Und die Jugend liest DOCH !!

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  • Moin Ihr Lieben,


    ich möchte mich hier nicht wie eine "ältere Dame" aufführen,aber mir liegt etwas auf dem Herzen,das ich gerne loswerden möchte !


    Seit ich hier bei buechertreff bin, habe ich mich durch die diversen Profile geklickt und festgestellt,daß es hier viele sehr junge Menschen gibt.
    Wenn ich dann sehe wieviel und was sie lesen, tut es mir richtig gut,da ich befürchtet habe,daß die Jugend heutzutage vor lauter Handys und Gameboys das Lesen verlernt hat... Wird leider oft bestätigt wenn man die Kids so auf der Strasse oder im Fernsehen hört/sieht .Wirklich traurig.
    Deshalb muß ich das an dieser Stelle einfach mal erwähnen- schön,daß es noch genug Jugendliche gibt,die lesen ,gute Bücher lesen und sich Gedanken um das Gelesene machen.
    =D>


    Klasse,Ihr Lieben, weiter so ! ;-)


    LG
    Simonja

  • Uns wurde vor einigen Jahren mal eine GfK- Studie vorgestellt, wonach der Anteil der Jugendlichen an der lesenden Bevölkerung gleichbleibend hoch geblieben ist.
    Insgesamt war nach dieser Studie die Leserzahl rückläufig.
    Es ist, glaube ich, kein Altersphänomen, sondern hat sogar eher etwas mit dem Elternhaus und Bildung zu tun.
    Bei Jugendlichen, die mit Büchern und lesenden Eltern aufwachsen, ist wahrscheinlichkeit sehr viel höher, daß sie zum Buch greifen.
    Da können wir Erwachsene mit gutem Beispiel vorangehen.


    Schockierend fand ich immer die Erlebnisse in einer Buchhandlung in einem Center, wo ich mal gearbeitet habe. Ein Kind kommt reingelaufen, rennt freudestrahlend in die Kinderbuchecke. Mama kommt hinterher, zieht ihr Kind wieder aus dem Laden mit den Worten: "Was willst du denn da? Da gibts doch nur Bücher." Würde mich wundern, wenn aus diesem Kind eine Leseratte wird.

    :study:


    If you can read, you can empathize, luxuriate, take a chance, have a laugh, hit the road, witness history, become enlightened, turn the page, and do it all again.
    OprahWinfrey

  • @Andrea:ja ich denke Du hast da völlig recht ! Hat sehr viel mit dem Elternhaus zu tun...


    Dein Erlebnis mit den besagten Müttern ist wirklich " der Hammer"- da weiß man nicht ob man lachen oder weinen soll :cry:


    Ich habe letzens an einer Bahnhaltestelle folgendes Gespräch zwischen den Jugendlichen mitbekommen: " Da wollte die blöde Erdkundelehrerin echt was über Hong Kong wissen! Da habe ich halt geschrieben,daß es die kleine Schwester von King Kong ist !"


    ...Und der Erzähler kam sich ja sooooo cool vor ...



    LG
    Simonja

  • Zitat

    Original von andrea


    Es ist, glaube ich, kein Altersphänomen, sondern hat sogar eher etwas mit dem Elternhaus und Bildung zu tun.
    Bei Jugendlichen, die mit Büchern und lesenden Eltern aufwachsen, ist wahrscheinlichkeit sehr viel höher, daß sie zum Buch greifen.


    Ja, also bei mir war's zumindestens so. Meine Mama ist Bibliothekarin und hat mir als ganz kleines Kind schon immer vorgelesen. Und dann hab ich mir halt mit so 5 Jahren selbst das Lesen beigebracht, weil Mama ja nicht immer Zeit hatte und ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht ;) Aber bei meinen 2 Geschwistern war das anders. Meine Schwester liest eigentlich nie und mein Bruder hat erst so in meinem momentanen Alter(bin 15 ;) ) mal gelesen. Also liegt's nicht nur am Elternhaus. Aber ihr habt schon Recht, wenn es im Elternhaus viele Bücher gibt oder man immer welche bekommt, sind die Voraussetzungen schonmal besser. Bei mir wurde z.B. nie gesagt, dass ich kein neues Buch bekomme, wenn ich mal kein Geld hatte.

  • Wirklich viel lesen in meinem Umfeld zwar einige, dennoch stellt sich die Jugend ihre Wochenenden anders vor, als auf dem Sofa sitzen den Abend lesens zu verbringen. Man darf auch nicht alles Schwarz oder Weiß halten: Einige lesen, aha, ja, bestimmt sehr viel und andere lesen gar nicht, weil sie nur am PC sitzen.


