Caryl Lewis - Wenn die Bienen schweigen / The Danger of Small Things

Cover zum Buch Wenn die Bienen schweigen

Titel: Wenn die Bienen schweigen

, (Übersetzer)

4,5 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

89,1% Zufriedenheit

Verlag: dtv

Format: Broschiert

Seitenzahl: 304

ISBN: 9783423650526

Termin: Neuerscheinung Juli 2026

Aktion

  • Kurzmeinung

    Tine13
    Ein aufwühlendes dystopisches Jugendbuch
  • Kurzmeinung

    NicoleK
    Düstere Zukunftsvisionen. (sehr bewegend)
  • Cover zum Buch Wilder Honig
  • -Die Kunst ist eine Macht

    Eine Umweltkatastrophe, ausgelöst durch das Aussterben der Bienen, hat schleichende, aber endgültige, einschneidende Konsequenzen.

    Den gesamten Status quo beschreibt Lewis aus der Sicht eines der vorpubertären Mädchen, die in einem völlig restriktiven und autoritär geführten Lager die Blüten der Obstbäume mit Pinseln aus Menschenhaar bestäuben, bis sie nach Einsetzen der Regelblutung zwangsweise verheiratet werden, um Kinder zu gebären. Die entsetzliche Perfidie des Regimes entpuppt sich nach und nach.

    In der Ich-Form geschrieben erschließt der Roman die individuellen Folgen für die Psyche der jungen Frauen, die die Autorin in ihrer Einzigartigkeit sehr differenziert und überzeugend charakterisiert. In dieser düsteren Welt vermittelt sie Hoffnung dadurch, dass alles Verbotene wie Kunst und Bücher einen Rettungsanker darstellen kann und einen Schritt in die Befreiung bedeutet. Großartig und ohne alle Klischees beeindruckt Caryl Lewis mit ergreifenden Beispielen der Solidarität und wie frühe familiäre Erfahrungen die Grundlagen bilden zu innerer Stärke und damit zum Widerstand.

    Den Verlauf der Geschehnisse schildert sie flüssig, in eingängiger, dialogreicher Sprache, psychologisch plausibel und spannend in den einzelnen Situationen. Mit Gewinn habe ich dieses aufrüttelnde, aber auch Zuversicht spendende Buch gelesen, das ich mir sehr gut als Schullektüre vorstellen kann. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Furchtbares Szenario

    Wenn die Bienen schweigen, Dystopie von Caryl Lewis, 302 Seiten, erschienen im dtv-Verlag.

    Der Mensch hat es geschafft, mit Ignoranz, Maßlosigkeit und Gleichgültigkeit die Erde endgültig zu zerstören.

    Es gibt keine bestäubenden Insekten mehr, die letzte Biene ist schon lange verstummt. Junge Mädchen müssen die Obstbäume mit dem Pinsel bestäuben, dafür werden sie in Camps gehalten, zu wenig Nahrung, unterdrückt, Lesen und Schreiben, bzw. eine Schule besuchen ist nicht mehr wichtig. Nur noch ein paar Mächtige haben alles, die Mädchen profitieren noch nicht einmal vom Obst. Das wird gegen Waffen, Treibstoff und Chemikalien getauscht. Doch Jess ist eine Visionärin, sie kennt die Welt wie sie früher war noch aus Büchern. Und ihre verbotenen Bilder wiegeln zur Rebellion auf. Der Wunsch nach Freiheit lässt sich nicht mehr unterdrücken.

