Schreiben und KI - Wie steht ihr dazu?

  • Um gleich ein Missverständnis auszuräumen: Es geht hier explizit nicht darum, sich von der KI ganze Geschichten oder Gedichte schreiben zu lassen. Sondern eher um Dinge wie Brainstorming und Unterstützung bei der Figuren Entwicklung etc.

    Ich schreibe ja schon einige Zeit an meiner Geschichte herum, drücke mich bisher aber erfolgreich um eine Veröffentlichung. Auch, weil ich ein kleiner Faulpelz bin und mir ein wenig die Disziplin fehlt, um stringent zu schreiben.

    In letzter Zeit habe ich aber wieder etwas ernsthafter daran gearbeitet und irgendwann versuchsweise die Gemini KI hinzugezogen. Die Ergebnisse waren absolut überraschend. Zuerst habe ich Gemini meine Grundidee zukommen lassen, sie in einem Expose zusammenfassen und auf Logik Lücken untersuchen lassen. Weil ich der Sache nicht so ganz traute, habe ich extra ein paar mehr oder weniger offensichtliche logische Fehler eingebaut und diese wurden auch sofort erkannt. Später habe ich ihr ganze Kapitel gegeben und mit ihr darüber diskutiert. Witzig war auch, dass die KI manche Handlungsstränge oder Charakterzüge falsch interpretiert hat. Daraus habe ich dann gelernt, dass genaue Anweisungen wichtig sind und man notfalls Erklärungen nachbessern muss. Aber selbst daraus ergaben sich ganz andere Sichtweisen, auf mein eigenes Werk.

    Absolut faszinierend, es entwickelte sich ein regelrechtes Brainstorming und wir landeten zum Schluss bei philosophischen Theorien und wissenschaftlichen Erkenntnissen, über das menschliche Miteinander. Einiges davon habe ich mir via Recherche (Deep Search) komplett ausführen lassen. Daraus entstanden für mich einige neue Erkenntnisse aber auch Ideen für Änderungen.

    Richtig toll wurde es dann bei den Lebensläufen, meiner Hauptprotagonisten. Da war das Brainstorming nicht ganz so ergiebig, weil ich schon vorher viel Arbeit reingesteckt habe. Gemini hat dann aber vorgeschlagen, diese Figuren mit seinem Tool Nano Bananas zu visualisieren. Ich habe Stunden damit verbracht diese Figuren zu erstellen, jedes noch so unwichtige Detail lässt sich ändern. Daraus ergab sich dann auch noch die Idee, Handlungsorte bildlich darzustellen. Es ist einfach phantastisch, dass Produkt seiner Fantasie als tatsächliches Bild zu sehen. Man muss allerdings auch einige Arbeit reinstecken, ich habe mir etliche YouTube Guides angeschaut, um die Ergebnisse zu verbessern. Und musste auch lernen, wie man sogenannte Gems erstellt - Anweisungen für die KI, bei der ich ihr bspw. die Rolle eines Künstlers zugewiesen habe, der in Stil XY malt usw.

    Ich empfinde Gemini - andere KI`s habe ich nicht ausprobiert - als wirklich faszinierendes Werkzeug. Es ersetzt keine Kreativität oder eigene Ideen, kann aber dabei helfen, diese besser auszuformulieren und zu visualisieren. Daneben habe ich mir z.B. eine tolle Grafik erstellen lassen, über die komplette Struktur meiner kleinen Geschichte. Mir hilft so etwas ungemein, um die nächsten Schritte zu planen, aber auch um den Überblick zu behalten. Die visuelle Ebene funktioniert für mich viel besser, als irgendwelche Tabellen. Inzwischen haben wir auch ein Abo abgeschlossen, weil man mit der Free Version doch sehr schnell an die Limits stößt. Insbesondere bei der Bildgenerierung. Und Deep Research, mit Quellen, sind dort auch gar nicht verfügbar.

    Wie steht ihr zur Verwendung von KI? Habt ihr vielleicht auch schon damit gearbeitet?

