Arno Strobel - Die erste Zeugin

Cover zum Buch Ungelöst: Die erste Zeugin

Titel: Ungelöst: Die erste Zeugin

4,2 von 5 Sternen bei 15 Bewertungen

84,7% Zufriedenheit

Verlag: FISCHER Taschenbuch

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783596712984

Termin: Neuerscheinung Februar 2026

Aktion

  • Kurzbeschreibung


    Auftakt der brandneuen Thriller-Serie von Nr. 1-Bestsellerautor Arno Strobel: Luisa Menkhoff und Ramin Brunner sind die Cold-Case-Einheit!

    Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals ebenfalls in die Sache verwickelt.

    Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll.

    Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer - Dr. Joachim Lichner - jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat.

    Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.


    Autor


    Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt.

    Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller.

    Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.


    Meine Meinung


    Die 22jährige Medizinstudentin Luise Menkhoff sieht eine Frau auf einem Vermißtenplakat, die sie kennt. Nicole Klement war vor 17 Jahren bei Luisas Entführung an der Seite des Entführers. Luisa verfügt über ein eidetisches Gedächtnis und kann sich deshalb an alle Details von damals erinnern. Aus dem Grund wendet sie sich auch an die Polizei und kommt mit Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner in Kontakt. Er ist gerade im Begriff, eine eigene Abteilung für Cold Cases aufzubauen, jedoch dieser Vermißtenvorgang beschäftigt ihn erst mal vorrangig. Sowohl sein derzeitiger als auch sein künftiger Chef sind damit einverstanden, daß er und sein Team diesen Fall bis zum Ende bearbeiten. Luisa ist sich sicher, daß ihr Entführer Dr. Joachim Lichner seine damalige Geliebte Nicole Klement in seiner Gewalt hat. Sie unterstützt die Beamten durch ihre Erinnerungen tatkräftig, aber als weitere Mädchen entführt werden, gerät sie dabei selbst in höchste Gefahr als sie dem Täter zu nahe kommt. Können sie die verschwundenen Mädchen, Nicole Klement und Dr. Lichner finden?


    Ich kenne sehr viele Bücher von Arno Strobel und dieser erste Band einer neuen Reihe hat mich wieder voll in seinen Bann gezogen. Fesselnd und in rasantem Tempo wurde die Geschichte aufgedröselt – ein echter Pageturner. Von der ersten bis zur letzten Seite war es spannend zu lesen und das Wiedersehen mit bekannten Figuren aus anderen Bänden hat mir persönlich viel Freude bereitet. Die einzelnen Personen wurden detailliert charakterisiert, so daß ein echtes Kopfkino ablaufen konnte. Die Ermittlungen wurden realistisch beschrieben, man konnte mit raten und dann gab es Twists, die wieder alles auf den Kopf stellten und in eine andere Richtung führten.


    Ramin und Luise als Team fand ich positiv, erfrischend und die Zusammenarbeit erfolgreich. Kollege Grohmann wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer und Tewes als neue Figur interessant. An nur einem Tag bin ich durch das Buch geflogen und jetzt warte ich gespannt, was sich der Autor zu diesem Team noch einfallen lassen wird.


    Von mir bekommt dieser neue Thriller eine Leseempfehlung und ich bin bei Band 2 auf jeden Fall dabei!

  • Spannendes Spiel mit der Psyche

    Wenn ich den Namen Arno Strobel auf dem Cover lese, dann weiß ich, der Thriller wird spannend, überraschend und dennoch am Ende logisch aufgelöst. Der Titel "Ungelöst" und das schwarze Coverbild mit altem Schlüssel und knallorangener Schrift deutet auf einen alten Fall hin, aber gibt sonst nicht viel preis.

    Hauptkommissar Ramin Brunner ein noch sehr junger, aber überaus erfolgreicher Ermittler wird noch für einen letzten Vermisstenfall geholt, bevor er die Abteilung wechselt um eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen. Die Medizinstudentin Luisa Menkhoff findet sich in die Vergangenheit versetzt, als sie vor ihrer Uni ein Vermisstenplakat mit dem Gesicht von Nicole Klement hängen sieht. Sie beide verbindet eine gemeinsame Zeit, Luisa war 5 Jahre als beide in der Gewalt von Dr Joachim Lichner gefangen waren. Luisa bietet Ramin ihre Hilfe an, denn sie kennt die schwierige psychische Lage, in der sich Nicole damals befand und hat eine Ahnung, dass die Vergangenheit noch bis in die Gegenwart ihre Fäden spinnt. Zumal Luisa ein eidetisches Gedächtnis besitzt und sich so bis ins kleinste Detail an erlebte Situationen erinnern kann, vielleicht ein kleiner Vorteil für die laufenden Ermittlungen?

