Nele Neuhaus - Alles wird Asche

Cover zum Buch Alles wird Asche

Titel: Alles wird Asche

4,4 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

87,1% Zufriedenheit

Band 12 der

Verlag: Ullstein Hardcover

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 560

ISBN: 9783550202261

Termin: Neuerscheinung August 2026

Aktion

  • Gänsehaut, KI-Brainfood und ein absolut cleveres Verwirrspiel

    Meine Bewertung: ⭐⭐⭐⭐✨ (4,5 / 5 Sterne)

    (Hinweis für Eilige: Eine knappe Zusammenfassung findest du in der Pro- & Contra-Liste am Ende der Rezension.):!:

    **Worum geht’s?**
    In ihrer Villa erlebt eine Bewohnerin einen ihrer schlimmsten Albträume, der kurz darauf tödlich endet. Kurz darauf wird in einem Hochhaus-Neubau eine männliche Leiche gefunden. Er wurde vor seinem Tod gefoltert, und die Ermittler erwartet am Auffindeort ein makabres wie perfides Tötungswerkzeug: Der Tote hängt kopfüber am Geländer. Qualvoll erstickt, erinnert die Tat an historische Folter- und Todesurteile. Wer steckt hinter diesem Mord? Das ist die vordringliche Frage für Oliver von Bodenstein und Pia Sander.

    **Warum wollte ich dieses Buch unbedingt lesen?**:?:
    Ich habe in den vergangenen Jahren hin und wieder die Verfilmungen von Nele Neuhaus gesehen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich bisher keines der Serienbücher gelesen habe. In meiner Erinnerung handelte es sich immer um gute Clous und hauptsächlich um die Geschichten rund um die Ermittler. Diesmal wollte ich es aus erster Hand wissen: Sind die Bücher allein lesbar? Braucht man Vorinformationen, und kommen wahre Gänsehaut-Momente zum Tragen? Mit Fragen gut gerüstet begann ich meine Lesereise durch den 12. Band.

    **Meine Eindrücke von der Lesereise:**
    Die äußere Gestaltung gefällt mir sehr gut. Stimmig und mit tieferem Sinn hat das Cover bei mir direkt einen Pluspunkt bekommen. Der Titel sagte mir anfangs über eine lange Strecke nichts, was meine Neugier auf die Geschichte nur noch angefeuert hat.

    Der Einstieg ist äußerst strukturiert. Das Personenregister und der Stammbaum der betroffenen Familie Brinkhoff sind unglaublich hilfreiche Helferlein, zu denen ich beim Lesen immer wieder zurückgekehrt bin. Die Kapitel orientieren sich logisch am Zeitpunkt der Geschehnisse.

    Die Charaktere werden fast alle in für sie bedrohlichen Extremsituationen vorgestellt, wodurch ich schnell einen Zugang zu ihnen fand. Obwohl die Vorarbeit durch den Stammbaum toll war, war die Unterscheidung der Personen aufgrund von Ähnlichkeiten in den Namen für mein Gedächtnis zeitweise sehr herausfordernd, was ich als etwas störend empfunden habe. :-k

    Meinen Anspruch an einen Kriminalroman – einen nachvollziehbaren Spannungsaufbau und eine gründliche Hintergrundkonstruktion – erfüllt Nele Neuhaus vollkommen. Das Buch wurde sehr schnell mein ständiger Freizeitbegleiter. Die Details rund um das Ermittlerteam waren mir zwar unbekannt, aber ich habe zu jeder Zeit den vollen Überblick behalten, da die Autorin gekonnt Rückblicke einbaut. Das Finale war bis auf die letzten Seiten tatsächlich nicht vorhersehbar. Ich bin der Schriftstellerin komplett auf den Leim gegangen und hatte eine völlig falsche Täterverdächtigung angenommen. :thumleft:

    **Mein Fazit:**
    Mit diesem 12. Band konnte mich die Autorin überraschen, und das Buch wirkt auch nach der Lesung noch in mir nach. Die Verknüpfung mit den wichtigen Fragen rund um die KI-Entwicklung im irdischen Sein, gepaart mit gut kalkulierten Wendungen und dem altbekannten Ermittlerteam, hat mir eine mitreißende Lektüre und etwas Brainfood beschert. :applause:

    Ich vergebe sehr gute 4,5 Lesesterne und empfehle das Buch alten Serienhasen sowie allen, die wie ich neu zu den Ermittlungen im Frankfurter Raum hinzustoßen möchten. Ich bin mir sicher, dass auch sie auf die Fan-Seite wechseln werden.

    Schneller Überblick: Pro & Contra

    **Das hat mir besonders gefallen (Pro):**

    * **Meisterhafter Spannungsaufbau:** [-X
    Ein extrem packender Kriminalroman mit einer gründlich durchdachten Hintergrundkonstruktion.
    * **Aktuelles Thema mit Tiefgang:**
    Die geschickte Verknüpfung der Handlung mit brennenden Fragen rund um die KI-Entwicklung liefert echten inhaltlichen Mehrwert („Brainfood“).
    * **Clever konstruiertes Verwirrspiel:**
    Ein absolut geschickt aufgebauter Plot, bei dem ich der Geschichte lange Zeit komplett auf den Leim gegangen bin und eine völlig falsche Täterverdächtigung angenommen hatte.
    * **Nervenkitzel auf neuem Level im Finale:**
    Die vorzeitige Offenlegung der Hintergründe drosselt die Spannung keineswegs. Im Gegenteil: Sie hebt das Finale auf eine völlig neue Ebene, bei der es bis zum Schluss packend um die Frage geht, wer gewinnt – der Täter oder die „Guten“.:study:
    * **Tolle Einstiegshilfen:**
    Das integrierte Personenregister und der Stammbaum der Familie Brinkhoff sind fantastische Helferlein, um bei dem großen Ensemble den Überblick zu behalten.

    **Das fand ich weniger gut (Contra):**

    * **Herausforderung für das Gedächtnis:**
    Trotz Stammbaum war die Unterscheidung der vielen Figuren zeitweise sehr anstrengend, da sich einige Namen vom Klang her stark ähneln. Das hat den Lesefluss stellenweise etwas ausgebremst.

  • K.-G. Beck-Ewe 30. August 2026 um 18:04

    Hat den Titel des Themas von „Nele Neuhaus - Alles wird Asche (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 12)“ zu „Nele Neuhaus - Alles wird Asche“ geändert.
  • Über die Autorin (Amazon)

    Nele Neuhaus, geboren in Münster, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman Schneewittchen muss sterben brachte ihr den großen Durchbruch, heute ist sie die erfolgreichste Krimiautorin Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Jugendbücher und Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 30 Ländern. Vom Polizeipräsidenten Westhessens wurde Nele Neuhaus zur Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber ernannt.

    Produktinformation (Amazon)

    ASIN ‏ : ‎ B0CW17QBCR

    Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Ebooks

    Erscheinungstermin ‏ : ‎ 27. August 2026

    Auflage ‏ : ‎ 1.

    Sprache ‏ : ‎ Deutsch

    Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 673 Seiten

    ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3843738859

    Sehr spannend

    In Kronberg im Taunus stirbt eine Frau in ihrer brennenden Villa, ein Bauunternehmer wird kopfüber hängend im Rohbau eines seiner Häuser gefunden. Es steckt mit dem Fuß in einem Steil und ist qualvoll erstickt. Zunächst denkt man an Unfall aber bald entpuppt sich dies als eine brutale Mordserie. Oliver von Bodenstein und Pia Sander ermitteln im Umkreis des tödlich verunglückten Tech-Milliardärs Patrick Brinkhoff, der einen bahnbrechenden KI-Chatbot entwickelt hat. ´Bei dem Versuch Licht in das dichte Netz in Brinkhoffs Softwarefirme zu bringen stoßen sie auf weitere Morde, die sie miteinander in Verbindung bringen. Sie müssen den Mörder stoppen, denn er kennt keine Gnade und ist eiskalt. Ein Krimi über Rache, Gier und Loyalität über den Tod hinaus.