    In 41 interessanten Kapiteln zeichnet Caryl Lewis eine postapokalyptische Dystopie, die mir eine Gänsehaut nach der anderen beschert hat. Sie schreibt so bildhaft und flüssig, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Am meisten haben mich diese patriarchalischen Strukturen aufgebracht. Frauen sind fürs Kinderkriegen und zu Sklavenarbeiten gut genug. Musik, Kunst, Kultur ist nicht notwendig, solange es den Reichen und Mächtigen gutgeht. Doch noch schlimmer ist, dass die einfachen Menschen unfrei sind, noch nicht einmal den zukünftigen Partner darf man frei wählen, nur die Gene sollen perfekt zusammenpassen. Keine Bildung, keine Freiheit, Menschen werden wie Tiere gehalten und ausgenutzt, und sie werden mangels Bildung dumm gehalten, um die Mächtigen nur immer noch einflussreicher zu machen. Mich hat die Lektüre wütend gemacht, wütend darauf, dass es selbst in einer zerstörten Welt noch Menschen gibt denen es besser geht. Diese sozialen Unterschiede sind so gut dargestellt, dass es fast wehtut. Das Buch ist spannend von Anfang bis Ende. Eine Lieblingsperson ist kaum auszumachen, denn es gibt im Camp sehr viele starke Mädchen authentisch und glaubhaft echt. Allen voran natürlich Jess die Visionärin, die Rebellin. Sie kann noch lesen, sie kennt Geschichten und sie ist mutig und hat ein gutes Herz. Charmian ist intrigant und böse, deshalb konnte ich sie nicht leiden. Trotzdem hat auch sie eine Verwandlung durchgemacht.

    Im Buch geht es nicht nur darum was passiert, wenn Nahrung und Wasser knapp wird, wenn die Erderwärmung die Erde vertrocknet und es immer heißer wird. Es hat mir die Augen geöffnet, dass es auch da noch Menschen geben wird, die andere benutzen, die es sich gutgehen lassen und andere ausnutzen. Dass es aber hoffentlich auch immer kluge und menschliche, barmherzige Mitmenschen gibt, die sich um andere kümmern, und etwas zum Besseren ändern wollen, auch wenn es gefährlich wird.

    Eine Motivation, dass es die Menschheit nicht soweit kommen lassen darf, dieses Buch sollte Pflichtlektüre an den Schulen werden. Auch eine Hommage an Kunst, Literatur und an das Wissen, die Fantasie, dass dies unbedingt immer allen Menschen zugänglich sein muss, ohne Ausnahme. Damit zumindest die Hoffnung niemals verloren gehen kann.

    Das Buch wird mich lange nicht loslassen, deshalb 5 Sterne :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:

    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • :):):):):)

    Eine erschreckend realistische Dystopie

    „Wenn die Bienen schweigen“ von Caryl Lewis ist eine packende und beklemmende Dystopie, die gleich mehrere hochaktuelle Themen miteinander verbindet. Nach dem Aussterben der Bienen gerät zunächst das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen, bevor schließlich auch die Gesellschaft zusammenbricht. Frauen werden wieder auf ihre vermeintlich ursprünglichen Rollen als Arbeitskräfte und Gebärende reduziert. Bereits im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gebracht, wo sie die Blüten der Obstbäume mühsam von Hand bestäuben müssen.

    Der Schreibstil ist bildhaft, eindringlich und atmosphärisch. Die bedrückende Stimmung und die allgegenwärtige Hoffnungslosigkeit waren für mich beim Lesen nahezu greifbar. Caryl Lewis entwirft eine Welt, die erschreckend glaubwürdig wirkt, eine Welt, in der Mädchen unterdrückt und ausgebeutet werden und in der Grausamkeit, Monotonie und Kontrolle den Alltag bestimmen.

    Die 13-jährige Jess ist jedoch nicht bereit, dieses Schicksal einfach hinzunehmen. Sie ist überzeugt, dass es mehr geben muss und dass die Mädchen ein besseres Leben verdienen. In dieser trostlosen Welt wird sie zu einem Hoffnungsschimmer. Trotz aller Verzweiflung zeigt der Roman, dass Freundschaft, Zusammenhalt und sogar Liebe selbst unter den schlimmsten Bedingungen möglich sind. Besonders berührend empfand ich die Bilder, die Jess heimlich malt. Sie geben den anderen Mädchen Mut und werden zum Auslöser eines stillen Widerstands.

