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Frederick Forsyth "Die Hunde des Krieges"/The Dogs of War

Die Hunde des Krieges

4.3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Piper Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 448

ISBN: 9783492231275

Termin: Juli 2007

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  • Die Hunde des Krieges sind fünf Söldner, die im Auftrag eines britischen Bergbaubosses einen monströsen Anschlag auf eine afrikanische Republik unternehmen. Die Chefetagen Londoner Industrieller und Züricher Bankiers, die schäbigen Büros Hamburger Waffenschieber, Hotels, Kneipen und Buschpisten sind die Schauplätze, über die Forsyth das Netz eines hochbrisanten Komplotts spannt....
    Soweit der Umschlagtext.
    Tatsächlich handelt es sich um ein hervorragend recherchiertes Buch, das die Machenschaften der Multis offenbart und die Ursache für den nie enden wollenden Zwist in Afrika beim Namen nennt. Wer nur einen reinen Aktionroman erwartet, wird enttäuscht. Denn das Buch ist so vollgepackt mit Wissen und Hintergrundinfos, daß man ohne Zweifel selbst hinterher eine Privatarmee ausrüsten könnte. Ich fand das Buch deshalb spannend bis zum überraschenden Schluß. Ein Schluß übrigens, der mit den Abläufen wieder versöhnt.

  • Frederick Forsyth hat noch viele weitere brilliante Polit-/Geheimdienstthriller geschrieben. Unter anderem "Der Schakal", der viel zu schlecht verfilmt wurde, lasst euch also davon nicht beeindrucken. Weitere Bücher sind "Das 4. Protokoll", "Der Unterhändler", "der Veteran" und "Das schwarze Manifest". Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem Repertoire.
    Vielleicht kurz etwas zu Foryth's Biographie. Frederick Foryth, geb. 1938, war im 2. Weltkrieg der jüngste Pilot in der Royal Air Force. Danach ist er für die BBC in vielen Ländern als Auslandskorrespondent tätig gewesen. Zuletzt vor allem in Südafrika.
    Forsyth begibt sich zwar mit seinen Büchern in das Geheimdienstmillieu, das schon immer mit vielen Helden zu tun hatte. Dies ändert sich bei ihm nicht, denn er hat immer seinen Helden (meist ein britischer Geheimagent). Aber er bleibt immer dem totalen Realismus treu. Er schreibt nur, was er auch recherchiert hat. Selbst wenn er über andere Geheimdienste, wie z.B. dem israelischen Mossad, schreibt, hat er vorher mit Mitarbeitern dieses Dienstes gesprochen.
    In seinen älteren Büchern sind die Rollen klar verteilt: Russland samt Warschauer Pakt böse, USA, Großbritannien und Frankriech gut. Deutschland und andere Länder sind meist nur kurze Schauplätze. Doch er verliert nie aus dem Auge, dass auch der Böse ein Mensch ist. Dies macht ihn zu einem der besten Politthrillerautoren der letzten Jahre für mich.
    In seinen Büchern in den 90er Jahren hat er sich stark mit dem Zerfall der UDSSR und dem Problem der russischen Mafia befasst. Davon ist er inziwschen abgekommen und begibt sich in die arabischen Länder.
    Wer sich also mit Geschichten aus dem Kalten Krieg bzw. dem neuen Terrorismus, einsamen Helden, die ihr Geheimdiensthandwerk verstehen, gut versteht, der wird bei Frederick Forsyth bestens bedient.

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