Harry Kemelman - Am Freitag schlief der Rabbi lang / Friday the Rabbi Slept Late

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Am Freitag schlief der Rabbi lang (metro...

4.2|12)

Verlag: Unionsverlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 220

ISBN: 9783293207097

Termin: September 2015

  • Habe gestern Abend noch mal diesen Krimi gelesen und festgestellt, dass Kemelman hier im Forum fehlt.
    Dagegen muss ich was tun! :mrgreen:


    "Am Freitag schlief der Rabbi lang" ist Kemelmans erstes Buch und es ist einfach großartig. Die Charaktere sind Klasse beschrieben, und man bekommt gute Einblicke in das Leben einer jüdischen Gemeinde in den USA der 60ger Jahre. Aber man erfährt natürlich nicht nur viel über jüdische Denkweise und Bräuche, sondern liest gleichzeitig einen spannenden, gut gemachten und schnörkellosen Krimi.


    kurze Inhaltsangabe aus dem Buch:
    "Die Tote ist Anfang Zwanzig, blond, hübsch. Sie war Hausangestellte und man weiß wenig von ihr. Nur eines stellte sich heraus: Sie war schwanger. Aber das hilft Polizeichef Lanigan auch nicht weiter. Es gibt keinen Verdächtigen. Wer sollte in der muffigen Ehrbarkeit der New-England-Kleinstadt ein solches Verbrechen gebehen? Ein Mann allerdings müsste eingentlich etwas bemerkt haben: der Rabbiner, unter dessen Fenster der Mord geschah. Aber auch seine Vernehmung fördert nichts Neues zutage ...."


    Rabbi Small ist mir ungemein sympathisch, er steht zu seiner Überzeugung, auch wenn er dabei im Vorstand der Gemeinde auf wenig Gegenliebe trifft. Und auf seine unnachahmliche Art, die vom Studium des Talmuds geprägt wird - geht er logisch vor, registriert alle Einzelheiten und lässt sich nicht beirren.
     
    Neben den spannenden Kriminalfällen dieser Reihe (Chronologie ist einfach zu merken, immer nach den Wochentage vorgehen), genieße ich auch Rabbi Smalls Auseinandersetzungen mit dem Gemeindevorstand, der sich wie ein roter Faden durch die Reihe zieht. Nie ist seine Position in der Gemeinde gesichert, aber darauf legt er auch keinen Wert. Einfach bewundernswert!


    missmarple

  • hallo! bin neu hier und versuche mich an meinem ersten beitrag.
    ich habe alle kemelmanns und alle mehrmals gelesen.ich finde sie einen wunderbaren einstieg in die jüdische gedankenwelt und auch ins typische alltagsleben.jedesmal ein genuß und ein philosophischer tripp.
     :study:

  • Hallo@"Gast",
    schön, dass du mitmachst :D - und besonders freue ich mich, dass du meine Meinung über Rabbi Small teilst. :wink:


    Wenn du bei Krimis noch mehr über das jüdische Alltagsleben und Gedankengut kennenlernen möchtest, empfehle ich dir die Krimis von Faye Kellermann um Rina Lazarus und Peter Decker (erster Band: "Denn rein soll deine Seele sein")
    Laß doch bald wieder von dir hören. :cheers:


    grüße von missmarple

  • Ein Tip für Liebhaber jüdischer Krimis: Batya Gur, die den Jerusalemer Inspektor Michael Ochajon erfunden hat. Während Kellermans Geschichten im jüdischen Milieu Amerikas angesiedelt sind, spielen Gur Romane in Israel, vorwiegend in Jerusalem.


    Die genaue Reihenfolge der Titel kenne ich nicht, aber jede Geschichte ist in sich abgeschlossen.


    Am Anfang war das Wort
    Denn am Sabbat sollst du ruhen
    Du sollst nicht begehren
    Stein für Stein
    Die schwarze Schatulle


    Neben den Krimis hat Gur auch andere Bücher geschrieben (ich mag das Wort "Frauenbücher" nicht), z.B. "So hab ich es mir nicht vorgestellt".


