Frauen spielen in der griechischen Mythologie meistens eine Nebenrolle oder die der tragischen Figur. Sei es die treue Gattin, die jahrelang auf die Rückkehr ihres Mannes aus dem Krieg wartet oder die Frau, wegen der dieser Krieg begonnen wurde. Die Frau, die sich in ihren eigenen Sohn verliebte oder die, die sich grausam an ihrer Rivalin rächt oder die, die Männer zu Stein werden lässt. Und natürlich auch die Frau, die dem Buch seinen Titel gegeben hat: Pandora, die eine Büchse geöffnet und damit das Böse auf die Welt losgelassen hat.
Natalie Haynes zeigt die Frauen hinter den Legenden. Manche von ihnen werden Monster genannt, aber für manche Menschen war und ist eine Frau mit einer Stimme und mit Macht immer noch etwas monströses. Diese Frauen bekommen nur selten den verdienten Ruhm, besonders wenn sie neben Männern agierten.
Was hat diese Frauen zu Monstern gemacht? Oft war es ein Verbrechen ihnen gegenüber, für das sie nicht selten damit bestraft wurden, dass sie in etwas verwandelt wurde, das Angst und Schrecken verbreitete. Mir hat gut gefallen, wie sich Haynes nicht nur mit den Geschichten der jeweiligen Frauen beschäftigt, sondern sie in auch einen modernen Kontext rückt. Ich habe nie die Ähnlichkeit zwischen Medeas Geschichte und Toni Morrissons Menschenkind gesehen, obwohl ich beides gelesen habe.
Diese Herangehensweise ist ungewöhnlich, aber auch spannend und mir hat es gut gefallen, dass Natalie Haynes mir einen neuen Blick auf bereits bekanntes gezeigt hat. ![]()
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Eine deutsche Übersetzung ist noch nicht erschienen.