    Meine Meinung

    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, keine Unklarheiten im Text störten meine Lesefluss. In der Geschichte war ich schnell drinnen und konnte mich auch in die Protagonisten gut hineinversetzen.

    Was mir hier auch immer gut gefällt, sind die Passagen über das Privatleben der Ermittler. Es ist auch interessant aber nimmt nicht überhand. So ermitteln Bodenstein und Sander und auch Henning Kirchhoff ist involviert, und zwar ganz gewaltig. Nach dem Fund der ersten Leiche finden sie ein zweite auf gleiche Weise ermordete. Da kamen sie nicht umhin zu vermuten, dass beide Morde zusammenhängen, Aber was ist der Knackpunkt? Und es bleibt auch nicht bei den beiden Leichen. Sie nehmen den einen oder anderen vorübergehend fest, doch ob es einer derjenigen war, verrate ich nicht natürlich nicht. Hat das alles evtl. mit dem Tod des Tech-Milliardärs Patrick Brinkhoff zu tun? Im Laufe des Buches erfährt man auch einiges über dessen Unfall auf dem Mount Everest. Und manches davon gab mir zu denken. Aber der geneigte Leser soll den Mörder selbst herausfinden. Das Buch war wieder spannend, hat mich gefesselt und ich habe mit Pia überlegt, wer wohl der Mörder sein könnte. Ich bin nicht darauf gekommen. Gut verdächtig waren ja alle im Umkreis der Familie, aber trotzdem auf diese Person bin ich nicht gekommen. Ich war in dem Buch so richtig mittendrin und es hat mich gut unterhalten. Eine Weiterempfehlung sowie fünf Sterne.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Lerchie


    _______________________
    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Eine Frau stirbt in ihrer brennenden Villa in Kronberg im Taunus. Ein Bauunternehmer hängt kopfüber im Rohbau eines Frankfurter Hochhauses, den Fuß in einem Seil verfangen und qualvoll erstickt.

    Was zunächst nach Unfällen aussieht, entpuppt sich als eine brutale und raffinierte Mordserie.

    Die Ermittlungen führen das erfahrene Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander in den Umkreis des tödlich verunglückten Tech-Milliardärs Patrick Brinkhoff, Entwickler eines bahnbrechenden KI-Chatbots. Während die beiden noch versuchen, das dichte Netz aus Loyalitäten in Brinkhoffs Softwarefirma und Familie zu entwirren, stoßen sie auf weitere Morde, die alle mit Brinkhoff zusammenhängen.

    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Nele Neuhaus, geboren in Münster / Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman Schneewittchen muss sterben brachte ihr den großen Durchbruch, heute ist sie die erfolgreichste Krimiautorin Deutschlands. Außerdem schreibt die Pferdeliebhaberin Jugendbücher und Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 30 Ländern. Vom Polizeipräsidenten Westhessens wurde Nele Neuhaus zur Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber ernannt.

    Allgemeines

    12. Band der Reihe um Bodenstein – Kirchhoff

    Erschienen im Ullstein Verlag am 27.08.2026 als HC mit 560 Seiten

    Gliederung: Personenregister – Familienstammbaum der Familie Brinkhoff – Prolog – zwei Hauptteile, Kapitel jeweils mit Datumsangabe betitelt – Danksagung

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven – eingeschobene Kapitel als Ich-Erzählung (Überlegungen) des Täters

    Handlungsort und -zeit: Frankfurt und Umgebung, ein Frühling in der Gegenwart mit Rückblenden auf Ereignisse des Jahres 2017 in Nepal