    Das Buch ist durchgehend spannend, ohne dabei auf große Action zu setzen. Gerade diese ruhige, fast stille Erzählweise macht die Geschichte so eindringlich und verleiht ihr eine besondere Intensität. Die beklemmende Atmosphäre schleicht sich nach und nach ein und entfaltet ihre volle Wirkung erst nach dem Zuklappen des Buches. Mich hat die Geschichte noch lange beschäftigt, weil sie auf eindrucksvolle Weise vor Augen führt, wohin der rücksichtslose Umgang mit der Natur und gesellschaftliche Rückschritte führen können. Sie stellt die Frage, welchen Preis wir für unseren Fortschritt zu zahlen bereit sind.

    FAZIT: Wenn die Bienen schweigen ist eine eindrucksvolle Dystopie mit einer wichtigen Botschaft. Der Roman regt zum Nachdenken an, berührt emotional und zeigt, wie eng das Schicksal der Menschheit mit dem der Natur verbunden ist. Für mich eine klare Leseempfehlung.

  • Inhalt:
    Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.

    Rezension: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:
    So eine Welt will man sich nicht vorstellen, also aufwachen!

    Dieser sehr tief gehende Roman von Caryl Lewis zeigt uns eine Zukunft, in der sicherlich niemand leben möchte. Und doch hat man beim Lesen das Gefühl, es könnte so ähnlich passieren. Eine feine Dystopie, die aufwecken will, die zeigen möchte, wozu Freundschaft und Zusammenhalt fähig, sind. Die aber auch den eigenen Blick schärfen möchte und die eigenen Gedanken ins Rollen bringt. Was passiert wenn die letzte Biene verschwunden ist? Steuern wir auf so eine Zukunft zu?

    Die Protagonistin Jess ist ein junges Mädchen mit den Träumen der Jugend. Sie will frei sein und kämpft dafür. Ihre Figur ist sehr sympathisch. Sie sehnt sich nach Freundschaft, will sich nicht mit diesem System zufrieden geben. Sie kämpft aber auch mit Selbstzweifel und Angst. Manchmal wirkt sie mit ihren Gedankenschlüssen etwas zu erwachsen. Doch das ist auch der einzige, kleine Kritikpunkt an dieser Geschichte.

    In unserer lauten Welt vergisst man oft, was es heißen wird, „Wenn die Bienen schweigen“. Hier zeigt uns die Autorin eindringlich eine Welt, in der man nicht leben will. Sie schreibt und beschreibt eine düstere Zukunft in bunten Farben. Bildhaft tauchen die Szenen vor dem inneren Auge auf und lassen den Leser nachdenklich zurück. Hoffentlich.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung in der Hoffnung auf viele nachdenkliche Leser und nicht nur unter Jugendlichen.

    gelesen: ------------------ SUB:
    2026 - 57 ----------------- 01.01.26 - 91
    2025 - 76 ----------------- 01.01.25 - 112
    2024 - 83 ----------------- 01.01.24 - 127
    2023 - 100 ---------------- 01.01.23 - 139
    2022 - 84 ----------------- 01.01.22 - 139
    2021 - 88 ----------------- 01.01.21 - 142
    2020 - 64 ----------------- 01.01.20 - 156
    2019 - 65 ----------------- 01.01.19 - 143
    2018 - 61 ----------------- 01.01.18 - 142

  • „Die Welt endete Jahre, bevor es irgendjemand bemerkte, und es geschah in vollkommener Stille.“

    Es gibt Bücher, die man liest. Und dann gibt es Bücher, die sich leise in die Seele schleichen und dort noch lange nach der letzten Seite bleiben. „Wenn die Bienen schweigen“ von Caryl Lewis gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

    Selten hat mich eine Dystopie so tief berührt. Nicht, weil sie mit spektakulären Katastrophen oder atemloser Action schockiert, sondern weil ihr Horror erschreckend still ist. Der Untergang beginnt nicht mit Explosionen, sondern mit dem Verstummen der Bienen und mit ihnen verschwindet nach und nach alles, was unsere Welt lebenswert macht.

    Jess’ Geschichte hat mich vom ersten Moment an nicht mehr losgelassen. Sie lebt in einer Welt, in der Hoffnung systematisch ausgelöscht wird. Tag für Tag bestäubt sie Blüten von Hand, gefangen in einem grausamen System, das Menschen zu Werkzeugen degradiert. Besonders erschütternd fand ich, dass selbst die Pinsel aus Menschenhaar gefertigt werden – ein kleines Detail, das die Entmenschlichung dieser Gesellschaft auf beklemmende Weise greifbar macht.