    Arno Strobel nimmt uns hier wieder mit in ein rasantes Katz- und Mausspiel mit Ermittlern und Tätern, welche beide versuchen sich immer einen Schritt voraus zu sein. Ich bin wie so oft fasziniert, wie liebevoll die einzelnen Charaktere aufgebaut und in die Geschichte eingeführt werden. Der Autor haucht ihnen Leben ein und verbindet diese miteinander, so dass sie mir direkt ans Herz wachsen und ich von Seite eins gefesselt bleibe und mitfiebere, vor allem wenn jemand in Gefahr schwebt. Speziell hier ist hervorzuheben, dass im Einband sogar kleine Steckbriefe integriert sind. Der Aufbau des Thrillers ist für mich überraschend und gleichzeitig schlüssig, so dass ich bis auf wenige Momente nicht das Gefühl hatte die Handlung der Personen zu hinterfragen. Wir erleben die aktiven Ermittlungen aus Sicht von Brunner und gehen mit Luisa zudem in vergangene Zeiten zurück, aber auch Nicole lernen wir gefangen in ihrer Gedankenwelt kennen. Es setzt sich nach und nach ein Bild aus kleinen Puzzleteilen zusammen und findet in einem rasanten Finale einen gekonnten Abschluss. Bei Strobel fühle ich mich am Ende gut abgeholt, sei es im Standalone oder wie hier beim Start in eine neue Reihe. Ich bin schon gespannt wie es weitergeht, wobei ich auch etwas Sorge trage, denn Ramin wird ja wohl in der Cold-Case-Einheit nicht nach aktiven Tätern suchen können.

    Ein absoluter Muss für Strobelfans und ein guter Beginn für Fans von gut ausgearbeiteten Thrillern, welche sich gerne auf spannende Buchreihen einlassen möchten.

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  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals ebenfalls in die Sache verwickelt.

    Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll.

    Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer - Dr. Joachim Lichner - jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat.

    Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.

    Autor (Quelle: Verlagsseite)

    Arno Strobel liebt Grenzerfahrungen und teilt sie gern mit seinen Leserinnen und Lesern. Deshalb sind seine Thriller wie spannende Entdeckungsreisen zu den dunklen Winkeln der menschlichen Seele und machen auch vor den größten Urängsten nicht Halt.

    Seine Themen spürt er dabei meist im Alltag auf und erst, wenn ihn eine Idee nicht mehr loslässt und er den Hintergründen sofort mit Hilfe seines Netzwerks aus Experten auf den Grund gehen will, weiß er, dass der Grundstein für seinen nächsten Roman gelegt ist. Alle seine bisherigen Thriller waren Bestseller.

    Arno Strobel lebt als freier Autor in der Nähe von Trier.

    Allgemeines

    Erster Band der Reihe um Ramin Brunner und Luisa Menkhoff

    Erschienen im Fischer Verlag am 25.02.2026 als TB mit 384 Seiten

    Gliederung: Kriminalroman in 57 Kapiteln

    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven

    Handlungsort und -zeit: München, Gegenwart

    Inhalt

    Luisa Menkhoff, die gerade ihr Medizinstudium beendet hat, bemerkt vor der Universität einen Aushang mit einer Vermisstenanzeige. Die Vermisste ist Nicole Klement, eine Frau, die Luisa mit einem traumatischen Ereignis in ihrer Kindheit verbindet. Als Fünfjährige wurde Luisa von Dr. Joachim Lichner entführt, einem Psychiater, der selbst ein Fall für die Psychiatrie gewesen wäre. Nicole Klement war seinerzeit seine Komplizin. Im Gegensatz zu anderen kleinen Mädchen, die Lichner entführt hatte, konnte Luisa gerettet werden. Aufgrund der Vermisstenanzeige wendet sich Luisa an die Polizei und lernt dort den Hauptkommissar Ramin Brunner kennen, der sich in die Abteilung für Cold Cases versetzen lassen will. Da nicht nur Nicole Klement vermisst wird, sondern nach der Haftentlassung von Lichner erneut ein kleines Mädchen verschwunden ist, beschäftigt sich Ramin zunächst noch mit diesem aktuellen Fall. Luisa ist wegen ihres eidetischen Gedächtnisses für ihn eine große Hilfe, sie kann sich nach siebzehn Jahren immer noch genau an die Zeit in der Gewalt des Psychopathen erinnern…

