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Josef.M.Bauer - So weit die Füsse tragen

So weit die Füße tragen: Ein Leben: Eine...

4.2 von 5 Sternen bei 13 Bewertungen

Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 496

ISBN: 9783404146666

Termin: Dezember 2001

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  • Hallo @ll,


    hier habe ich wieder ein Buch ausgesucht, dass -wie ich finde- in unserer Rubrik der Kriegsromane nicht fehlen sollte.
    Das Buch habe ich leider noch nicht gelesen, kann mich aber an die erste Verfilmung- noch in schwarz/weiss Ende der fünfziger/Anfang der sechziger Jahre erinnern.
    Der Film wurde in mehreren Teilen gezeigt, die ich als Kind (ca.10 Jahre alt) mit meinem Vater (der ebenfalls- wie schon an anderer Stelle erzählt, auch in russischer Kriegsgefangenschaft war) gesehen habe.
    Das habe ich bis heute nicht vergessen.


    Inhaltsangabe bei Amazon kopiert;
    Was hier beschrieben wird, überschreitet unsere Vorstellung von Leid. Es ist der Tastsachenbericht eines Mann, der aus der Gefangenschaft in Sibirien ausbricht und drei Jahre bzw. 14208 Kilometer zu Fuß heim geht. Als der Journalist Josef Martin Bauer 1955 die authentischen Erlebnisse des Soldaten Clemens Forell - dieser wollte anonym bleiben - in Form eines Buches veröffentlichte, löste er nicht nur wegen der Gefangenenfrage heftige Reaktionen aus. Auch heute noch bewegt die Geschichte Forells, der nach seiner Heimkehr aufgrund der Arbeit mit Blei keine Farben mehr sehen kann, dem nur noch "Narben an Körper und Seele" geblieben sind und der die "Gnade des Vergessens" sucht. Beim Thema der "Gnade des Vergessens" denkt man unweigerlich an unsere verdrängende Vergangenheitsbewältigung. Trotzdem bleibt diese Odyssee ein spannendes, anrührendes "Abenteuer".
    Forells Flucht ist gezeichnet durch Ängste und dem tierähnlichen Instinkt zu überleben: Immer wieder trifft er auf Menschen, die ihm helfen: Der Lagerarzt Dr. Stauffer, Rentierhirten, Gauner, dies sich als Geldwäscher betätigen, Jakuten, die ihn vor Wölfen retten, ein armenischer Jude und der Hund Willem. Auf seinem Leidensweg wird er typisierend oft nur noch "der Mensch" genannt.


    Grüsse von Bonprix

  • Das war eines der Lieblingsbücher meines Vaters. Deshalb habe ich es noch in der Schulzeit gelesen. Das ist zwar schon ein paar Jahre her, aber an die Stimmung in diesem Buch erinnere ich mich noch sehr gut.
    Ich spürte richtig alle Mühsal, alle Entbehrungen, aber auch die Hoffnung und den Lebenswillen. Ich glaube, das ist ein Buch, das die Leiden des Krieges verstehen hilft.

  • Hallo,
    dieses Buch habe ich vor einer ganzen Weile gelesen und war damals sehr beeindruckt von der Komplexität der Schilderungen all diesen Leids - ich glaube es war auch eines der ersten Bücher, die ich zu dieser Thematik gelesen habe.
    Nun ist das natürlich eine ganze Weile her und ich bin auch nicht nochmal dazu gekommen, es erneut zu lesen - aber irgendwo habe ich im Hinterkopf die Frage, inwiefern dieses Buch die Tatsachen halbwegs objektiv wiedergibt oder ob sie nicht doch ein wenig in Richtung aufsehenerregender Roman verzerrt bzw. gewichtet dargestellt werden. Ist aber wirklich eher eine Frage als eine Feststellung, dazu müsste ich es nochmal lesen...



    LG schnakchen

  • Aber es ist auch ein Buch, das deutlich zeigt, daß Menschen in ihrer Not nicht allein sein müssen. Gerade in Ländern mit einer unmenschlichen Regierung gibt es einen Zusammenhalt der kleinen Leute, die eben doch noch an ihren Mitmenschen interessiert sind. Aber das Buch erzählt auch von Menschen, die Kriegsereignisse als das sehen, was sie sind: die Ausgeburt eines kranken Geistes, dem sich kaum ein Mensch entziehen kann.
    Kurz, das Buch ist ähnlich wie Remarque's "Im Westen nichts neues" sehr lehrreich und lesenswert. Es steht auch in meiner Bibliothek.

  • nachdem das buch eine ganze zeit auf meinem SUB lag, habe ich es jetzt gelesen
    die geschichte ist wirklich sehr beeindruckend
    aber welche strapatzen dieser mensch durchlebt hat und wie dieser sich gefühlt haben muss, kann man wohl kaum nachvollziehen wenn man es nicht selbst erlebt hat


    die geschichte hat mich teilweise an "sieben jahr ein tibet" von heinrich harrer erinnert, da auch dieser aus einem kriegsgefangenenlager flüchtet und monatelange durch gebirge und kälte zieht
    nur mit dem unterschied dass harrer noch eine weitaus schönere zeit in tibet verlebt eher er heimkehrt


    Zitat

    Original von schnakchen


    aber irgendwo habe ich im Hinterkopf die Frage, inwiefern dieses Buch die Tatsachen halbwegs objektiv wiedergibt oder ob sie nicht doch ein wenig in Richtung aufsehenerregender Roman verzerrt bzw. gewichtet dargestellt werden.


    das würde mich auch mal interessieren

  • Ich habe das Buch heute fertig gelesen.
    Ehrlich gesagt habe ich mir von dem Buch deutlich mehr erwartet. Ich glaube das hier die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit mehrmals überschritten wird.
    Auch konnte ich mich mit dem Schreibstiel des Autors nicht anfreunden.


