße von Tanni


    :montag: Ich lese gerade:

    Astrid Korten - Poppy


    2020 gelesen: 25

    Januar = 07 | Februar = 08 | März = 05 | April = 01

    Mai = 01 | Juni = 03

    2019 gelesen: 50

    Einmal editiert, zuletzt von Tanni ()

  • Der letzte Stand seiner Werke:
    Lasst die Bären los / Setting free the bears (1968 )
    Die wilde Geschichte vom Wassertrinker / The water-method man (1972)
    Eine Mittelgewichtsehe / The 158-pound marriage (1974)
    Garp und wie er die Welt sah / The world according to Garp (1978 )
    Das Hotel New Hampshire / The Hotel New Hampshire (1981)
    Gottes Werk und Teufels Beitrag / The cider house rules (1985)
    Owen Meany / A prayer for Owen Meany (1989)
    Zirkuskind / A son of the circus (1993)
    Die imaginäre Freundin /The imaginary girlfriend (1994)
    Rettungsversuch für Piggy Sneed / Trying to save Piggy Sneed
    Die imaginäre Freundin / The Imaginary Girlfriend (1996)
    Witwe für ein Jahr / A widow for one year (1998 )
    My Movie Business: Mein Leben, meine Romane, meine Filme. Über die Verfilmung meines Romans 'Gottes Werk und Teufels Beitrag / My Movie Business (1999)
    Die vierte Hand / The fourth hand (2001)
    Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen / A sound like someone trying not to make a sound (2004)
    Bis ich dich finde / Until I find you (2005)
    Die Pension Grillparzer / The Pension Grillparzer (2007)
    Letzte Nacht in Twisted River / Last night in Twisted River (2009)


    Liebe Grüsse Mara

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • John Irving wird heute 70. Ich wünsche ihm noch viele viele kreative Jahre. :flower::anstossen::birthday::flower:


    Im Mai kommt sein neues Buch "In One Person" in Amerika heraus. Und soll, wie ich heute in der Zeitung gelesen habe, in Deutschland relativ zeitgleich veröffentlicht werden. :lechz: Genaueres weiß ich leider nicht.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Seit gestern ist übrigens auch ein Dokumentarfilm über John Irving in unseren Kinos zu sehen:

    Zitat

    Berlin (dpa) - Er war professioneller Ringer, schreibt alle seine Bücher mit der Hand, und spricht sehr gut Deutsch: Bestsellerautor John Irving ringt mit jedem Satz und hegt so einige persönliche Obsessionen.
    In André Schäfers sehenswerter Dokumentation «John Irving und wie er die Welt sieht» kommt der sportliche Autor ausführlich zu Wort. Dazwischen hören wir Zitate aus Irvings Romanen, und reisen zu einigen Schauplätzen seiner Bücher, die sich bis heute mehr als 10 Millionen Mal verkauft haben.
    Das diskrete, stimmungsvolle Autorenporträt läuft am 1. März in den deutschen Kinos an, einen Tag später feiert Irving seinen 70. Geburtstag.
    (John Irving und wie er die Welt sieht, Deutschland 2012, 90 Min., von André Schäfer, mit John Irving) (Quelle: Stern.de)


    Hier geht's zum Trailer. :winken:

  • Hallo,


    Danke für die Info zum neuen Buch John Irvings und zum Dokumentarfilm.


    Ich habe mir auch ab und zu mal ein Interview mit diesem genialen Autor angesehen, wobei ich an dieser Stelle ein Zitat von ihm bringen möchte, von dem ich nur sagen kann, wie sehr mir John Irving damit aus der Seele spricht:


    “A novel is not incomplete to me if no one ever makes a movie of it”
    (John Irving at the 2009 National Book Festival)


    (Wer sich das gesamte Video dazu ansehen möchte, es sind etwa 40 Minuten, der findet es hier: Irving at the 2009 Natl. Book Festival)

    » Unexpected intrusions of beauty. This is what life is. «


    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • Danke für den Link, Mara. Ich liebe dieses Interview und habe mir extra das Diogenes-Magazin von damals aufgehoben.


    Mit dem sympathischen Herrn Irving würde ich gerne mal ein Bier trinken gehen (auch wenn ich eigentlich gar keins mag :D ).

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Mit dem sympathischen Herrn Irving würde ich gerne mal ein Bier trinken gehen (auch wenn ich eigentlich gar keins mag :D ).


