Vera Buck - Keine Angst, Darling

Cover zum Buch Keine Angst, Darling

Titel: Keine Angst, Darling

4,5 von 5 Sternen bei 17 Bewertungen

90% Zufriedenheit

Verlag: Bastei-Lübbe

Format: Broschiert

Seitenzahl: 448

ISBN: 9783757702687

Termin: Neuerscheinung August 2026

Aktion

  • :):):):):)
    Packender Thriller über Rollenbilder und Kontrolle

    Im Mittelpunkt des Thrillers "Keine Angst, Darling" von Vera Buck stehen die beiden Schwestern Lea und Paula, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Paula in Deutschland versucht, Familie, drei Kinder, Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen, lebt Lea in den USA scheinbar das perfekte Leben. Als erfolgreiche Tradwife-Influencerin präsentiert sie ihren Followern eine liebevolle Ehe, ein perfektes Kind und ein idyllisches Zuhause.

    Als Lea plötzlich aus den sozialen Medien verschwindet und für Paula nicht mehr erreichbar ist, reist diese voller Sorge in die USA. Dort trifft sie jedoch nur auf Leas Ehemann Matt und die auffallend brave Tochter Emma. Die Erklärung, Lea befinde sich seit zwei Wochen in einem Retreat, wirkt von Anfang an unglaubwürdig.

    Der Schreibstil ist packend und zugleich angenehm flüssig zu lesen. Die Handlung wechselt zwischen den Perspektiven der beiden Schwestern und wird durch Transkripte aus Podcasts, TikTok-Videos sowie heimlichen Einträgen in einem Haushaltsbuch ergänzt. Es entsteht ein spannender Kontrast zwischen der öffentlichen Inszenierung und der Realität.

    Der Thriller hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und noch lange beschäftigt. Vera Buck wirft einen kritischen Blick auf die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft. Auf der einen Seite steht Paula, die sich zwischen Beruf, Haushalt und Familie aufreibt. Auf der anderen Seite propagiert Lea als Tradwife ein Leben der völligen Unterordnung, Abhängigkeit und Hingabe an die Familie. Der Roman macht deutlich, dass beide Frauen auf unterschiedliche Weise unter den Erwartungen an ihre jeweilige Rolle leiden. Gerade diese Verbindung aus Spannung und gesellschaftlicher Relevanz macht das Buch für mich besonders lesenswert.

    Es ist beeindruckend, wie Vera Buck die Mechanismen psychischer Gewalt beschreibt. Matt kontrolliert und manipuliert Lea auf subtile Weise. Er verunsichert sie durch Gaslighting und nutzt ihre Ängste sowie alte Verletzungen gezielt gegen sie. Gerade weil vieles unausgesprochen bleibt und zwischen den Zeilen geschieht, wirken diese Szenen auf mich besonders realistisch und beklemmend. Durch Andeutungen und Auslassungen musste ich als Leserin viele Zusammenhänge selbst erschließen, was die Spannung für mich zusätzlich steigerte. Besonders erschreckt hat mich, wie subtil diese Entwicklung beginnt und schließlich bis zur Aufgabe der eigenen Persönlichkeit führt.

    Die letzten Kapitel halten einige überraschende Wendungen bereit, sodass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Das Ende hat mich überzeugt, gerade weil es kein versöhnliches Finale bietet.

    FAZIT: Ich kann diesen Thriller allen empfehlen, die psychologische Spannung und gesellschaftlichen Tiefgang schätzen. Für mich ist „Keine Angst, Darling“ eine klare Leseempfehlung.

  • 6,99 - zum Vorbestellen, wird am 3.8. automatisch auf den Kindle übertragen.

    Ich vertraue euch jetzt blind Emili u.a., die sich über das Buch ausgetauscht haben. :wink:

    "Outside of a dog, a book is man's best friend. Inside of a dog, it is too dark to read."
    - Groucho Marx

  • Ich vertraue euch jetzt blind Emili u.a., die sich über das Buch ausgetauscht haben. :wink:

    Hoffe, dass es dir auch gefällt. :) Mich hat es, wie gesagt, prima unterhalten und auch beschäftigt., da ich das Thema Tradewife noch nicht so hatte. Außerdem war es spannend. :thumleft:

    2026: Bücher: 109 Seiten: 45 867
    2025: Bücher: 168 Seiten: 75 214
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    Mein Blog: Zauberwelt des Lesens
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von Etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz "
    Dalai Lama
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  • Ich vertraue euch jetzt blind Emili u.a., die sich über das Buch ausgetauscht haben. :wink:

    Hoffe, dass es dir auch gefällt. :) Mich hat es, wie gesagt, prima unterhalten und auch beschäftigt., da ich das Thema Tradewife noch nicht so hatte. Außerdem war es spannend. :thumleft:

    Die ersten 5% haben mir schon mal sehr gefallen. Heute geht es weiter damit.

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Mit „Keine Angst, Darling“ aus dem Lübbe Verlag präsentiert Vera Buck einen Psychothriller, der aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen so genannte Tradewife Trend mit einer spannenden und zunehmend beklemmenden Handlung verbindet. Im Zentrum der Geschichte steht Lea Graves, die sich in den sozialen Medien als glückliche Ehefrau, die sich dem Ehemann unterordnet, Mutter und erfolgreiche Influencerin mit Millionen Follower inszeniert. Ihr Leben scheint vollkommen: ein attraktiver Mann, eine Tochter, Wohlstand und ein Zuhause in der exklusiven Wohnanlage Sancta Familia in Florida. Als Lea jedoch plötzlich verschwindet und jeglicher Kontakt abbricht, wächst bei ihrer Schwester Paula die Sorge. Entschlossen reist sie aus Berlin in die USA, um herauszufinden, was geschehen ist. Schon bald merkt sie, dass hinter der makellosen Fassade der Gemeinschaft etwas gewaltig nicht stimmt.