    Und es hört sich auch so an, als würden viele denken, dass lesende Jugendliche immer besonders intelligent wären, schlimmer noch, dass nichtlesende dumm seien. Das ist einfach mal ganz falsch. Sicher fördert lesen so einiges. Aber ganz sicher nicht, wenn man seichte Kitschromane liest. Da fördert es meiner Meinung nach mehr, sich die Zeit mit strategischen Computerspielen zu vertreiben.


    Es ist eben nicht so - oder so.

  • Was das Elternhaus betrifft, das wollte ich ergänzen, nachdem ich Mireilles Beitrag gelesen habe, geht es da ja nicht unbedingt um die Finanzen oder die Buchsituation im Haus. Es geht darum, dass die Eltern lesen, dem Kind somit in den ersten Schuljahren ein Beispiel sind. Lesen die Eltern nicht, sehen die Kinder im Buch immer etwas, an das sie sich besser nicht rantrauen.

  • @fan: zweifelsohne ! Ich bin immer wieder überrascht wie leicht es den Jüngeren fällt irgendwelche Sachen zu programmieren,für die ich schon wieder länger brauche ;-)


    Die häufige Meinung heute ist ,daß man nur die praktischen,anwendbaren Dinge wissen muß ( ich betone HÄUFIG-nicht IMMER! )
    Habe schon oft als Argument gehört:" Was habe ich davon,daß ich weiß,daß Anna Karenina sich vor einen Zug geworfen hat?"


    Ist das richtig ? Muß man die Allgemeinbildung heute nicht haben ? Ich gehe sogar so weit zu fragen : KANN man bei so vielen und schnellen Neuerungen heutzutage sich noch eine Allgemeinbildung erarbeiten? Oder hat sich die Definition einfach nur geändert?


    LG
    Simonja

  • Ich hab schon in der Grundschule viel gelesen, aber auch Computer- und Vidoepspiele gespielt. Das eine schließt das andere nicht aus, im Gegenteil, diese beiden Hobbys sind sich sehr ähnlich. Computerspiele sind ja meist nix anderes als virtuelle, interaktive Geschichten.

  • Ich schließe mich den vorherigen an. Denn ich glaube auch, dass Lesen ganz stark vom Umfeld geprägt wird. Wobei ich wahrscheinlich die berühmte Ausnahme bin. Meine Schwester wie auch ich lesen sehr viel, wobei unsere Eltern jeweils nicht mehr als 2 Bücher in ihrem Leben gelesen haben. Woher sich dann die Leselust entwickelt, ist mir noch unklar.


    Zu dem was fân sagt: Mit Sicherheit ist nicht jeder der liest intelligenter als der Durchschnitt. Aber betrachten wir es mal andersrum: Ich persönlich kenne niemanden, den ich als intelligent einstufen würde, der nicht liest.


    Darüber komm ich auch zu Simonjas Frage nach der Allgemeinbildung: Jeder, der nicht dumm ist, weiß, dass er über Bücher Erfahrungen/Eindrücke/Denkanstöße erlangen kann, die ihm ohne Bücher verschlossen blieben.
    Wenn ich die Allgemeinbildung der Gesellschaft betrachte, erschrecke ich immer wieder. Mir ist klar, dass nicht jeder jedes Buch gelesen haben kann. Dass nicht jeder sich für Geschichte oder Erdkunde interessieren kann und somit nicht alles wissen muss. Ich selber stelle an mich den Anspruch gewisse Eckdaten zu kennen und mir ist klar, dass das nicht jeder tut. Aber das man nicht mal die grundlegenden Dinge über die Themen weiß, wofür man vorgibt, sich zu interessieren, finde ich einfach furchtbar! Und mir wird es jedes mal wieder bewusst, wenn ich in einer BWL-Vorlesung sitze und gefragt werde: Was ist denn der Unterschied zwischen Brutto und Netto? Oder in einer Rechtvorlesung und gefragt werde: Ach, wir haben einen Rechtstaat und Gewaltenteilung? ](*,)


    Ich lasse die letzten Sätze mal unkommentiert stehen und verabschiede mich kopfschüttelnd.


  • Das erinnert mich an eine Geschichte, die meine Schwester erzählt hat. Das muß wohl 2. Klasse Handelsakademie gewesen sein, als eine Professorin eine Schülerin gefragt hat, was sie über Mozart wisse, und die geniale Antwort: "Das war der Erfinder der Mozartkugel."


    Das wirklich Schlimme daran: Sie wollte gar nicht cool sein, sondern hat wirklich geglaubt, dass das so ist... 8-[



    Zitat

    Original von Camelina
    Ich persönlich kenne niemanden, den ich als intelligent einstufen würde, der nicht liest.