    Fazit: Muss man nicht unbedingt gelesen haben

    Liebe Grüsse
    Wonneproppen
    ;-)


    Ich lese gerade "Im Dunkel der Wälder" von Brigitte Aubert
    Es gibt nur ein Leben für jeden von uns: unser eigenes. Euripides

  • noch ein Tipp.


    Dieses Buch geht auch in diese Richtung und gefällt mir persönlich viel besser... :!:

    Liebe Grüsse
    Wonneproppen
    ;-)


    Ich lese gerade "Im Dunkel der Wälder" von Brigitte Aubert
    Es gibt nur ein Leben für jeden von uns: unser eigenes. Euripides

  • Hallo ihr,
    dieses Buch schlummert schon längere Zeit in meinem SUB vor sich hin. Aber ich glaube, (gerade auch wegen der unterschiedlichen Meinungen hier), ich muss es demnächst mal hervorkramen.


    Grüße
    Wilaja :flower:

  • Das Buch tönt spannend. Ich werde es auch mal lesen.


    Ich habe die verfilmungen gesehen, der mehrteilige Schwarzweissfilm der einteilige farbige Film. Ich glaube, die neue Version ist eher Hollywood-mässig. durch die Länge des Filmes bedingt gehen auch ein paar wertvolle Szenen verloren.

  • Hallo,


    für alle, die auch die Verfilmung interessiert:
    Am Samstag, 10.12.2005, läuft " So weit die Füße tragen" um 20.15 Uhr auf ARD.


    Mehr Infos gibt es hier .


    Ich kenne allerdings die Verfilmung (noch) nicht und weiß daher auch nicht, ob es sich lohnen würde... :wink:


    Gruß
    Wilaja

  • Huhu,


    heute habe ich hier so einen a-ha Tag. Ständig Bücher die mich interessieren. Bei diesem hier ist es so dass ich die Tage irgendwo was im TV gesehen habe an Werbung zum Film und dachte so bei mir, dass ich das wohl gern lesen würde, weil es bestimmt ausführlicher ist, als der Film. Dann ist es in Vergessenheit geraten und nun bin ich froh, es hier wiedergefunden zu haben.


    Gruss, Tanni

  • Habe die Vorschau zu dem Film gesehen und jetzt interessiert mich dieses Buch doch sehr. Meine Wunschliste ist zwar schon km-lang, aber das kommt da jetzt einfach noch mitdrauf. Scheint ja wirklich sehr interessant zu sein.



    Blabberworth

  • Habe das Buch mittlerweile durch, nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat es sich sehr gut lesen lassen, und zuletzt konnte ich es nicht mehr aus den Händen legen und ich las die letzten 150 Seiten in einem Rutsch.
    Witzig das der Film am Samstag Abend im Fernsehen läuft ;o) ...

  • Habe das Buch auch ziemlich früh gelesen und war stark beeindruckt von den Charakteren , denen Forrell begegnet. Hinzu kommt natürlich, dass mein Vater ebenfalls aus russischer Gefangenenschaft entfloh (aber auf einem kürzeren Weg) und mir einiges erzählen konnte.
    Wenn ihr ne Verfilmung sehen wollt, dann versucht die erste schwarz-weiß Version zu bekommen. Die ist athmospärischer und sehr stark am Buch orientiert.

    Neue Lektüre:
    John Norman : Die Nomaden (Gor-Reihe, Bd 4 )
    Wo man liest, da lass dich ruhig nieder,
    böse Menschen lesen keine Bücher

  • Nach einem etwas schwierigem Einstieg hat hat mir das Buch dann doch noch gut gefallen, leider hatte ich am Anfang nicht den richtigen Zugang zu Forrell und der Geschichte an sich.
    Vielleicht lag es auch daran, dass es keine Kapitel und sehr wenige Absätze gibt, ich weiß es nicht.
    Dies hat sich aber mit der Zeit gelegt - zum Glück!



    Die spektakuläre Flucht von Clemens Forrell ist wirklich sehr beeindruckend, ich kann mir kaum vorstellen, welche Qualen diese Menschen erleiden mussten...



    Gruß
    Wilaja

  • Ich habe das Buch soeben ausgelesen.
    Der Einstieg ins Buch war recht schwer, ich musste mich erst an den Schreibstil des Autors gewöhnen. Aber mittendrin war es dann richtig spannend und natürlich auch traurig. Ich gewöhnte mich dann auch an den Schreibstil und das Buch las sich dann wirklich recht flüssig.
    Es ist wirklich bewunderswert, wie Clemens Forell die Flucht gelingt und er es dann tatsächlich bis nach Deutschland schafft, mit ein paar Helfern.


    Das Buch ist wirklich empfehlenswert. Ein wahrheitsgemäßer Bericht über die Flucht eines deutschen Kriegsgefangenen vom Ostkap in Sibirien.

  • Ein beeindruckendes und lesenswertes Buch.
    Nach der anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Schreibstil (der Roman ist aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben, was mir persönlich eher weniger zusagt),
    hat mich die Geschichte gefangen genommen.
    Spannend und authentisch erzählt der Autor von der Flucht eines deutschen Soldaten Clemens Forell aus dem Kriegsgefangenenlager in Sibirien: mutig und hartnäckig kämpft Forell jenen Tag ums Überleben und zieht durch die endlosen Weiten Russland, um der Gefangenschaft zu entkommen bis er endlich seine Heimat erreicht. Über drei Jahre dauert seine Flucht. Mehr als 14 000 Km legt er in dieser Zeit zurück.
    Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit.
    Von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    2019: Bücher: 155/Seiten: 62 665
    2018: Bücher: 224/Seiten: 89 626
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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