Robert Wilson - Der Blinde von Sevilla / The Blind Man of Seville

Der Blinde von Sevilla

4.2 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Goldmann Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 640

ISBN: 9783442480333

Termin: Oktober 2013

  • Zusammenfassung des Klappentextes: In Sevilla wird der Restaurantbesitzer Raul Jiminez gefoltert und ermordet: Ihm wurden die Augenlider abgeschnitten , weil er sich weigerte, etwas anzusehen, was der Mörder ihm zeigte. Chefinspektor Javier Falcon übernimmt den Fall, in den er immer mehr persönlich involviert wird, nachdem er bei dem Ermordeten ein Foto seines Vaters, eines berühmten Malers entdeckt hat. Bald wird ein weiteres Opfer entdeckt. Auch seine Augenlider ...


    Der Autor, gebürtiger Engländer, lebt in Portugal.


    Der beste Krimi, den ich seit langem gelesen habe. Mit Falcon steigt man in seine Lebensgeschichte und verwickelt sich darin. Wer der Mörder ist, wird zweitrangig; die Verbindung zu Falcon ist viel interessanter. Die Pointe, was für die Opfer so grausam war anzusehen, dass sie sich lieber die Lider abschneiden ließen, ist phantastisch (und völlig unvorhersehbar).
    Wallander, der bei mir bisher auf dem Siegertreppchen um den geliebtesten Ermittler oben stand, ist auf Platz 2 gefallen. Doch leider gibts Falcon nicht als Fortsetzung. Schade!!!

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Hallo Helga
    wäre schön, wenn du mir dann sagen könntest, wie es dir gefallen hat. Das Buch kennt nämlich, wie ich festgestellt habe, kaum einer. Obwohl es bei Ebay ziemlich hoch gehandelt wird.
    Gruß
    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Also ich hab vorher auch noch nichts über das Buch gehört - klingt aber spanend. Habs ebenfalls auf meine Wunschliste gesetzt.

    Liebe Grüße,
    Azrael


    Aktuelles Buch: "Schwarz zur Erinnerung" von Charlene Thompson

  • Hallo Marie,


    habe nachgesehen und festgestellt, dass es meine Bücherei hat, aber es wird noch etwas dauern, weil ich noch andere Bücher dazwischen lesen muss. Wen ich es gelesen habe, schreibe ich auf jedenfall einen Kommentar dazu.

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Ich möchte noch etwas ergänzen:
    Falcon findet die Tagebücher seines Vaters, in denen dieser seiner Zeit als Soldat im zweiten Weltkrieg einen breiten Raum einräumt. Es geht weinger um eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus, sondern um die Greueltaten, die die Soldaten erleben mussten und die sie selbst begangen haben.


    Wollte ich nur mal erwähnt haben, weil Kriegsgeschichten ja nicht jedermanns Sache sind.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Es klingt auf jeden Fall interessant, ich hab es mir auch notiert, wird sicherlich im nächsten Kaufraum erstanden :mrgreen:

    Liebe Grüße


    Kiki :-,


    Bücher sind kein geringer Teil des Glücks. Die Literatur wird meine letzte Leidenschaft sein.
    Friedrich der Große

  • Ich habe das Buch in unserer Stadfbücherei vormerken lassen, nachdem ich bei "Krimi- Couch" darüber gelesen habe. Nach Maries Kommentar warte ich nun ganz ungeduldig ;)


    LG
    Rita

    Liebe Grüße,
    Rita


    ~Ich wäre lieber ein armer Mann in einer Dachkammer voller Bücher als ein König, der nicht lesen mag.~
    Thomas Babington

  • Ich habe gelesen, dass 2004 ein neues Buch von Robert Wilson erscheinen sollte und zwar wieder mit Javier Falcon, dem Protagonisten von "Der Blinde von Sevilla". Der Titel des Buches ist "Die Toten von Santa Clara"- Allerdings ist dieses Buch nirgends zu finden.