    Paula, selbst Mutter von drei Kindern, ist eine starke und glaubwürdige Figur, deren Hartnäckigkeit die Handlung vorantreibt. Sie weigert sich, die beruhigenden Erklärungen der Bewohner zu akzeptieren, und verfolgt jede Spur, die sie ihrer Schwester näherbringen könnte. Dabei gerät sie immer tiefer in ein Umfeld, das nach außen von Harmonie und festen Werten geprägt scheint, tatsächlich aber von Kontrolle, Frauenunterdrückung und Anpassung bestimmt wird.

    Besonders gelungen ist die Darstellung von Sancta Familia. Die luxuriöse Wohnsiedlung, ein Ort an dem die Frauen unterdrückt und kontrolliert werden, was jedoch als Glück und Zufriedenheit für alle Beteiligten verkauft wird. Vera Buck nutzt dieses Setting, um Fragen nach gesellschaftlichen Erwartungen, traditionellen Rollenbildern und dem Einfluss sozialer Medien auf das persönliche Leben aufzuwerfen.

    „Keine Angst, Darling“ überzeugt mit einem Thema, das erschreckend nah an aktuellen gesellschaftlichen Debatten liegt. Vera Buck gelingt damit ein intelligenter und packender Thriller, der Spannung und gesellschaftliche Entwicklung, die besonders in Social Medien präsent ist, wirkungsvoll miteinander zu verbinden. Besonders die erste Hälfte des Romans fand ich unheimlich interessant, da ich mit dem Trend Tradewife nur oberflächlich vertraut war. Vera Buck vermittelt die Einstellungen zu den traditioneller Rolle der Frau in der Gesellschaft und Familie sehr packend. Ein lesenswertes Buch.

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    2025: Bücher: 168 Seiten: 75 214
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  • Lea lebt das scheinbar perfekte Leben in einer geradezu überperfekten Umgebung – alles steril, brav und die Rollenverteilung klar. Was versteckt sich hinter der heilen, perfekten Fassade von „Sancta Familia“?

    Paula erreicht ihre Schwester Lea seit Tagen nicht und auch die bis dahin täglich erscheinenden Video`s von Lea`s perfekten Welt in Sozial Media bleiben aus. Nach vielen erfolglosen Kontaktversuchen bucht sie einen Flug nach Amerika – sie muss nach ihrer Schwester sehen. Paula stößt auf eine Mauer aus Schweigen und gerät auf der Suche nach ihrer Schwester in größte Gefahr. Wird sie es schaffen Lea zu finden und zu retten? Was hat Matt, Lea`s Mann zu verbergen?

    Diese Geschichte hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt – sehr viel Spannung, sehr viele unvorhergesehene Wendungen – ganz wie ich einen Psychothriller mag. Das Buch besticht mit einem temporeichen Erzählstil und einem leicht ansteigenden Spannungsbogen. Als ich als Leser merkte, in welche Gefahr Lea sich begibt ist es augenscheinlich schon zu spät sich aus der Misere hinauszumanövrieren. Spannung entsteht in dieser Geschichte nicht durch actionreiche Szenen, sondern durch das langsame und stetige Erkennen der Wahrheit. Der Roman wird geprägt durch eine düsteren, beklemmenden Stimmung.

    Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Lea oder Paula – gewürzt mit Auszügen aus dem Haushaltsbuch (Tagebuch von Lea), Rückblenden in die Vergangenheit, Video-Skripte und Kommentaren darauf. Es war genau die richtige Mischung um die Geschichte authentisch und glaubhaft rüber zubringen.

    Mich hat die Geschichte sehr zum nachdenken angeregt – zeigt sie doch wohin unkontrollierte Macht und Kontrolle führen kann – selbst wenn sie gut gemeint als Schutz beginnt.

    Die Autorin hat es geschafft die Charaktere sehr gut zu zeichnen – sowohl Matt als auch Paula und Lea waren in ihren Verhaltensweisen entsprechend ihrer Charaktere sehr gut dargestellt. Und auch wenn ich persönlich Lea nicht verstehe kann ich ihre Verhaltensweisen dennoch nachvollziehen. Auch wenn so ein Leben für mich nie in Frage kommen würde.

    Es war das erste Buch, welches ich von Vera Buck gelesen habe und ich denke, es wird nicht das letzte sein. Mir hat der Thriller sehr gut gefallen.

    "Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten." Aldous Huxley

  • Die beiden Schwestern Paula und Lea führen zwei völlig unterschiedliche Leben: Während Paula in Deutschland versucht, Ehe, drei Jungs und Karriere unter einen Hut zu bekommen und die Tage geprägt sind vom Absprachen, Stress und Chaos, lebt Lea in Florida ein vermeintliches Bilderbuchleben: Zusammen mit ihrem Mann Matt und Tochter Emma wohnen sie in einem luxuriösen Haus in einer Gated Community. Lea hat als Tradwife-Influencerin eine große Fangemeinde und zelebriert ihr Familienglück in den sozialen Medien. Als sie über mehrere Wochen keine neuen Beiträge postet und nicht erreichbar ist, macht sich Paula Sorgen und fliegt kurzerhand nach Amerika. Dort stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten.

    Vera Buck greift mit der Tradwife-Szene einen aktuellen Trend auf und blickt hinter die Fassade der heilen 50er-Jahre-Retro-Welt, in der die brave Hausfrau ihr ganzes Glück in der liebevollen Sorge um Ehemann, Kind und trautes Heim findet. Hierbei versucht sie, die Mechanismen zu ergründen, die diese Szene für viele Frauen so attraktiv macht, und auch, was Frauen daran hindert, aus toxischen Beziehungen auszubrechen. Interessant fand ich hierbei insbesondere auch das ausführliche Nachwort, das man jedoch unbedingt erst nach dem Roman lesen sollte, da es ohne Vorwarnung das Ende spoilert (ich habe es leider zu spät gemerkt).