    Inhalt

    In Frankfurt und Umgebung kommt es zu einigen Todesfällen, die zunächst Unfällen zugeschrieben werden. Bei den Verstorbenen handelt es sich um bekannte oder wohlhabende Persönlichkeiten. Es ergeben sich Hinweise darauf, dass die Todesfälle zusammenhängen könnten und schließlich wird ein gemeinsamer Nenner gefunden. Die Verstorbenen hatten alle auf irgendeine Weise mit dem Unternehmen des Tech-Milliardärs Patrick Brinkhoff zu tun, der eine bahnbrechende KI namens „Prometheus“ entwickelt hatte. In der Chef-Etage des Unternehmens hatte seinerzeit Uneinigkeit über den Einsatz oder sogar Verkauf von „Prometheus“ geherrscht, doch dann war der leidenschaftliche Bergsteiger Patrick Brinkhoff 2017 in Nepal tödlich verunglückt. Seit dem Tod Brinkhoffs ist das Projekt quasi auf Eis gelegt, da er es mit einem speziellen Code versehen hatte, um es gegen eine unbefugte, bzw. von ihm nicht erwünschte Nutzung zu sichern.

    Beurteilung

    Der Roman ist sehr komplex, es braucht etwas Zeit, die Familienstruktur der Brinkhoffs und die Hierarchie innerhalb des Unternehmens zu durchschauen. Die Handlung ist sehr intelligent konstruiert, wobei Informationen nur häppchenweise serviert werden und ein mögliches Motiv des Täters sich erst allmählich herauskristallisiert. So ist die Lösung der Mordfälle nicht zu früh absehbar. Da der Täter seine Pläne in eingeschobenen Kapiteln mit dem Leser teilt, weiß dieser, welche Personen noch auf der „Todesliste“ stehen, was die Spannung erhöht. Auch die Cliffhanger und Perspektivwechsel, wenn sich ein potenzielles Mordopfer gerade in einer kritischen Situation befindet, sorgen für viel Spannung.

    Die Informationen über die Möglichkeiten und Gefahren modernster Technologien sind sehr interessant und wirken gründlich recherchiert.

    Die Romanfiguren sind in ihren Charakteren gründlich ausgestaltet, in Bezug auf das Stammpersonal der Reihe gibt es auch neue private Entwicklungen. Diese sind jedoch auch dann gut verständlich, wenn man die Vorgängerbände nicht oder nur einige davon gelesen hat.

    Fazit

    Ein intelligent konstruierter, in anschaulicher Erzählweise verfasster und sehr spannender Krimi, dessen Lektüre eine gewisse Konzentration erfordert, dann aber fesselnde Unterhaltung bietet!

    Man muss die anderen Bände der Reihe nicht kennen, um der Handlung folgen zu können.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Der Fall war super spannend, aber mir hat das Teamgefühl gefehlt

    Ich bin ein riesiger Fan von Nele Neuhaus und habe mich wahnsinnig auf den 12. Band gefreut! Der Fall rund um den Tech-Milliardär und die KI war absolut packend.

    Die Story ist super konstruiert und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite total gefesselt. Da merkt man einfach, wie genial die Autorin schreibt. Ihr Stil liest sich wie immer total flüssig und angenehm.

    Trotzdem war ich diesmal ein bisschen enttäuscht vom Team um Pia und Bodenstein. Die Kollegen wirkten irgendwie total distanziert und kühl miteinander, gar nicht so vertraut wie sonst. Auch das Privatleben der Ermittler war mir diesmal irgendwie nicht so und hat mich nicht wirklich abgeholt.

    Aus dem Thema KI hätte man für meinen Geschmack auch noch etwas mehr rausholen können, das war eher nur Mittel zum Zweck.

    Trotz der kleinen Schwächen bleibt Nele Neuhaus meine absolute Lieblingsautorin und der Krimi kriegt von mir starke 4,5 Sterne. Ich freue mich jetzt schon auf Band 13 und hoffe, dass die Wartezeit nicht ganz so lang wird!