    Beurteilung

    Luisa ist die Tochter des im Polizeidienst ums Leben gekommenen Bernd Menkhoff, einer Figur, die in früheren Romanen des Autors mehrfach auftrat. Er war es auch, der Lichner seinerzeit zur Strecke und ins Gefängnis brachte. Der zweite Protagonist der neuen Reihe, Ramin Brunner, ist ein begabter Ermittler, der kein Interesse hat, in die Chefetage aufzusteigen, sondern beabsichtigt, sich ungelösten Altfällen, den sogenannten Cold Cases, zu widmen. Im Band „Die erste Zeugin“ vermengen sich ein alter und der aktuelle Vermisstenfall, denn ein Entführungsopfer von Lichner gilt seit fast zwei Jahrzehnten als vermisst. Deshalb werden Ramin Brunner, sein Kollege Sebastian Grohmann und Luisa als externe Beraterin noch von zwei Kollegen aus Aachen unterstützt, wo die früheren Verbrechen des Psychiaters verübt wurden.

    Die zwei wichtigsten Aufgaben bestehen darin, die entführte sechsjährige Charlotte zu finden, aber auch Nicole Klement aufzuspüren, über die man Lichner zu finden hofft. Doch die Ermittlungen gestalten sich anders als erwartet. Es gibt Hinweise, dass Lichner nicht mehr lebt.

    Die Handlung ist intelligent und wendungsreich konstruiert, allerdings nicht gänzlich realitätsnah. Das betrifft sowohl bestimmte Umstände der Ermittlung als auch das Verhalten von Lichner und sein Verhältnis zu anderen Menschen. Seine Motive sind nicht komplett nachvollziehbar und vermutlich nur damit zu erklären, dass er psychisch gestört ist.

    Der verstorbene Bernd Menkhoff, offenbar eine Lieblingsfigur des Autors, tritt hier in Form von Tagebucheinträgen und Tonaufzeichnungen noch einmal indirekt auf.

    Die neuen Protagonisten sind engagiert und sympathisch, auch der Aachener Kollege Tewes, ein Mann von kühlem Sachverstand und großer Selbstbeherrschung, ist beeindruckend. Man darf gespannt sein, wie diese Personen in Zukunft gemeinsam in Cold Cases ermitteln.

    Fazit

    Wendungsreich und größtenteils spannend, aber inhaltlich nicht vollkommen plausibel!

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    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Wenn die Vergangenheit die Gegenwart erreicht
    Luisa Menkhoff ist als 5-jährige entführt worden, wobei diese Tat ein gutes Ende nahm. Mittlerweile ist Luisa erwachsen und Medizinstudentin. Sie staunt nicht schlecht, als sie eines Tages eine Vermisstenmeldung in der Nähe der Universität entdeckt, womit eine Frau gesucht wird, die damals die Lebensgefährtin ihres Entführers war. Sie zögert nicht lange und will mehr erfahren, wendet sich schließlich an die Polizei.
    Zeitgleich übernimmt Hauptkommissar Brunner von der Münchener Kripo ein neues Amt, er baut eine Cold-Case-Abteilung auf. Aber zuvor wird ihm der Vermisstenfall übertragen, wobei Luisa als Insiderin ihn unterstützt, denn sie hat ein eidetisches Gedächtnis und kann sich damit in Situationen versetzen, die lange zurückliegen. Die Situation spitzt sich weiter zu, als ein kleines Mädchen verschwindet und Parallelen zum damaligen Entführungsfall auftauche,
    Dies ist der Auftakt einer neuen vielversprechenden Cold Case Reihe des Autors. Zunächst fand ich das Buch nicht sonderlich spannend, aber interessant. Es wurde dann aber zur Mitte hin deutlich spannender, besonders durch die eingeschobenen Rückblicke und die plötzlichen Wendungen. Ich denke, das erste Drittel des Buches dient einfach dazu, die Protagonisten und den Sachverhalt kennenzulernen, um sich hinein zu denken in das Geschehen. Dann jedoch nimmt das Buch deutlich an Fahrt auf, so dass ich mir dann schwer fiel, eine Pause einzulegen. Die Kapitel sind kurz, so dass man dann schnell noch ein Kapitel liest, und dann noch eins....usw.
    Der Schreibstil des Autors ist wie immer intensiv, klar und bildhaft. Es entstehen schnell Bilder im Kopf, die einen durch das ganze Buch begleiten. Die Emotionen werden atmosphärisch beschrieben, so spürt man z.B. die Angst und die Unsicherheit, nicht nur der Opfer, sondern auch der Ermittler, die immer mehr unter Druck geraten.
    Die beiden Ermittler Brunner und Grohmann sind mir sympathisch, auch wenn Grohmann zunächst als etwas unzuverlässig und unbeliebt gezeichnet wird. Aber ich finde die beiden sind ein gutes Team, und auch Tewes, der erst später dazukommt, imponiert mir mit seiner akribischen Arbeitsweise. Dass Luisa nun ständiger 'Gast' in dieser Reihe sein soll, erscheint mir irgendwie nicht nachvollziehbar. Denn in dieser Story hat ihr eidetisches Gedächtnis tatsächlich zur Lösung beigetragen, aber dies war ja auch ihrer eigenen Betroffenheit zuzuordnen. Ich frage mich, wie sie in anderen Fällen helfen kann, aber da lasse ich mich gern positiv überraschen. Aber bitte keine Love Story zwischen Ramin und Luisa!
    Alles in allem hat mir das Buch gefallen, auch wenn die Spannung nicht überall zugegen war. Aber letztendlich wurden alle entstehenden Fragen geklärt, teilweise jedoch etwas unrealistisch. Trotzdem möchte ich eine Buchempfehlung aussprechen.