    Die Geschichte ist so spannend und wendungsreich, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin und gar nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Paula war mir als Figur sehr nahe und ich konnte mich von Beginn an gut in sie hineinversetzen, bei Lea fiel es mir deutlich schwerer. Auch wenn die Autorin versucht, die Gründe hierfür herauszuarbeiten, konnte ich nicht verstehen, warum Lea Matt so überstürzt heiratet, sich ihm völlig unterordnet und in die USA zieht. Ihr unstetes, leicht beeinflussbares Wesen und ihr eher unstrukturiertes Verhalten blieben mir fremd.

    Die Kapitel werden zum Großteil aus den Perspektiven von Paula und Lea erzählt, wobei Leas Perspektive sechs Jahre vor ihrem letzten Video beginnt und sich immer weiter der Gegenwart annähert. Die weiteren Kapitel bestehen aus Video- oder Podcast-Transskripten, Auszügen aus einer Art Tagebuch, einem Instagram-Feed und der Kommentarspalte zu Leas Videos. Diese Art des Erzählens sorgt für viel Abwechslung und hat mir richtig gut gefallen.

    Fazit: Ein vielschichtiger, spannender psychologischer Thriller – große Leseempfehlung!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Als jemand, die selbst lange Zeit in den USA gelebt und traditionelle Rollenbilder hautnah
    miterlebt hat, ging mir dieser neue Thriller von Vera Buck ganz besonders unter die Haut.:!:

    Das Geheimnis perfekter Frauen
    Rezension zu „Keine Angst, Darling“:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: von Vera Buck
    Keine Angst, Darling erscheint am 3. August 2026 im Lübbe Verlag.

    Ich kenne bereits einige
    Thriller der Autorin, aber auf diese Kernstory war ich absolut nicht vorbereitet.

    Worum geht es?
    Paula und Lea sind Schwestern. Während Paula als dreifache Mutter täglich die
    Herausforderungen einer modernen Ehe jongliert, lebt Lea als gefeierte Influencerin in Florida
    ein völlig anderes Leben. Als Paula Leas Social-Media-Feed plötzlich nicht mehr folgen kann,
    schlägt ihr siebter Sinn an. Sie fliegt in die USA, um nach ihrer Schwester zu sehen, und stößt
    auf eine Lebenswahrheit, die sie so bisher nicht kannte. Ob Lea überhaupt Hilfe will? Paula
    weiß nur eines: Sie muss sie finden.
    Warum dieses Buch?
    Es war das Cover: Die komplett blaue Buchhülle zeigt scherenschnittartig eine Frau im Look
    der 1950er-Jahre – für mich zunächst kein Wegweiser zu einem Thriller. Da ich bereits Bücher
    von Vera Buck gelesen habe, war ihr Name für mich Programm. Ich war mir sicher, dass sie
    auch ein so ungewöhnliches Thema packend präsentieren würde.
    Mein Lesefazit
    • Die Struktur: Gleich zu Beginn fällt die sorgfältige Strukturierung auf, die Feeds und
    Personen präzise einordnet. Obwohl das Buch keine immense Seitenanzahl hat, beweist
    die Autorin große Erzählkunst durch eine enorme Informationsvielfalt auf
    überschaubarem Raum.
    • Der gesellschaftliche Spiegel: Das Erzählte geht direkt unter die Haut. Ich selbst war
    immer im Angestelltenverhältnis tätig und habe den Haushalt gleichberechtigt mit
    meinem Partner erledigt. Da ich lange in den USA gelebt und Lebensmottos wie „Der
    Mann entscheidet“ hautnah beobachtet habe, war meine persönliche Betroffenheit umso
    größer. Die kritische Gegenüberstellung dieser Lebensmodelle hat mich innerlich tief
    aufgewühlt.:-k
    Das Fazit: Eine polarisierende Kernstory über den Bund zweier Frauen, die die Rolle der
    Frau in unserer westlichen Gesellschaft kompromisslos auf den Prüfstand stellt. Vera
    Buck rückt ein hochaktuelles Thema in den Fokus, das sich sonst fast nur auf Social-
    Media-Kanälen und in Glaubensgemeinschaften präsentiert.
    Es ist kein feministisches Buch, sondern eines, das die Entwicklung einer
    Gesamtgesellschaft im Würgegriff zeigt.:applause:

    Herzlichen Dank an die Autorin! Ich vergebe außergewöhnliche 5 von 5 Lesesternen ⭐⭐⭐⭐⭐und eine klare Leseempfehlung.

    Ein Thriller, der definitiv ohne blutige Szenen eine großartige, psychologische Spannung garantiert.

    Herzlichen Dank für das Leseexemplar!

  • Seit Jahren verfolgt Paula irritiert, wie ihre Schwester Lea sich in der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida ein neues Leben und einen Social Media Account mit millionenfachen Followern als Tradewife aufbaut. Sie sieht ihre Schwester überhaupt nicht in der Rolle der konservativen Hausfrau, deren größtes Glück es ist, sich um Haushalt und Kinder zu kümmern, dem Mann unterwürfig zu sein und alle Entscheidungen ihm zu überlassen. Doch scheinbar ist sie glücklich, zumindest suggerieren es ihre Videos. Bis diese ausbleiben. Bis Lea nicht auf Nachrichten antworten. Bis Paula nach Florida fliegt, Lea nicht antrifft und deren Mann behauptet, sie wäre in einem Retreat. Paula hat ein ganz schlechtes Gefühl, doch alles in der Siedlung wird hinter dicken Mauern verschlossen gehalten.