    "Ich bin eitel, hochmütig, tyrannisch, blasphemisch, stolz, undankbar, herablassend - bewahre aber das Aussehen einer Rose" Pita Amor

  • Als Zwischenschritt, also bevor der Roman von einem kritischen menschlichen Lektor/Korrektor bewertet wird, kann es durchaus etwas bringen. Eine KI ersetzt aber zumindest nach momentanem Stand keinen Menschen. Auch was Recherche (selbst bei deep search) angeht, kann KI unterstützend wirken, aber man sollte die Ergebnisse immer noch einmal extra überprüfen und sie niemals! ungeprüft übernehmen. Der Grund ist, dass KIs darauf trainiert sind, absolut immer eine möglichst logisch klingende Antwort zu haben, die allerdings nicht auf der Wahrheit fußen muss. Sie fantasieren sich also oftmals etwas zusammen, damit ihr »Gesprächspartner« zufrieden ist und sie weiter in Anspruch nimmt. Besonders gefährlich wird es, wenn KIs von KIs lernen und sich somit falsche Angaben verfestigen.
    Oder um es anders auszudrücken: Die Gefahr von KI-Begleitung – egal in welchem Metier – liegt darin, dass sie menschlich wirkt, sie aber bloß ein unpersönliches Abbild menschlichen Handelns ist, das nicht auf Wahrheit fußen muss. Das sollte man für alle »Gespräche« und Hinweise im Hinterkopf behalten, dann kann sie durchaus hilfreich sein.

  • Sushan

    Hast du deine Figuren schon handeln und Beziehungen aufbauen lassen? Musstest du die Bezüge kontrollieren oder waren die korrekt? Ich fand bisher die Performance von Sprachassistenten ausgesprochen fehlerhaft, wenn es um Namen und verwandtschaftliche Bezüge geht. Auf den zusätzlichen Kontrollaufwand hätte ich keine Lust und hätte Bedenken, dass mir ein Fehler durchrutscht, wenn die KI im ausformulierten Text Sohn, Mutter und Großmutter durcheinanderwirft.

    Z. B. erschließt sich mir auch nicht, warum ein Sprachassistent keine chinesischen Namen in Pinyin lesen kann, sondern einem bei Recherchen wahllos irgendeine falsche chinesische Person hinwirft - anstatt zu antworten: kann ich nicht.

    :study: -- Lents - Diversität
    :study: -- Le Guin - Der Tag vor der Revolution
    :study: --
    :musik:--

    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card!" E. L. Doctorow

    --> Merkzettel: Serie: Buchtitel (Originaltitel), Erscheinungsjahr d. Erstausg. d. Originaltitels, ISBN d. Übersetzung
    Buchseite betreffend: direkt auf d. BS melden

  • Sollte deine Geschichte veröffentlicht werden, durch einen Verlag oder durch dich selbst, sollte ganz klar gekennzeichnet sein, welcher Teil von dir stammt und was nicht. Vor allem bei den Bildern, weil KI auf die Werke von Künstlern zurückgreift, da damit trainiert und sich daraus "eigenes" zusammenstellt, weil es sonst Probleme geben könnte. Amazon hat auch schon Werke, laut Hörensagen, runtergeschmissen, da nicht korrekt angegeben wurde, wenn ein Cover z. B. mit KI erstellt wurde. So viel erst einmal dazu.

    Grundsätzlich sehe ich KI eher auf der Verwaltungs- und Organisationsebene für nützlich. Was Kreativität angeht, vielleicht als Impulsgeber, aber mach unbedingt das, was du kannst, selbst und wichtig, alles, was du durch die KI gelernt hast, auch selbst. Sonst wirst du vielleicht bequem und dann gehen dir selbst die kreativen Werkzeuge ab, die du schon selbst verinnerlicht hast.