  • Die unstillbare Gier

    Ich bin ein großer Fan der Taunuskrimis von Nele Neuhaus.Ich habe alle Vorgängerbände gelesen, die mich bis auf eine Ausnahme alle überzeugt haben. Und auch das neueste Buch aus der Reihe hat mir sehr gut gefallen.

    Es beginnt schon mit dem Cover, das ich sehr ansprechend finde. Der Vogel, bei dem es sich um eine Rauchschwalbe handelt, ist meiner Meinung nach perfekt passend zum Inhalt ausgewählt worden und vermittelt, unterstrichen durch den Rauch, direkt eine etwas beklemmende Atmosphäre. Zudem ist das Buch durch eine zusätzlich bedruckte Seite so aufgemacht, als handele es sich um einen Schuber.

    Was zu Beginn des Buches direkt positiv auffällt, ist das Personenverzeichnis. In der Vergangenheit gab es in den Büchern von Frau Neuhaus oft sehr viele agierende Personen, so dass es mir mitunter schwergefallen ist, mir zu merken, wer wer ist. Daher begrüße ich das sehr. Allerdings ist sie nicht ganz vollständig. Zum Glück ist aber auch noch der Stammbaum der Familie Brinkhoff aufgeführt worden, ohne den es mir wirklich schwer gefallen wäre, bei der Vielzahl der Personen mit diesem Namen die familiären Beziehungen nachvollziehen zu können. Und ich musste ihn auch des öfteren zwischendurch wieder anschauen, um die komplizierten Familienverhältnisse zu verstehen.

    Im Mittelpunkt dieses Buches steht die Milliardärsfamilie Brinkhoff. Einige Jahre nach dem Absturz des Firmengründers und begeisterten Bergsteigers Patrick Brinkhoff am Mount Everest werden ehemalige Mitarbeiter und Investoren grausam ermordet. Nach und nach erschließen sich dem KK 11 die Hintergründe, zu denen sie auch in der Vergangenheit nachforschen müssen. Die von Patrick Brinkhoff entwickelte, revolutionäre KI „Prometheus“ spielt dabei die Hauptrolle. Pia Sander und Oliver Bodenstein jagen einen Mörder, der sich offensichtlich auf einem Rachefeldzug befindet. Und es bewahrheitet sich wieder einmal, dass große Vermögen auch immer sehr viel Neid und Gier hervorrufen, die dann solche Kettenreaktionen auslösen können.

    Das ist alles sehr flüssig und spannend erzählt. Bis zum Schluss hatte ich nicht die komplette Auflösung auf dem Schirm. Es gab sehr viele Verdächtige, die alle gute Gründe gehabt hätten, die Morde zu begehen.

    Außerdem hat die Autorin gut und gründlich zu den Themen KI und Mount Everest recherchiert. Ich habe sehr viel über Gipfelexpeditionen zum Mount Everest gelernt, auch wenn sich mir persönlich immer noch nicht erschließt, warum man sich in solche Gefahren begibt, nur um dort oben auf dem Gipfel zu stehen. Außerdem wurde mir mal wieder die Gefährlichkeit der KI vor Augen geführt. Was wäre, wenn diese tatsächlich mal außer Kontrolle geriete?

    Überraschenderweise für mich stand neben den Ermittlungen dieses Mal das Privatleben von Pia Sander und nicht von Oliver Bodenstein im Vordergrund. Und ich muss sagen, dass sie sich in meinen Augen doch sehr positiv entwickelt hat. Ich fand es ja immer etwas unrealistisch, wie sehr sie immer ihre Arbeit über ihr Privates gestellt hat (bestes Beispiel: Absage der Flitterwochen). Doch in diesem Buch kommt kommt sie verletzlicher, sympathischer und empathischer rüber als sonst. Sie lässt Gefühle zu und vollzieht eine Kehrtwende, mit der ich niemals gerechnet hätte.