    Ich habe alle Thriller von Vera Buck gelesen und kann sie alle empfehlen. Dementsprechend waren meine Erwartungen recht hoch, aber Buck hat sie großartig erfüllt. Sie hat einen unglaublich tollen Schreibstil, so dass man nur durch die Seiten fliegt, ohne dass es dabei anspruchslos ist. Sie baut die Geschichte auf verschiedene Perspektiven und Zeitebenen auf, aber alles geht Hand in Hand, niemals verliert sie den roten Faden aus den Augen und es entsteht ein Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

    Sofort war eine unterschwellige Spannung da, die mich durch den gesamten Roman getragen hat. Oft ist diese dann aber auch schwallartig über mir zusammengebrochen, so dass ich kurz davor war, an den Nägeln zu kauen (mache ich zum Glück nicht, aber ihr wisst, was ich meine). Daneben bekommt man einen Eindruck davon, was es heißt, Tradewife zu sein, wie Frauen da hineinrutschen können und wie in solchen Kommunen dafür gesorgt wird, dass sie in ihrer Rolle bleiben. Ich fand die Thematik, ihre Umsetzung und das Spannungsniveau einfach großartig. Tatsächlich blieben am Ende für mich 1-2 Ungereimtheiten, wo ich mir gerne noch ein paar Sätze zur Aufklärung gewünscht hätte, aber der Rest war so genial, dass ich das Buch absolut empfehle.

    Fazit: Ich liebe die Thriller von Vera Buck und auch „Keine Angst, Darling“ möchte ich hiermit jedem empfehlen, der psychologische Spannung mag, der von seinem Buch durchgängig fesselnd unterhalten werden möchte und der Interesse an dem modernen Thema „Tradewife“ hat.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Manchmal ist das Idyll nur eine Maske, die den Blick auf den Abgrund verdeckt. Vera Bucks Thriller „Keine Angst, Darling“ hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen.

    Worum geht es? Die Siedlung „Sancta Familia“ wirkt wie das perfekte Vorstadtparadies: gepflegte Rasenflächen, Ruhe, Wohlstand. Doch als die lebensfrohe Lea Graves, die ihr vermeintlich perfektes Leben sonst regelmäßig online mit der Welt teilt, plötzlich verstummt, läuten bei ihrer Schwester Paula die Alarmglocken. Paula macht sich auf den Weg nach Florida, um nach ihr zu suchen, und dringt dabei in eine Welt ein, in der Macht, Manipulation und grausame Kontrolle an der Tagesordnung stehen.

    Meine Meinung: Vera Buck ist hier ein atmosphärisch unglaublich dichtes Kammerspiel gelungen. Besonders fasziniert hat mich der Aufbau des Buches: Die Geschichte wird nicht linear erzählt, sondern wechselt geschickt zwischen Paulas verzweifelter Suche in der Gegenwart und Rückblenden in Leas Leben mit ihrem manipulativen Ehemann Matt. Diese Struktur macht das Buch zu einem packenden Puzzlespiel, bei dem man Stück für Stück die erschreckende Wahrheit hinter der Fassade zusammensetzt.

    Was den Schreibstil angeht, ist die Autorin eine absolute Meisterin ihres Fachs. Ihre Sprache ist prosaisch, fast poetisch in der Beschreibung des schönen Scheins, schwenkt aber sofort in eine knallharte, eindringliche Sachlichkeit um, sobald die dunkle Realität der Siedlung durchbricht. Diese Kombination hat mich förmlich in die beklemmende Atmosphäre hineingezogen. Man merkt auf jeder Seite, wie viel Sorgfalt in der Wortwahl steckt, um die psychologischen Abgründe der Figuren greifbar zu machen.

    Die Spannung wird dabei nicht durch billige Tricks erzeugt, sondern durch eine meisterhafte Dosierung. Die Cliffhanger am Ende der Kapitel sind perfekt platziert. Besonders das geheimnisvolle Haushaltsbuch, das eine andere Geschichte erzählt als die, die nach außen hin präsentiert wird, erzeugte bei mir eine ständige, prickelnde Anspannung. Es ist diese psychologische Dichte, die dafür sorgt, dass sich der Spannungsbogen kontinuierlich strafft, bis er fast zu zerreißen droht.

    Die Charaktere sind vielschichtig und psychologisch brillant ausgearbeitet. Man leidet mit den Schwestern mit und hinterfragt gemeinsam mit ihnen die Machtverhältnisse und Rollenbilder, die in der Siedlung herrschen. Es ist diese erzählerische Dualität, die die emotionale Tiefe der Geschichte enorm verstärkt.

    Fazit: „Keine Angst, Darling“ ist für mich eines der Thriller-Highlights des Jahres. Er ist nicht nur spannend bis zur letzten Seite, sondern regt auch nachhaltig zum Nachdenken an. Wer tiefgründige Psychothriller mit unerwarteten Wendungen und gesellschaftskritischem Tiefgang liebt, kommt an diesem Buch nicht vorbei!

  • Paula und ihre Schwester Lea haben sich über die letzten Jahre völlig entfremdet und ganz verschiedene Wertvorstellungen entwickelt. Paula ist Unternehmensberaterin, privat und beruflich mit einer riesigen To do Liste, macht zu viele Überstunden und schläft zu wenig. Lea dagegen führt das Leben einer Trad Wife in der abgeschotteten Luxussiedlung Santa Familia in Florida. Sie teilt ihr traditionelles 50er Jahre Leben öffentlich mit 2,5 Millionen Followern. Sie macht alles selbst, was normale Menschen kaufen gehen. Butter, Zahnpasta, Brot, Shampoo usw. und wird für diesen wiederentdeckten Lebensstil von ihren Followern gefeiert. Sie nimmt die Menschen mit in eine Welt, in der eine Frau ihre wahre Erfüllung finden kann. Es ist keine Schwäche sich nur um die Familie zu kümmern. Die Frau hält alles zusammen. Glück entsteht aus ihrer Sicht, wenn man die Rolle annimmt, für die man geschaffen ist.