    Meine Geschichte habe ich bisher ohne KI geschrieben, aber sie schwelte in mir schon sechs Jahre drinnen und ich habe zwischendurch halt immer wieder probiert, zu schreiben. Irgendwann ist bei mir der Knoten geplatzt, seit dem ist ein längerer Text drauß geworden. Ich bin gespannt, wohin der führt und wo meine Grenzen sein werden.

  • Ein großartiges Werkzeug, aber das letzte Wort muss immer das eigene sein.

    Wir leben von der eigenen Sprache, den eigenen Gedanken, den eigenen Ideen, die unverkennbar sind.

    Und doch.... ich arbeite ja auch als Rednerin, so kann ich von manch 'künstlichen Hirnspagat' mitunter herrlich profitieren. ABER: ich führe. Und ich kopiere niemals 1:1. Das wäre gegen meine Berufsehre.

    Sage ich heute. Und bin gespannt, welch Entwicklung sich noch zeigen mag.

  • Ich bin aktuell selbst dabei eine Geschichte zu schreiben, und komme hier und da, mal mehr und mal weniger, mittelmäßig zügig zurecht. Manchmal sprudeln Ideen und man verliert sich total in Sidestories und manchmal geh ich einfach lieber raus 🤣

    Ich hatte für meine Geschichte nach Kriminalfällen recherchiert und hatte hierfür einfach mal eine KI ausprobiert, just ein Prompt á la:

    Hey KI-Tüp, nenne mir alle Serienmordfälle in und um Wales im beginnenden 20 Jahrhundert

    Und dann recherchiert das Vieh los und wirft auch was aus. Davon ist nicht alles stichhaltig und sinnig, aber doch durchaus verwertbares dabei, und das direkt mit Quellen sodass man sofort weiter kommt. Als Recherchemittel: Großartig! Wie lange müsste man durch Akten bzw. Archive wühlen um an seine Infos zu kommen?
    Zudem wollte ich bei bestimmten Adjektiven/Adverbien gerne Vielfalt wahren um mich nicht in Redundanzen zu verlieren. Prompts á la:

    Hey KI-Tüp, nenne mir altmodische Synonyme für Brechdurchfall

    Und da kommt dann wirklich cooles Zeug raus. Also nicht direkt beim Brechdurchfall. Da kommt auch was raus, aber bestimmt nichts cooles 😅
    Aber so an Linguistik ist das wahrlich sehr hilfreich.

    Divina hat recht: Die von uns nutzbaren KI Modelle sind alles nur Sprachmodelle. Die wissen gar nichts. Die googlen alles, nutzen alle möglichen Suchmaschinen und ihre eigene (im besten Falle schon fehlerhafte) Datenbank um daraus möglichst humane Sprache zu basteln. Die Fakten können kompletter Humbug sein. Teils sogar absichtlich fehlerhaft/falsch da Suchergebnisse manipuliert werden können und auch aktiv werden

    Aber Fazit: Ich finds geil. Großartiges Werkzeug. Für mich halt nur im Kleinen. Aber da werde ich es weiter nutzen 😊

    Buchclub gesucht im Raum Lutherstadt Wittenberg, Dessau-Roßlau, Anhalt-Bitterfeld

  • Wie fehlerhaft solche KI-Modelle sind, durfte neulich eine Kundin von mir erleben. Wir haben die Rücknahme eines Artikels verweigert und die Kundin schickt uns danach einen Screenshot ihrer Eingabe, wie denn die Rücknahmebedingungen von uns wären, so dass wir den Artikel zurücknehmen müssen. Ich habe daraufhin, weil es definitiv nicht so ist, die Suche mit KI nachgestellt. Die Google KI, die die Kundin genutzt hat, zeigt ganz am Ende immer auch den Satz an "KI Suche kann Fehler enthalten". Tja, war hier auch so, zudem gilt ja immer das, was in den AGB auf der jeweiligen Firmensuche zu finden ist. Durfte ich dann ganz nett zurückschreiben.

  • Tja, war hier auch so, zudem gilt ja immer das, was in den AGB auf der jeweiligen Firmensuche zu finden ist.