    Ich habe schon einmal mit ihm gesprochen, wie er in Wien war und Bücher signiert hat, hab mir nur eines signieren lassen ich Idiot, vor und hinter mir sind alle mit Stapeln gekommen, aber die Frau vor mir hat sehr mühsam englisch mit ihm gesprochen und war dann ganz erstaunt weil ich ihn auf deutsch angesprochen habe und er wunderbar auf deutsch geantwortet hat, er hat ja in Wien studiert. :lol:

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • Hey, bin neu in dem Forum und finds toll, was hier alles so gepostet wird. Danke für die vielen Infos über John Irving!!! wusste gar nicht, dass es über ihn sogar einen dokumentarfilm gibt :D Auch wenn ich nicht unbedingt einer seiner größten fans bin, ist es immer wieder interessant, neues über große autoren zu erfahren!

  • Im Mai kommt sein neues Buch "In One Person" in Amerika heraus. Und soll, wie ich heute in der Zeitung gelesen habe, in Deutschland relativ zeitgleich veröffentlicht werden. :lechz: Genaueres weiß ich leider nicht.

    Im September ist es soweit und der Titel lautet: In einer Person - und hat 752 Seiten

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • An alle john-Irving-Fans!
    ich habe noch gar nichts vonihm gelesen, finde ihn aber so interessant, dass ich das gerne mal nachholen möchte.
    Welches Buch könnt ihr als"Einstieg" empfehlen?
    Welches ist sein typischstes Buch?
    Bin gespannt auf eure Vorschläge - und danke schonmal!
    LG Frühlingsfee
    :winken:

    Nicht jeder, der das Wort ergreift, findet ergreifende Worte :-,


    (frei nach Topsy Küppers)


  • Hallo Frühlingsfee,
    mein Liebling ist noch immer dieses hier...
    viel Spaß beim Lesen, gleich für welchen Irving Du Dich entscheiden solltest :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Ich wollte nur Geschichten erzählen

    :study: Irène Némirovsky - Meistererzählungen


  • Hallo Squirrel,
    Danke für den Tipp!
    "Gottes Werk und Teufels Beitrag" kenne ich als Film. mit Michael Caine und Tobey Mc....
    der Film hat mir sehr gut gefallen.
    Aber zum Lesen werde ich etwas aussuchen, was ich noch nicht kenne, dann habe ich keine vorgefassten Bilder im Kopf,
    und gehe etwas freier heran an das neue Buch.
    vielleicht Hotel New Hampshire oder so, weiß noch nicht.
    ich gucke mal, was unsere Stadtbib so im Angebot hat -die haben eigentlich viel!
    LG Frühlingsfee

    Nicht jeder, der das Wort ergreift, findet ergreifende Worte :-,


    (frei nach Topsy Küppers)


  • Aber zum Lesen werde ich etwas aussuchen, was ich noch nicht kenne, dann habe ich keine vorgefassten Bilder im Kopf,
    und gehe etwas freier heran an das neue Buch.

    das würde ich auch so machen, ganz klar... mit Bildern im Kopf ist das immer schwierig. Dann schließe ich mich Mara an mit "Owen Meany". Den Roman empfinde ich als durchaus typisch für Irving und seinen Hang zum Skurrilen :lol:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Ich wollte nur Geschichten erzählen

    :study: Irène Némirovsky - Meistererzählungen


  • Noch eine Stimme für Owen - der war meine Irving-Einstiegsdroge und ist heute noch mein Liebling von ihm (und überhaupt eines meiner Lieblingsbücher).

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Ich würde dir den "Garp" empfehlen, das ist mein Lieblingsbuch von ihm. Gleich danach kommt "Owen Meany".


    Garp war mein erstes Buch von John Irving, danach hat die Sucht mich auf jeden Fall gepackt. Owen Meany mochte ich auch sehr gern. Beide Bücher sind auf jeden Fall ein guter Einstieg, um zu testen, ob Irving etwas für Dich ist .


    (Auch wenn mir persönlich nicht klar ist, wie man diesen Autor nicht mögen kann :-, )

    Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, ab heute glücklich zu sein (Voltaire)

  • (Auch wenn mir persönlich nicht klar ist, wie man diesen Autor nicht mögen kann :-, )


    Hm, doch, so sehr ich Irving liebe - man muss seinen Humor und seine direkte, offene Art mögen. Irving ist einer, der polarisiert, entweder man liebt ihn oder kann gar nichts mit ihm anfangen. Zu seinen Büchern kenne ich relativ wenige "lauwarme" Meinungen.

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Irving ist einer, der polarisiert, entweder man liebt ihn oder kann gar nichts mit ihm anfangen. Zu seinen Büchern kenne ich relativ wenige "lauwarme" Meinungen.

    genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht! :thumleft:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Ich wollte nur Geschichten erzählen

    :study: Irène Némirovsky - Meistererzählungen