    Paula kennt Leas Leben nur noch über ihren Account mit der Kulisse ihrer Pastellfarben Welt, früher hatte Lea mal eine Karriere im Marketing.

    Eines Tages merkt ein Kollege von Paula an, dass Lea schon einige Wochen keine neuen Videos mehr gepostet hat und ihre Follower über ihren Verbleib rätseln. Nun macht sich Paula doch ihre Gedanken, versucht vergeblich einen Kontakt über WhatsApp herzustellen. Und obwohl ihr Mann gerade einen Bandscheibenvorfall hat und ihre drei Jungs eine Phase wie auf Zucker Schock durchmachen, setzt sie sich recht spontan und ohne rechten Plan in den Flieger nach Florida.

    Doch Lea ist nicht da. Ihr Ehemann Matt gibt an, dass sie angeblich für zwei Wochen auf einem Retreat in den Wäldern von Kalifornien ist. Doch Matts Verhalten kommt Paula verdächtig vor und auch Leas Tochter Emma scheint seltsam und benimmt sich geheimnisvoll.

    Man kommt schnell in die Geschichte rein und rätselt gleich mit, wie das alles zusammenhängt. Man folgt Paulas ersten Spuren, liest interessiert über ihr Vorgehen.

    Die Erzählung wird durch eingeschobene Kapitel aus einem Haushaltsbuch einer Trad Wife, Rückblicke auf Leas Leben, nachdem sie Matt vor 6 Jahren kennengelernt hat und Transkripte und Kommentare zu Leas Tiktok Videos ergänzt.

    Mit dem zweiten Drittel steigt die Spannung rasant. Die Situation wird immer gefährlicher und bedrohlicher. Atemraubende Entwicklungen führen dazu, dass man schnell und gefesselt weiterliest. Paulas Panik und Zerrissenheit wird spürbar, man bangt und zittert mit. Ihre Welt sieht so anders aus als Leas. Alles droht ihr zu entgleiten. Das ganze Umfeld mit Motels, Tankstellen und schlechtem Kaffee wird von der Autorin sehr authentisch geschildert, man fühle sich dorthin versetzt.

    Dann geschehen völlig unerwartete Dinge und man weiß gar nicht, wie es weitergehen soll, die Timeline erscheint teilweise verwirrend, doch zum Ende werden alle Zusammenhänge klar. Unerwarteten Wendungen folgt eine dramatische letzte Konfrontation.

    Im lesenswerten Nachwort findet man dann noch sehr interessante Betrachtungen der Autorin zum Thema des Buches.

    Fazit: Ein sehr spannender Thriller um das brandaktuelle Thema Trad Wives.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Hinter der perfekten Fassade lauert das Grauen

    Wie weit würdest du gehen, um nach außen das perfekte Leben zu führen? Und was, wenn genau diese Perfektion zu einem gefährlichen Gefängnis wird? Mit diesem beklemmenden Gedanken spielt Vera Buck in Keine Angst, Darling. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in der luxuriösen Welt von Sancta Familia gefangen. Eine abgeschottete Wohnanlage in Florida, in der alles makellos wirkt. Perfekte Häuser, perfekte Familien, perfekte Social-Media-Posts. Doch je länger man hinsieht, desto mehr beginnt diese glänzende Fassade zu bröckeln.

    Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Lea und Paula, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Lea lebt scheinbar ihren amerikanischen Traum als gefeierte Tradwife-Influencerin (deutsch: traditionelle Ehefrau ). Ihr Mann Matt scheint der perfekte Ehemann zu sein, ihre Tochter Emma ist das liebste Kind überhaupt. Millionen Menschen bewundern ihr Leben – bis Lea plötzlich spurlos verschwindet. Paula reist aus Deutschland nach Florida und beginnt, nach ihrer Schwester zu suchen.

    Paula ist für mich eine großartige Protagonistin. Sie gibt sich mit den harmlosen Erklärungen zu Leas Verschwinden nicht zufrieden und kämpft unbeirrt darum, ihre Schwester zu finden. Ich spüre ihre Verzweiflung, aber gleichzeitig auch ihren Mut. Ebenso ist Lea eine unglaublich interessante Figur. Durch Rückblicke und verschiedene Erzählebenen verstehe ich immer besser, wie sie in diese scheinbar perfekte Welt geraten ist und warum es so schwer ist, sich daraus zu befreien. Und Matt … Matt ist ein Charakter, der mich von Anfang an misstrauisch machte. Seine ruhige, charmante Art wirkt zwar glaubwürdig, aber unterschwellig umso bedrohlicher.

    Der Schreibstil ist flüssig, modern und unglaublich fesselnd. Die wechselnden Perspektiven, Social-Media-Beiträge sowie andere gut plazierte Stilmittel lockern die Handlung auf und sorgen dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Immer wieder baute die Autorin überraschende Wendungen ein, die meine Vermutungen komplett über den Haufen geworfen haben. Ohne zu spoilern kann ich zum Ende nur soviel sagen: Matt verliert die komplette Kontrolle, aber es gibt ein Happy End – wenn auch unter Lebensgefahr für eine der Figuren. So wünsche ich mir einen starken Psychothriller.

