Eugen Roth "Bücher"

  • Buchdetails

    Titel: Ein Mensch: Heitere Verse


    Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 88

    ISBN: 9783446244078

    Termin: Februar 2016

  • Bewertung

    5 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Ein Mensch: Heitere Verse"

    Es ist genau diese Sammlung von Versen, die Eugen Roth zum Durchbruch verhalf. Mit einem Umschlagmotiv von Philip Waechter erscheinen die heiteren Verse jetzt in neuem Gewand. Und oft erkennt man sich selbst zwischen den Zeilen wieder, wenn Eugen Roth seine Helden mit feinem Humor die Höhen und Tiefen des Alltags erleben lässt.
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  • Ein Mensch, von Büchern hart bedrängt,
    an die er lang sein Herz gehängt,
    beschließt voll Tatkraft, sich zu wehren,
    eh sie kaninchengleich sich mehren.
    Sogleich, aufs Äußerste ergrimmt,
    er ganze Reihn von Schmökern nimmt
    und wirft sie wüst auf einen Haufen,
    sie unbarmherzig zu verkaufen.
    Der Haufen liegt, so wie er lag,
    am ersten, zweiten, dritten Tag.
    Der Mensch beäugt ihn ungerührt
    und ist dann plötzlich doch verführt,
    noch einmal hinzusehn genauer -
    sieh da, der schöne Schopenhauer ...
    Und schlägt ihn auf und liest und liest,
    und merkt nicht, wie die Zeit verfließt ...
    Beschämt hat er nach Mitternacht
    ihn auf den alten Platz gebracht.
    Dorthin stellt er auch eigenhändig
    den Herder, achtundzwanzigbändig.
    E.T.A. Hoffmanns Neu-Entdeckung
    schützt diesen auch vor Zwangs-Vollstreckung.
    Kurzum, ein Schmöker nach dem andern
    darf wieder auf die Bretter wandern.
    Der Mensch, der so mit halben Taten
    beinah schon hätt den Geist verraten,
    ist nun getröstet und erheitert,
    daß die Entrümpelung gescheitert.


    Wer erkennt sich wieder?


    Marie

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Ein wunderschönes Gedicht ... viel zu schade um hier auf Nimmerwiedersehn zu verschwinden. Deshalb hol ich es jetzt mal wieder zum Vorschein und hoffe, ein paar "Leidensgenossen" damit zu erfreuen. :-({|=

    Jeder steckt in seinem Bewusstsein wie in seiner Haut und lebt unmittelbar nur in demselben.


    (Arthur Schopenhauer)

  • Sehr schön, dass das Gedicht wieder hochgeschoben wurde. :)

    Zitat

    Der Mensch beäugt ihn ungerührt
    und ist dann plötzlich doch verführt,
    noch einmal hinzusehn genauer -
    sieh da, der schöne Schopenhauer ...
    Und schlägt ihn auf und liest und liest,
    und merkt nicht, wie die Zeit verfließt ...


    Dabei habe ich das Gefühl, dass Eugen Roth von mir spricht ... Hat er mir zugesehen? :drunken: Hier geht es wahrscheinlich vielen so :)

    2021: Bücher: 161/Seiten: 73 528
    2020: Bücher: 139/Seiten: 60 837
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Stavemann, Harlich H. - Im Gefühlsdschungel

  • Das genau ist der Grund, weshalb bei mir die Bücherberge immer größer statt kleiner werden.
    Wo Roth Recht hat, da hat er eben Recht ;)

    Neue Lektüre:
    John Norman : Die Nomaden (Gor-Reihe, Bd 4 )
    Wo man liest, da lass dich ruhig nieder,
    böse Menschen lesen keine Bücher

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