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Hallo@Marie,
    guter Tipp, die Krimis von Batya Gur, wobei es mir bei ihr so gegangen ist, dass ich einige Bücher von ihr einfach super fand, und eins gar nicht erst zu Ende gelesen habe, weil es mir absolut nicht gefiel. Da ich sie aus der Bücherei hatte, weiß ich leider nicht mehr genau, welche das waren.


    Eine andere Krimiautorin aus Israel ist Shulamit Lapid. Sie schreibt u.a. aus der Zeit, wo Israel Angst vor Giftgasbomben aus dem Irak hatte. Ihre "Heldin" ist eine dicke Reporterin einer Lokalzeitung. Absolut gut geschrieben. Ich habe von ihr "Lokalanzeige" und "Der Hühnerdieb.


    grüße von missmarple

  • Hallo Marie,


    von Batya Gur habe ich einiges gelesen und bis auf >Das Lied der Könige< haben mir ihre Bücher gut gefallen.
    Dieses Buch habe ich zweimal versucht zu lesen, aber ich fand es einfach nur langweilig. Normalerweise lese ich alle Bücher aus, aber bei diesem habe ich einfach weiter geblättert und das Ende vorgezogen, weil ich doch endlich wissen wollte, wie es denn nun ausging.


    Grüsse von Bonprix :wink:

  • Hi Missmarple,
    hab jetzt auch Am Freitag schlief der Rabbi lang zur Hand genommen, nachdem du ja so davon geschwärmt hast. Bis jetzt bin ich noch nicht besonders weit (es gibt noch keine Tote), finde es aber schon ziemlich nett. Es gefällt mir, wie Kemelman die Leute beschreibt - man kann sie sich ziemlich gut vorstellen. Auch hab ich noche keinen jüdischen Krimi gelesen, generell wenig über jüdische Bräuche und Denkweisen, fällt mir da grad auf :scratch: , also ist das Buch für mich gleich doppelt spannend.


    Ich werd dann genauer berichten, wenn ichs durch hab.

  • Hoppla, da hab ich mir einen Klops geleistet.


    "Stein für Stein" und "Die schwarze Schatulle" von Batya Gur sind keine Krimis der Ochajon-Reihe. Das erste ist eine politische Erzählung, das zweite ein Kinderbuch.


    Ich habe alle Rabbi-Bücher von Sonntag bis Samstag (wieso Samstag und nicht Sabbat?) bei einem Anbieter bei booklooker gefunden und gekauft.


    Wenn ich es richtig verstanden habe, fange ich freitags an und gehe nach den Wochentagen vor?


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Hallo Marie ,
    genau, du fängst mit dem Freitag an und gehst dann durch die Wochentage. Nach "Der Rabbis schoß am Donnerstag" kommt noch "Eines Tages geht der Rabbi" und "Ein Kreuz mit dem Rabbi"
    Ich hab die Reihe aber auch unter "Reihenfolge von Bücherreihen" eingegeben und Angel hat sie einsortiert.


    grüße von missmarple


  • Da kann ich nur zustimmen, die Bücher von Faye Kellerman sind klasse! Deswegen, beziehungsweise weil ich neugierig bin auf mehr zu diesem Thema, hab ich mir mal "Am Freitag schlief der Rabgbi lang" auf meine Wunschliste gesetzt!

  • Liebe missmarple, ja willst du mich in den Ruin treiben? Ich hab das Buch jetzt mit Freuden fertiggelesen und die anderen 6 Teile gleich auf meine Wunschliste gesetzt.
    Der Rabbi ist mir unheimlich sympathisch, kann ihn mir bildlich vorstellen mit seinen ausgebeulten Taschen, den zerknitterten Hemden und dem in sich versunkenen Ausdruck auf dem Gesicht. :loool: (Muss jetzt gleich mal an den von mir heiß geliebten Columbo denken - nein, er unterscheidet sich schon von dem Bild, das ich mir vom Rabbi gemacht hab).
    Die Aufklärung des Falls war auf den letzten Seiten zwar schnell abgehakt, was mich aber auch nicht wirklich so gestört hat - die Auflösung selbst fand ich gut gelöst.