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    Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel erzählt einen Cold-Case-Psychothriller, der von Beginn an eine persönliche Dimension entwickelt. Im Zentrum steht die Medizinstudentin Luisa Menkhoff, die über ein eidetisches Gedächtnis verfügt und zufällig auf das Vermisstenfoto einer Frau stößt, die sie sofort wiederzuerkennen glaubt: die Partnerin ihres ehemaligen Entführers. Diese Entdeckung zwingt sie, sich ihrer traumatischen Vergangenheit zu stellen und bringt sie mit Hauptkommissar Ramin Brunner zusammen, der eine neu geschaffene Cold-Case-Einheit leitet. Während alte Spuren neu bewertet werden, verschwimmen Erinnerungen, Verdächtigungen und Gewissheiten, und Luisa gerät zunehmend selbst in Gefahr.

    Luisa wirkt als Protagonistin glaubwürdig und vielschichtig, weil ihre besondere Erinnerungsgabe nicht als eine Besonderheit dient, sondern eng mit ihrem Trauma und ihren Ängsten verknüpft ist. Ihre innere Zerrissenheit und ihr Drang nach Aufklärung treiben die Handlung voran und erzeugen emotionale Spannung. Ramin Brunner, der mir von der ersten Seite sehr sympathisch war, fungiert als ruhiger Gegenpol: erfahren, analytisch und bemüht, Struktur in einen Fall zu bringen, der von persönlichen Verstrickungen geprägt ist. Nebenfiguren bleiben funktional, aber nicht uninteressant, tragen dazu bei, falsche Fährten zu legen und das Misstrauen innerhalb der Ermittlungen zu verstärken.

    Strobels Stil ist klar, präzise und stark auf Lesefluss ausgerichtet. Kurze Kapitel, Perspektivwechsel und gezielt platzierte Cliffhanger erzeugen ein hohes Tempo und halten die Spannung konstant. Die Bedrohung entsteht weniger durch explizite Gewalt als durch psychologische Unsicherheit, Erinnerungslücken und das Gefühl permanenter Beobachtung.

    Besonders gelungen ist, wie Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen und nach und nach ein beunruhigendes Gesamtbild formen.

    Der Thriller überzeugt durch seinen konstanten Spannungsbogen, die psychologische Tiefe der Hauptfigur und die beklemmende Atmosphäre, die aus der Verbindung von Trauma und Ermittlungsarbeit entsteht. Kleine Schwächen zeigen sich im Mittelteil, wo das Tempo kurzzeitig nachlässt, sowie in einzelnen Wendungen, die geübte Thrillerleser früh erahnen könnten. Zudem bleiben manche Nebenfiguren etwas blass.

    Dennoch überwiegt der Eindruck eines fesselnden, emotional aufgeladenen Psychothrillers, der Spannung nicht über Effekte, sondern über Erinnerung, Angst und persönliche Verstrickung erzeugt. Ein gelungener Auftakt neuer Serie.

    2026: Bücher: 35 Seiten: 15 745
    2025: Bücher: 168 Seiten: 75 214
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    Mein Blog: Zauberwelt des Lesens
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von Etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz "
    Dalai Lama
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  • Was passiert, wenn die Vergangenheit anklopft?

    Das Leben könnte so schön sein, doch dann stolpert Medizinstudentin Luisa Menkhoff über eine Vermisstenanzeige: Sofort erkennt sie die Partnerin des Mannes, der Luisa als kleines Kind entführt hat. Als sie sich an die Polizei wendet, ahnt sie noch nicht, welche Schrecken sie erwarten...