    Und dennoch ist dieses Buch keine Geschichte der Hoffnungslosigkeit. Es erzählt davon, wie Kunst, Erinnerungen und Menschlichkeit selbst unter den dunkelsten Umständen weiterleben können. Der Moment, in dem Jess mit den Farben an den grauen Mauern etwas erschafft, das niemand mehr aufhalten kann, hat mich tief bewegt. Manchmal reicht ein einziges Bild, um Widerstand zu entfachen.

    Caryl Lewis schreibt mit einer leisen, beinahe poetischen Sprache, die einen Satz für Satz einfängt. Gerade weil sie auf große Dramatik verzichtet, entfalten viele Szenen eine unglaubliche Wucht. Die wechselnden Zeitebenen, Jess’ Erinnerungen an ihre Familie und an die Welt vor dem Zusammenbruch, haben mein Herz immer wieder schwer werden lassen. Sie zeigen nicht nur, was verloren gegangen ist, sondern auch, warum es sich lohnt, darum zu kämpfen.

    Was mich allerdings am meisten zurückgelassen hat, war ein Gefühl, das ich kaum abschütteln konnte: Verachtung. Verachtung für all jene, die aus der Not anderer Profit schlagen. Für Menschen, die Macht über Mitgefühl stellen und Leid als Mittel zum eigenen Vorteil nutzen. Gerade weil diese Geschichte in vielen Momenten erschreckend real wirkt, hallt dieser Gedanke noch lange nach.

    „Wenn die Bienen schweigen“ ist für mich weit mehr als eine Dystopie. Es ist eine eindringliche Mahnung darüber, wie zerbrechlich unsere Welt ist und wie wichtig Mitgefühl, Erinnerungen und Menschlichkeit bleiben, selbst dann, wenn alles andere verloren scheint.

    Dieses Buch hat mich bewegt, traurig gemacht, wütend werden lassen und gleichzeitig Hoffnung geschenkt. Es ist leise, poetisch und unglaublich kraftvoll.

    Ein absolutes Herzensbuch und für mich ein ganz klares Highlight.

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Caryl Lewis entwirft mit Wenn die Bienen schweigen aus dem dtv eine beklemmende und zugleich hoffnungsvolle Dystopie, die lange nach dem Lesen im Kopf bleibt. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, in der die Bienen ausgestorben sind und die Folgen für Mensch und Natur verheerend sind. Um die Ernten überhaupt noch zu sichern, werden Mädchen bereits im Kindesalter in Lager gebracht, wo sie Blüten von Hand mit einem Pinsel bestäuben müssen. Sie wachsen in einer Welt auf, in der sie keine Rechte besitzen, ihre Zukunft bereits vorbestimmt ist und sie später zwangsverheiratet werden sollen. Was ihnen jedoch von der politischen Propaganda als Fürsorge um sie verkauft wird. Freiheit, Bildung und Selbstbestimmung sind zu einem unerreichbaren Traum geworden.

    Im Mittelpunkt steht die dreizehnjährige Jess, die sich trotz der harten Lebensbedingungen ihre Neugier und ihren Mut bewahrt hat. Sie hinterfragt die Regeln, an die sich alle anderen längst angepasst haben, und glaubt daran, dass es noch mehr geben muss als das Leben, das ihr vorgeschrieben wird. Sie fühlt regelrecht, dass es ein freies Leben geben muss. Besonders die Erinnerungen an ihre Mutter und die Geschichten über die Welt von früher geben ihr Kraft. Im Lager schließt sie eine enge Freundschaft mit Cass, die ihr in den dunkelsten Momenten Halt gibt. Gemeinsam erleben die beiden Hoffnung, Angst und Verzweiflung und zeigen, wie wichtig Vertrauen und Zusammenhalt selbst unter unmenschlichen Bedingungen sind. Mit jeder Begegnung wächst in Jess der Wunsch, sich gegen das bestehende System aufzulehnen.

