Velma Wallis - Zwei alte Frauen/ Two old women

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Zwei alte Frauen: Eine Legende von Verra...

4.1|36)

Verlag: Piper Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 128

ISBN: 9783492272780

Termin: Mai 2011

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  • Velma Wallis - Zwei alte Frauen - Eine Legende von Verrat und Tapferkeit


    Kurzbeschreibung Amazon.de:


    Die Geschichte von zwei alten Indianerfrauen eines Nomadenvolkes hoch oben im Norden Alaskas.
    In einem strengen Winter wird der Stamm von einer Hungersnot heimgesucht. Die Gruppe ist gezwungen, ihr Lager zu verlassen und auf Nahrungssuche zu gehen. Ihr Häuptling beschließt - wie es das Stammesgesetz vorsieht - die zwei alten Frauen, da sie unnütze Esser sind, zurückzulassen. Keiner wagt, gegen diesen Beschluss aufzubegehren. Doch allein in der Wildnis geschieht das Erstaunliche: Die beiden alten Frauen geben sich nicht auf. Ihr Überlebenswille siegt über ihren Zorn, und nach und nach besinnen sie sich auf ihre Fähigkeiten ...



    Meine Meinnung:


    Diese alte überlieferte Legende des Nomadenvolkes Gwich`in im Norden Alaskas,wurde der Autorin Velma Wallis von ihrer Mutter erzählt.Sie hat sie dann niedergeschrieben.
    Zwei alte Frauen,die von ihrem Stamm in schlimmster Not als unnütze Esser zurückgelassen werden,wachsen über sich hinaus,um zu überleben; und schaffen mit ihrer Erfahrung und Weisheit sogar viel mehr als das...


    Zitat

    Geschichten sind Geschenke alterer Menschen an junge.Leider werden dererlei Gaben heute sehr viel seltener verschenkt und empfangen,da ein Großteil unserer Jugend mit Fernsehen beschäftigt ist und atemlos versucht,mit dem modernen Leben schritt zu halten.Doch vielleicht werden ja morgen einige wenige aus der heutigen Generation,die noch für die Weisheit der Alten empfänglich sind,jene von Mund zu Mund überlieferten Geschichten in ihrem Gedächtnis bewahren.Und vielleicht wird die Generation von morgen wieder begierig nach Geschichten wie dieser sein und so die eigene Vergangenheit,das eigene Volk und ,wie ich hoffe,auch sich selbst besser begreifen lernen.


    Ihre Einstellung zum Schreiben und zu Geschichten allgemein spürt man auch sehr in dieser ihrer Geschichte.Die Sprache ist einfach gehalten,doch das passt natürlich einfach sehr zum Umfeld und den Protagoisten der Erzählung.
    Velma Wallis beschreibt alles sehr lebensnah und eindringlich,so das man von der Geschichte sogleich in ihren Bann gezogen wird.


    Zitat

    Diese Geschichte hat mich gelehrt,daß den eigenen Fähigkeiten keine Grenzen gesetzt sind,wenn es darum geht,das im Leben zu vollbringen,was man muß - schon gar nicht durch das Alter. In jedem menschlichen Wesen auf dieser weiten, komplizierten Welt ruht eine erstaunliche Anlage zur Größe.Doch nur selten haben diese verborgenen Gaben die Gelegenheit,sich zu entfalten.Manchmal ist es allein der Zufall des Schicksals


    .
    Ich kann dieses weise,anrührende Buch nur sehr empfehlen! :thumleft:

  • Dieses Buch habe ich vor Jahren mal gelesen. Ich kann mich noch sehr gut an den Inhalt erinnern. Es hinterließ in mir einen bleibenden Eindruck.


    Zwei alte Indianer-Frauen, beide unterschiedlich in ihrer Art, überleben einen strengen Winter, alleingelassen von ihrem Stamm. Einfach empfehlenswert!
    Vor allem ist der Schluß sehr lehrreich ;)

    :study: Arnaldur Indridason: Nordermoor


    Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. - Jean Paul

  • Originaltitel: Two old women


    Inhalt:


    Der Untertitel weist schon darauf hin, was der Leser zu erwarten hat: "Eine Legende von Verrat und Tapferkeit".


    Diese indianische Legende schildert, wie ein indianischer Nomadenstamm in Alaska reagierte, als er eine Hungersnot überleben musste. Der Häuptling entschied zum Wohle aller, dass die beiden ältesten Frauen des Stammes, Ch'idzigyaak (ca. 80 Jahre) und Sa' ( ca. 70 Jahre), nicht länger mit dem Stamm wandern dürften. Er setzte de beiden unnützen Esser aus, wie es das Stammesgesetz verlangte. So unmenschlich viele die Tat auch fanden, erhob doch keiner Einspruch gegen diese Entscheidung. Nur Ch'idzigyaaks Enkelsohn gab den beiden sein Messer, um sie nicht völlig wehrlos zurückzulassen.