    Weiss jemand etwas näheres?


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


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  • Hallo Marie,


    habe auch mitbekommen, dass das Buch 2004 herausgekommen ist, allerdings die Originalausgabe. Vielleicht gibt es die ja bei uns noch nicht?

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Danke, Helga, das wäre eine Erklärung. Aber komisch, dass der deutsche Titel angegeben ist (z.B. bei Krimi-Couch).


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


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  • Richtig ist, dass der neue Javier-Falcon-Roman von Robert Wilson bereits erschienen ist, allerdings nur auf englisch und auch noch unter zwei verschiedenen Titeln (US/GB). Der Arbeitstitel für die deutsche Übersetzung heisst so, wie bei uns auf der Krimi-Couch nachzulesen.


    Diese Information stammt direkt vom Goldmann-Verlag. Einen Erscheinungstermin für die deutsche Ausgabe konnte uns aber nicht genannt werden.


    Gruß,


    Lars

  • hallo,


    habe "tod in lissabon", "der blinde von sevilla" und "das verdeckte gesicht"
    regelrecht verschlungen. :D
    mein favourit ist "der blinde von sevilla" :study:
    ich hoffe das der neue roman von robert wilson bald auch in unsere läden kommt. :geek:


    schönes wochenende


    gruß cassie

    „Derjenige, der zum ersten Mal an Stelle eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation.“
    Sigmund Freud :--o

  • Juchu, bald ist er da, der neue Wilson, "Die Toten von Santa Clara". Laut Amazon soll er im September erscheinen.


    Es handelt sich wieder um einen Roman mit Javier Falcon, den man aus "Der Blinde von Sevilla" schon kennt.


    Inhaltsangabe laut Amazon:
    Während ganz Sevilla unter der Hitze des Sommers leidet, wird Chefinspektor Javier Falcón in eine der klimatisierten Villen des Nobelvororts Santa Clara gerufen. Dort scheint der reiche Bauunternehmer Rafael Vega seinem Leben durch eigene Hand ein Ende bereitet zu haben. Die Staatsanwaltschaft will den Fall schnell zu den Akten legen, denn dieser Tod ist ein Skandal für Sevillas gute Gesellschaft. Doch etwas an dem Tatort weckt Falcóns Misstrauen: Eine rätselhafte handschriftliche Notiz von Vega und der offenbare Mord an seiner Frau, die mit einem Kissen im Bett erstickt wurde, lassen ihn gegen den Willen seiner Vorgesetzten die Ermittlungen aufnehmen. Bald ist Falcón einem infamen Komplott auf der Spur, das noch weit mehr Opfer zu fordern droht …


    Klingt gut, nicht wahr?


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


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  • Er ist da! Er ist da! :bounce:


    Laut Mail von Krimi-Couch ist "Die Toten von Santa Clara" endlich auf Deutsch erschienen und ab sofort erhältlich. Natürlich vorerst nur als HC zum Preis von 19,90.


    Marie

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  • Nachdem ich es schon so lange auf den SUB liegen hatte, habe ich endlich "Der Blinde von Sevilla" gelesen.


    Meine Meinung:
    Obwohl es sehr gute Kritiken bekam, hatte ich mit diesem Buch so meine Schwierigkeiten. Es konnte mich einfach nicht fesseln, obwohl es im Nachhinein gesehen eine hervorragende Geschichte war, die in zwei Handlungssträngen erzählt wird. Eine in der Vergangenheit in Form von Tagebuchaufzeichnungen und die andere in der Gegenwart, mitten in diversen Mordfällen.


    Die ersten zwei Drittel dieses Buches waren für mich sehr mühsam, weil sehr oft durch lange Tagebuchaufzeichnungen - die ersten aus Kriegsjahren - abgeschweift wurde und ich schon fast den Faden verloren hatte. Im letzten Drittel kam dann, indem die Vergangenheit in die Gegenwart mündete und sich alles aufklärte, doch noch Spannung auf.


