Elizabeth George: Asche zu Asche / Playing for the Ashes

  • Buchdetails

    Titel: Asche zu Asche


    Band 7 der

    Verlag: Goldmann

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 768

    ISBN: 9783442480630

    Termin: Juli 2014

  • Bewertung

    4.1 von 5 Sternen bei 64 Bewertungen

    81,6% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Asche zu Asche"

    In einem idyllischen Cottage in Kent findet der Milchmann eines Morgens statt der eigentlichen Mieterin eine männliche Leiche vor. Der Vorfall wird noch rätselhafter, als die Ortspolizei den Toten identifiziert: Es ist Kenneth Fleming, Englands gefeierter Cricket-Champion. Bald stellt sich heraus, dass alle Menschen in Flemings Umfeld ein Motiv gehabt hätten, aber sie alle haben auch ein Alibi. Erst als Inspector Thomas Lynley seinen Job, ja sogar sein Leben riskiert, scheint es, als hätten selbst Mörder ein Gewissen ...
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  • Beschreibungen auf www.aum.at:
    Eigentlich hat Inspector Lynley an diesem Abend Großes vor. Gerade will er Lady Helen einen Heiratsantrag machen, als ein Anruf aus dem Yard seine Pläne scheitern läßt: Im idyllischen Kent wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Der Tote ist Kenneth Fleming, Englands gefeierter Cricket-Champion. Bald stellt sich heraus, dass alle Menschen um Fleming seit Jahren von enttäuschten Hoffnungen und blindem Rachebedürfnis erfüllt sind. Alle haben sie ein Motiv - und alle haben ein Alibi...


    Inspektor Lynley, Held von Elizabeth Georges raffinierten Kriminalstories, tritt erneut in Aktion. Allerdings steht er diesmal vor einem schier unlösbaren Rätsel, weiß nicht, ob der Tod des gefeierten Kricket-Champions Kenny Fleming ein Unfall war oder ein perfekter Mord. Tötungsmotive gäbe es genug, doch alle Verdächtigen haben ein Alibi. Aber, als Lynley Leben und Job riskiert, scheint es, als hätten selbst Mörder ein Gewissen.


    Diese Beschreibungen sagen meiner Meinung nach sehr wenig über den Inhalt des Buches, denn der ist viel komplexer als es hier scheint.


    Es geht um den berühmten (ermordeten) Cricket-Spieler Kenny Fleming, um seine Förderin Miriam Whitelaw und deren verstoßene Tochter Olivia. Es geht um die Beziehung der beiden Frauen zueinander und auch die Beziehung Olivias zu ihrem verstorbenen Vater. Es geht um die erste Frau Flemings und ihren gemeinsamen Sohn. Und es geht um Olivias Freund Chris und seine (vorerst) geheimen Aktivitäten.
    Parallel zur eigentlichen Geschichte gibt es immer wieder Tagebucheintragungen Olivias zu lesen und die machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.


    Und natürlich erfährt man auch wieder viel über das Privatleben von Barbara Havers, Thomas Lynley, Helen Clyde und dem Ehepaar St.James.


    Es ist der siebente Fall von Thomas Lynley und Barbara Havers. Elizabeth George schafft es einmal mehr, von der ersten Seite an Spannung auf hohem erzählerischen und psychologischen Niveau aufzubauen. Es gibt nicht viele Krimis, die ich gerne ein zweites Mal lesen würde, aber diesen nehme ich mir sicher irgendwann nochmal vor.


    Lg
    Susannah

  • Danke für die Vorstellung! :D


    Ich hatte mir einige der Kritiken bei Amazon durchgelesen. Dort wird viel geschimpft; viele Namen tauchen auf, aber keiner erzählt wirklich worum es geht...

    She wanted to talk, but there seemed to be an embargo on every subject.
    - Jane Austen "Pride and prejudice" - +

  • Bei mir ist es leider viel zu lange her, dass ich das Buch gelesen habe, als dass ich hier noch irgendeinen detaillierten Kommentar abgeben könnte.
    Ich weiß aber immerhin noch soviel, dass mir dieses Buch gut gefallen hat - aber fragt mich bitte nicht mehr, warum :mrgreen:.


    grüße von missmarple

  • Ich lese eigentlich sehr gerne Elizabeth George obwohl mir Lynley teilweise schon etwas zu "trocken" rüberkommt. "Asche zu Asche" hab ich bisher allerdings noch nicht in die Finger bekommen, allerdings landet es jetzt direkt auf meiner Haben Wollen-Liste. :P Als ob die noch nicht lang genug wäre... :wink:

  • Habe heute "Asche zu Asche" beendet und bin leider etwas enttäuscht davon.


    Ich muss dazu sagen- bisher habe ich nur Bücher von der Autorin gelesen, die mir wirklich gut gefallen haben, vllt konnte mich dieses deshalb nicht mitreißen.