    Neben dem Schock, den beiden erlebten, fühlten sie natürlich Trauer, Angst, Wut und Hilflosigkeit.


    Doch Sa' beginnt zu handeln. Sie versucht, sich an alles zu erinnern, was sie in ihrem Leben gelernt hat: sorgt für Essen und Unterkunft und steckt Ch'idzigyaak bald mit ihrem Elan an.
    Innerhalb kürzester Zeit haben sie eine Unterkunft gefunden, einen Essensvorrat und vor allem wieder viel Selbstvertrauen. Sie sind sich selbst zwar Gesellschaft, doch auf Dauer genügt diese nicht, um beide komplett glücklich zu machen.


    Als die Stammesangehörigen das nächste Mal wieder in der Gegend sind, wo sie die alten Frauen zurückgelassen haben, schickt der Häuptling drei seiner Gefährten los, um nach den Frauen zu suchen. Er hat ein schlechtes Gewissen und hofft, dass sie überleben konnten.


    Das Wiedersehen aller ist anfangs unangenehm, steif und voller Schuldgefühle einerseits und Erbitterung andererseits. Doch nach und nach lösen sich diese Emotionen soweit auf, dass es wieder zu einem Miteinander kommt.


    Meine Meinung:


    Von allein hätte ich mir das Buch wohl nie gekauft, aber da es mir von einem lieben Forenmitglied ( Schoenchen) geschenkt wurde, wollte ich ihm eine Chance geben. Es war eine gute Lektüre für einen Nachmittag, ist aber leider nicht mein Genre. Tut mir leid, Schoenchen.


    Ich versuche immer mal wieder Geschichten (Gleichnisse) wie diese zu lesen und stelle dabei meistens fest, dass sie mir zu oberflächlich bleiben. Ich hatte tausend Fragen, die in dem gegebenen Rahmen natürlich nicht aufgelöst werden können.


    Die Botschaft des Buches ist natürlich bewundernswert und aussagekräftig: man ist nie zu alt, um nicht für um sein Überleben zu kämpfen. Ich verstehe daher auch, warum viele diese gefühlvolle Geschichte so lieben.

    She wanted to talk, but there seemed to be an embargo on every subject.
    - Jane Austen "Pride and prejudice" - +

    Einmal editiert, zuletzt von Fezzig ()

  • Ich habe habe auch mal ein Buch mit gleicher Thematik gelesen, bin mir aber nicht sicher, ob es dieses hier war. Es war auf jeden Fall sehr gut.
    Zum Schluss des von mir gelesenen Buches retten die beiden alten Indianierinnen ihre Sippe, die im harten Winter viel Pech hatten, denn sie haben einen uralten in Vergessenheit geratenen Ort zum Überwintern (wieder-)entdeckt.


    grüße von missmarple

    Einmal editiert, zuletzt von missmarple ()

  • Mir war nach einer schönen, poetischen und bewegenden Geschichte,
    da habe ich die "Zwei Frauen" rausgeholt und wieder mal gelesen.
    Eine schöne Geschichte. Irgendwie wirkt die auf mich beruhigend,
    mutmachend, vielleicht so ähnlich, wie "Alles wird gut"- Märchen.

    2019: Bücher: 112/Seiten: 46 262
    2018: Bücher: 224/Seiten: 89 626
    ------------------------------

    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

    ------------------------------

    Lese gerade:

    Moriarty, Liane - Das Geheimnis meines Mannes

    Theroux, Marcel - Weit im Norden

  • Ich habe habe auch mal ein Buch mit gleicher Thematik gelesen, bin mir aber nicht sicher, ob es dieses hier war. Es war auf jeden Fall sehr gut.
    Zum Schluss des von mir gelesenen Buches retten die beiden alten Indianierinnen ihre Sippe, die im harten Winter viel Pech hatten, denn sie haben einen uralten in Vergessenheit geratenen Ort zum Überwintern (wieder-)entdeckt.


    grüße von missmarple


    Ja, so endet auch dieses Buch :thumleft:


    Neugierig geworden, durch Eure Berichte, habe ich "Zwei alte Frauen" bei ebay ersteigert und gerade fertig gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen, die Symbolik dieser alten, überlieferten Erzählung ist einfach toll!
    Es trifft auch die heutige Ansicht vieler Menschen: alte Leute sind für die Gesellschaft nur mehr Balast, können keinen Beitrag mehr erbringen und werden daher (oft) nicht wertgeschätzt. Ich finde das sehr schade, kenne viele sehr interessante alte Menschen und vielleicht hat mir daher auch dieses Buch sehr gut gefallen.

