Katharina Schendel - Das Rätsel von St. Florence

Cover zum Buch Cornwall Crimes: Das Rätsel von St. F...

Titel: Cornwall Crimes: Das Rätsel von St. F...

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Gmeiner-Verlag

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 256

ISBN: 9783839281215

Termin: Neuerscheinung Juli 2026

Aktion

  • Beim jährlichen Kräuterfest der Abtei St. Florence bieten die drei Schwestern des Nachtschattenordens auch ihren berühmten, selbst hergestellten Melissengeist an. Kurz danach bricht jedoch eine Teilnehmerin mit Vergiftungserscheinungen zusammen. Das Fest ist daraufhin schnell beendet und der verkaufte Melissengeist verfehlt seine Wirkung. Inzwischen lacht sich der bösartige Reverend Blythe ins Fäustchen. Er verbreitet im Dorf Gerüchte über die Schwestern, um sie zu vertreiben und die Abtei an einen Londoner Geschäftsmann zu verkaufen, der ein luxuriöses Spa-Hotel bauen will. Doch auch dieser ist kurz darauf tot. Ist er vom Kirchturm gefallen oder gestoßen worden? Nun setzen die Äbtissin Schwester Marguerite, Schwester Rosemary und Schwester Angelica alles daran, ihren guten Ruf wiederherzustellen. Außerdem befindet sich ein geheimnisvoller Gast in ihren Mauern, der sich offenbar verstecken will. Rosemary ist ein großer Krimifan und vergöttert den Superermittler Hercule Flambeau, der in ihrer Fantasie genauso aussieht wie der Gast. Daher kümmert sie sich ganz besonders um sein Wohl.

    Dann wird der Reverend tot zwischen ihren Beeten gefunden. Die drei Schwestern gehen unterschiedlich mit den Geschehnissen um. Rosemary glaubt an die Heilige Mordred, die mit ihrer mystischen, schattenhaften Erscheinung die Abtei beschützt. Angelica ist praktisch veranlagt und eher weltlich. Marguerite als Äbtissin handelt ruhig und besonnen. Alle drei ergänzen sich mit ihren Eigenschaften sehr gut. Ich mag sie alle sehr. Auch die anderen Charaktere sind gut dargestellt.

    Die Handlung beschränkt sich hauptsächlich auf die Abtei, sodass vom idyllischen Cornwall nicht viel zu lesen ist. Das hat mich jedoch nicht gestört. Es ist teilweise eine düstere und mystische Geschichte, wenn die Schwestern den Geist der Heiligen Mordred sehen oder sie in eine Eule hineininterpretieren, wenn nachts Schatten am Fenster vorbeihuschen oder das Gebälk der alten Abtei knarrt. Das hat mir sehr gut gefallen. Letztendlich ist es doch ein sehr weltlicher Fall von Hass, Neid und Habgier.

    Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Es ist ein Wohlfühlkrimi mit britischem Flair, sympathischen Ermittlerinnen und einem gut konstruierten Fall.

    Nicht zu vergessen sind natürlich auch Pater Ambrosius und Poppy, die die Schwestern beschützen und warnen.

    Das Cover ist wunderschön und wirkt überhaupt nicht wie ein Krimi.

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  • Klösterliche Frauenpower

    Die Vorbereitungen der Schwestern vom Nachtschattenorden für das alljährliche Kräuterfest laufen auf Hochtouren. Sie hoffen, viele Fläschchen ihres legendären Melissengeists verkaufen zu können. Die Abtei St. Florence braucht dringend Geld für nötige Reparaturen am maroden Dach. Schwester Angelicas Schulfreundin Laura, eine Healthcare-Influencerin mit über sechzigtausend Follower hat ihre Unterstützung zugesagt und kommt zum Fest. Doch als sie den Melissengeist probiert, bricht sie vergiftet zusammen und ringt auf der Intensivstation des Krankenhauses um ihr Leben. Die Nonnen geraten unter Verdacht und der Markt wird ein Flop. Ihr Erzfeind, der widerwärtige Reverend Blythe triumphiert. Ist ihm doch die Beliebtheit der Nonnen ein Dorn im Auge. Er hofft, dass das Kloster an einen Investor, Stanley Puddleton, verkauft wird, der ein Wellnesshotel daraus machen will. Während der Vergiftungsfall noch untersucht wird, stürzt der Investor vom Glockenturm und stirbt. Mord, Unfall oder Suizid?

    Katharina Schendel startet mit „Cornwall Crimes: Das Rätsel von St. Florence“ eine neue Reihe. Der Cosy Crime mit den klösterlichen Hobbydetektivinnen hat mich kurzweilig unterhalten.

    Statt mit Andacht und Besinnung müssen sich die Nonnen mit irdischeren Dingen beschäftigen. Um sich vom Verdacht der Giftmischerei und Mordlust zu befreien, beschließen sie selbst zu ermitteln. Es ist bewundernswert, wie die Drei zusammenhalten und allen Widrigkeiten trotzen. Trotz aller Sorgen vernachlässigen sie dabei Barmherzigkeit und Güte nicht, zwei ihrer besonders liebenswerten Eigenschaften. Sie gewähren dem Unfallopfer Oliver Peacock Obdach. Immerhin haben sie mit dem für ihren Fall zuständigen Chief Inspector Bishop Glück, der sich zu Blythe Entsetzen als weiblich entpuppt und für die Vorurteile des Reverends nichts übrig hat.

    Katharina Schendel hat mit ihren Nachtschattenschwestern sympathische und kreative Protagonistinnen erdacht. Obwohl sie sich vom Alter und beruflichen Werdegang her sehr unterscheiden, halten sie fest zusammen und glauben unbeirrbar an die Unterstützung ihrer Ordensgründerin Mordred. Marguerite, Angelica und Rosemary sind zwar nicht immer einer Meinung, vor allem wenn es um Rosemarys literarische Lieblingsfigur Flambeau geht, aber sie können sich aufeinander verlassen und erlauben es dem intriganten Reverend nicht, Zwietracht zwischen ihnen zu säen. Ihre Gespräche haben mich mehrmals zum Schmunzeln gebracht. Auch die anderen Charaktere, vor allem die Bewohner des Küstendorfes Hollyhock wirken authentisch.

    Leider kommt das Lokalkolorit etwas zu kurz, dafür entschädigt die teils düstere, stets etwas geheimnisvolle Atmosphäre, die im Kloster und dem zugehörigen Garten herrscht. Schließlich wird nach einem weiteren Todesfall das Verbrechen logisch aufgeklärt. Der Kriminalfall weist teilweise skurrile Züge auf, aber alle offenen Fragen werden beantwortet.

    Jetzt kann wieder Ruhe in die Abtei einkehren. Die Schwestern und ihr Klostergeist sind entlastet. Mit ihren charmanten Vierbeinern Graugans Poppy und Airdale Terrier Pater Ambrosius bilden sie eine verschworene Gesellschaft.

    Nicht ganz verstanden habe ich, warum Rosemary sich ausgerechnet den Trickdieb und späteren Privatdetektiv Hercule Flambeau als Idol ausgesucht hat. Zwar ist dieser durchaus charmant, kommt aber nie über die Rolle eines unterstützenden Helfers des überragenden Detektivs Pater Brown hinaus.

    Jedem Fan von Cosy Crime mit stimmungsvollem Ambiente, einer ordentlichen Prise Humor und liebenswerten Ermittlerinnen kann ich dieses Buch empfehlen. Beim nächsten Fall werde ich wieder dabei sein.

    „Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden.“ – Albert Einstein

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