    Besonders beeindruckt hat mich, wie eindringlich Caryl Lewis die zerstörte Welt beschreibt. Die ausgestorbenen Bienen stehen nicht nur für den Verlust der Natur, sondern auch für den Verlust von Menschlichkeit. Ohne große Effekte macht die Autorin deutlich, wohin Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt und die Unterdrückung von Menschen führen können.

    Gleichzeitig verliert der Roman nie seinen Hoffnungsschimmer. Zwischen all der Trostlosigkeit entstehen bewegende Momente voller Freundschaft, Mut und Zusammenhalt, die der Geschichte eine besondere Wärme verleihen.

    Der Schreibstil ist ruhig, poetisch und sehr bildhaft. Die Autorin nimmt sich Zeit für ihre Figuren und ihre Entwicklung, auch für Details wodurch ihre Gefühle und Entscheidungen authentisch wirken. Gerade diese ruhige Erzählweise sorgt dafür, dass die emotionalen Szenen ihre volle Wirkung entfalten.
    Wenn die Bienen schweigen ist eine eindrucksvolle, nachdenkliche und emotionale Geschichte über den Wert der Natur, Freiheit und Menschlichkeit. Der Roman verbindet eine erschreckend glaubwürdige Zukunftsvision mit starken Figuren und einer Botschaft, die aktueller kaum sein könnte. Mich hat das Buch mit seiner Atmosphäre, den berührenden Charakteren und seiner leisen, aber eindringlichen Art vollkommen überzeugt und wird mir in Erinnerung bleiben.

    2026: Bücher: 109 Seiten: 45 867
    2025: Bücher: 168 Seiten: 75 214
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    Mein Blog: Zauberwelt des Lesens
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von Etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz "
    Dalai Lama
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  • Insektensterben


    Das Insektensterben ist allgegenwärtig. Doch wie geht man damit um, wenn es gar keine Bienen mehr gibt? Eine Möglichkeit versucht Caryl Lewys in „Wenn die Bienen schweigen“ darzustellen.

    Die letzte Biene ist gestorben. Nun müssen Mädchen ab elf Jahren in Camps die Pflanzen per Hand und Pinsel bestäuben. Gelangen sie in die Pubertät, werden sie Zwangsverheiratet. Damit hat Protagonistin Jess ihre Probleme: ihre Mutter hat sie neben lesen und schreiben auch reflektierst Denken gelehrt. So kämpft Jess im Camp für ihre Freiheit…

    Ich konnte mir das Szenario gut vorstellen. In einigen Ländern werden Blüten von Hand bestäubt- dadurch ist die Dystopie nicht unrealistisch. Und Lewis versteht es, die Welt detailreich und farbenfroh zu präsentieren. So lebt das Buch von der authentischen und realistischen Sprache, die durchaus Interesse wecken.

    Das trifft auch auf Protagonistin Jess zu. Sie ist rebellisch, aber auch reflektiert, und hinterfragt die Gesetze, welche aus moderner, europäischer Sicht unmenschlich sind. Jess weiß, dass die Behandlung im Camp nicht in Ordnung ist und teilt dies in ihren Gedanken mit. Zudem stellt sie sich essentielle Fragen, welche auch ich mir beim lesen stelle. Was ist der Sinn dieses unterdrückten Lebens? Wem kann sie trauen? Wie kann sie dem Zwang entkommen und ihr Leben frei gestalten?

    Leider werden diese Fragen nicht beantwortet. Stattdessen scheint Jess sich zwischenzeitlich im Kreis zu drehen und nicht voran zu kommen. Gleiches gilt für die Handlung. Es geht hin und her, nur nicht vorwärts. Das finde ich schade. So gebe ich vier Sterne für die Idee und Jess mit ihren wichtigen Fragen.