    Liebe Grüße
    Gabi


    "Welchen Kummer deiner Seele du auch ertränken willst,
    deine Bibliothek ist der beste Keller!

    Jean Cocteau

  • Ich habe diese Buch schon vor Jahren gelesen. Ich glaube es war eines meiner ersten "Erwachsenenbücher". Und ich war begeistert von dem Buch. Leider kann ich mich heute kaum noch an das gelesene erinnern, zumindest nicht mehr so genau, wie ich es gerne hätte.
    Ich weiß allerdings noch, dass dieses Buch mich damals sehr beeindruckt hat, und ich noch lange immer mal wieder darüber nachgedacht habe.
    Ich glaube, ich sollte es mal wieder ausgraben und noch einmal lesen. :-k

    "Ein Apartment voller Bücher ist das Erotischste überhaupt"
    Nick Hornby :study:

  • Ich habe diese Buch schon vor Jahren gelesen. Ich glaube es war eines meiner ersten "Erwachsenenbücher"


    Hallo eilan,
    das war aber ein sehr schöner und gelungener Einstieg in die "Erwachsenenbücher". :D Ein schönes Buch.

    2019: Bücher: 112/Seiten: 46 262
    2018: Bücher: 224/Seiten: 89 626
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    Moriarty, Liane - Das Geheimnis meines Mannes

    Theroux, Marcel - Weit im Norden

  • Die Inhaltsangaben und eure Meinungen zum Buch hören sich wirklich vielversprechend an. Das Buch ist schon prompt von mir vorgemerkt worden - hoffentlich kann ich es bei der Bücherei bald ergattern :D

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Hm, ich habe dieses Buch auch vor längerer Zeit gelesen, meine aber mich daran erinnern zu können dass ich die Handlung ziemlich flach fand.
    Also flach im Sinne von oberflächlich - nicht im Sinne von schlecht.
    200 Seiten mehr hätten da vielleicht Abhilfe getan, denn die Handlung (und ganz besonders die Charaktere der Hauptprotagonistinnen) wurde nur angekratzt. Hätte die Autorin etwas tiefer geschrürft, wäre dieses Buch wirklich klasse geworden.
    So habe ich es zumindest damals empfunden.

  • Ich habe mir das Buch nun aus der Bibliothek ausgeborgt und war wirklich positiv überrascht. Mir erschien die Erzählweise vor allem so, als würde die Geschichte wirklich gerade am Lagerfeuer erzählt und weitergegeben werden. Ich fand es auch schön, daß sich am Schluss das Volk und die Frauen nur langsam angenähert haben und das große Wiedersehens-Happy-End ausblieb.


    Nachdenklich hat mich das Vorgehen des Volkes gestimmt, aber es ist nachvollziehbar, warum so gehandelt wurde. Die Vergangenheit war sicher keine einfache Epoche.


    Einer ausgeschmückten Geschichte, mehr Kämpfe ums Überleben etc, wie sie in einem Hollywoodstreifen sicher vorkommen würden, würde zwar vielleicht mehr Leute reizen, aber dafür geht der persönliche Faktor verloren.

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Peinlicherweise habe ich keine Ahnung mehr, wie dieses Buch in meinen Besitz gekommen ist. Geschenkt? Gekauft? Kein Plan. :uups: Eine Bekannte wollte es mir vor einiger Zeit ausleihen (da hatte ich noch keinen SuB und nichts mehr zu lesen :mrgreen: ), aber ich habe es abgelehnt. Dachte, das sei nichts für mich, weil ich sonst ja nur Krimis und Thriller las. Inzwischen hat sich mein Lese-Horizont ein wenig erweitert, und aus einer Laune heraus, habe ich mich heute Abend das Buch geschnappt.


