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Peter Hoeg - Fräulein Smillas Gespür für Schnee/ Frofen Smillas fornemelse for sne

Fräulein Smillas Gespür für Schnee

3.6 von 5 Sternen bei 69 Bewertungen

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 528

ISBN: 9783499237010

Termin: Oktober 2004

Klappentext / Inhaltsangabe: 'Eine aberwitzige Verbindung von Thriller und hoher Literatur.' (Der Spiegel) Im Kopenhagener Hafenviertel stürzt ein Junge vom Dach eines Lagerhauses. Todesursache laut Polizeibericht: ein Unfall. Smilla Jaspersen, die im selben Haus wohnt wie der Junge, sieht das anders und stellt ihre eigenen Nachforschungen an. Der internationale Erfolg dieses literarischen Thrillers hat neben der faszinierenden Geschichte vor allem mit seiner Heldin zu tun: der wunderbar ruppigen, unangepassten und zugleich zarten und verletzlichen Smilla.
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  • Das Buch hat mich, im Gegensatz zum Film, gar nicht begeistert. Selten habe ich ein so langweiliges, langatmiges Buch wie dieses gelesen. Obwohl eigentlich der kleine Jesaja im Vordergrund stehen sollte und die Aufklärung seines "Schicksals", geht es in dem ganzen Buch fast nur um Smilla und ihren Schnee/Eis und in welcher Gefahr das sie selbst ist. Die eigentliche Geschichte ist zu kurz gekommen. Da muss ich wirklich sagen gefällt mir der Film viel besser. Ich habe das Buch zwar auch nicht weggelegt, aber das hatte schlicht und ergreifend den Grund das ich den Film kenne und gehofft habe dass da endlich noch was kommt (und das ist mir extrem schwergefallen, war froh als das Buch zu Ende war). Dem war aber nicht so.

    Ich finde es einen wunderschönen Gedanken, dass etwas, das ein Mensch vor über hundert Jahren niedergeschrieben hat, noch immer da ist. Der Mensch selbst ist schon lange verschwunden, und vielleicht sogar schon vergessen, aber seine Gedanken sind immer noch da. Bücher sind Boten aus der Vergangenheit, weißt Du? Botschaften aus der Vergangenheit für die Menschen der Zukunft. Wie kleine Zeitmaschinen.

  • Ich habe versucht, den Film zu sehen. Nach 30 Minuten war ich gelangweilt und habe den Fernseher ausgeschaltet. Auf das Buch habe ich gar nicht erst Lust.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich liebe "Fräulein Smillas Gespür für Schnee".
    Das Buch finde ich um ein Vielfaches besser als den Film, die Beschreibungen, die Figuren, die Umgebung - all das kommt im Roman besser zur Geltung. Ich empfinde das Buch als sehr charakterorientiert, und das mag ich an Büchern. Die Handlung muss für mich nicht so sehr vorangetrieben werden, Hauptsache, bei den Figuren ist eine innere Entwicklung zu spüren.
    Smilla ist ein toller Charakter.

    Ich lese gerade:

    "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace

  • Ich finde den Film um ein vielfaches besser. So unterschiedlich können Geschmäcker sein...

    Ich finde es einen wunderschönen Gedanken, dass etwas, das ein Mensch vor über hundert Jahren niedergeschrieben hat, noch immer da ist. Der Mensch selbst ist schon lange verschwunden, und vielleicht sogar schon vergessen, aber seine Gedanken sind immer noch da. Bücher sind Boten aus der Vergangenheit, weißt Du? Botschaften aus der Vergangenheit für die Menschen der Zukunft. Wie kleine Zeitmaschinen.

  • Ich kenne den Film nicht (bzw. nicht mehr als die ersten paar Minuten), habe das Buch jetzt aber nach einer halben Ewigkeit auf meinem SuB auch endlich gelesen. Es war nicht schlecht, begeistert hat es mich aber auch nicht gerade.


