Alix Bente - Kiss me in Orange

Cover zum Buch Kiss me in Orange

Titel: Kiss me in Orange

3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Ullstein Taschenbuch

Format: Broschiert

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783548074696

Termin: Neuerscheinung August 2026

Aktion

  • Kurzmeinung

    Juanla
    Schuld, Vergebung und die ganz große Liebe
  • Allein das wunderschöne sowie herbstliche Cover des Romans „Kiss me in Orange“ von Alix Bente stimmt auf diesen cozy Wohlfühlroman ein.

    Emma und Niclas haben sich vor längerer Zeit in Berlin kennengelernt und sind seit diesem Tag beste Freunde. Als Emma sich in Niclas verliebt, ist ihr bewusst, dass die Gefühle einseitig sind. Oder vielleicht doch nicht? Was in Berlin seinen Anfang nimmt, findet seinen Schauplatz in der gemütlichen Stadt Goldried an der Mosel. Denn dorthin flüchtet Emma mehr oder weniger, als sie ihrer Schwester während deren Schwangerschaft im Café unter die Arme greift. Ihrer Schwester Amara gehört das „Butternut Bean“, welches sich im Ort nicht nur großer Beliebtheit erfreut; beim Lesen bekommt man direkt das Gefühl vermittelt, dass die meisten Bewohner sich hier regelmäßig treffen. Und das nicht nur zum Kaffeetrinken. Auch Veranstaltungen werden hier abgehalten und die Bewohner kommen ins Gespräch.

    Als auf einmal Niclas vor ihrer Tür steht und sich entschuldigen möchte, fühlt sich Emma so vor den Kopf gestoßen, dass sie ihn abweist. Aber ein Mann, der liebt, gibt nicht auf.

    So lernen wir im Laufe dieser teilweise recht tiefgründigen Geschichte die beiden Protagonisten näher kennen. Erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, sowohl von Emma als auch von Niclas.

    Emma ist in Goldried geboren und aufgewachsen. Da sie eine etwas dunklere Hautfarbe und dunkle Locken hat, fühlte sie sich als Kind und junge Erwachsene wie eine Exotin in dem Ort. Als Kind hat sie Verlusterfahrungen gemacht, die sie bis heute prägen, und viele ihrer Grundannahmen sind nicht mehr aktuell.

    Niclas ist Doktor und hat nach einem kürzlichen Fauxpas erst einmal Urlaub. Auch er hat seine Erfahrungen aus der Kindheit noch nicht verarbeitet und bringt seine erlernten Verhaltensmuster in die Story ein. Wenn seine Sorgen und Nöte mit denen von Emma zusammentreffen, kommt es zu Missverständnissen, bei denen beide sich in ihren Gedankenschleifen verfangen. Es ist sehr interessant zu erfahren, wie beide auf der einen Seite mit ihren Problemen umgehen und wie auf der anderen Seite neue sowie unbekannte Gedanken- und Verhaltensmuster am Wachsen sind.

    Auch die Nebenfiguren werden ihrer Funktion gerecht, denn sie sind ein gut aufeinander eingespieltes Ensemble. Sie drängen sich nie unangenehm in den Vordergrund, sondern bereichern die Liebesgeschichte mit ihrer Wärme, ihrem Humor und ihrer Loyalität. Sie machen die Welt, in der Emma und Niclas sich näherkommen, lebendig und liebenswert.

    Die Nebenhandlungen, wie zum Beispiel ein Theaterstück, welches im Herbst aufgeführt wird, oder eine Kürbis-Challenge, bringen Schwung in die Story und sorgen für ein warmes Gefühl und eine leichte Prise Humor. Letzterer entsteht durch einen gewissen Sprachwitz, sympathische Alltagsbeobachtungen und die Dynamik innerhalb der Freundesclique. Der Roman liest sich deshalb trotz des emotionalen Liebeschaos immer leicht, warm und locker.

    Die herbstliche Symbolik fängt Emmas Gemütszustand gut ein. Ihre Gefühle, die oftmals Achterbahn fahren, werden auf diese Weise gut kanalisiert. Auf der anderen Seite finden wir die Dinge, die den Herbst so zauberhaft machen, wie z. B. Tee, Decken, warmes Licht und Lichterketten, was insgesamt der Story einen wunderbaren Rahmen verleiht.

    Alix Bente versteht es, Spannung aufzubauen. Die Spannungskurve ist jedoch nicht ständig gleichmäßig, sie verläuft eher wellenförmig. Wenn es heiß hergeht, nutzt sie kurze Sätze, laute Ausrufe und getriebene Verben. In den romantischen Szenen sind ihre Sätze stärker gedehnt; sie beschreibt die Körper, die Annäherungen und die optischen Eindrücke – ohne in Spicy-Szenen zu verfallen, sondern um durch atmosphärische Bilder eine Nähe zu den Protagonisten zu erzeugen.