    Es ist keinesfalls so, dass dieses Buch schlecht geschrieben ist, ganz im Gegenteil! Der Schreibstil von Elisabeth George ist auch in "Asche zu Asche" wieder großartig! Vor Allem wie sie den Umgang der verschiedenen Personen miteinander beschrieben hat, wie sie die ganzen psychischen Eigenartigen, die verworrenen Beziehungen eingebracht hat, hat mir sehr gut gefallen.
    Das war es dann aber leider auch schon.


    Der Fall an sich hatte meiner Ansicht nach erstaunlich wenig Wendungen bereit. Ich hatte schon anfangs den Gedanken "Würde passen, wenn xxx der Mörder/ die Mörderin wäre" und eigentlich werde ich bei solchen Vermutungen von Frau George grundsätzlich eines Besseren belehrt. Dem war dieses Mal leider nicht so. Kleine überraschende Wendungen gab es zwar, aber auf das, was alles in ein anderes Licht rückt, wartet man meiner Ansicht nach hier leider vergebens. Gerade durch die ganzen Unterbrechungen durch Olivias Geschichte (die ich zwar spannend fand, die aber für mich zu ausführlich war) konnte man bei der Aufklärung nicht wirklich mitfiebern- und selbst wenn man es gekonnt hätte, Spannung wäre trotzdem nicht aufgekommen.


    Und nicht zuletzt am meisten enttäuscht haben mich dieses Mal die Ermittler selbst, allen voran der allwissende Lynley, der keinem Rechenschaft schuldig ist :roll: . Die Art, wie er hier aufgetreten und mit anderen Menschen umgegangen ist und das ewige, keinerlei logischen Gründen folgende Hin und Her zwischen ihm und Helen haben mich doch sehr gestört. Einziger Lichtblick war Barbary Havers, doch bei ihr hat Frau George leider einiges offen gelassen (Beispiel Hadiyahs Geburtstag), was man gerne gelesen hätte.


    Alles in allem tolle Ansätze, aus denen leider nicht viel gemacht wurde. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass hier viel angefangen aber wenig zu Ende gebracht wurde.


    Ich kann nur sagen, dass ich froh bin schon neuere Werke der Lynley-Reihe zu kennen und zu wissen, dass es wieder deutlich bergauf geht 8)


    Vier hätte es gegeben, falls sich meine Täter-Vermutung nicht bestätigt hätte, aber so nur :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: für "Asche zu Asche".

    :study: Liar's Room (S. Lelic)
    :bewertung1von5: Bücher/Seiten 2021: 19/8.718 || SUB 214 O:-) (Start:222)

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  • Ich habe inzwischen mehrere Fälle von Inspektor Lynley gelesen und mein Fazit zu „Asche zu Asche“ fällt eher gemischt aus.


    Besonders das ungleiche Ermittler-Duo Lynley und Havers waren mir sympathisch. Die beiden haben mein Interesse geweckt, die Ermittlungen zu verfolgen.


    Positiv finde ich außerdem, trotz der vielen Beteiligten und Verdächtigen, wurde die Handlung nicht unübersichtlich und der Täter konnte lange unerkannt bleiben.


    Allerdings waren Olivia´s Rückblicke und Erläuterungen bzgl. ihrer Mutter und ihres eigenen Schicksals deutlich zu ausführlich und langatmig.


    Insgesamt ist „Asche zu Asche“ genauso sehr Krimi wie auch Drama – über zerrüttete Familien, deren Hoffnungen, Erwartungen und Enttäuschungen.


    Wäre die Story etwas kompakter und weniger ausschweifend ausgefallen, wäre mir dieser Fall vermutlich mehr als :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: wert gewesen.

  • Der Inhalt (in meinen Worten):

    7. Fall für Inspector Lynley und Sergeant Barbara Havers. Ein Milchmann macht auf seiner Runde eine merkwürdige Entdeckung. Als er zu dem Haus kommt, das er immer beliefert, steht eigenartigerweise nicht nur die Milch von der letzten Lieferung noch unberührt da, auch der Briefkasten ist randvoll. Kurzerhand beschließt er, nachzusehen, ob mit der Bewohnerin des Hauses alles in Ordnung ist. Da die Haustüre aber verschlossen ist und er durch das Fenster kaum etwas erkennen kann, weil alles dunkel, staubig und verrußt durchscheint, ruft er sicherheitshalber die Polizei.
    Erste Untersuchungen haben schnell ergeben, dass hier ein Schwelbrand eine Leiche gefordert hatte - und auch, dass das wohl beabsichtigt gewesen sein dürfte. Zu aller Überraschung handelt es sich bei dem Toten um keinen Geringeren als um Kenneth Fleming - DEM Superstar im Cricketsport.
    New Scotland Yard schaltet sich infolgedessen ein. - Lynley und Havers treten in Aktion...