    Werde auf jeden Fall auch das neue Buch "Die Toten von Santa Clara" lesen.

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Bevor ich mich an "Die Toten von Santa Clara" begebe, habe ich zunächst noch Wilsons dritten auf deutsch erschienenen Roman gelesen "Das verdeckte Gesicht".


    Aus Amazon:
    Lissabon 1944: Die Mathematikerin und englische Spionin Andrea Aspinall lernt den deutschen Abwehrmann Karl Voss kennen, und beide verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Doch der Krieg reißt das ungewöhnliche Paar auseinander. Erst im Ost-Berlin des Kalten Krieges begegnen sie einander wieder - als Schachfiguren im Spiel skrupelloser Mächte ...


    Zwar hat sich Wilson auch bei diesem Buch wieder seinem Lieblingsthema zugewandt, nämlich der Verflechtung von Ereignissen aus der Nazizeit mit Geschehnissen der heutigen, aber mich hat dieses Buch nicht im entferntesten so gefesselt wie "Der Tod von Lissabon" oder "Der Blinde von Sevilla". In diesen beiden Bücher verwebt er zwei Geschichten miteinander, hier handelt es sich um eine chronologische Erzählung. Bis auf die kurze Liebesepisode in Lissabon fehlen mir die Eindringlichkeit und Intensität der Handlungen, das Mitfühlen mit den Personen, das ich mit Wilson andern Büchern verbinde.
    Dazu kommt, dass ich mit Spionageromanen meine Probleme habe. Zu kapieren, wer was für wen ausspioniert und warum, ist mir oft zu kompliziert, und wenn dann noch Agenten, Gegenagenten, Doppelagenten und umgedrehte Agenten (und umgedrehte Doppelagenten) auftauchen, die permanent in Gefahr sind und irgendwelche Spielchen mit Verfolgungen, sicheren Häusern und toten Briefkästen treiben, reicht meine Geduld oft nicht, ihnen zu folgen.
    Irgendwie habe ich das Gefühl, als hätte ich eine Liebesgeschichte zweier Agenten, die sich immer mal wieder begegnen (mal auf derselben, mal auf gegnerischen Seiten), aber nie zueinanderfinden, schon mal besser gelesen (möglicherweise sogar bei Simmel).


    Ich hoffe darauf, dass "Die Toten von Santa Clara" wieder die Qualität der ersten beiden Bücher haben.


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • "Der Blinde von Sevilla" hat auch ziemlich lange bei mir gesubt. Leider, wie ich sagen muss. Nach einigen enttäuschenden und unbefriedigenden Roman habe ich mit diesem Buch mal wieder etwas richtig Gutes lesen dürfen :thumleft:


    Die Geschichte ist zwar nicht nägelzerbeißend spannend, obwohl der Einstieg schon sehr interessant gemacht ist. Und ich muss sagen, das die Beschreibung von der Auffindung der ersten Leiche mir ziemlich zugesetzt hat, und ich bin wirklich nicht empfindlich. Die Spannung kommt eher langsam, je mehr man in die Geschichte eindringt.


    Mir hat vor allem gefallen, das es in diesem Thriller mal nicht so vorhersehbar zugeht. Die Geschichte um Javier Falcón entwickelt sich langsam, wir erleben, wie seine Welt nach und nach zusammenbricht und er nicht versteht, warum. Nebenbei lernen wir seinen Vater durch die Tagebucheintragungen kennen, denn in der Gegenwart ist er schon tot. Es ist eine zuerst verworren scheinende Geschichte, die sich aber nach und nach entwirrt. Ich fand es sehr fesselnd. Und auch erschreckend. Und zum Schluß ist alles anders, als man dachte, und vor allem noch viel schlimmer!
    Ein wirklich gut geschriebener, durchdachter Thriller, der mal andere Ecken der menschlichen Abgründe beleuchtet.

    Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welte, aus den Stuben über die Sterne.
    (Jean Paul )