    Das Cover ist jetzt nichts Besonderes, der bekannte Autorenname ist wohl eher das Ausschlaggebende, das Buch in die Hand zu nehmen.

    Die Geschichte beginnt spannend, ein Rätsel um die Vermisste, das man gerne gelöst haben möchte. Die verschiedenen Perspektiven beleben den Erzählfluss und die kurzen Kapitel lassen sich schnell weglesen. Die meisten Charaktere sind sympathisch und manch einer versteckt sogar einen weichen Kern unter seiner harten Schale. Luisa finde ich ein wenig anstrengend mit ihrer "Ich lasse mich nicht bemuttern"-Art, und das, obwohl Schutz durchaus angebracht ist und sie durch ihr Verhalten eigentlich sehenden Auges ins Verderben rennt. Bei Hauptkommissar Ramin gibt es auch eine Situation, in der er überhaupt nicht seiner Beschreibung als Superermittler mit schneller Auffassungsgabe gerecht wird, da wusste ich ja vor ihm noch Bescheid und hatte die gleichen Infos. "Das Wesen", das man wohl als Vorgängerbuch bezeichnen könnte, habe ich vor etlichen Jahren bereits gelesen und war eines der ersten Arno-Strobel-Bücher für mich, welches mir auch gut gefallen hat. Daher war ich gespannt, wie diese Geschichte wohl weitergeführt wird. Die Ermittlungen sind spannend gestaltet und gegen Ende werden einem ein paar spannende Wendungen präsentiert. Der Abschluss ist ebenfalls gelungen und eigentlich würde ich nun 4 Sterne geben, wenn eine Sache nicht wäre: Die vielen, vielen, viiiielen Wiederholungen. Anfangs wird mehrmals wiederholt, wer der KK11-Leiter ist - da könnte ich noch darüber hinwegsehen. Aber später wird uns auch noch Luisas Werdegang detailreich nochmals vorgebetet, obwohl wir die exakt gleichen Infos kurz zuvor schon erhalten haben. Das gleiche Spiel bei den Ermittlungen: Wenn sich die Polizisten gegenseitig auf den aktuellen Stand bringen, werden die Ergebnisse, die wir als Leser ja schon kennen, nochmals vollständig durchgekaut, was einfach nur nervig ist, diese Passagen hätte man getrost streichen können.

    Eigentlich ein fesselnder Thriller, bei dem mich die ständigen Wiederholungen aus dem Fluss gerissen haben und ich somit 3 Sterne vergebe. Hoffentlich wird das im nächsten Fall besser lektoriert.

  • Luisas Vergangenheit

    Die Medizinstudentin Luisa Menkhoff erkennt auf einer Vermisstenmeldung die Frau wieder, die einst an ihrer eigenen Entführung beteiligt war. Sie wendet sich an die Münchener Polizei und trifft auf Kommissar Ramin Brunner, der gerade dabei ist eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen. Durch ihr eidetisches Gedächtnis bringt Luisa die Ermittler auf die Spur ihres damaligen Entführers. Doch neue Hinweise stellen alles infrage. Luisa wird als externe Beraterin an dem Fall eingebunden. Während Zweifel wachsen, gerät Luisa selbst ins Visier, weil ein entscheidendes Detail übersehen wurde.

    "Ungelöst - Die erste Zeugin" ist der Auftakt in eine neue Cold-Case-Reihe. Bei diesem ersten Band handelte es sich allerdings noch nicht unbedingt um einen alten ungelösten Fall, sondern es wurde ein alter Fall mit neuen Vermisstenfällen verknüpft.

    Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt und ist geprägt von falschen Fährten sowie unerwarteten Twists. Das sorgt für eine Unsicherheit und dass man ständig alles in Frage stellt. Man hinterfragt die Figuren. Wem kann man trauen? Welche Figur zeigt ihr wahres Gesicht? Dieses Spiel mit Vertrauen und Misstrauen zieht sich durch die Handlung und verleiht der Story seinen besonderen Sog. Zudem sind die Kapitelenden immer wieder von Cliffhängern geprägt, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

    Sehr interessant ist das ungewöhnliche Duo: Ermittler Ramin Brunner und Medizinstudentin Luisa Menkoff. Zwei völlig unterschiedliche Welten aus beruflicher Sicht, aber sie harmonieren überraschend gut und sind beide richtig sympathisch. Luisas eidetisches Gedächtnis ist faszinierend, wie sie sich an alles erinnern kann. Ich bin sehr gespannt, wie das in zukünftigen Fällen noch eingesetzt werden kann.

    Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und fesselnd. Die bildhaften Beschreibungen der Handlungsorte, Protagonisten sowie der Handlung sorgen für eine düstere Atmosphäre.

    Mein Fazit:
    Ein packender Auftakt in eine neue Serie. Die Kombination aus Kommissar und Medizinstudentin ist sehr ungewöhnlich und ich bin sehr neugierig wie es sich in der Fortsetzung der Reihe entwickeln wird. Eine klare Leseempfehlung für dieses Buch und ein Muss für alle Strobel-Fans.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Hauptkommissar Ramin Brunner sollte eigentlich eine neue Cold-Case-Einheit aufbauen, doch zuvor muss er noch einen aktuellen Fall übernehmen. Eine Frau wird vermisst: Nicole Klement. Ziemlich schnell meldet sich Medizinstudentin Luisa Menkhoff bei der Polizei. Sie kennt die Vermisste, denn sie war in ihren eigenen Entführungsfall involviert. Da Luisa ein eidetisches Gedächtnis hat und sich somit an alle Details von damals erinnern kann, darf sie die Polizei unterstützen, denn es liegt nahe, dass ihr damaliger Entführer auch in diesen Fall verstrickt sein könnte.

    Ich liebe Cold-Case- Fälle, daher war ich sehr gespannt auf den neuen Reihenauftakt von Arno Strobel. Zwar gab es hier eigentlich keinen Cold-Case, denn es handelt sich um eine aktuell vermisste Person, die zwar wiederum mit einem alten Fall zu tun haben könnte, aber da dieser damals aufgeklärt wurde, ist auch er kein Cold-Case. Aber egal, denn spannend wurde es trotzdem.

    Es gibt Perspektiv- und Zeitwechsel, kurze Kapitel, oft mit Cliffhanger, und den ein oder anderen Plottwist. Man kann reichlich Theorien entwickeln und wieder verwerfen. Schade ist nur, dass vieles ständig wiederholt wird. Das senkt das Spannungsniveau. Wenn der Leser gerade etwas zusammen mit dem Ermittler erfahren hat, ist es nervig und überflüssig, wenn dann jedes Detail noch einmal erzählt wird, weil die Polizisten sich gegenseitig auf den aktuellen Stand bringen.

    Ich mag beide Protagonisten mit ihren Eigenheiten und bin zwischen Buch lesen und Hörbuch hören hin- und hergesprungen, je nachdem, was bei mir gerade besser passte. Dietmar Wunder ist der Erzähler und ich habe ihm gerne zugehört.

    Einiges fand ich unglaubwürdig, auch wenn stets versucht wurde eine Erklärung dafür anzubieten. Nicht alle davon konnte mich überzeugen. Für mich hat die Reihe noch Potential nach oben, aber trotzdem wurde ich gut unterhalten.

    Fazit: Interessantes Ermittlerteam, teilweise etwas wiederholend und nicht immer realistisch in der Handlung, aber trotzdem spannende Unterhaltung, die Lust auf mehr macht.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • ⭐⭐⭐⭐⭐ Genialer Serienauftakt mit Gänsehaut-Garantie!
    Arno Strobel hat es wieder geschafft! Mit „Ungelöst – Die erste Zeugin“ startet er eine neue Reihe, die mich von der ersten Seite an komplett gefesselt hat.
    Besonders fasziniert hat mich die Protagonistin Luisa Menkhoff. Ihr eidetisches Gedächtnis gibt der Geschichte eine unglaubliche psychologische Tiefe – und viele ungläubige Momente für alle, die das nicht können :). Was mich als langjährigen Strobel-Fan aber absolut begeistert hat: Es tauchen viele alte Bekannte auf oder werden erwähnt! Dass wir wieder von Bernd Menkhoff hören und sogar Max Bischoff eine Rolle spielt, hat mein Fan-Herz höherschlagen lassen. Es fühlt sich wie ein Heimkommen in Strobels Thriller-Universum an – oder ein wenig wie die Fortsetzung von „Das Wesen“. Man muss das Buch aber nicht gelesen haben, alles ist wunderbar erklärt.
    Die Chemie zwischen Ramin Brunner und Luisa in der neuen Cold-Case-Einheit ist einfach hervorragend. Man spürt das Knistern und die gegenseitige Ergänzung bei der Ermittlung sofort – das Team funktioniert menschlich wie fachlich perfekt und macht jetzt schon Lust auf viele weitere Fälle. Zudem gibt es interessante Nebencharaktere in Person von Sebastian Grohmann, ein herziger Typ, der mich ein wenig an Schimanski erinnert hat :), und Tewes, der recht skurril, aber sehr effektiv zu sein scheint. In Kombination mit Luisas Gedächtnis könnten diese Personen tatsächlich ein gutes, effektives Team bilden, das von der Unterschiedlichkeit der Charaktere profitiert, zumal Ramin jeder Person Raum lässt.
    Der Plot ist gewohnt rasant, die Kapitel sind kurz und knackig, und die Verknüpfung von Luisas eigener Vergangenheit mit dem aktuellen Fall ist meisterhaft konstruiert. Böse Gestalten, die meisterhaft zu manipulieren wissen, sind hier absolut würdige Gegner.
    Fazit: Ein absolutes Muss für alle Thriller-Fans. Die Mischung aus neuen, starken Charakteren und dem Wiedersehen mit geliebten Figuren ist perfekt gelungen. 5 Sterne ohne Wenn und Aber!

