Memento Mori!
Rahel Winter wird halbnackt im Schnee gefunden, doch leider kommt für sie jede Hilfe zu spät. Für Wase Rahimi stellt sich die Frage, ob die ehemalige Theaterschauspielerin Suizid beging oder kaltblütig ermordet wurde. Noch weiß Wase jedoch nicht, dass Rahels Schicksal weit zurückreicht und mit dem Leben eines guten Freundes verbunden ist.
Vier Minuten Stille von Chris Warnat klang nach einem packenden Thriller und wurde für mich leider ein langweiliger Krimi. Ich bin kein besonders großer Fan von Krimis, die extrem viel persönliche Probleme der Ermittler beinhalten, weswegen ich aktuell auch einen großen Bogen um Krimis mache. Auf diesem Buch steht allerdings Thriller drauf und der Klappentext klang unheimlich vielversprechend, daher musste ich zum Buch greifen und wurde dementsprechend enttäuscht.
Während der Prolog noch Interesse wecken kann, verflacht dieses mit den ersten Kapiteln, die wir vor allem aus der Sicht des Ermittlers Wase Rahimi erleben. Perspektiven des Ermittlerteams können grundsätzlich spannend sein, in diesem Fall drifteten mir Wases Gedanken viel zu häufig zu unwichtigen Aspekten ab und generell wurde extrem viel Wert auf irrelevante Details gelegt, was dem Lesegefühl nicht zu Gute kam und die Geschichte langwierig und zäh wirken ließ. Der Fall selbst wurde nur peripher behandelt und entscheidende Entwicklungen gab es vor allem dann, wenn man nicht in Wases Perspektive unterwegs war.
Zum Ende hin wechselt die Perspektive durchgehend, sodass wir 1/5 des Buches gar nicht mehr aus Wases Perspektive erleben. An der Stelle nahm das Tempo für mich deutlich zu und das erste Mal kam ein Gefühl von ‚Thriller‘ auf, sodass für mich am Ende die Frage bleibt, welchem Zweck Wases Perspektive diente, wenn sich der Fall nicht aus seiner Sicht löst und wir seine Perspektive gar nicht mehr einnehmen. Unausgewogen empfand ich auch den Aspekt der Detailverliebtheit, wo zu Beginn vorbeifliegende Reiher genauer erläutert werden, werden entscheidende Szenen am Ende nicht auserzählt und nur in der Retroperspektive im Schnelldurchlauf erlebt.
Während des Lesens fällt auch auf, dass Vier Minuten Stille an Fünfzehn Sekunden anknüpft und man Beziehungen zwischen den einzelne Ermittlern wohl mit dem nötigen Vorwissen besser verstehen kann, da ich den ersten Band jedoch nicht gelesen habe, empfand ich das Geflecht an manchen Stellen eher verwirrend und würde empfehlen, den ersten Band vorab zu lesen.
Vier Minuten Stille konnte mich leider gar nicht überzeugen, der Klappentext verspricht unheimlich viel Spannung, dem das Buch nicht gerecht werden konnte. Möglicherweise geht es jenen, die besonders gerne Krimis lesen anders, aber ein Thriller war das für mich überhaupt nicht.
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