  • Die Welt besteht nur noch aus Camps. Die Mädchen werden mit 11 in einem Camp versammelt, wo sie arbeiten mussten und die Jungs lernen kämpfen. Jess lebt zusammen mit 500 anderen Mädchen, die morgens aufstehen, sich waschen, frühstücken und dann mit LKW‘s zur Arbeit gebracht werden. Abends geht es dann wieder zurück: waschen, Abendessen und schlafen - dann beginnt es von vorne, tagein tagaus. Die Arbeit in der sengenden Hitze war anstrengend: sie mussten die Blüten der Obstbäume mit einem Pinsel bestäuben…

    Jess kennt die Welt „vorher“ nur aus Büchern und Erzählungen. Das Paradies ist lange vorbei. Hungersnöte, Klimaveränderung und Kriege bestimmen den Alltag. Aber sie weiß, es hat begonnen als die Bienen verschwunden sind.

    Phantasie und Denken wird von den Aufsehern nicht gern gesehen, die Mädchen sollen gehorchen und arbeiten - mehr nicht!

    Wenn die Kinder ihre Menstruation bekommen, werden sie verheiratet, um neue Arbeiter zu produzieren. Das ganze System war in meinen Augen eine Sekte. Es gab einen Anführer, der befahl und alle hatten zu gehorchen. Dass es sich um Kinder handelte, war egal. Empathie gab es keine. Und die Aufseher hatten ein deutlich angenehmeres Leben wie die Kinder.

    Jess bringt mir Farben und Pinsel Licht in die graue Welt und immer mehr Mädchen fangen an zu streiken.

    Das Buch hat mich tief bewegt und wird noch lange in mir nachhallen. Es ist erschreckend aktuell und könnte tatsächlich so oder so ähnlich Wirklichkeit werden. Allerdings war es für mich noch nicht zu Ende! Es sind noch so viele Fragen offen, die mir keinen Abschluss ermöglichen. Ich hätte es verstanden, wenn es eine Fortsetzung geben würde, aber das ist nicht der Fall. Das Ende kam abrupt und mitten im Geschehen. Aus diesem Grund gebe ich diesem Buch nur 3,5 Sterne.

  • Was für eine erschreckend realistische Dystopie voller emotionaler Intensität und inhaltlicher Wucht!

    Wie sieht eine Welt aus, in der es relativ harmlos mit dem Verschwinden der Bienen beginnt und schlussendlich das gesamte Ökosystem kollabiert? Genau mit dieser gar nicht so abwegigen Frage befasst sich Caryl Lewis und präsentiert uns eine Dystopie vom Allerfeinsten. Ehrlich gesagt bin ich immer noch sprachlos!

    Absolut schonungslos werden wichtige Themen wie Demokratiewandel, Freiheit und gesellschaftliche Rollen behandelt, ohne dabei zu beschönigen. Dabei sorgt der erfrischend lebendige Schreibstil für eine emotionale Intensität gepaart mit einzigartiger Stimmung, die tief unter die Haut geht und pures Kopfkino erzeugt. Jede Szene erwacht wahrlich zum Leben und entfacht ein Gefühlskarussell von Wut bis hin zu Hoffnung. Durch den gelungenen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart fliegt man nur so durch die Seiten, obwohl ich regelmäßig innehalten und mit den Tränen kämpfen musste.

    Mein absolutes Highlight war allerdings Jess. Was für ein starkes Mädchen, das leider viel zu schnell erwachsen werden musste! Ihre Entwicklung wurde so grandios eingefangen, sodass sie mich stellenweise in die Knie zwang und noch immer im Kopf herumschwirrt. Aber auch sämtliche Nebenfiguren überzeugten mit facettenreichen Eigenarten und machten das Geschehen zugleich erschreckend greifbar.

    Hier passt einfach jedes noch so kleine Detail. Durch die inhaltliche Relevanz gepaart mit puren Emotionen erzeugt dieser Roman einen mitreißenden Sog, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Kleiner Tipp meinerseits, Taschentücher bereithalten und sich danach auf ganz großen Redebedarf einstellen. Was für ein einzigartiger Lesegenuss und genau deswegen bereits mein persönliches Lesehighlight 2026!