    Fazit: Absolute Leseempfehlung. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band und bin gespannt, wie es mit Sander und Bodenstein weitergehen wird.

  • Auf diesen, mittlerweile 12 Taunus Krimi um das Ermittlerteam Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein hatte ich mich sehr gefreut. Die tolle Aufmachung des gebundenen Buches fiel sofort ins Auge. Trotz zweier Toten auf den ersten Seiten fehlte es mir im ersten Drittel total an Spannung. Viele Familienmitglieder und Mitspieler, das ständige Zurückblättern zum Personenregister störte arg den Lesefluss. Persönliche Handlung vor allem von Pia nahmen eine größere Rolle ein, als die Fälle. Statt zu ermitteln erfährt der Leser, was sie mit wem im Lokal isst. Außerdem dauerte es ziemlich lange, bis die Ermittler in Erscheinung traten. Mit dem Thema der künstlichen Intelligenz (obwohl ganz interessant) hatte ich am Anfang leider auch so meine Probleme. Ab dem zweiten Drittel wurde es dann besser.
    Pia und Oliver finden heraus, das alles irgendwie mit dem tödlichen Bergunfall des Tech-Milliardärs Patrick Brinkhoff und seiner bahnbrechenden Erfindung KI zusammenhängt. Inzwischen mordet der Täter nach einem gut durchdachten Programm.
    Nach dem ich mich eingelesen hatte und mir die Personen einigermaßen geläufig waren, kam ich mit dem Buch wesentlich besser klar. Der Autorin gelang es gut, viele falsche Spuren zu legen. Der Schluss brachte die Aufklärung, für mich völlig überraschend und fesselnd. Das hat mich mit dem Buch versöhnt und ich gebe vier Punkte.

  • Spannender Taunuskrimi

    Endlich ein neuer Fall für Oliver, Pia und das restliche Team! Eine Frau, die bei einem Brand ums Leben kommt, ein Baulöwe, der von seiner Baustelle stürzt und kopfüber hängen bleibt - wie können diese Todesfälle zusammenhängen. Die Polizei geht erst von Unfällen aus, wird jedoch bald eines Besseren belehrt. Ihre Nachforschungen lenken das eingespielte Team in die Sphären der wohlhabenden Familie Brinkhoff, die unter anderem eine revolutionäre KI entwickelt hat. Der Mörder scheint übermächtig und ist noch lange nicht fertig.

    Das Cover finde ich richtig cool gestaltet. Die Rauchschwalbe, die aus den reliefartigen Schwaden fliegt, passt wunderbar zur Geschichte.

    Der Beginn zieht uns Leser in den Bann und man ist gespannt, wie es weitergehen wird. Viele verschiedene Sichtweisen lassen uns tief in die Geschichte eintauchen, da sind der Stammbaum sowie das Personenverzeichnis am Anfang richtig hilfreich. Einblick in die Gedankenwelt des Täters bekommen wir ebenfalls, was mir immer gut gefällt. Viele kleine Teile wie Puzzlestücke setzen sich im Fortlauf der Handlung zusammen und ergeben am Ende ein stimmiges Gesamtbild. Die Thematik mit der KI ist aktuell aber bleibt zum Glück eher im Hintergrund, sodass der Fokus weiterhin bei den Menschen und ihren unterschiedlichen Motiven bleibt. Die Identität des Mörders bleibt lange unbekannt, die Auflösung ist schlüssig. Was ein bisschen nervig ist: Details, die wir aus einer anderen Sicht oder durch Ermittlungsfortschritte bereits erfahren haben, werden öfters nochmal bis ins kleinste Detail durchgekaut, besonders in Gesprächen, worunter die Spannung leider leidet. Das Privatleben nimmt viel Raum ein, was bei so vielen bänden auch okay ist, man "kennt" die Figuren schließlich schon sehr lange, es hätte an ein paar Stellen aber auch ein wenig gekürzt werden können.