    Zu erst war ich erstaunt, wie dünn dieses Buch doch ist. Ich hatte es wesentlich dicker in Erinnerung. Und dadurch, dass noch Zeichnungen dabei waren, wurde der Lesestoff noch weniger. Das hat aber dem Inhalt nicht an Tiefe genommen. Es ist eine Sage, aus der die Zuhörer eine Lehre ziehen sollen. In Zeiten des größten Hungers beschließt das Volk, zwei alte Frauen, die immerzu nörgeln - auch wenn eigentlich alles gut ist - zurück zulassen, als es weiter zieht. Dem Häuptling und dem Rat fällt die Entscheidung nicht leicht, und auch das restliche Volk schämt sich ob dieser Entscheidung. Der Hunger und die Angst sind jedoch größer, und keiner widerspricht. Die Frauen aber besinnen sich auf ihr altes Wissen und nehmen alle Kraft zusammen, und überleben diesen schweren Winter tatsächlich. Dem Volk dagegen ergeht es sehr schlecht. Am Ende treffen die alten Frauen und das Volk wider zusammen, und die Frauen zeigen wahre Größe, in dem sie dem Volk in seiner Not helfen.


    Ich weiß noch nicht genau, wovor ich mehr Respekt habe: Dass die Frauen trotz der Kälte, der Schmerzen und des Hungers nicht aufgaben und den Winter tatsächlich gut überstanden, oder dass sie dem Volk, das sie verraten hat, helfen und verzeihen.


    Das Nachwort der Verlegerin in diesem Buch ist auch sehr lesenswert. Es war gar nicht so einfach, dieses Buch zu finanzieren. Erst einige Zeit, nach dem das Manuskript bei Verlag war, konnte es dank privater Spenden veröffentlicht werden.


    Ein wirklich sehr empfehlenswertes Buch! :thumleft:

    Das Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen.
    J.Joubert

  • Das Buch verbrachte einige Zeit auf meiner Wunschliste, dann fand ich es in der Bücherei.
    Mein Eindruck ist zwiespältig: Wenn man das Buch als Sage oder Legende dieses Volkes liest, erklärt sich die einfache Aufsatz-Sprache und auch, warum die Figuren nicht tiefer, schärfer charakterisiert sind. Ganz deutlich wird jedoch, was es heißt, in einem Gebiet zu überleben, dessen längste Jahreszeit der Winter mit unvorstellbarer Kälte und Schneemassen ist. Auch vor der Leistung von Velma Wallis, die die Schule abbrechen musste, um ihre Mutter nach dem Tod des Vaters bei der Erziehung der 12 Geschwister zu unterstützen, habe ich großen Respekt.


    Dennoch: Ein richtig befriedigendes Leseerlebnis war das Buch nicht für mich, was, glaube ich, vor allem an der simplen Art des Erzählens lag.


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • @ Marie: dem kann ich mich nur anschließen


    Ich habe das Buch gerade beendet und irgendwie bin ich auch gespalten. Mir gefällt die Legende und deren Botschaft sehr gut. Ich habe beim lesen viele Bilder gesehen, den kalten Winter gespürt und auch die Botschaft des Buches hat sich gut vermittelt. Wirklich eine liebevoll erzählte Geschichte, auf die der Untertitel -eine Legende von Verrat und Tapferkeit- sehr gut passt.


    Ich hätte mir jedoch -wie Marie- gewünscht, dass die zwei alten Frauen schärfer charakterisiert werden. Die Autorin umreißt zwar die Umstände sehr gut, aber auf die Charaktere hätte sie meiner Meinung nach noch genauer eingehen können. Ich habe desöfteren beim lesen gedacht: oh..das finde ich jetzt aber oberflächlich abgespeist. Ein wenig mehr Tiefe hätte den Protagonisten ganz gut getan.


    Dennoch, eine schöne und lesenswerte Geschichte, aus der man viel mitnehmen kann. Dazu muss man nicht mal groß "dahinter" schauen, auch wenn man noch mehr hätte rausholen können, hätte man einige Situationen nicht so schnell und einfach abgehandelt.


    Was ich allerdings toll finde ist, dass es eine überlieferte Legende ist, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde und dank Velma Wallis auf Papier festgehalten wurde. Ich denke, dafür, dass es eine überlieferte Geschichte ist, hat sie dann doch sehr detailliert gearbeitet.

    "Liebe die Kunst in dir und nicht dich in der Kunst" - Stanislawski


    :study: J.K. Rowling - Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

  • Dieses dünne Büchlein erzählt eine indianische Legende, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
    Die Geschichte spielt im hohen Norden von Alaska. Ein eiskalter Winter führt zu einer Hungersnot. Der Häuptling eines Nomadenstammes beschließt, die beiden ältesten Frauen zurückzulassen, um den Stamm zu retten. Das heißt, sie dem unausweichlichen Tod auszusetzen.
    Die Frauen sind entsetzt, wagen es aber nicht, aufzubegehren, aus Angst, dass dann noch etwas Schlimmeres passiert. Allein zurückgelassen, besinnen sie sich auf ihre ureigenen Fähigkeiten und sie beginnen, um ihr Überleben zu kämpfen.
    Und während die Frauen im kommenden harten Winter rausbekommen, welche Fähigkeiten noch in ihnen stecken, ergeht es dem Volk wesentlich schlechter. Der Häuptling lässt das Volk zurückkehren. Eine leise Hoffnung schlummert in ihm.
    Wird sie sich erfüllen? Sollten es die Frauen tatsächlich geschafft haben? Und wenn ja, werden sie wieder Vertrauen zu dem Volk finden, das sie so verraten hat?