    Keine Angst, Darling ist weit mehr als ein spannender Thriller. Es ist ein beklemmender Blick hinter die perfekte Fassade einer Welt, in der Kontrolle als Liebe verkauft wird und Perfektion ihren Preis hat. Vera Buck schafft es, Spannung, starke Charaktere und ein erschreckend aktuelles Thema zu einem echten Pageturner zu verbinden. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und gebe eine absolute Leseempfehlung mit 5 hochverdiente Sterne!

  • Brillianter Thriller

    "Keine Angst, Darling" ist ein wirklich brillianter und spannender Thriller der Autorin Vera Buck.

    Die Themen Tradwives und Feminismus, aber auch generell Kontrolle und Ungleichheit innerhalb einer Beziehung stehen hier im Mittelpunkt.
    Lea lebt das Leben einer Tradwife (ich musste mich erstmal schlau machen, was genau das eigentlich bedeutet). Sie ist verheiratet mit Matt, lebt ein Leben abgeschottet in einer Siedlung in Florida mit ihrer gemeinsamen Tochter in Reichtum, Ruhe und Sicherheit. Lea arbeitet als Influencerin und zeigt der Welt ihr Leben als Tradwife. Doch als plötzlich keine neuen Videos mehr von ihr hochgeladen werden, sorgt sich ihre Schwester Paula um sie und beschließt kurzerhand, nach ihr zu suchen. Doch was sie hinter der Fassade des vermeintlich perfekten Lebens aufdeckt, wird auch für sie zur Gefahr.

    Ich fand die Story wirklich durchgehend spannend. Ab und zu fand ich den Themenschwerpunkt Tradwives etwas too much und zu oft aufgegriffen, aber ich denke hier machte es schon Sinn, damit man Leas Leben verstehen kann und die Entscheidungen, die sie getroffen hat nachvollziehen kann. Hier schimmert aber deutlich die Meinung der Autorin zu diesem Thema durch, da das Thema Tradwives in ein merklich negatives Licht gerückt wird. Aber da es sich hierbei um Fiktion und kein Sachbuch handelt, find ich es völlig in Ordnung.

    Das Buch ist ein Pageturner und man fliegt nur so durch die Seiten. Ich wollte auch immerzu wissen, was als nächstes passiert und war regelrecht gefesselt. Und das macht für mich unter anderem einen guten Thriller aus.

    Es gibt verschiedene Erzählperspektiven, die grob gesagt und ohne zu spoilern, die Gegenwart und die Vergangenheit hauptsächlich von Lea und ihrem Mann Matt aufgreifen. Dadurch lernt man nach und nach die Figuren und ihre Handlungsmotive besser kennen.

    Das Ende kommt mit einem großen Knall und war für mich nicht vorhersehbar.

    Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen und werde das Buch definitiv weiterempfehlen!

    :cat: Liebe Grüße von Innamorata (Anika).

    :study: Meeresdunkel - Till Raether

    Gelesen / Abgebrochen / SuB: :cat: 29 / 0 / 44 :cat:

  • Das Thema „Trade Wife“ geht in letzter Zeit immer wieder durch die Medien und nun hat die Autorin Vera Buck dieses Thema als Grundlage für ihren Thriller benutzt.

    Die Schwestern Paula und Lea sind sich fremd geworden, seit Lea in Florida lebt und ihr Leben als Influencerin in Social Media ausbreitet. Während Leas Follower sie feiern, ist Paula skeptisch. Als Lea plötzlich nichts mehr postet, reist sie nach Florida, um nach ihrer Schwester zu schauen. Doch Leas Ehemann Matt reagiert abweisend und behauptet, dass Lea eine Auszeit in einem Retreat nimmt. Doch Paula gibt nicht auf und sucht weiter nach Lea. Dabei zeigt sich, dass die heile Welt, die Lea nach außen hin gezeigt hat, nur Fassade ist.

    Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut. Die Atmosphäre ist von Anfang an bedrohlich und die Spannung die ganze Zeit über hoch. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen. Das Nachwort ist sehr aufschlussreich.

    Auch die Charaktere sind gut und glaubhaft gezeichnet. Obwohl sich die Schwestern vor Jahren entfremdet haben, fühlt sich Paula immer noch für Lea verantwortlich. Als sie hört, dass Lea plötzlich in den Medien schweigt, ist sie sehr besorgt. Sie trifft auf Matt, der abweisend ist und ihre Besorgnis nicht verstehen will. Mir war dieser Mann von Anfang an unsympathisch. Obwohl es ihr nicht leicht gemacht wird, gibt Paula nicht auf. Die verschwundene Lea ist eine interessante Persönlichkeit. Ihr fehlt es wohl an Selbstsicherheit, als sie auf den charmanten und selbstbewussten Matt trifft. Sie ordnet sich ihm unter. Dann lässt sie die Welt an ihrem scheinbar perfekten Leben mit perfektem Ehemann und toller Tochter teilhaben. Doch das alles hat seinen Preis.

    Mir ist es unverständlich, dass sich Frauen so unterordnen, nachdem sie viele Jahrzehnte für die Gleichberechtigung gekämpft haben. Sie begeben sich in eine Abhängigkeit, aus der sie kaum wieder herausfinden. Besonders bedrückend fand ich es, dass auch das Umfeld in der Siedlung sich genauso verhielt.

    Diese Geschichte hat mich von Beginn an gefesselt. Immer wieder gab es unverhoffte Wendungen. Ich hatte meine Vermutung, wie alles enden würde, doch die Autorin hat mich auch hier überrascht.