    ... sofern es mit dem Gesetz vereinbar ist. Nicht umsonst steht in vielen Gesetzen, dass Klauseln, die den Verbraucher unangemessen benachteiligen, keine Gültigkeit haben. Das ändert allerdings nichts daran, dass sie in gewissen Fällen eben doch Gültigkeit haben und KI nicht dazu gedacht ist, die Rechtsberatung eines Anwalts zu ersetzen. Die schwadroniert sich den letzten Schei* zusammen, womit dann zwar der Nutzer der KI in den Glauben versetzt wird, recht zu haben, was aber keinerlei Auswirkungen auf die Gültigkeit der existierenden Rechtslage hat.

  • Vielen lieben Dank für eure Antworten!

    Eine KI ersetzt aber zumindest nach momentanem Stand keinen Menschen.

    Soll sie ja auch gar nicht. Nichts ist schöner, als von der Lektorin sein Manuskript wiederzubekommen, angereichert mit Bemerkungen, Streichungen, Fragezeichen usw. Dieses Gefühl der Unzulänglichkeit, die Gedanken alles hinschmeißen zu wollen, bevor man sich dann doch wieder aufrappelt...Unbezahlbar. Das kann die KI natürlich nicht bieten, aber für erste Entwürfe, Brainstormings etc. finde ich sie schon sehr brauchbar. Man sollte sich eben nur nicht auf alles verlassen. Aber das merkt man ja schon an der Art, wie diese KI`s trainiert sind, denn mir geht es manchmal auf die Nerven, dass immer alles "Supertoll" ist und "klasse Ideen". Für mich ist aber auch nützlich, so vergisst man nie, dass man mit einer Maschine zu tun hat.


    . Besonders gefährlich wird es, wenn KIs von KIs lernen und sich somit falsche Angaben verfestigen.

    Nachprüfen muss man sowieso alles. Wenn ich selbst via Suchmaschine recherchiere, kann ich auch Fehler machen. Und, selbst ein wissenschaftliches Buch, aus der Bibliothek, kann bereits überholt sein. Gegenprüfen muss man natürlich immer und die Entscheidung treffen, welcher Quelle man da vertraut. Ich sehe das nicht so eng, ehrlich gesagt. Weil die AI eher als eine Form der Anregung sehe, die mich auf Dinge aufmerksam machen kann, die ich vielleicht noch gar nicht bedacht habe. Es ist halt immer noch eine Maschine, die ihre Infos von einem Ort bezieht, wo auch zu lesen ist, dass die Mondlandung nie stattfand und reiche Menschen aus dem Blut von Kindern Drogen herstellen. Man darf halt nie vergessen, dass die KI nicht das Orakel von Delphi ist. Das manche Menschen das glauben, entwertet sie aber in meinen Augen auch nicht.


    Hast du deine Figuren schon handeln und Beziehungen aufbauen lassen? Musstest du die Bezüge kontrollieren oder waren die korrekt?


    Das hat eigentlich gut funktioniert, aber man muss halt wirklich immer nochmal genau drüber schauen. Gerade bei längeren Dokumenten, gerät schnell etwas durcheinander. Ich muss aber sagen, Googles Gemini händelt längere Texte wesentlich besser als Chat GPT - welches meine Frau benutzt. Ich habe einige Versuche mit beiden Modellen gemacht und Gemini hat immer bessere Ergebnisse geliefert. Das hat wohl etwas mit irgendwelchen "Token" zu tun, von denen Gemini mehr verarbeiten kann. Wenn ich es richtig verstanden habe, wohlgemerkt.

    Ich fand bisher die Performance von Sprachassistenten ausgesprochen fehlerhaft, wenn es um Namen und verwandtschaftliche Bezüge geht.

    Ich benutze die Sprachassistenten kaum, ich schreibe lieber. Weil ich dann alles vor mir sehe, nochmal zurück scrollen usw. Erfahrungsgemäß denke ich auch wesentlich besser, wenn ich dabei schreibe. Beim Sprechen gerate ich sehr schnell durcheinander und komme dann vom Thema ab. Was ja nicht schlimm wäre, wenn die Sprachassistenten einen nicht bei der kleinsten Pause unterbrechen würden und dann schon loslegen, obwohl man noch gar nicht zu Ende gesprochen hat. Außerdem komme ich mir auch wirklich doof vor, mit meinem Mobile oder dem Computer zu sprechen.

