Beim jährlichen Kräuterfest der Abtei St. Florence bieten die drei Schwestern des Nachtschattenordens auch ihren berühmten, selbst hergestellten Melissengeist an. Kurz danach bricht jedoch eine Teilnehmerin mit Vergiftungserscheinungen zusammen. Das Fest ist daraufhin schnell beendet und der verkaufte Melissengeist verfehlt seine Wirkung. Inzwischen lacht sich der bösartige Reverend Blythe ins Fäustchen. Er verbreitet im Dorf Gerüchte über die Schwestern, um sie zu vertreiben und die Abtei an einen Londoner Geschäftsmann zu verkaufen, der ein luxuriöses Spa-Hotel bauen will. Doch auch dieser ist kurz darauf tot. Ist er vom Kirchturm gefallen oder gestoßen worden? Nun setzen die Äbtissin Schwester Marguerite, Schwester Rosemary und Schwester Angelica alles daran, ihren guten Ruf wiederherzustellen. Außerdem befindet sich ein geheimnisvoller Gast in ihren Mauern, der sich offenbar verstecken will. Rosemary ist ein großer Krimifan und vergöttert den Superermittler Hercule Flambeau, der in ihrer Fantasie genauso aussieht wie der Gast. Daher kümmert sie sich ganz besonders um sein Wohl.
Dann wird der Reverend tot zwischen ihren Beeten gefunden. Die drei Schwestern gehen unterschiedlich mit den Geschehnissen um. Rosemary glaubt an die Heilige Mordred, die mit ihrer mystischen, schattenhaften Erscheinung die Abtei beschützt. Angelica ist praktisch veranlagt und eher weltlich. Marguerite als Äbtissin handelt ruhig und besonnen. Alle drei ergänzen sich mit ihren Eigenschaften sehr gut. Ich mag sie alle sehr. Auch die anderen Charaktere sind gut dargestellt.
Die Handlung beschränkt sich hauptsächlich auf die Abtei, sodass vom idyllischen Cornwall nicht viel zu lesen ist. Das hat mich jedoch nicht gestört. Es ist teilweise eine düstere und mystische Geschichte, wenn die Schwestern den Geist der Heiligen Mordred sehen oder sie in eine Eule hineininterpretieren, wenn nachts Schatten am Fenster vorbeihuschen oder das Gebälk der alten Abtei knarrt. Das hat mir sehr gut gefallen. Letztendlich ist es doch ein sehr weltlicher Fall von Hass, Neid und Habgier.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut lesbar. Es ist ein Wohlfühlkrimi mit britischem Flair, sympathischen Ermittlerinnen und einem gut konstruierten Fall.
Nicht zu vergessen sind natürlich auch Pater Ambrosius und Poppy, die die Schwestern beschützen und warnen.
Das Cover ist wunderschön und wirkt überhaupt nicht wie ein Krimi.
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