Tony Hillerman - Dunkle Kanäle / Sinister Pig

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Dunkle Kanäle

3|1)

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 288

ISBN: 9783499236884

Termin: August 2004

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  • Tony Hillerman
    Sinister Pig
    Harper Collins (Hardcover/2003)
    ISBN 0-06-019443-X
    228 Seiten


    “Sinister Pig” oder “cochon sinistre” beschreibt die Sorte von Schwein, das kein anderes Schwein an einen Futtertrog lässt, selbst wenn es sich absolut überfressen hat. Es ist auch der Spitzname, den ein Ermittler – unter dem Decknamen Charley Mankin – Rawley Winsor gibt, kurz bevor er bei Untersuchungen, die das Verschwinden von insgesamt 40 Millionen Dollar aus dem indianischen Ölgeschäft klären helfen sollen und in das Winson irgendwie verwickelt sein könnte. Diesen netten Spitznamen kann der Ermittler aber nicht weitergeben, weil er zwei Wochen später in der Nähe einer Pipeline erschossen aufgefundenen wird, mit Autoschlüsseln in der Tasche, aber ohne ein Auto in der Nähe. Einer der beiden „findigen“ Polizisten ist Jim Chee, dessen junge Liebe Bernie Manuelito – siehe: The Wailing Wind – sich zur Grenzpolizei hat versetzen lassen. Wo sie ihn sehr vermisst.


    Als die Leiche zunächst nicht identifiziert werden kann, das FBI aber Jim Chee einen Agenten an die Seite stellt um den Weg der Kreditkarte eines gewissen Mr. Mankin zu verfolgen, sieht Jim Chee sehr schnell einen Zusammenhang zwischen der Leiche und der Kreditkarte und vermutet, dass irgendeine Bundesbehörde gerne etwas vertuschen möchte. Er und der Agent verfolgen die Kreditkarte zu einer Tankstelle, wo damit Tankfüllungen für einen Volkswagen bezahlt worden waren. Ein Herr namens Delbert Chinosa bezahlt mit dieser Karte, die er angeblich von seinem Schwager Albert Desboti geliehen bekommen hat. Dieser hatte sie in einer Brieftasche in einem Mülleimer in der Nähe eines Campingplatzes gefunden, wo er regelmäßig sauber macht.


    Währenddessen beobachtet Officer Manuelito nahe der mexikanischen Grenze einen seltsamen Truck und als sie ihm folgen will, wird sie an der Grenze eines Privatbesitzes aufgehalten, von einem sehr freundlichen, humorvollen, aber auch sturen Mann. Doch schließlich kommt sie auf das Grundstück, das eine Art Jagdrevier für Privatsafaris mit importierten Tieren ist. Der Truck beinhaltet Teile für das Reparieren einer windbetriebenen Wasserpumpe zum Tränken der Tiere. Sie schießt noch ein paar Bilder von Oryx-Antilopen auf dem Gelände und fährt dann weiter, wobei sie einen Brief von Jim Chee liest, der ihr über den neuen Fall um Charley Mankin schreibt. Der anscheinend für die gleiche Firma gearbeitet hat, die auch gerade die Wasserpumpe repariert, die sie gesehen hat. Was ein Treffen der Beiden in der nahen Zukunft sehr wahrscheinlich macht.


    John Leaphorn bekommt etwa zur gleichen Zeit Besuch von einem ehemaligen Staatsanwalt, der ebenfalls Interesse an der unbekannten Leiche im Navajo-Gebiet hat und Leaphorn gerne für Ermittlungen in dieser Sache gewinnen möchte. Auch er hat Interesse am Verbleib des bereits erwähnten Geldes. Es ist ein Fall, der interessant wurde, kurz bevor der Staatsanwalt in Ruhestand ging. Leaphorn möchte erst weitere Informationen, bevor er sich entscheidet, aber als ihn wenig später Jim Chee auch wegen dieses Falls aufsucht ist der „legendäre Lieutenant“ am Haken und treibt die Ermittlungen von seiner Seite aus voran. Die ständig vom FBI in Washington behindert werden. Und auch aus Washington kommt ein Anruf an Bernies weniger als lupenreinen neuen Chef, in dem dieser aufgefordert wird, die Photos, die sie gemacht hat einzukassieren, sich über ihren Hintergrund zu informieren und seinem Auftraggeber ein Photo von ihr selbst zuzuschicken. Was Ed Henry, eben besagter Chef, seltsam findet, aber trotzdem gewissenhaft ausführt, nicht wissend, dass sich mit Jim Chee ein weiteres Problem seinem Dienstbereich nähert.
    Durch den Besuch einer Reporterin aus Washington erfährt Leaphorn den richtigen Namen des Toten, nämlich Gordon Stein, während Jim Chee bei einem Besuch des Geländes, das Bernie zuvor photographiert hat, feststellt, dass hier etwas anderes als eine windbetriebene Viehränke gebaut wurde. Es sieht aus wie etwas, das zu einer Pipeline gehört, während Mr. Stein aussieht wie jemand, der für den CIA im Jemen Pipelines näher unter die Lupe genommen hat. Womit der Fall wesentlich größere Dimensionen annimmt, als Jim Chee und John Leaphorn zunächst hatten vermuten können.


    Und sehr bald wird eine Großwildjagd eröffnet, bei denen unsere Helden die Trophäen darstellen sollen.

    1. (Ø)

      Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag


  • Obwohl das Buch sehr gut aufgebaut und geschrieben ist, gefiel es mir nicht so gut wie andere Bände der Reihe. Das lag hauptsächlich daran, dass dieses Mal das indigene Element zu kurz kam. Erfuhr man in den anderen Bänden viel über die Lebensweise und die Gedankenwelt der Navajos, so wurde hier nur erwähnt, zu welchem Stamm die Protagonisten gehörten, nicht aber, ob und wie die kulturelle Prägung sich auf die Ermittlungen auswirkt. Auch irritierte mich die moderne Technik (Handys, Pager, ...), die beiläufig erwähnt wurde, ohne dass darauf eingegangen wurde, welche Gedanken die Protagonisten dazu hatten.


    Das Hauptaugenmerk lag auf dem, was die Verbrecher taten. Vom technischen Aspekt her fand ich das sogar interessant (ich habe mal in der Rohrleitungsbranche gearbeitet), aber die Personen an sich verhielten sich nach vorhersehbaren Mustern und waren allesamt unsympathisch.


    Am meisten ärgerte ich mich jedoch über den Schluss bzw. über das veraltete Frauenbild, das hier dargestellt wurde. Bernie war für mich immer eine moderne Frau gewesen, die sich zwar ihrer Wurzeln bewusst war, aber doch mehr in der Welt der Weissen lebte. Für mich passte die Entscheidung die sie in Bezug auf Chee traf, nicht in dieses Bild. Naja, mal sehen, was die nächsten Bände noch bringen.

    Verführung Volljähriger zum Bücherkauf sollte nicht unter 5 Jahren Stadtbibliotheksmitgliedschaft bestraft werden!

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