Ursula Poznanski - Das Signal

Cover zum Buch Das Signal

Titel: Das Signal

4,3 von 5 Sternen bei 20 Bewertungen

86% Zufriedenheit

Verlag: Knaur HC

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783426568125

Termin: Neuerscheinung Februar 2026

Aktion

  • Kurzmeinung

    flohmaus
    Wie immer super spannend und kurzweilig
  • Kurzmeinung

    guenni1
    Tolle Idee, mysteriös, hat aber einige Längen. Die Puzzleteile sehr sparsam verteilt, bis sie endlich eine Sinn ergeben.
  • Cover zum Buch Erebos 3 Cover zum Buch Teufels Tanz Cover zum Buch Scandor
  • Viola erwacht in einem schlimmen Albtraum. Sie liegt im Krankenhaus, weil ihr alter Weinkeller eingestürzt ist und sie unter seinen Trümmern begraben hat. Ihr linkes Bein muss amputiert werden. Die junge Frau ist am Boden zerstört und ebenso fassungslos wie ihr Ehemann Adam. Doch trotz allen Kummers fragt sie sich bald, wie der Unfall passieren konnte. Warum sollte sie in ein abgesperrtes, einsturzgefährdetes Gewölbe gehen? Und das bleibt nicht die einzige Ungereimtheit, die ihr auffällt.

    „Das Signal“ ist der neueste Thriller von Ursula Poznanski. Ich war schon sehr gespannt auf das Buch und wurde nicht enttäuscht.

    Wie reagiert eine aktive, erfolgreiche Mittdreißigerin, die plötzlich mit einer schweren körperlichen Einschränkung konfrontiert wird? Mit Depressionen oder Paranoia? Viola ist zunächst schwer angeschlagen und verunsichert. Der Schatten vor der Tür, die Geräusche in der Nacht. Sind sie real? Bald erkennt sie, dass es so nicht weitergehen kann und beschließt, ihr neues Leben in den Griff zu bekommen. Schnell merkt sie, dass ihre Pflegerin Otilia, sie nicht nur versorgt, sondern auch überwacht und bespitzelt. Ihr Mann hat die Betreuerin ohne Rücksprache mit Viola eingestellt und besteht, angeblich aus Sorge, auf ihrer Weiterbeschäftigung. Seine Frau meint ein verändertes Verhalten Adams ihr gegenüber zu spüren. Sie ist emotional im Zwiespalt. Fortan macht sie nicht nur fleißig ihre Übungen, sondern sinnt auch auf eine Möglichkeit, sich Gewissheit zu verschaffen. Über Adam, über Otilia und über den Grund für ihren Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann. Antworten auf diese Fragen tun not, denn auch Viola hütet ein brisantes Geheimnis.

    Ursula Poznanski schafft es, schleichend eine düstere, immer bedrohlichere Atmosphäre aufzubauen, in der eine Art Katz-und-Maus-Spiel abläuft. Der Hauptcharakter Viola gerät zunehmend unter Druck und scheint in einer ausweglosen Situation gefangen. Doch die junge Frau verfügt über Kreativität, Intelligenz und einen starken Charakter. Sie beißt die Zähne zusammen, wägt ab, welche Optionen ihr bleiben, welche am vielversprechendsten sind und wie sie sich und ihr Geheimnis schützen kann. Auch die anderen Charaktere wirken glaubwürdig. Doch die Figur, mit der ich stets mitfieberte, ist Viola. Wird sie es schaffen, Antworten zu bekommen? Wird sie überleben? Mit ihrem klaustrophoben Beinah-Kammerspiel hat mich Ursula Poznanski erneut in ihren Bann geschlagen. Etliche Winkelzüge und Wendungen sorgen für dauerhafte Spannung. Die Bedrohung wächst subtil, der eher leise Thriller kommt mit wenig Gewalt aus. Nichts ist so, wie es scheint. Scheinbar Sinnloses wird plötzlich verständlich.

    Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Viola weitergeht. Die Spannung hält bis zuletzt und das Ende ist schlüssig. Von mir gibt es die volle Punktzahl.

    Bücher sind nichts als Papier, es sei denn, man liest sie.

  • Menschliche Abgründe spannend verpackt!