    Ihr Schreibstil lässt sich auch als sehr atmosphärisch beschreiben, denn Einrichtungen und Umgebungen werden sehr präzise dargestellt, um sofort Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Auch Gerüche und Empfindungen werden so eingebaut, dass ich mich beim Lesen direkt in die Szene gezogen fühle („Der Wind bringt kalte Herbstluft mit sich“, „Es duftet nach würzigem Tee“). Und auch in den emotionalen Szenen versteht sie es, romantische Momente, die intensiv und prickelnd beschrieben werden, so einzusetzen, dass man beim Lesen fast das Gefühl bekommt, im Kino zu sein. So verwendet sie Sätze wie: „Adrenalin sprudelt durch meine Adern“ oder „Das Dröhnen meines Herzschlags in den Ohren“.

    Fazit: Wer gern romantische Geschichten liest, die zur gemütlichen Herbstzeit spielen, kann mit diesem Buch nichts falsch machen. Von mir bekommt „Kiss me in Orange“ eine absolute Leseempfehlung!

  • Netter Wohlfühlroman

    Emma hat sich tief verletzt in ihre Heimatstadt Goldried zurückgezogen, nachdem Niclas sich von ihr abgewendet hat. Weit weg von Berlin sucht sie die Ablenkung. Das stellt sich nicht als leicht heraus, weil die Stadt in Herbstromantik versinkt und noch dazu Niclas unerwartet dort auftaucht. Bald schon hat er die meisten Herzen des Dorfes erobert.

    In Goldried lebt eine wirklich charmante Gemeinschaft. Die Szenerie und das Miteinander sind herzerwärmend. Abwechselnd wird aus Emmas und Niclas´ Perspektive erzählt. So werden Beide mit ihren Gedanken und Gefühlen gut dargestellt. Dass Emma so mit sich ringt ist nachvollziehbar, belagert von Niclas, der sich anscheinend umentschieden hat und verletzt durch seine Abweisung sowie Ereignisse in ihrer Kindheit. Die Erzählung hat einige sehr berührende Momente, speziell die aus ihrer und seiner Kindheit und der Zusammenhalt in der Stadtgemeinschaft. Ansonsten plätschert die Erzählung eher so dahin, es ist ganz nett.
    Es ist etwas zu viel des Guten und dadurch etwas abgehoben. Die Erzählung ist sehr romantisch-blumig. Auffallend sind die vielen Sprachbilder und Vermenschlichungen von Gegenständen. Die erotischen und sexuellen Anteile wirken eher etwas aufgesetzt.
    Die Geschichte lässt sich schnell überblicken. Es ist klar, worauf alles hinaus läuft und dass es gut enden wird. Das trägt zum Wohlfühlfaktor dieser Geschichte bei.
    Insgesamt lässt sich die Geschichte angenehm lesen, sie ist in weiten Teilen unterhaltsam und auch teilweise berührend. Leichte Herbstunterhaltung, die schnell vergessen ist.

  • Leider nein... ein Herbstroman mit zu wenig Tiefe und Handlung

    "Kiss me in Orange" habe ich bereits vor ein paar Tagen beendet und als ich nun mit dieser Bewertung anfangen wollte, musste ich mich erst einmal fragen, was in diesem Buch eigentlich passiert ist.

    Und ich glaube, genau das trifft auch schon den Kern meiner Bewertung. Wer auch immer meine Rezension liest, bitte versteh es nicht falsch, es ist bestimmt kein schlechtes Buch und vielleicht ist es für euch sogar ein Jahreshighlight, mich konnte es jedoch nicht überzeugen. Für mich persönlich ist es kein Buch, dass im Gedächtnis bleibt. Um genau zu sein, habe ich es beendet und die Geschichte anschließend schon fast wieder vergessen.

    Das liegt meiner Meinung nach daran, dass im Verlauf der Geschichte nicht viel passiert ist, was mich wirklich in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte war durchgängig nett, aber mir fehlten die großen Emotionen, vielleicht ein überraschender Plottwist oder aber irgendetwas anderes, dass mich wirklich fesselt. Außerdem fand ich, dass die Geschichte zwischendurch einfach auch einige Längen hatten, die etwas zäh waren...

    Vielleicht konnte mich die Geschichte auch nicht richtig abholen, weil ich mit den beiden Charakteren nicht hundertprozentig sympathisieren konnte. Niklas fand ich zu Beginn sehr aufdringlich und penetrant. Im Verlauf der Geschichte gab er mir dann "Golden Retriever-Vibes", da er für Emma gefühlt alles macht. Während die einen in ihm vielleicht eine Green-Flag sehen, fehlte mir hier Persönlichkeit. Auch Emma konnte mich nicht ganz überzeugen. Das größte Problem, dass ich mit den beiden Protagonisten hatte, war aber wohl einfach, dass ich deren Problem nicht nachvollziehen konnte. Mensch Leute, redet doch mal miteinander?! Aber wenn ein ehrliches Gespräch bereits alles gelöst hätte, wäre die Geschichte natürlich dementsprechend kurz ausgefallen. So war sie für mich jedoch unnötig in die Länge gezogen...

    Das Kleinstadtfeeling und die Herbststimmung waren nett, aber auch hier: Leider hat mir nett alleine nicht gereicht.

    Deshalb, und es tut mir wirklich leid, ist das Buch für mich persönlich ein "Nein" und keine Empfehlung...

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