  • K.-G. Beck-Ewe 13. April 2026 um 05:21

    Hat den Titel des Themas von „Arno Strobel - Ungelöst - Die erste Zeugin“ zu „Arno Strobel - Die erste Zeugin“ geändert.
  • Packender Thriller mit starken Figuren

    Die angehende Medizinerin Luisa entdeckt auf einem Aushang eine Vermisstenanzeige und erkennt darin Nicole, mit der sie selbst 17 Jahre zuvor als Fünfjährige entführt wurde. Schnell ist sie überzeugt, dass der aktuelle Fall mit ihrer eigenen Vergangenheit zusammenhängt. Besonders brisant: Ihr Vater brachte damals den Entführer und Kinderschänder, den Psychiater Lichner, als Kommissar hinter Gitter. Gemeinsam mit Hauptkommissar Ramin beginnt Luisa nach Antworten zu suchen und gerät dabei immer tiefer in ein Netz aus alten Traumata und neuen Gefahren.

    Arno Strobel gehört für mich schon lange zu den besten deutschen Thrillerautoren und auch dieses Buch hat mich sofort gepackt. Sein Schreibstil ist gewohnt flüssig, die kurzen Kapitel sorgen für enormes Tempo und die Spannung bleibt durchgehend auf hohem Niveau. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen.

    Besonders spannend fand ich die Verbindung zu Strobels Thriller Das Wesen aus dem Jahr 2009. Der Roman wirkt wie eine Fortsetzung, denn die damals entführte fünfjährige Luisa steht nun, 17 Jahre später, als Erwachsene im Mittelpunkt der Geschichte. Trotzdem lässt sich das Buch auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesen. Gerade das Zusammenspiel aus Vergangenheit und Gegenwart verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe und macht den Thriller besonders atmosphärisch.

    Auch die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Luisa und Ramin wirken authentisch, sympathisch und vielschichtig, sodass man sie gerne durch die Handlung begleitet. Gleichzeitig sind auch die Nebenfiguren überzeugend ausgearbeitet. Da dieses Buch offenbar den Auftakt zu einer neuen Reihe bildet, freue ich mich schon jetzt auf weitere Fälle mit diesem Ermittlerduo.

    FAZIT: Ein packender, temporeicher Thriller mit starken Figuren und cleveren Verbindungen zur Vergangenheit. Für Fans spannender Psychothriller eine klare Leseempfehlung !

  • Bei diesem Buch handelt es sich um den Auftakt einer neuen Reihe mit Cold Case Fällen. Der Autor Arno Strobel dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Durch seine ideenreichen Thriller mit verschiedenen Protagonisten ist er immer sehr bodenständig und real wirkend. Meist fesselnd und nicht so abstrakt.

    Cold Cases sind aktuell immer wieder in der Realität zu hören und so kommt dieses Thema bestimmt gut bei den Leserinnen und Lesern an.

    In diesem Buch lernt man die Protagonisten in einem sehr angenehmen Tempo kennen. Keine sehr übereilten Ereignisse, angenehmes Tempo und doch sehr spannend und unvorhersehbar geschrieben. Es entsteht ein Team, welches sich so allerdings im echten Leben eher nicht ergeben könnte. Aber schön es so zu lesen. Sowohl Luisa mit ihren Erlebnissen und ihrer Gabe wie auch Ramin mit seinem Gespür werden uns sicher bereichern. Sehr gerne werden wir weitere Bücher der Reihe lesen.