    Der Krimititel Das Signal spricht die kreative Verwendung von Mini-Trackern an, die im Thriller für genügend Spannung sorgen mit der Heraufbeschwörung von kreativen Geheimnissen und offensichtlichen Ungereimtheiten wichtiger Figuren. Das ansprechende Cover wirkt futuristisch gestaltet. Beklemmende Grundstimmung tritt besonders im abseits gelegenen Haus außerhalb Wiens mit baufälligem Weinkeller auf, verstärkt besonders durch die wortkarge, undurchsichtige Pflegerin Ottilie. Die starke Hauptfigur Viola Becker, Innenarchitektin, fühlt sich nach der Behandlung im Krankenhaus als Amputierte abgeschoben und gefangen im eigenen Haus, belogen und bedroht. Trotz der Bewegungseinschränkung durch den Verlust ihres linken Beins schafft sie es, durch geschickte Positionierung von etlichen Mini-Trackern gewissen Rätseln bei Ehemann, Freundin, Pflegerin und externem Schatten auf die Spur zu kommen. Kreative Ideen in Dialogen rund um Geheimnisse und Lügen führen auch zu gefährlichen Aktionen. Technisch relativ neue Ideen wie dieses GPS-Tracking und der Gebrauch von Bitcoins beleben die nicht alltägliche Szenerie. Während die Hauptfigur Viola als Ich-Erzählerin mit Durchhaltevermögen und cleverem, rationalem Verhalten punktet, wirkt ihr Ehemann Adam trotz anfänglicher Sorge schnell grau, schwach, durchtrieben und verlogen. Wenn auch schwer einzuschätzen, wirkt die rumänische Pflegerin und Haushälterin Ottilie in ihrem Charakter äußerst unfreundlich, kalt und schroff, sorgt so für gruselnde Spannung. Violas Freundinnen sorgen ebenfalls für negative Puzzlestücke, während der behinderte Benno in seiner Unschuld als liebenswerte, ehrliche und vertrauenswürdige Nebenfigur die bedrückende Stimmung hebt. Die Figurenzeichnung wirkt realistisch und authentisch, die Handlung ist logisch nachvollziehbar, der klare Schreibstil gefällt in seiner Wortwahl. Informativ ist auch der medizinische Behandlungsverlauf bei Amputationen mit Spiegeltherapie etc.

    Ein spannender Thriller!

  • Ich liebe alle Bücher von Ursula Poznanski. Für mich ist sie eine Klasse für sich, wenn es um emotional aufwühlende, intelligente Psychothriller für junge (und jung gebliebene) Menschen geht. Deshalb konnte ich mir ihren neuen Roman "Das Signal" nicht entgehen lassen.

    Wenn man so will, hat mich das in leuchtenden Farben gehaltene Cover gleich in seinen Bann geschlagen. Für mich spiegelte es die besondere Situation von Viola, die durch einen schrecklichen Unfall aus ihren normalen Leben gerissen worden ist und sich selbst als von der Außenwelt gänzlich isoliert erlebt.

    Das Geschehen wird aus der Perspektive von Viola geschildert. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus muss sie sich in ihrem Alltag zurechtfinden, sie ist in ihren vier Wänden gefangen und kann sich nicht über ihre Gedanken und Gefühle mit Dritten austauschen. Sie selbst ist sich nicht sicher, ob sie ihren Wahrnehmungen trauen darf oder nicht, sie kann diesbezüglich nur Vermutungen anstellen, aber keine eigenen Recherchen in die Wege leiten. Deshalb ist sie auf den Einsatz von moderner Technik in Form von GPS-Trackern angewiesen, die ihr Misstrauen gegenüber anderen Menschen schüren. Dabei ist sie selbst alles andere als unschuldig, auch sie hat ein Geheimnis, das nicht ans Tageslicht gelangen soll.

    Für mich wirkte dieser mit einer klaustrophobischen Atmosphäre punktende Psychothriller geradezu erschreckend realistisch. Hier ist nichts so wie es scheint. Meine Lektüre hat mich stundenlang gefesselt, sie ging mir richtig unter die Haut.

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Viola ist gefangen. Nach einem Unfall ist sie ans Haus gefesselt und auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen. Doch dessen Fürsorge schlägt in Kontrolle um. Oder bildet sie sich das nur ein? Mit Hilfe modernster Technik beginnt Viola, ihren Mann zu überwachen – und stößt auf Ungereimtheiten, die sie in höchste Gefahr bringen.

    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache: Mit ihren Jugendbüchern und Thrillern für Erwachsene ist sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden, ihre begeisterte Leserschaft hat ihr zu einer deutschen Gesamtauflage von bereits fünf Millionen Exemplaren verholfen.