    💭 Fazit:
    Caryl Lewis versteht es meisterhaft, durch ihre bildhafte Sprache eine zutiefst greifbare Stimmung zu erschaffen. Fesselnde Handlungsstränge und eine mitreißende Hauptfigur lassen einen den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen. Die angesprochenen Thematiken sind heutzutage viel zu wichtig, weshalb dieses Werk für mich persönlich eine Pflichtlektüre für Jung und Alt ist. Am liebsten würde ich hier 10 von 5 Sternen vergeben können!

  • Mädchen werden zum Bienenersatz


    Zuri: „Wir sind hier die Ernte, Jess. Sie pflücken und gebrauchen uns, dann werfen sie uns weg.“


    In einer nicht allzu fernen Zukunft, in der viele Tiere inclusive Bienen ausgestorben sind, das Klima gekippt und Nahrungsmangel herrscht, werden elfjährige Mädchen eingesammelt, um Blüten zu bestäuben, und die Jungen, um Soldaten zu werden. Obwohl ihre Mutter versucht, das System zu überlisten, landen auch Jess und ihr Bruder im System. Doch in Jess glüht ein Funke, sie hat noch das Wissen von der Schönheit eines alternativen Lebens, aus Büchern und Erzählungen.


    Dieser dystopische Jugendroman "Wenn die Bienen schweigen", von Autorin Carol Lewis zeigt eine düstere Form der Zukunft in einem System aus Unterdrückung und Ausbeutung. Das Szenario ist nicht allzu detailliert erklärt, sondern lässt viel Raum für Interpretation. Sprachlich gut verständlich, mit beispielhaften Erklärungen und wunderbaren Metaphern, die mir gut gefallen haben. Sicherlich wirft das die ein oder andere Frage auf, doch das Augenmerk wird hier auf den Alltag und das Miteinander im System gelegt. Die schlimmsten Vorstellungen von gesteuerter Unterdrückung werden gezeigt: ein Militärregime wie in Südkorea, dazu Arbeitslager für Kinder, Ausbeutung, Hunger, Zwangsheirat, Machtspiele. Es gibt keinerlei Freiraum für eine persönliche Entscheidung oder Entwicklung, da es keine Bildung und Bücher mehr geben soll. Die Protagonistin Jess bringt Unruhe, Kreativität und Hoffnung, ähnlich wie Catniss in Die Tribute von Panem. Jess zeigt, dass Bildung, Phantasie und Mut, etwas zu verändern, besser ist als sich mit der Situation abzufinden.


    Mein Fazit:

    Interessantes Jugendbuch, mit ernsten, düsteren, aber wichtigen Themen. Ein Buch mit Nachhall, an das man noch länger denken muss! Wir Menschen sollten unsere Erde schützen, solange es noch möglich ist, und weiter zu denken als bis zu unserem Tellerrand.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb::flower:

  • Der Roman erzählt von einer Welt, in der die letzte Biene gestorben ist. Das führt zu Lebensmittelknappheit und Unruhen, und letztlich zu einer diktatorischen Regierung. Mit elf Jahren werden die Kinder aus ihren Familien genommen, die Mädchen dazu verpflichtet, Bäume von Hand zu bestäuben, während Jungen zur Kampfausbildung geschickt werden.

    Jess und ihr Bruder hatten das Glück, dass ihre Mutter alles daran setzte, sie länger bei sich zu behalten, außerdem haben sie durch die Nachbarin Ruth vom Davor erfahren. Ruth ist schon sehr alt und hat nach selbst erleben dürfen, was es nun nicht mehr gibt. So wird zu einem sehr prägenden Menschen in Jess‘ Leben. Letztlich mussten beide dennoch ihre Mutter verlassen.

    Der Roman wird komplett aus Jess‘ Perspektive in Ich-Form erzählt. Ihre erste Zeit im Camp ist nicht einfach, doch nach und nach schließt sie Freundschaften. Von der Mutter zu eigenem Denken erzogen, erkennt sie schnell, was man ihr und den anderen Mädchen antut. Sie erkennt aber auch, dass sie nicht ganz hilflos ist.

    Der Roman ist für ein Lesealter ab 14 Jahren gedacht, hat mich als Erwachsene aber auch sehr berührt. Die Autorin schreibt bildhaft und sehr atmosphärisch. Teilweise malt sie regelrecht Bilder zum Beispiel wenn sie Ruth Jess zu erklären lässt, wie Honig schmeckt.