    Doch, das kommt vor. Eine Freundin von mir, Leiterin der Buchhaltung in einem großen Unternehmen, hat seit Schulaustritt maximal zwei Bücher gelesen. All meine Versuche, sie zum Lesen zu motivieren, sind kläglich gescheitert. Dennoch ist sie eine der klügsten Frauen, die ich kenne. Aber ich bin sicher, dass sie die Ausnahme ist, die die Regel bestätigt...


    Ein Bekannter (sehr flüchtig Bekannter, möchte ich betonen!!) hat mal erzählt. dass er sich Unmengen an Bücher kauft, sie aber nicht liest. Dafür liest er ca. einmal im Monat "Der Medicus" - alle anderen Bücher sind jungfräulich im Regal verstaut.
    Als er meine Büchersammlung sah, sagte er "Also Stephen Kind mag ich nicht, der ist mir zu krank." Ich fragte: "Was hast du denn von ihm gelesen?" Er: "Nichts. Wie gesagt: Ich mag ihn nicht."
    (Ohne Worte...)


  • Das erinnert mich an eine Geschichte, die meine Schwester erzählt hat. Das muß wohl 2. Klasse Handelsakademie gewesen sein, als eine Professorin eine Schülerin gefragt hat, was sie über Mozart wisse, und die geniale Antwort: "Das war der Erfinder der Mozartkugel."


    Das wirklich Schlimme daran: Sie wollte gar nicht cool sein, sondern hat wirklich geglaubt, dass das so ist... 8-[


    ********************************************************************


    :mrgreen: :cry: ...ich hoffe einfach mal für den kerl aus meiner Geschichte,daß er nur cool sein wollte ... [-o<



    Meine Mutter ( Chemikerin/Biologin ) erzählte mir,daß sie einmal in einer Schule die 8 Klasse befragte bei welcher Temperatur das Wasser kocht.Die komplette Klasse antwortete wie aus einem Munde " bei 95 Grad!"
    Mutter konnte sich das nicht erklären- des Pudels Kern war die Waschmittelwerbung,die die Kinder kannten- Kochwäsche- bei 95 Grad!

  • Zitat

    Original von CamelinaAber betrachten wir es mal andersrum: Ich persönlich kenne niemanden, den ich als intelligent einstufen würde, der nicht liest.



    Da haben wir es: Ich schon. ;)

  • Zitat

    Original von Susannah



    Doch, das kommt vor. Eine Freundin von mir, Leiterin der Buchhaltung in einem großen Unternehmen, hat seit Schulaustritt maximal zwei Bücher gelesen. All meine Versuche, sie zum Lesen zu motivieren, sind kläglich gescheitert. Dennoch ist sie eine der klügsten Frauen, die ich kenne. Aber ich bin sicher, dass sie die Ausnahme ist, die die Regel bestätigt...


    Jetzt kommen wir zwar ein bißchen vom Thema weg, aber ich muss sagen, dass in meinem Bekanntenkreis ( und das sind in der Mehrzahl Leute mit Abitur und/oder FH/Uni-Abschluss) wirklich im Verhältnis wenig gelesen wird. Von zehn Bekannten, die mir spontan einfallen, lesen nur fünf bis sechs und das finde ich doch wenig . Aber es kommt auch immer darauf an, wie man Intelligenz definiert. Als "schulische" Intelligenz oder im Sinne von "Weltoffenheit".
    Aber wie gesagt, ist jetzt etwas abseits vom eigentlichen Thema.


    Siri

  • Zitat

    Original von Camelina
    Darüber komm ich auch zu Simonjas Frage nach der Allgemeinbildung: Jeder, der nicht dumm ist, weiß, dass er über Bücher Erfahrungen/Eindrücke/Denkanstöße erlangen kann, die ihm ohne Bücher verschlossen blieben.


    Nun ja, in Zeiten des Internets kann man sich ohne weiteres auch Wissen ohne Bücher aneignen.


    Wisst Ihr, beim Thema Allgemeinbildung kommt mir jedes Jahr zu Weihnachten oder Ostern die Galle hoch, wenn die Umfragen im TV starten und dabei ans Tageslicht kommt, dass zig Leute nicht wissen warum wir Weihnachten oder Ostern überhaupt feiern. :pale:
    Ich bin auch kein Kirchgänger, aber sowas sollte man doch zumindest wissen, oder?