  • Sehr spannend

    Inhalt & Handlung:

    Medizinstudentin Luisa Menkhoff entdeckt auf einem Plakat einer Vermissten ein bekanntes Gesicht: Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner, der Luisa vor zwanzig Jahren als fünfjähriges Kind entführt hatte, wobei Nicole an der Entführung mitgewirkt hatte. Luisa meldet sich als Zeugin bei der Polizei, wobei sie auf Hauptkommissar Ramin Brunner trifft, der von dem Fakt fasziniert ist, dass Luisa über ein eidetisches Gedächtnis verfügt. Da sie sich an unglaubliche Details aus der Vergangenheit erinnern kann, wird sie eingeladen, als externe Beraterin in diesem Fall mitzuarbeiten. Kurz darauf wird ein kleines Mädchen entführt, die eine frappierende Ähnlichkeit mit der fünfjährigen Luisa von vor 20 Jahren hat, daher drängt sich der Verdacht auf, dass Lichner, der mittlerweile wieder aus dem Gefängnis entlassen ist, mit beiden Fällen zu tun haben könnte. Auch Luisa, fühlt sich beobachtet, ist dies Einbildung, oder hat ihr ehemaliger Entführer auch sie ins Visier genommen?


    Schreibstil:

    Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel sind kurz gehalten, wobei es sehr oft zu Perspektivenwechseln kommt. Temporeiche Geschehnisse spiegeln sich auch in der Art des Schreibens wieder, die Sätze werden dann plötzlich kürzer, fast schon stakkatoartig. Gekonnt versucht der Autor den Leser zum Teil in die Irre zu führen, auch wenn man als Strobel-Leser mit solcherlei falschen Fährten rechnet. Auch an brutalen Szenen wird nicht gespart, wobei sich sogar ganz am Ende des Buches eine Triggerwarnung findet.


    Charaktere:

    Im Vordergrund stehen zwei Charaktere, einerseits Ramin Brunner, seines Zeichens Hauptkommissar, und mit der Leitung dieses Falls betraut, und das ehemalige Entführungsopfer Luisa Menkhoff, mit ihrem unwahrscheinlichen Gedächtnis, dazu kommt, dass sie als Tochter eines mittlerweile verstorbenen Polizisten mit der Arbeitsweise der Polizei entsprechend vertraut ist. Ramin erweist sich in der Befragung als sehr einfühlsam, wodurch Luisa sofort großes Vertrauen zu ihm fasst. Im Zuge der Handlung entwickelt sich eine besondere Dynamik zwischen den beiden, wobei nicht ganz klar ist, ob es dies rein freundschaftlicher Natur ist, oder ob sich zwischen den beiden eventuell mehr entwickeln könnte.


    Meinung:

    Interessant finde ich die Idee, die Gegenwart mit den Geschehnissen der Vergangenheit über das phänomenale Gedächtnis von Luisa zu verbinden! Sie vermag es, auch noch nach Jahren, einzelne Erinnerungen durch einen auslösenden Impuls, gleichsam eines abgespeicherten Videos, vor ihrem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Zudem wird sie durch kluge Entscheidungen zu einer Bereicherung für das Ermittlerteam. Generell zeichnet sich jedes einzelne Mitglied dieses Teams durch besondere Fähigkeiten aus, Ramin durch seine ruhige, besonnene Art, die ihn zu einem optimalen Gesprächspartner werden lassen, sein Kollege Kriminalkommissar Sebastian Grohmann, der durch seine schludrige Art zum Schrecken der Kriminaleinheit mutiert, in Bezug auf Verbrecher jedoch ein unverzichtbares Verhandlungsgeschick an den Tag legt.

    Mich hat der Roman gut unterhalten, gerade der Umstand, dass Kinder unter den Opfern waren, bekam der Fall eine besondere Dramatik. Man konnte den Druck der Ermittler gut nachvollziehen, der Öffentlichkeit endlich einen Täter präsentieren zu können, und um nicht neuerlich wie schon vor Jahren blutjunge Opfer verzeichnen zu müssen.


    Persönliche Kritikpunkte:

    Was für mich nicht ganz so herausgearbeitet wurde, sind die Beweggründe, wieso Lichner es auf Kinder als Opfer abgesehen hatte. Für mich war es nicht ganz nachzuvollziehen, weshalb seine Entführungsopfer von jeher im Kindesalter waren, zumal er ja auch nicht pädophil veranlagt war.


    Fazit:

    Insgesamt ist „Ungelöst – Die erste Zeugin“ ein äußerst gelungener Thriller, der Spannung, Psychologie und emotionale Tiefe gekonnt miteinander verbindet. Fans von intelligenten Krimis und psychologischen Thrillern kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Der Roman macht neugierig auf die Fortsetzung der neuen Reihe und beweist erneut, warum Arno Strobel zu den erfolgreichsten deutschen Thrillerautoren zählt.

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