    Mir hat dieser spannende, aber auch beklemmende Thriller gut gefallen und ich gebe gerne eine Leseempfehlung.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Auf dieses Buch war ich unglaublich gespannt und ich wurde nicht enttäuscht. Keine Angst, Darling hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich habe es fast in einem Rutsch gelesen. Im Mittelpunkt steht Paula, die nach Florida fliegt, weil ihre Schwester Lea plötzlich verschwunden ist. Lea lebt dort das Leben einer sogenannten Trad Wife und zeigt in den sozialen Medien die perfekte Ehe im Stil der 50er-Jahre. Als ihre Videos plötzlich ausbleiben, macht sich Paula selbst auf die Suche. Besonders gut gefallen hat mir die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Mal begleitet man Paula, dann gibt es Rückblicke auf Leas Leben, zwischendurch Skripte ihrer Social-Media-Videos und Einträge aus einem Haushaltsbuch, die nach und nach zeigen, dass hinter der perfekten Fassade längst nicht alles so harmonisch ist, wie es nach außen wirkt. Das hat die Geschichte für mich unglaublich abwechslungsreich gemacht. Vor diesem Buch wusste ich ehrlich gesagt kaum etwas über den Trad-Wife-Trend. Gerade deshalb fand ich das Thema total spannend und auch ein bisschen erschreckend. Vera Buck verbindet dieses aktuelle Thema mit einem fesselnden Thriller und schafft es, dass man immer weiterlesen möchte. Warum es am Ende keine fünf Sterne geworden sind, kann ich gar nicht genau sagen. Es hat mir wirklich richtig gut gefallen, aber für ein absolutes Highlight hat mir dieses kleine gewisse Etwas gefehlt. Trotzdem ist Keine Angst, Darling für mich ein spannender, ungewöhnlicher Thriller, den ich sehr gerne weiterempfehle.

  • Über die Autorin (Amazon)

    Vera Buck, geboren in Nordrhein-Westfalen, hat Journalistik, Europäische Literaturwissenschaft und Drehbuchschreiben quer durch Europa und auf Hawaii studiert und lebt in der Schweiz. Sowohl ihr Debütroman RUNA (LIMES 2015) als auch ihr erster Thriller WOLFSKINDER (ROWOHLT POLARIS 2023) erhielten eine Nominierung für den Friedrich-Glauser-Preis, die französische Übersetzung von WOLFSKINDER wurde 2025 mit dem PRIX LE POINT DU POLAR EUROPÉEN ausgezeichnet. DAS BAUMHAUS (2024) schaffte es auf die SPIEGEL-Bestsellerliste und war für den Crime Cologne Award nominiert. Im Mai 2025 ist ihr dritter Thriller DER DUNKLE SOMMER erschienen und stieg sofort in die Top 20 ein.

    Produktínformation (Amazon)

    ASIN ‏ : ‎ B0GWR4BZYJ

    Herausgeber ‏ : ‎ Lübbe

    Erscheinungstermin ‏ : ‎ 3. August 2026

    Auflage ‏ : ‎ 1.

    Sprache ‏ : ‎ Deutsch

    Dateigröße ‏ : ‎ 11.1 MB

    Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 449 Seiten

    ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3751798136

    Massive Unterdrückung

    Lea hat in der Luxussiedlung Santa Familia in Florida endlich wonach sie immer gesucht hat. Das Zuhause sicher, eine geliebte Tochter und ein, sie auf Händen tragenden, Mann. Ihr Leben wird von Millionen gefeiert, doch ihre Schwester Paula misstraut dieser Inszenierung. Da verstummt Lea plötzlich und Paula macht sich voller Sorgen auf den Weg nach Florida. Doch dort ist ihre Schwester nicht. Ihr Mann behautet, dass sie in einem Retreat sei. Aber warum kein Lebenszeichen? Je mehr Paula forscht, desto größer werden die Risse. Denn strenge Regeln erfordern absoluten Gehorsam. Die, die nicht gehorchen, verschwinden.

    Meine Meinung

    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, denn keine Unklarheiten im Text störten meinen Lesefluss. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen, und konnte mich auch gut in die Protagonistin Paula hineinversetzen. In Lea eigentlich kaum der deren Benehmen grenzt für mich an Dummheit. Paula ist beunruhigt, weil ihre Schwester nichts mehr von sich hören lässt und auch keine Anrufe annimmt. Sie ist verheiratet mit Matt Graves, der sie in dem umzäunten Bereich der Sancta Familia, mitgenommen hat. Hier haben die Frauen zu gehorchen, denn der Mann bestimmt über sie und Lea lässt sich das gefallen! Sie haben eine kleine Tochter namens Emma und Paula ist noch besorgter, als sie sieht, was Emma spielt. sie beschließt, Lea da rauszuholen. Aber wie? Das Gelänge ist umzäun, Lea darf nicht raus, und am Eingang gibt es einen Pförtner, der Paula erst nicht reinlassen wollte. Wird sie ihre Schwester dort herausholen können? Paula tut viel dafür, aber ob es gelingt das muss der geneigte Leser selbst lesen. Das Buch ist spannend, es hat mir gut gefallen, und ich habe mit Paula und auch mit Lea gelitten. Es hat mich gefesselt und gut unterhalten. Eine Leseempfehlung und fünf Sterne von mir.

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    Liebe Grüße
    Lerchie


    _______________________
    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Mit "Keine Angst, Darling" liegt ein Polit-Psychothriller vor, der definitiv unter die Haut geht. Die Autorin Vera Buck entführt die geneigten Leser*innen in die Welt der Tradwife Bewegung, in der klare Geschlechterrollenvorstellungen wirken. Teil dieser Bewegung wird auch Lea, nachdem sie glaubte ihren Traummann gefunden zu haben und in die abgeschlossene Siedlung Sancta Familia zieht. Was als große Liebe begann wird bald zum Alptraum, so dass Lea ihre Schwester Paula braucht, um hier wieder heraus zu kommen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Paula, Lea und Louise erzählt, der ersten Frau von Leas Mann. Es geht um Gewalt, Unterdrückung, Rückfall in die Geschlechterrollen der 1950er Jahre und evangelikales Christentum. Die Geschichte wird sehr spannend und lebendig erzählt, so dass es schwer fällt, sich diesen Sog irgendwie wieder zu entziehen. Und es ist ein sehr politisches Buch, denn der gesellschaftliche Backlash mit der Infragestellung bisher erkämpfter Rechte ist auf den Vormarsch. Es ist Zeit sich zu wehren.