    Und das ist leider nur ein Beispiel.
    Ich habe mal eine Reportage gesehen, in dem einfach Menschen in irgendeiner Fußgängerzone aufgefordert wurden eine Textstelle aus einem Buch vorzulesen.
    Rund die Hälfte unserer Jugendlichen kann noch nicht einmal flüssig (vor)lesen!
    Da wird mir echt anders... :pale:

    Ich :study: gerade: American Dirt von Jeannine Cummins

    2 Mal editiert, zuletzt von Hiyanha ()

  • simonja:
    Manche in meinem Freundeskreis (17 J. - 23 J.) sehen Lesen als "Zeitverschwendung" an. Eher kommen irgendwelche Magazine oder Zeitschriften in Frage.
    Sie verspüren aber nie das Bedürfnis, ein "richtiges" Buch in die Hände zu nehmen, zu entspannen und sich in eine andere Welt entführen zu lassen :mrgreen:
    So unverständlich es auch sein mag!


    Bücher sind für mich gute Freunde... ich lerne dabei viel, rege meine Phantasie an, werde oft herausgefordert, kann lachen, nachdenklich werden... so vieles einfach :cyclopsani:

    "Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen."
    Franz Kafka

    Einmal editiert, zuletzt von kameliendame ()

  • Ich habe auch immer das Gefühl, dass Jugendliche kaum lesen, wenn ich mir so meine Umgebung angucke... Andererseits weiß ich, dass es eigentlich nicht so ist. Der Punkt ist: man sieht und hört ja immer nur die anderen - diejenigen, die lesen, hängen nicht auf der Straße rum sondern verbringen den Tag/Abend mit einem netten Buch zu Hause. Ich war ja selbst genauso.


    Und wenn ich mir die Leute in der S-Bahn anschaue: es haben echt wahnsinnig viele ein Buch dabei. Aber störend auffallen tun wieder die anderen, nüämlcih die "Jugendlichen" mit den lauten Walkman/Discman/mp3-PLayern/Handy etc.

  • Zitat

    Aber es kommt auch immer darauf an, wie man Intelligenz definiert. Als "schulische" Intelligenz oder im Sinne von "Weltoffenheit".


    Da hast Du wohl recht! Denn aus meinem Abi-Jahrgang von 100 Leuten könnte ich wohl an den Händen abzählen, wen ich persönlich als intelligent ansehe.


    Ich möchte auch nicht sagen, dass all die anderen dumm sind. Es gibt viele Leute, die gut lernen können oder ähnliches. Aber ich kenne weniger Leute, die sich mit mehr auseinandersetzen als sie müssen. Und die, die das tun, sind alles Leser. Trotzdem sind deswegen ja nicht alle anderen blöd.

  • Ich denke es geht auch nicht unbedingt um das Buch als Medium- es gibt auch ebooks ( obwohl ich nichts damit anfangen kann),sondern eben darum womit sich ein Mensch beschäftigt- es ist in meinen Augen ein großer Unterschied,ob jemand auf seinem Handy ein Quiz-Spiel oder Gehirn Jogging betreibt oder tagelang irgendwelche Moorhühner oder Ähnliches abschießt...
    Man kann sich heute Gott sei Dank (!) über verschiedene Medien das Wissen aneignen- die Frage ist ob man das will ...



    LG
    Simonja

  • Mir wäre es bis zum heutigen Tag noch nie in den Sinn gekommen, Leute die lesen oder nicht lesen als intelligent oder weniger intelligent einzustufen.
    Da sind mir schon zu viele unterschiedliche Menschen über den Weg gelaufen.
    U.a. eben auch solche, die unendlich viel lasen, und wenn sie etwas erzählten, klang es wie der Text eines eben gelesenen Buches. Wurden sie dann aber von ihren Lebensumständen gefordert, sozial-kompetent (im Sinne von gesundem Menschenverstand) zu entscheiden, dann waren sie total überfordert.
    Andere wiederum, die kaum ein Buch zur Hand nehmen, ob aus Desinteresse oder aus Mangel an Zeit, weil sie für ihr Leben einfach andere Prioritäten setzen, erlebe ich immer auch wieder als jene Menschen, die ihr Leben trotzdem grandios zu meistern wissen, indem sie oft sogar mit beinahe traumwandlerischer Sicherheit fähig sind die gegebenen Situationen zu analysieren um das Beste daraus zu machen. Auch sind sie nicht unbedingt die langweiligeren Gesprächspartner als die belesenen.
    Ich glaube auf keinen Fall, dass Intelligenz etwas damit zu tun hat, ob man viel oder weniger liest, es sei denn, man setze Intelligenz gleich mit angelesenem Wissen. Aber wenn schon das Lesen der Intelligenzförderung dienen sollte, dann käme es ja sowieso in erster Linie darauf an, WAS ich lese und wie ich das Gelesene ins reale Leben umsetzen kann.
    Ich merke wieder einmal mehr, wie schwierig es sowieso ist, "Intelligenz" zu interpretieren.


    aixela - die trotz dem vielen lesen in ihrem Leben schon allzu oft ](*,)

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