    Meine eigene Meinung:

    "Am Ende sind wir beide voneinander abhängig"


    Das war jetzt bereits mein 7. Buch, in dem ich den adeligen Inspector, Sir Thomas Lynley, und seine etwas verschrobene Kollegin, Sergeant Barbara Havers, bei ihren Ermittlungen begleitet habe.
    Wie bei den vorherigen Bänden kommt auch in "Asche zu Asche" die Spannung nicht zu kurz.
    Erzählt wird hier aus der Sicht Lynleys, Barbara Havers und in diesem Fall auch großteils aus Olivias Sicht, die eine wirklich interessant ausgedachte Protagonistin mit einem Charakter, den man nach und nach kennenlernt und auch liebgewinnen wird, ist.
    Elizabeth George erzählt mit einer solchen Intelligenz und Raffinesse die Umstände dieses rätselhaften Todes und der damit verbundenen Unwahrheiten. Sie beschreibt die Beziehungen, Gedanken und Verhaltensweisen aller Protagonisten, sowohl der Altbekannten, als auch der Neuen, auf eine so realistische und anschauliche Art und Weise, dass jeder Satz, den man liest, Vergnügen bereitet. Kurz gesagt: sie schafft es, den Leser fast ganz bis zum Schluss immer wieder auf eine andere Fährte zu locken, um dann am Ende die Bombe platzen zu lassen. - Selbst als ich dann einige Male dachte "Jetzt weiß ich aber, was hier gespielt wird", ist die Autorin mit neuen Informationen angerückt und hat mich wieder staunen lassen, wie falsch ich doch gelegen habe.
    Und zum Schluss sollen natürlich die ausführlichen und wundervollen Beschreibungen der Schauplätze auch nicht unerwähnt bleiben. - 100%ig bildhaft geschrieben und teilweise so faszinierend zu lesen, dass es mich nur noch tiefer in die Geschichte hineingezogen hat.


    Also für mich ein rundum gelungener sowie fabelhafter 7. Lynley-Havers-Fall. Aber nichts anderes habe ich von Elizabeth George erwartet und bin ich von ihr ohnehin schon gewöhnt. ;-)
    Deswegen vergebe ich für dieses Werk verdiente 5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:.

  • Lynley und Havers werden von der örtlichen Kriminalpolizei zu einem aufsehenerregenden Fall hinzugezogen: Kenneth Fleming, ein beliebter Kricketstar, wurde tot in einem Cottage in Kent aufgefunden, Todesursache Rauchvergiftung. Schnell ist geklärt, dass es sich um Brandstiftung gehandelt haben muss, aber danach gestalten sich die Ermittlungen zunehmend schwierig. Hatte der Brandstifter wirklich Fleming im Visier oder vielleicht doch die Besitzerin des Häuschens, Gabriella Patten? Und wo ist diese überhaupt abgeblieben? Welche Rolle spielt Flemings Gönnerin Miriam Whitelaw, mit der er zusammenlebte, angeblich rein platonisch? Und wie stand es tatsächlich um Flemings Ehe und seine Beziehung zu den drei Kindern, die daraus hervorgegangen sind?

    Lange Zeit fischen die Ermittler im Trüben. Das Kompetenzgerangel mit den Kollegen vor Ort hilft natürlich auch nicht gerade, und so dauert es eine ganze Weile, bis endlich, ganz allmählich, Licht ins Dunkel kommt.

    Das Spiel mit falschen Fährten und irreführenden Details beherrscht Elizabeth George hier meisterhaft und macht es einem nicht einfach, den wahren Täter mitsamt seines Motivs zu erraten. Mit knapp 700 Seiten im Original lässt sie sich auch ordentlich Zeit, den Fall vor dem Leser auszubreiten. Ab und an wurde das ein klitzekleines bisschen langatmig, wobei sich später herausstellte, dass viele Kleinigkeiten in der Tat einen Platz im großen Puzzle hatten.

    In diesem Band wendet George auch einen neuen erzählerischen Kniff an, indem sie ganze Kapitel aus einer völlig unerwarteten Perspektive schreibt: der von Olivia, Miriams Tochter, die schon lang mit ihrer Mutter gebrochen und um jeden Preis ihr eigenes Ding zu machen versucht hat. Sie ist keine sonderlich sympathische Person, und man fragt sich immer wieder, warum wir eigentlich so viel aus ihrer Sicht erfahren, aber das hat durchaus seine Gründe, wie man am Ende sehen wird.

    So gesehen ist es ein eher ungewöhnlicher Teil der Reihe - statt der zahlreichen Olivia-Kapitel hätte ich noch lieber mehr über Lynleys und Havers' Privatleben erfahren und habe überdies die St. Jameses vermisst -, doch was das Buch anfangs stellenweise etwas zäher war als üblich, macht es auf den letzten 200 Seiten durch reichlich Spannung und auch Action wieder wett.

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