  • Siedlung ohne Freiheit

    Worum geht es in dem Buch?
    Lea Graves lebt in Florida in den USA. Sie lebt in der Luxussiedlung Sancta Familia, einer Siedlung, in der alte Traditionen verkörpert werden, wie zum Beispiel, dass in einer Ehe der Mann das Sagen hat, das Geld verdient und die Frau für die Kinder und den Haushalt zuständig ist. Sie muss dem Mann gefallen und sich von ihm führen lassen. Die Siedlung wird streng überwacht und alle Besucher müssen sich vorher bei einer Aufsicht anmelden.
    Am Anfang gefällt Lea dieses Leben in Sancta Familia mit ihrem amerikanischen Ehemann Matt. Die gemeinsame Tochter Emma macht das Glück perfekt. Doch zunehmend fühlt sich Lea eingeengt, ihrem Mann kann sie es in vieler Hinsicht nicht mehr recht machen. Sie versucht, ihre Freiheit wiederzugewinnen. Ihre ältere Schwester Paula, die in Deutschland wohnt, wird misstrauisch, als sie keine neuen Beiträge von Lea auf Social Media finden kann. Zwar war der Kontakt zwischen Lea und Paula in den letzten Jahren nicht besonders eng, aber Paula beschließt, nach Florida zu reisen, um Lea zu treffen. Sie trifft Lea nicht an. Diese sei offensichtlich verreist. Matt verhält sich freundlich, und Emma ist süß, dennoch glaubt Paula Matt nicht und macht sich selbst auf die Suche nach Lea. Das ist schwieriger als gedacht und nicht ungefährlich für Paula.

    Meine Meinung:
    Die Autorin schafft es, von Anfang an eine leise Spannung aufzubauen, die sich von Kapitel zu Kapitel steigert. Geschrieben wird die Handlung einerseits aus der Sicht von Paula, die als Ich-Erzählerin auftritt und die Ereignisse in der Gegenwart schildert. Immer wieder gibt es Kapitel aus der Sicht von Lea, allerdings spielen diese in der Vergangenheit und sind aus der Sicht des auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) geschildert.
    Immer wieder werden Passagen über Videos eingestreut, die Lea auf Social Media gepostet hat. Sie geben einen Eindruck über Leas Meinung und wie diese sich im Laufe der Jahre verändert hat.
    Die Handlung wird immer spannender, das Buch ist interessant, die beiden Hauptpersonen Paula und Lea sind sympathisch. Man will wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Von Trad-Wives, also Frauen, die nach alten Traditionen leben, hatte ich schon gehört. In diesem Buch wird geschildert, wie sich Traditionen ins Negative entwickeln und zu einer Falle werden können.
    Das ist sehr spannend und kurzweilig bis zum Schluss geschildert. Von mir gibt es fünf Sterne.

  • Spannendes Thema, jedoch leider zäh und vorhersehbar!

    Ich wollte das Buch wegen der vielversprechenden Grundidee sowie der zahlreichen positiven Rezensionen wirklich mögen, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen. Ob es an meinen hohen Erwartungen lag oder daran, dass mir die Geschichte sehr bekannt vorkam, lässt sich schwer sagen. Für mich war die Story schlichtweg enttäuschend.

    Anfangs konnte mich der flüssige Schreibstil noch abholen und die Perspektivenwechsel machten Hoffnung auf schockierende Wendungen. Doch schon nach wenigen Kapiteln war das Ende sehr absehbar. Ein Thriller lebt schließlich von einer bedrohlichen Stimmung und dem schrittweisen Aufdecken von Geheimnissen, was hier jedoch leider nicht gegeben war. Wenn all das fehlt und die Auflösung viel zu früh feststeht, kann gar keine echte Spannung aufkommen. Somit wurde das Potenzial rund um das Tradwife Thema und die sektenähnliche Siedlung durch zähe Handlungsstränge für mich persönlich komplett verschenkt.

    Hinzu kommen unglaubwürdige Figuren, deren Verhalten mich nur frustriert haben. Bestes Beispiel dafür sind die unlogischen Entscheidungen der Protagonistin Paula. Obwohl sie echte Gefahr hinter dem Verschwinden ihrer Schwester Lea ahnt und ihr die Lösung quasi auf dem Silbertablett serviert wird, verständigt sie nicht die Polizei. Stattdessen stolpert sie naiv von einer bedrohlichen Situation in die nächste, ohne wirklich Konsequenzen davonzutragen. Auch die Telefonate mit ihrem Ehemann wirken wie reine Lückenfüller, da er ihr zwar durchgehend ein schlechtes Gewissen einredet, ihr aber weder durch Recherche noch durch das Einschalten der deutschen Behörden weiterhilft. Dass Paula zudem ständig rein zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, erzeugt mehr Frust als Nervenkitzel. Am Ende bleiben einige Fragen offen und stellenweise häufen sich schlichtweg Logikfehler, sodass ich mir im Nachhinein wünschte, das Buch abgebrochen zu haben.

    💭 Fazit: Schade um die wirklich starke Grundidee! Wichtige Themen rund um den Tradwife Trend werden von einer vorhersehbaren Handlung, unglaubwürdigen Figuren und einem zähen Pacing komplett ausgebremst. Für mich persönlich eine echte Enttäuschung, obwohl das Buch für Thriller Einsteiger vielleicht ganz gut geeignet ist.

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