Dark Angel - Die Vorgeschichte

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  • Max Allan Collins
    Dark Angel #1: Aufbruch in die Vergangenheit
    Panini-Dino (Hardcover/2003)
    ISBN 3-89748-673-3
    313 Seiten
    Euro: 14,95


    Nachdem Max Guevara aus Manticore entkommen war und bevor sie in Seattle ankam hatte sie bereits einige andere Abenteuer erlebt, die in diesem Buch ausgeführt werden. Der erste Teil dieses Romans wirkt sprachlich zunächst ziemlich naiv, was aber erklärlich ist, da er den ersten Kontakt der neunjährigen Max mit der Außenwelt darstellt. Hier ist die Perspektive des verunsicherten kleinen Mädchens, das gleichzeitig eine Kampfmaschine ist sehr überzeugend aufgezeichnet. Auch ihre kurzzeitige Periode als Adoptivtochter in einer durch Alkoholismus und Kindesmissbrauch durch den Vater dysfunktionalen Familie ist in ihrer Darstellung durchaus überzeugend und dadurch auch sehr bedrückend.


    Nach ihrer kurzen Zeit in einer „normalen“ Familie schließt sich Max in Los Angeles dem Chinese Clan an, einer Bande jugendlicher Diebe unter der Führung des etwa 50 Jahre alten Moody, der sehr schnell für Max so etwas wie eine Vaterfigur wird und ihr Alles über die Beurteilung von Kunstschätzen und Einbruchdiebstahl beibringt, was sie jemals brauchen wird. Und in diesem Zusammenhang beginnt die eigentliche Geschichte dieses speziellen Romans.


    Die rivalisierende russische Gang Broods hat die Pläne für eine Museum ergattert, in dem sich ein Schmuckstück findet, für das sich ein Klient Moodys interessiert. So muss Max zunächst die Pläne aus dem Hauptquartier der Broods besorgen, bevor sie dann das Schmuckstück „Das Herz des Ozeans“ aus dem Museum stehlen kann. Als sie danach ihren Erfolg mit einem Essen feiert, sieht sie im Fernsehen einen X5, der sich in Seattle mit einigen Polizisten prügelt und der laut der Nachrichtensprecherin mit „Eyes Only“ verbunden sein könnte. Am nächsten Tag trennt sie sich schweren Herzens von Moody und ihrer Ersatzfamilie um sich nach Seattle zu begeben und dort ihren „Bruder“ zu finden.


    Auf dem Weg nach Seattle trifft Max zum ersten Mal Original Cindy in einer Bikerbar, wo diese gerade – auf dem Rückweg von ihrem Armeedienst – in einer Massenschlägerei verwickelt ist. Die Situation und gegenseitige Sympathie machen die beiden jungen Frauen direkt zu Freundinnen und da O.C. sowieso in Seattle wohnt, setzen sie ihre Reise gemeinsam fort und durch die Vermittlung von Kendra, die sie in einem anderen Cafe kennen lernen bekommen sie ihren Job bei Jam Pony. Mit Hilfe eines heruntergekommenen Privatdetektivs macht sich Max auf die Suche nach dem in Seattle befindlichen X5, der zeitgleich im Auftrag von „Eyes Only“ den Milliardär Sperling unter die Lupe nimmt.


    Da der Detektiv nicht unbedingt für Gotteslohn arbeiten möchte und Max bei Jam Pony nicht übertrieben viel verdient, beschließt sie, noch einmal ihre bei Moody erlernten Fähigkeiten anzuwenden, indem sie ausgerechnet Sperling um ein Gemälde erleichtert, von dem sie hofft, es leicht zu Geld machen zu können. Bei diesem Einbruch sieht sie in einer Vitrine zufällig das „Herz des Ozeans“, das sie mitnimmt. Kurz darauf sieht sie im Fernsehen, dass der Chinese Clan in Los Angeles niedergemetzelt wurde, was sie noch einmal in Sperlings Haus treibt, von dem sie einige Antworten haben möchte. Dabei kommt sie ihrem „Bruder“ unwissentlich immer näher, bis sie ihn schließlich in der Space Needle trifft, in der es zu einer kleineren Schlacht zwischen den beiden X5, der russischen Gang, Sperlings Männern und Soldaten von Manticore kommt, bei dem unter anderem auch Max´ „Bruder“ den Tod findet. Die Needle soll später der Turm sein, auf dem wir im Vorspann der einzelnen Episoden der Serie Max sitzen sehen.


    Die Übersetzung dieses Romans ist ein klein wenig mit der heißen Nadel gestrickt, was dazu führt, dass manche Sätze deutsche Leserinnen und Leser kurz – oder auch mal länger – stutzen lassen. Dies ist ein Risiko, wenn man Bücher für ein junges Publikum übersetzt, die vor allen Dingen zeitnah zur amerikanischen Fernsehserie herauskommen sollen. Bei einer Neuauflage sollte man hier aber doch noch einmal etwas mehr Zeit investieren. Davon abgesehen ist dies allerdings ein sehr angenehm zu lesender und auch spannender Roman, den kein Fan von Dark Angel verpassen sollte.

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