    Rezension:


    Das war hier wirklich ein Sprung in sehr kaltes Wasser. Der Stil des Autors wirkte auf mich kühl, fast schon klinisch und ich hatte das Gefühl, als wollte der Autor es dem Leser hier alles andere als einfach machen. Er gibt die Geschichte mehr wieder, als mit ihr bewusst unterhalten zu wollen und spart sich unnötige Beschreibungen. Was der Hauptperson nicht ins Auge fällt, darüber erfährt man nichts weiter und so fiel es mir schwer, mir ein Bild von den Szenen zu machen. Ich würde aber behaupten, dass das vielleicht sogar gewollt war, auch wenn es mir persönlich nicht so ganz zugesagt hat.


    Durch diesen sehr fokussierten Stil hat man als Leser nämlich gar keine andere Wahl, als sich voll und ganz auf die Hauptdarstellerin zu konzentrieren: Smilla Jaspersen, Herz und Seele des Buches. In Grönland und mit einer einzigartigen Beziehung zu Eis und Schnee geboren, zieht sie nach dem frühen Unfalltod ihrer Mutter nach Dänemark und durchlebt dort eine von Auflehnung gegen alles im Allgemeinen und den Vater im Speziellen geprägte Jugend. Sie war nie einfach und das hat sich auch mit dem Alter nicht geändert. Smilla ist eine wirklich schwierige Hauptperson mit mehr als einer Ecke und trotzdem fand ich sie unheimlich interessant. Sie ist selbst ein bisschen wie die Eisberge, über die sie so viel weiß. Gezeichnet von schroffen Kanten liegt ein Großteil ihrer Persönlichkeit unter der Oberfläche und der ist mindestens so gefährlich, wie faszinierend. Man kann nicht wegsehen, wenn sie auftaucht, aber gleichzeitig bleibt sie immer ein Stück entfernt, immer ein bisschen außerhalb der Reichweite. Ich weiß gar nicht, wie ich ihre Sogwirkung in Worte fassen soll. Aber es stimmt, was bei mir unter dem Klapptext stand: Irgendwann wird es unerheblich, was sie sagt, solange man ihr nur lauschen kann. Eine großartige Protagonistin mit ganz viel Seele! Aber dadurch, dass man nur Smillas Sicht zur Verfügung hat und sie sich nicht gerade durch soziale Kompetenz auszeichnet, erfährt man leider nur wenig über die Nebencharaktere.


    Die Handlung selbst beansprucht aber auch eine gehörige Portion Aufmerksamkeit für sich. Dass Jesajas Tod wohl doch nicht ganz so viel mit einem Unfall zu tun hatte, wie man Smilla von verschiedensten Seiten glauben machen möchte, ist schnell klar. Aber davon abgesehen ist man als Leser anfangs genauso ratlos, wie Fräulein Smilla selbst. Wer könnte ein Interesse am Tod eines kleinen Jungen haben? Und warum finden sich keine Spuren einer Gewalttat, obwohl es eine gewesen sein müsste? Zusammen mit der Protagonistin geht man diesen und noch jeder Menge anderer sich mit der Zeit auftuender Fragen nach und auch wenn einiges klar ist, weiß der Autor immer wieder zu überraschen. Ich will an dieser Stelle gar nichts über die Geschehnisse verraten, weil das Erkunden und Rätseln an Smillas Seite dank deren beeindruckender Auffassungsgabe einfach nur ein Erlebnis ist. Mir hat das Rätselraten und häppchenweise Aufdecken von Informationen wirklich gut gefallen und ich musste feststellen, dass sich irgendwann Smillas Misstrauen alles und jedem gegenüber auf mich übertragen hat. Es hätte wirklich die perfekte Jagd sein können, wenn nicht der anfangs erwähnte Schreibstil gewesen wäre. Für meinen Geschmack gab es einfach zu viele zähe Passagen und ein oft verwirrendes hin-und-her Springen in der Zeit. Frei nach dem Motto: Tolles Drehbuch und fähige Schauspieler, aber eine miese Kameraführung. Auch das große Finale war für meinen Geschmack etwas unbefriedigend, aber das dürfte Geschmackssache sein.