    Ich kann diesen Krimi nur empfehlen und hoffe, dass wir auf den 13. Fall nicht ganz so lange warten müssen. 4 Sterne

  • Auch der neue Krimi von Nele Neuhaus hat mich wieder sofort abgeholt. Es ist bezaubernd, wie Frau Neuhaus es versteht, ihre Figuren so anzulegen, dass es sich fast anfühlt wie nach Hause kommen. Die Reihe hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert: Bodenstein, Pia, Cem, Tariq, Kai und natürlich Christian Kröger und Henning Kirchhoff. Zudem taucht auch noch ein alter Bekannter in Pias Leben auf: Kriminalrat Michael Gerlach. Dieser macht die Ermittlungen ressourcenübergreifend möglich, was dem Buch auf der Ermittlerseite richtig gut tut.

    Auf der Verdächtigenliste tummeln sich nämlich ganz schön viele Figuren, da die Familie Brinkhoff allgemein schon sehr groß ist und auch noch einige Angestellte der Firma eine Rolle spielen. Das macht die Geschichte manchmal etwas unübersichtlich, trägt aber viel zur Spannung bei, da jeder irgendwie ein Motiv haben könnte. Bis sich dann herausstellt, dass das Motiv tatsächlich ein wenig anders liegt als gedacht.

    In diesem Familienzweig dreht sich alles um die Firma und die Auswirkungen, die die vom Gründer und am Himalaya verstorbenen Patrick Brinkhoff konstruierte KI-Software auf die Weltlage haben könnte. Es geht um Loyalität, Macht und Rache.

    Toll finde ich bei Frau Neuhaus auch immer die Parallelität der roten Fäden zwischen Kriminalhandlung und persönlichen Befindlichkeiten. Pia wurde von Christof vor vollendete Tatsachen gestellt und hadert mit ihren Gefühlen – allerdings nicht mit ihrem Leben als Ermittlerin.

    Genossen habe ich, dass die Aufklärung eher gemächlich aufgebaut wurde, mit einigen falschen Fährten und durch die Einschübe aus Sicht der Tatperson trotzdem auch mit einiger Spannung. Durch die Verwebung mit dem persönlichen Leben der Ermittler kann der Leser durchaus kurz verschnaufen. Gleichzeitig macht dies die Protagonisten nahbarer, persönlicher und interessanter.

  • Komplexer Fall mit leichten Längen


    Lange musste man auf den 12. Fall der Taunus-Krimi-Reihe warten, aber es hat sich gelohnt. Denn Nele Neuhaus schreibt keine 0815-Geschichten. Im Gegenteil...hier handelt es sich um einen hochkomplexen Fall, angesiedelt in der Technologiebranche.
    Zwei ungewöhnliche Todesfälle, die nicht von Anfang an zwingend als Mord zu erkennen sind und deren Zusammenhang auch nicht direkt durchschaubar ist.
    Wie immer bei der Autorin: Spannend und flüssig geschrieben, das Privatleben der Ermittler, in diesem Fall vor allen Dingen Pias, bekommt ausreichend aber nicht übertrieben Raum .
    Meine Kritikpunkte: Das Buch hat einige Längen. Vor allem am Anfang ist es mir, trotz Übersichtsplan, nicht leicht gefallen, die Personen richtig zuzuordnen.
    Die letzten hundert Seiten waren dann allerdings so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
    Und, nicht wirklich wichtig, aber mich hat es etwas gestört: Die Kommasetzung wurde beim Lektorat oft vernachlässigt.
    Alles in allem: Lesenswert, seriöse Kost, aber nicht der beste Band aus der Reihe.
    Trotzdem freue ich mich auf den 13. Fall und werde geduldig warten ;-)

Aktuelle Aktionen

Leserunde: Als der Himmel nach Hu...

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von sieben Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet in 12 Tagen

Leserunde: Mein Weg zum Führersch...

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von fünf Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet in 12 Tagen