    Ich freu mich auf jeden Fall schon auf die nächsten Fälle rund und mit Rabbi Small. Danke für den tollen Tipp.

  • Freut mich Azrael , dass dir der Rabbi auch gefallen hat.
    Und zum Thema Ruin: Ich stöbere immer gern auf Flohmärkten oder Bücherständen bei Gemeinden- und sonstigen Wohlfahrtsverbänden rum. Die haben oft sehr gut erhaltene Bücher aus Spenden und sind preiswert.


    Nur, um dich neidisch zu machen: Ich habe seinerzeit alle Rabbi-Bände in einer Buchkassette in 1a-Zustand für 9 DM erstanden :cheers:


    grüße von missmarple

  • ich habe "am sonntag blieb der rabbi weg" gelesen. ich fand das buch zwar nicht schlecht, würde es aber als "langsam" beschreiben. erst nach 120 von 250 seiten stirbt der erste und erst auf den letzten 50 seiten wird der eigentliche fall gelöst. es mag sein, dass man in der heutigen zeit was anderes erwartet, aber spannend war es wirklich nicht. ich würde es eher mit ganz nett betiteln. die anderen werde ich wohl auch noch lesen, aber ich bin bei dieser reihe nicht gerade suchtgefährdet.


    vio

  • Hallo vio,
    da mag was dran sein, dass einem heute diese damalige doch bedächtigere Erzählweise und im Vergleich zu manchen modernen Krimis etwas einfach gestrickteren Fälle nicht in die Sucht treiben. Heutzutag erwartet man einfach mehr von einem Krimi und ist in der Beziehung vielleicht auch etwas verwöhnt :scratch: . Trotzdem schätze ich ältere Krimis - und nicht nur die von Christie und Sayers. Ich mag speziell an der Rabbi-Reihe halt auch das Drumherum, Rabbi Smalls Auseinandersetzung mit dem Gemeindevorstand und die Einblicke in die jüdische Kultur und Religion. Insofern wurde ich schon "süchtig" und wollte die anderen Bände der Reihe auch haben.


    grüße von missmarple

  • Also ich habe sie auch alle gerne gelesen. Gerade wegen des Rabbi´s und seines Umfelds und weil sie nicht so blutrünstig sind wie manch andere Krimis und atemlos wie manche Thriller.

  • Bin auch gerade dabei die Bücher von Kemelman zu lesen und find sie super. Einige der anderen genannten Bücher hab ich auch gelesen, die anderen muss ich wohl gleich mal auf meine Wunschliste setzen :wink:

  • Erst mal ein herzlichen Hallo aus Österreich (mein erster Eintrag ;) )!


    Nun aber zum Thema:


    Bei unserem Literaturhaus gibt es eine umgestaltete ehemalige Telefonzelle, in die man Bücher bringen kann und sich auch kostenlos welche mitnehmen kann. Dies kommt sehr gut an.


    Als ich das letzte Mal dort war um 3 Bücher (die ich garantiert kein 2. Mal lesen werde, weil sie mir nicht sonderlich gefallen haben - andere kann ich einfach nicht abgeben) abzuliefern, entdeckte ich "Am Freitag schlief der Rabbi lang". Da ich im benachbarten Cafe noch auf jemand warten wollte, schnappe ich mir das Buch kurzerhand, um mir die Wartezeit zu vertreiben.


    Was soll ich sagen, irgendwie fand ich es schade, dass ich nicht lange genug alleine war, um das Buch in einem Durch fertiglesen zu können :wink: .


    Es gefällt mir extrem gut, vor allem die Figur des Rabbis. Bereits am nächsten Tag stand fest: Ich muss die ganze Rabbi-Woche habe. Seit voriger Woche ist die Sammeledition nun in meinem Besitz, und ich bereits vertieft in die "Samstagsausgabe" :study:


    Etwas weiter oben verglich Azrael es bereits mit dem von mir ebenfalls heiß geliebten Columbo - dem kann ich nur zustimmen. Auch den Rabbi finde ich genauso schrullig und liebenswert.

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