    Z. B. erschließt sich mir auch nicht, warum ein Sprachassistent keine chinesischen Namen in Pinyin lesen kann, sondern einem bei Recherchen wahllos irgendeine falsche chinesische Person hinwirft - anstatt zu antworten: kann ich nicht.

    Sie wollen halt irgendeine Antwort liefern. Außerdem haben sie auch Schwierigkeiten, zwischen Sprachen zu switchen und dabei die richtige Aussprache zu treffen. Bei dem Bildprogramm Flow, also Nano Banana, arbeite ich inzwischen ausschließlich in Englisch. Die KI`s sind einfach besser trainiert und man sieht es wirklich an den Ergebnissen. Inzwischen bin ich auch schon drauf gekommen, mir die Prompts - also Befehle - von der KI selbst formulieren zu lassen. Dann muss man wesentlich weniger nachbearbeiten.

    "Ich bin eitel, hochmütig, tyrannisch, blasphemisch, stolz, undankbar, herablassend - bewahre aber das Aussehen einer Rose" Pita Amor

  • Sollte deine Geschichte veröffentlicht werden, durch einen Verlag oder durch dich selbst, sollte ganz klar gekennzeichnet sein, welcher Teil von dir stammt und was nicht. Vor allem bei den Bildern, weil KI auf die Werke von Künstlern zurückgreift, da damit trainiert und sich daraus "eigenes" zusammenstellt, weil es sonst Probleme geben könnte.


    Sollte ich es jemals schaffen, wirklich etwas zu veröffentlichen, würde ich eigentlich gar nichts verwenden, was ich nicht selbst geschrieben habe. Ich nutze das Ganze wirklich nur als Tool, um meine Ideen einer ersten Gegenprüfung zu unterziehen, zu recherchieren oder aus meinen Ideen neue Anregungen und Ansätze zu bekommen. Selbst die Bilder sind nur für mich selbst, weil ich es einfach toll finde, anhand von visuellen Vorlagen zu arbeiten, die meiner eigenen Kreativität entsprungen sind. Im Grunde ist die KI dabei auch nur wie ein besserer Stift für mein Surface oder Mobile. Die kann nur besser zeichnen als ich. :D

    aber sie schwelte in mir schon sechs Jahre drinnen und ich habe zwischendurch halt immer wieder probiert, zu schreiben. Irgendwann ist bei mir der Knoten geplatzt, seit dem ist ein längerer Text drauß geworden. Ich bin gespannt, wohin der führt und wo meine Grenzen sein werden.

    Dafür wünsche ich Dir wirklich sehr viel Erfolg und Schaffenskraft. Ich weiß wie schwer es ist und wie frustrierend es mitunter sein kann. Mein Hauptproblem ist, dass ich von meiner Geschichte eigentlich zwei Versionen im Kopf habe, die ich beide ziemlich gut finde. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, in welche Richtung sie abzweigen soll. Also schreibe ich an jeder Version ein bisschen herum und treibe die Lektorin in den Wahnsinn. Wir haben jetzt beide beschlossen, dass ich mir jemanden anderen suche, um vielleicht neue Impulse zu bekommen.

    Die zweite Schwierigkeit besteht darin, dass ich mein Werk einfach nicht gut genug finde. Ich habe solche Angst mich zu blamieren und dann die Lust am Schreiben zu verlieren und das steht mir ziemlich im Weg. Ob ich das nochmal überwinde? Ich weiß es leider nicht.

    Und ich kopiere niemals 1:1. Das wäre gegen meine Berufsehre.