    Fazit:


    Ein Roman, an dem es für mich inhaltlich nur wenig auszusetzen gibt und dessen Faszination vor allem in der ungewöhnlichen Protagonistin und ihrer Sichtweise liegt. Leider geht meiner Meinung nach viel Atmosphäre und Lesefreude in der sprachlichen Umsetzung verloren.
    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study: Miss Gladys und ihr Astronaut (D.M.Barnett)
    :bewertung1von5: Bücher/Seiten 2020: 14/5.472 || SUB 243 O:-) (Start:251)

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    "Bücher sind Wahrheiten inmitten von Lügen." / S.King
    "Ein Frosch ohne Humor ist nur ein kleiner grüner Haufen." / Muppet Show
    "Why do most people fail to give each other the fairy tale?" / M.Quick

  • Ich habe das Buch ungefähr in der Hälfte zugeklappt.


    Ist nicht mein Ding. Ich fand es zäh und langweilig, und wollte meine Zeit lieber mit Büchern verbringen, die ich gerne lese.


    Gruß, Trine

  • Wow, bin ganz überrascht, dass es so unterschiedliche Kritiken zu diesem Buch gibt! Ich habe den Film vor Urzeiten im Kino gesehen und war begeistert. Dann habe ich irgendwann zufällig "Der Plan von der Abschaffung des Dunkels" gelesen und war ebenso restlos begeistert. Als ich mich dann durch die Bücher gelesen habe, die alle den skandinavischen Buchpreis bekommen habe, fiel mir auch dieses Buch wieder in die Hände und ich war ganz überrascht, dass es auch von Peter Hoeg ist.


    Trotzdem subbte es jahrelang bei mir rum und ich habe es erst gestern zur Hand genommen. Bin erst auf Seite 60, aber bisher gefällt es mir sehr gut. Ich glaube, man muss mit der Schreibweise des Autors zurechtkommen, es ist eben ein ruhiges, vor-sich-hin-mäanderndes Buch und mit Thrillern a la Fitzek und Konsorten nicht zu vergleichen. Bin mal gespannt, wie sich das Buch weiterentwickelt!

  • Seit über 15 Jahren habe und kenne ich dieses Buch. Es gab eine Zeit, da las ich es einmal pro Jahr. Nun habe ich es, nachdem ich es sicher 5 Jahre nicht mehr in der Hand hatte, wieder aus dem Regal geholt und gelesen.


    Zum Glück hat sich an meinem Gefüh für das Buch nichts geändert, für mich ist es durch die ungewöhnliche Erzählung aus Sicht von Smilla, kühl und trotzdem immer wieder persönlich durchblickend, nach wie vor eines der besten Bücher meines Lebens. Manche einzelne Szenen hatte ich schon kurz vergessen, den Einstiegssatz konnte ich immer noch auswendig. ich weiß, ich konnte früher negative Kritiken zum Buch nicht verstehen, mittlerweile weiß ich aber, dass diese Art der Erzählung nicht jedermanns Sache ist.


    Ich liebe Smilla nach wie vor - ihre ruppige Art, ihre Hartherzigkeit, aber auch ihre liebevollen Erzählungen und Erinnerungen an ihre Kindheit als Mitglied einer Inuitsippe. Eine zurückgezogene Frau, die aber gleichzeitig voll darin aufgeht den "Unfall" aufzuklären und dies mit allen möglichen Mitteln tut. Unvergessen war zB die Dorschleber mit Rohypnol und dem eingeschläferten Wachhund.


    Und zwei sehr interessante Sätze habe ich auch im Buch gefunden, der in die heutige Zeit besser passen denn je:


    "Senitmentalität ist die erste Revolte des Menschen gegen den Fortschritt"
    "Mn braucht den dritten Weltkrieg nicht fürchten. Die Menschheit braucht einen neuen Krieg um zur Vernunft zu kommen".



    Für mich gibt es nach wie vor die volle Punktenzahl für das Buch!


    PS: Seit diesem Buch schwärme ich übrigens für Grönland und ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, es vielleicht doch einmal in Natur zu erleben.

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Habe dieses Buch aufgrund mehrfacher guter Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis bis ca. 3/4 gelesen. Ich fand es sehr langatmig und die eingestreuten Sexszenen fand ich passten überhaupt nicht. Eigentlich ist die Geschichte spannend, aber dazwischen passiert so viel "NICHTS", sodass ich mich lange weitergequält habe und irgendwann gar nicht weitergelesen habe. Habe aber dann den Film geschaut und fand ihn ganz gut.


    Ich gebe 3 von 5 Sternen ;-)