Janna Stoll - Auf der Spur der Schattenschwester: Erfahrungen einer Borderline-Patientin

  • Klappentext
    20 Jahre alt ist Janna, als bei ihr das Borderline-Syndrom, eine psychische Störung, diagnostiziert wird. Dabei wirkt die freundliche Blondine alles andere als krank: Fast immer lächelt sie strahlend; schließlich hat sie alles, was das Herz begehrt. Was also ist los mit Janna? Oft drängt es sie, sich physisch zu verletzen, und zuweilen verliert sie ganz die Lust am Leben. In dem Bestreben, eine mustergültige Tochter zu sein, wurden schwere seelische Verletzungen verdrängt, die nun zutage treten. Auf der Suche nach Zuwendung und Zärtlichkeit wurde sie als Kind sexuell missbraucht. Als in den Psychotherapien die Schattenschwester auftaucht, Jannas verschüttetes Unterbewusstsein, eröffnet sich ein dorniger Weg, der zu innerer Befreiung führt...


    Die Autorin
    Janna Stoll, Jahrgang 1980, berichtet freimütig und mitreißend von ihrem schwierigen, doch erfolgreichen Kampf mit dem Borderline-Syndrom, von den Problemen und Chancen psychotherapeutischer Heilmethoden, von der Bewältigung einer lähmenden Vergangenheit und dem Aufbruch in ein neues Leben.


    Meine Einschätzung


    Janna Stoll gelang es von Anfang an, mich mit ihrer Lebensgeschichte zu fesseln. Durch die leicht verständliche Schreibweise und den Verzicht übermäßiger Fachbegriffe konnte ich mich sehr gut in die Situation begeben. Da ich selber beruflich schon in Kontakt mit Borderlinern gekommen bin, waren ihre Schilderungen für mich sehr schlüssig.


    Es gab während des Lesens Passagen, in denen sie ihre Gefühle und Handlungen so plastisch schilderte, dass sich mir die Haare sträubten. Für mich ist immer wieder unbegreiflich, wie weit der Selbstschutz der Psyche geht, in dem man traumatische Erlebnisse ganz tief vergräbt und Persönlichkeiten abspaltet, um weiter existieren zu können und nicht an dem Erlebten zu zerbrechen.


    Meiner Meinung nach ist dieses Buch für all jene lohnenswert zu lesen, die sich für die Thematik der multiplen Persönlichkeiten interessieren. Es ist kein Fachbuch im Sinne medizinischer Aufklärung, sondern die Schilderung einer jungen Frau, wie es ihr gelang, die Borderline-Erkrankung mit professioneller Hilfe zu erkennen, sie zu akzeptieren, sich mit ihr auseinander zu setzen und die traumatischen Kindheitserlebnise aufzuarbeiten, um somit ihre eigenen Handlungen zu verstehen und kontrollieren zu können.

  • Meiner Meinung nach ist dieses Buch für all jene lohnenswert zu lesen, die sich für die Thematik der multiplen Persönlichkeiten interessieren. Es ist kein Fachbuch im Sinne medizinischer Aufklärung, sondern die Schilderung einer jungen Frau, wie es ihr gelang, die Borderline-Erkrankung mit professioneller Hilfe zu erkennen, sie zu akzeptieren, sich mit ihr auseinander zu setzen und die traumatischen Kindheitserlebnise aufzuarbeiten, um somit ihre eigenen Handlungen zu verstehen und kontrollieren zu können.

    Mit multiplen Persönlichkeiten hat ihre Geschichte aber nichts zu tun. Vielmerh gibt es Stellen, die sich auf sie als kleines Mädchen beziehen, welches von ihrem Onkel missbraucht wurde.
    Im Vordergrund steht ihrer Borderline-Störung, wegen der sie in der psychosomatischen Klinik ist; um den Aufenthalt und ihre Therapie dort dreht sich das Buch hauptsächlich.


    Was das Buch angeht, bin ich zwigespalten, es ist auf der einen Seite flüssig zu lesen, bis auf die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart, auf der anderen Seite ist die "Beziehung" zu ihrem Therapeuten und dem Pflegepersonal meiner Meinung nach zu persönlich beschrieben.


    Um mehr über das Leben mit einer Borderline-Störung zu erfahren empfiehlt es sich, mehrere Erfahrungsberichte und Fachbücher dazu zu lesen, ansonsten ist der Eindruck zu einseitig.

    "Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont."
    Konrad Adenauer


    :study: Ashley Audrain - Der Verdacht