Anne Perry - Der Würger von der Cater Street/The Cater Street Hangman

Der Würger von der Cater Street

3.9 von 5 Sternen bei 17 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: DuMont

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 304

ISBN: 9783770123391

Termin: Mai 2002

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  • Der 1. Fall der Inspector Thomas Pitt-Reihe.


    Inhalt:
    Waren das Schritte hinter ihr? Unsinn! Und wenn es nun doch welche waren? Es war noch recht früh. Natürlich mussten auch andere Leute auf der Straße sein; sie war sicherlich nicht die einzige unterwegs. Trotzdem ging sie schneller. Es war töricht und völlig unsinnig, sich einzubilden, die Schritte hätten irgend etwas mit ihr zu tun. Sie waren noch immer ein wenig von ihr entfernt, und es hörte sich eher nach einer anderen Frau als nach einem Mann an. Sie ging noch ein wenig schneller. Und wenn es ein Mann war?


    Es werden laufend junge Frauen in der Carter Street erwürgt. Die ganze Geschichte wird aber eigentlich aus der Sicht der Familie Ellison erzählt, deren Dienstmädchen auch unter den Ermordeten ist. Die Familie besteht aus den Eltern, Edward und Caroline, den Töchtern Sarah 26 und deren Mann Dominic, Charlotte 23 und Emily 19. Die Ermittlungen werden von Inspector Thomas Pitt durchgeführt.


    Eigentlich könnte das Buch fast eher unter Roman laufen als unter Krimi, weil doch sehr die Familiengeschichte hervortritt. Es ist ganz interessant zu lesen, wie die Bewohner in der Nähe der Carter Street sich im Laufe der Zeit gegenseitig verdächtigen, weil man nicht weiß wer der Mörder ist. Keiner traut mehr dem anderen. Es ist vielleicht nicht so spannend wie ein anderer Krimi, aber trotzdem ganz gut zu lesen. Ich werde sicher auch noch weitere Fälle dieser Reihe lesen.


    Es werden von Anne Perry 2 Romane pro Jahr herausgebracht. Im Frühjahr die Inspector Thomas Pitt-Reihe und im Herbst die Detective William Monk-Reihe.


    Liebe Grüße
    Helga :)

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Oh ja, die Thomas Pitt Bücher sind toll.
    Ich hab noch einige ungelesene hier...ich komme nur nie zum lesen...*seufz*


    Blöd nur, daß man sich die Reihenfolge zusammensuchen muß, weil die wie so oft niegens angegeben ist. Und soweit ich weiß gibt es nur die ersten drei Bände bei DuMont und die anderen sind bei Heyne...

  • Hallo Pandora,


    die Reihenfolge habe ich hier hingestellt


    *klick*


    Ich weiß, wie blöd das immer ist, wen man die sucht.


    Liebe Grüße
    Helga :)

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Charlotte Ellison ist die behütete mittlere Tochter einer wohlhabenden Londoner Familie, zum Leidwesen ihrer Verwandtschaft mit einem scharfen Verstand und dem Hang ausgestattet, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Dass der gestrenge Vater ihr das Zeitung- und Bücherlesen weitgehend verbietet, weil er die Inhalte für zarte weibliche Gemüter ungeeignet findet, ist ihr größter Kummer, doch davon abgesehen führt sie ein angenehmes Leben.


    Eines Tages erschüttert eine Reihe von grässlichen Überfällen die hochanständige Cater Street. Mehrere junge Frauen wurden brutal mit einem Draht erwürgt, die Leichen weisen seltsame Kratzspuren auf. Die Angst geht um in der Cater Street, keine Frau wagt sich mehr ohne Begleitung auf die Straße, und dann bekommen die Ellisons auch noch Besuch von einem Polizisten namens Thomas Pitt, der auf der sozialen Leiter zahlreiche Sprossen weiter unten steht. Ein grässlicher Mensch, darin sind sich alle einig, der auch noch ein Auge auf Charlotte geworfen zu haben scheint. Doch dann kommt das Grauen den Ellisons schmerzhaft nahe ...


    Beim ersten Durchgang konnte ich mich für das Buch so gar nicht erwärmen, und in der Tat beginnt der Krimi auch sehr, sehr gemächlich. Erst einmal wird das gesellschaftliche Leben wohlerzogener junger Damen im spätviktorianischen England in aller Deutlichkeit vor dem Leser ausgebreitet, deren Unbedarftheit und extrem weltfremde Erziehung manchmal schon ein wenig nervig anmutet. Doch Charlotte ist mit ihrer großen Klappe eine sympathische Protagonistin, und als sich der Würger als Serientäter herausstellt und die Angst in der Cater Street umgeht, nimmt auch die Handlung mehr Fahrt auf.


    Sehr schön herausgearbeitet ist die Einstellung der gutsituierten Familien jener Zeit - der Standesdünkel, das zwanghafte Festhalten an Konventionen und das schiere Entsetzen, als sie zugeben müssen, dass Morde nicht nur in der Unterschicht passieren und der Mörder auch nicht zwangsläufig ein versoffener, arbeitsloser Nichtsnutz sein muss. Auf einmal verdächtigt jeder jeden, Ehefrauen fürchten ihre Männer und Kinder ihre Väter, und die Feststellung, dass der Würger womöglich aus den eigenen Reihen kommt, ist mindestens so schockierend wie die Morde an sich.


    Mit der Auflösung hat mich Anne Perry dann noch mal ziemlich überrascht, und das Ende kam mir zwar ein klein bisschen überhastet, aber es macht definitiv Lust auf den nächsten Teil.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Mir hat dieses Buch, das ich noch in den 80ern gelesen habe, auch gut gefallen und ich kann mich auch noch gut daran erinnern.

    Beim ersten Durchgang konnte ich mich für das Buch so gar nicht erwärmen, und in der Tat beginnt der Krimi auch sehr, sehr gemächlich. Erst einmal wird das gesellschaftliche Leben wohlerzogener junger Damen im spätviktorianischen England in aller Deutlichkeit vor dem Leser ausgebreitet, deren Unbedarftheit und extrem weltfremde Erziehung manchmal schon ein wenig nervig anmutet.

    Diese Abschnitte hätten etwas gerafft werden können, aber ich glaube, sie sind sehr realistisch dargestellt. Ich hätte wahrscheinlich bei so einem sinnentleerten Leben vor Langeweile in die Tischkante gebissen.

    Mit der Auflösung hat mich Anne Perry dann noch mal ziemlich überrascht,

    So extrem überraschend fand ich das gar nicht und angesichts der damaligen Sitten/Moral auch durchaus nachvollziehbar.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Diese Abschnitte hätten etwas gerafft werden können, aber ich glaube, sie sind sehr realistisch dargestellt. Ich hätte wahrscheinlich bei so einem sinnentleerten Leben vor Langeweile in die Tischkante gebissen.


    Charlotte ja auch :lol:


    Zitat

    So extrem überraschend fand ich das gar nicht und angesichts der damaligen Sitten/Moral auch durchaus nachvollziehbar.


    Nachvollziehbar auf jeden Fall, aber damit gerechnet hätte ich nicht (bzw. hatte den Verdacht erst ein paar Seiten vor der Auflösung.

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

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