    Die Geschichte ist spannend, denn Jess‘ begibt sich mehrmals in Gefahr, da sie hofft, Dinge ändern zu können. Der Roman hat nur etwas über 300 Seiten, doch kann man sich die Welt, wie sie nun ist, gut vorstellen, auch wenn man größtenteils nur das Camp, in dem die Mädchen leben, kennen lernt. Für mich war das durchaus ausreichend, um mir mehr vorstellen zu können. Auch das Ende ist für mich so wie es ist sehr passend. Offenbar plant die Autorin aber, wie sie in einem englischsprachigen interview offenbarte, ein Sequel, ich könnte mir vorstellen, dann vielleicht eine andere Perspektive zu erfahren. Offiziell angekündigt ist aber noch nichts.

    Jess ist für mich eine perfekte Protagonistin, schon wegen der besonderen Erziehung durch ihre Mutter und das Wissen, das Ruth an sie weitergibt. Neben ihr lernt man noch verschiedene andere Mädchen kennen. Eliot, einer der Wächter im Camp, zeigt, dass das Leben auch für den männlichen Nachwuchs nicht unbedingt einfach ist, und sich auch dort Widerstand bilden kann. Wie unschön das Leben im Camp ist, kann man gut sehen, für mich hätte es das mobbende Mädchen, das anderen, vor allem auch Jess, das Leben schwer macht, gar nicht gebraucht, auch nach Beendigung der Lektüre hat sich meine Meinung dahingehend nicht wesentlich geändert.

    Dass es immer weniger Insekten gibt, kann jeder für sich selbst feststellen, und dass das gerade bezüglich der bestäubenden Insekten auch für uns Menschen dramatisch ist, sollte bekannt sein. Der Roman übertreibt da nicht, auch heute schon gibt es Gegenden auf der Erde, wo von Hand bestäubt werden muss. Wir sollten alles dafür tun, dass wir nicht eine solche Situation wie im Roman erleben müssen, der leider viel zu realistisch anmutet. Ich empfehle, unbedingt auch das Nachwort der Autorin zu lesen, das mich wie auch der Roman berührt hat.

    Der Roman ist dystopisch, allerdings erzählt er von einer Welt, die schon sehr nahe sein könnte. Schon deswegen halte ich es für wichtig, dass er viele Leser:innen bekommt. Er ist zudem spannend und atmosphärisch erzählt, berührt emotional und wirkt nach. Von mir gibt es daher eine große Leseempfehlung nicht nur für Jugendliche sondern auch für Erwachsene.

  • Nach den Bienen

    Jess lebt in einer Welt, in der die Bienen ausgestorben sind. Mit ihren dreizehn Jahren lebt sie in einem Camp für junge Mädchen und bestäubt per Hand Obstbaumplantagen. Doch ihre Leidenschaft für die Malerei bringt sie dazu, gegen das autoritäre, patriarchalische System zu rebellieren.

    Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis ist eine Dystopie, die aufgrund des Schwundes von Bienenstämmen realistisch ist und nachdenklich macht. Jess ist eine starke Protagonistin. Viele ihrer Gedankengänge, gerade rund um die Ursache des Bienensterbens und der Gesellschaft, in der sie lebt, wirken sehr erwachsen. Man merkt, dass die Erziehung und die Ansichten ihrer Mutter maßgeblich für ihre systemkritische Meinung sind. Die Geschichte und vor allem die Rebellion entwickeln sich langsam. Der Hauptfokus liegt auf der Handlung im Camp. Hintergründe zur Politik und Gesellschaft bleiben eher verborgen. Insgesamt gelingt es der Autorin aber, Jess Situation und die der anderen Mädchen eindrücklich und klar zu schildern, sodass ich mich richtig in die Handlung hineinversetzen konnte. Das Buch hat mich durch seine düstere Darstellung der Zukunft und mit seine gesellschaftskritischen Aspekte überzeugt, auch weil die Autorin es schafft, trotz allem den Funken Hoffnung auf eine bessere Welt nicht zu verlieren.

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