    Das würde ich auch niemals tun. Ich habe mir aber mal den Spaß gemacht, der KI die Rahmenhandlung und Figuren für eine Kurzgeschichte zu geben, die ich längst verworfen habe. Dann habe ich sie selbst schreiben lassen und das Ergebnis war unfassbar grauenvoll. Zum Glück, muss man sagen. Denn ich möchte auch nicht in einer Welt leben, wo wir mit viertklassigen Geschichten zugespammt werden, die Maschinen erstellen.

    Wie fehlerhaft solche KI-Modelle sind, durfte neulich eine Kundin von mir erleben.

    Ich habe es hier schon erlebt, als die KI noch ganz neu war, jemand ein Buch suchte und ich ganz stolz war, weil Chat GPT es sofort ausspuckte. Wie sich herausstellte, war es dann totaler Unsinn. Das war mein Aufwachmoment, sozusagen.

    Was ich wirklich beängstigend finde, sind die Möglichkeiten der Manipulation von Bildern und Videos. Selbst als Laiin konnte ich in kürzester Zeit Bilder manipulieren und Videos von uns erstellen. Klar, noch sieht man eindeutig das es unnatürlich wirkt, wenn reale Personen quasi animiert werden. Aber ich habe auch selbst Personen geschaffen und die agieren fast lebensecht - vor jedem beliebigen Hintergrund. Wenn man sich das Ganze in 10 oder 20 Jahren vorstellt. Einfach gruselig.

    "Ich bin eitel, hochmütig, tyrannisch, blasphemisch, stolz, undankbar, herablassend - bewahre aber das Aussehen einer Rose" Pita Amor

  • ...

    Ich habe es hier schon erlebt, als die KI noch ganz neu war, jemand ein Buch suchte und ich ganz stolz war, weil Chat GPT es sofort ausspuckte. Wie sich herausstellte, war es dann totaler Unsinn. Das war mein Aufwachmoment, sozusagen.

    :) Ich bin inzwischen überzeugt davon, dass es eine eigene Kultur gibt, sich in Internetforen eigens zu registrieren, um unlösbare Fragen zu stellen. Warum sonst sollte sich im Zeitalter von Instagram & Co jemand nicht direkt an Verlag oder Autor wenden, sondern zieht sonderbare Schleifen?

    Wenn jemand vor 60 Jahren eine komplizierte Frage zu einem Buch hatte, schrieb man eine Postkarte an den Verlag (Karte lag meistens im Buch, damit man Werbung anfordern konnte), der z. B. die Frage direkt an die Autoren weiterleitete.

    :study: -- Lents - Diversität
    :study: -- Le Guin - Der Tag vor der Revolution
    :study: --
    :musik:--

    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card!" E. L. Doctorow

    --> Merkzettel: Serie: Buchtitel (Originaltitel), Erscheinungsjahr d. Erstausg. d. Originaltitels, ISBN d. Übersetzung
    Buchseite betreffend: direkt auf d. BS melden

  • Wir haben seit 2022 ALLES ausprobiert. Nützlich ist eine KI als Sparringspartner während des Schreibens und Überarbeitens. Sie findet nicht alles an Problemen, aber ziemlich viel, d.h. als Vorbereitung für die abschließende menschliche Durchsicht absolut brauchbar. Wir beide haben den Luxus, dass wir unsere Projekte ständig untereinander diskutieren können. Dennoch nutzen wir KI regelmäßig.

    Nicht alle der Hinweise einer KI zu einem Text stimmen, d.h. manchmal kann man guten Gewissens gegen den Rat handeln. Heißt aber, man sollte selbst wissen, was man tut, dann hilft die KI - sonst verwirrt sie eher.

    Zwischen den KI gibt es deutliche Qualitätsunterschiede (aktueller Stand):

    • Gemini 3.1 ist ziemlich naiv und überpositiv, nicht empfehlenswert. Ist zwar die einzige KI, die einen kompletten Roman mit 500 Seiten auf einmal ins Gedächtnis (Kontextfenster) bekommt, aber das hilft nicht wirklich.
    • ChatGPT 5.4 ist etwas besser, aber grundsätzlich auch zu optimistisch und nicht sehr tiefschürfend. Für kurze Texte eher geeignet.
    • Claude Opus 4.6 ist derzeit der beste Sparringspartner. Richtig schlau, das Verständnis für Erzählweise, Charakterentwicklung, Plots etc. geht merklich tiefer. Wir arbeiten damit am liebsten.