    Velma Wallis Schreibstil lässt mich an Agota Kristof denken. Die Geschichte ist auf das Allerwichtigste reduziert. Nichts Überflüssiges ist an den Sätzen. Das Buch ist gespickt mit stimmungsvollen Illustrationen von Heinke Both.
    Sehr interessant auch im Nachwort der Herausgeberin zu lesen, welche Schwierigkeiten es machte, dieses Büchlein herauszubringen.
    "Eine Legende von Verrat und Tapferkeit" - so der Untertitel. Und eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und Vergebung.
    Ich kann dieses Büchlein nur empfehlen.


    Ich habe diese Ausgabe:

  • Danke insbesondere an schoenchen für die Buchvorstellung. Ich hatte mir das Buch lange vorgemerkt und jetzt war es endlich dran!


    Ich hole den Thread nach lange Zeit nochmals hervor und denke mir, dass es so für einige eine Entdeckung sein könnte. Eigentlich wurde hier ja vieles angesprochen und ich werde wohl nicht einfach nochmals von Null anfangen.


    Von mir nur erneut die Betoung darauf, was einige ebenfalls herausgehoben haben und was ja nicht nur im deutschen Untertitel, sondern auch im Begleitwort erwähnt wird : es handelt sich um eine mündlich überlieferte Tradition, « Legende ». Hat man dieses Genre akzeptiert wird man hier nicht etwas vom Buch verlangen, was nicht dessen Rolle, Aufgabe und Berufung ist. Solche « vereinfachten » Geschichten, in relativ zugänglicher Sprache und ohne Komplizierung der Persönlichkeiten wurden zwar aufgrund eines konkreten Umstandes, einer konkreten Situation erzählt, doch wurden quasi zum Träger einer allgemein gültigen Weisheit, die das Verhalten künftiger Generationen prägen sollte.


    DANACH sollte man sein Urteil und seine Erwartung ausrichten. Und findet hier doch eine schöne « Geschichte ». Ich habe sie gerne gelesen. Beeindruckend, dass entgegen allgemein gültiger Klischees (insbesondere was Indianer anbetrifft), die Natur nicht romantisiert wird. Sie erscheint nahezu als Gegener, dem man sich kämpferisch zu stellen hat unter diesen Extrembedingungen.


    Das Buch besteht neben den 8 Kapiteln in der deutschen Ausgabe ja auch aus dem begleitenden Vorwort, einer Landkarte, Zeichnungen, einer Danksagung, einigen Infos, dem Nachwort und einer Widmung (ziemlich viel für ein Büchlein).


    Die Moral ist nicht nur Überlebenswille und Tapferkeit, sondern ganz schlicht »auch wir haben ein Recht zu leben ! » Aussage, die SO auch für uns in unserer Gesellschaft zutrifft. Ob wir da unsere Opfer sehen, ob alt oder jung ?

  • Ich habe das Buch sehr gerne gelesen....es ist wie Geschichte, die sicher in den frühen Zeiten eine Rolle spielte, egal ob Indianer oder in anderen Gruppen. Aber sie ist zeitlos, denn so fortschrittlich der Mensch geworden ist, noch immer spielt das Thema Lebensrecht, Lebenswert, eine Rolle.


    Fazit


    Zwei alte Frauen


    In dem Buch wird gut und einfühlsam geschildert was in alten Menschen vor sich geht wenn sie zum "Alten Eisen" abgestempelt werden.


    Es zeigt die Enttäuschung, die Angst, die Depression auf, die aufkommen wenn man in dem Alter ist. Zusätzlich durch Krankheit und Alter gezeichnet ist. Doch es zeigt auch auf welche Kraft der Mensch entwickeln kann, wenn er sich auf sich selbst besinnt.


    Kraft und Erfahrung die ihn auch mit Einschränkungen zu einem wichtigen Mitglied in Familie und Gesellschaft werden lassen. Wenn es die Jugend und die Gesellschaft es zulassen und es zeigt, dass aus Liebe Vieles verziehen werden kann.

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