    Was KEINE KI derzeit schafft: selbst vernünftigen Prosatext hervorzubringen. Das liest sich alles langatmig und uninspiriert, damit braucht man gar nicht erst anzufangen. Spaß macht es auch keinen, die Flow-Erfahrung beim Schreiben tritt hier nie ein. Wir formulieren jeden Satz selbst.

    Soweit unsere Erfahrungen, insofern möchten wir dich hier unterstüzten, Sushan. Wenn es dich voranbringt, warum nicht? Es ist ein Werkzeug wie jedes andere auch.

  • KI beschreibt viele Prozesse, einige davon sind legitim, etwa die Verwendung bei Recherche oder als Korrekturhilfe. Generative KI zum Schreiben zu verwenden kann ich dagegen nicht gutheißen, auch nicht, um nur einzelne Absätze zu formulieren.
    Was die beiden Beispiele Brainstorming und Figurenentwicklung betrifft: Ich sehe nicht Verwerfliches daran, wenn jemand dazu KI benutzt, halte es aber auch nur bedingt für zielführend. KI ist nicht kreativ, hat keine Vorstellung davon, was meine Geschichte ausmachen soll, welche Stimmungen sie vermitteln soll. KI hat auch keine Ahnung davon, was runde, interessante Persönlichkeiten ausmacht. Bei allen guten Geschichten geht es im Kern um die Leute darin. Wenn ich ausgerechnet die durch austauschbare Konzepte abdecke, die mir ein Rechner ausgespuckt habe, wird mir das beim Schreibprozess kaum weiterhelfen.
    Abgesehen davon schreibe ich Bücher auch deswegen, weil ich den kreativen Prozess liebe. Teile davon auf eine Software auszulagern, würde in allererster Linie bedeuten, mir selbst etwas zu nehmen.

  • Nur mal auf die Überschrift bezogen… Eine schriftstellerische Tätigkeit hat mit der Verwendung einer KI nichts zu tun. Das wird auch in der Hinsicht schon deutlich, dass bei einem mit KI geschriebenem Werk kein Urheberrecht besteht. Was zur Bedeutung hat, dass alle Interessierte ein solches Buch verwenden und vervielfältigen können, wie sie es möchten. Ich selbst verwende keine KI für das Schreiben von Büchern.

    Das geistige Eigentum ist der Reichtum von uns Menschen und kann in einem Buch kreativ zum Ausdruck gebracht werden. Mir ist das schon genauso verständlich, dass die KI eine gewisse Faszination hervorrufen kann, aber das ist wenn dann eher eine Programmiertätigkeit. Man gibt etwas ein und erwidert wird das Ganze in Sekundenschnelle mit einem generierten Ergebnis. Anders als die Ideensammlung ganz aus Assoziationen und der eigenen Kreativität entstehen zu lassen und wie eine Grundidee zu einer Geschichte wird. Und sich Notizen im Handy zu speichern und schreibend auszuarbeiten...

    Aber wir sind nicht alle gleich und das ist doch auch die Dynamik unter uns. Es ist die eigene Entscheidung aller, mit der KI zu hantieren oder nicht.

Aktuelle Aktionen

Gewinnspiel: Konrad von Megenberg '...

Gewinne bei der Buchverlosung einen von vier Preisen!

Jetzt mitmachen

Endet heute

Leserunde: Die Schatten erheben sich

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von fünf Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet heute

Leserunde: Meine Welt in Trümmern

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von sieben Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet heute

Leserunde: Fritz oder Wer nie sei...

Nimm an der Leserunde teil und gewinne eins von fünf Büchern!

Jetzt mitmachen

Endet in 7 Tagen