    Allgemeines

    Erschienen am 2. Februar 2026 bei Knaur als HC mit 400 Seiten

    Gliederung: Stadtplan Wien – Roman in 71 Kapiteln – Epilog

    Ich-Erzählung der Protagonistin Viola Decker

    Handlungsort und -zeit: Wien, in der Gegenwart

    Inhalt

    Die Innenarchitektin Viola Decker erwacht im Krankenhaus und sieht sich mit der schrecklichen Erkenntnis konfrontiert, dass sie einen schweren Unfall hatte, infolgedessen ihr linkes Bein auf halber Höhe des Oberschenkels amputiert werden musste. Außerdem bereiten ihr mehrere gebrochene Rippen starke Schmerzen. Dennoch möchte sie sofort nach der Entlassung mit der Rehabilitation beginnen, um mit ihrer veränderten Lebenssituation zurechtzukommen.

    Ihr viel beschäftigter Mann Adam, der sehr um sie besorgt scheint, engagiert eine rumänische Pflegerin namens Otilia, die für sie sorgen soll. Allerdings gewinnt Viola den Eindruck, dass Otilia eher Wachhund als Pflegerin ist und ihre Mobilisierung eher hintertreibt als fördert. So sorgt sie dafür, dass Violas Krücken und Rollstuhl außer Reichweite sind und diese eine Gefangene im Erdgeschoss ihres eigenen Hauses ist.

    Viola wird Adam gegenüber misstrauisch und bestellt sich mehrere GPS-Tracker, mit denen sie Adam, Otilia und weitere Personen überwachen kann. Dabei erfährt sie Dinge über ihren Mann, die ihre Befürchtungen übertreffen und sie begreift, dass sie Klugheit und einen strategischen Plan braucht, wenn sie die Pläne ihres Mannes durchkreuzen will.

    Beurteilung

    „Das Signal“ ist ein extrem fesselnder Psychothriller, den man kaum aus der Hand legen kann. In die Lage der Protagonistin, die nach dem Verlust ihres Beines auch noch mit schockierenden Erkenntnissen über ihren Mann konfrontiert wird, kann man sich gut hineinversetzen. Die Atmosphäre im Haus wird für die zunächst hilflose Frau immer beklemmender, sie zweifelt nicht nur an ihrem Mann und der griesgrämigen Pflegerin, sondern auch an ihren beiden Freundinnen, die offenbar ebenfalls etwas zu verbergen haben. Viola versucht verzweifelt, sich an den Abend ihres Unfalls zu erinnern und fragt sich, ob ihr Mann etwas damit zu tun hatte. Andererseits wird ersichtlich, dass auch Viola selbst etwas zu verbergen hat und dass ihr jemand wegen einer Handlung ihrerseits vor vielen Jahren auf den Fersen ist. Der Einzige, dem sie noch vertrauen kann, ist Benno, der vom Down-Syndrom betroffene Nachbarssohn, der ihr im Rahmen seiner Möglichkeiten hilft.

    Das „Psychoduell“ zwischen Adam und Viola ist sehr spannend zu verfolgen, ebenso die Tricks, mit denen sich Viola der Überwachung durch Otilia zu entziehen versucht. Sehr faszinierend ist die Darstellung der technischen Möglichkeiten, durch die Viola trotz der Einschränkung ihrer Mobilität den Aktivitäten ihres Mannes auf die Schliche kommt.

    Durch die erst nach und nach enthüllten Informationen aus Violas Leben vor ihrer Ehe kann der Leser erst gegen Ende des Romans die möglichen Motive von Adam vollständig durchschauen. Durch die Präsentation der Handlung als Ich-Erzählung stellt sich allerdings auch die Frage, inwieweit man Viola vertrauen kann.

    Viola ist eine sehr intelligente und willensstarke Persönlichkeit, ihr Plan in Bezug auf Adam ist genial – allerdings letztendlich wegen zu vieler Unwägbarkeiten in der Ausführung nicht ganz glaubwürdig. Nichtsdestotrotz ist „Das Signal“ von der ersten bis zur letzten Seite atemberaubend spannend.

    Fazit

    Psychothrill und technische Finessen – ein wahrer Pageturner!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Quadratische Träume

    Wenn ich zu einem Buch von Ursula Poznanski greife, gehe ich davon aus, dass mich kurzweilige Unterhaltung erwartet. Auch „Das Signal“ konnte mich ab dem ersten Kapitel abholen und fesseln.

    Nach einem Unfall, an den sie sich nicht erinnern kann, wacht Viola im Krankenhaus mit amputiertem Bein auf. Als wäre das nicht schlimm genug, verhält sich ihr Mann äußerst sonderbar und nach ihrer Entlassung empfängt sie zu Hause eine wortkarge Pflegerin.

    Ursula Poznanski schafft eine sehr beklemmende Grundstimmung. Die Vorstellung, nach so einem schweren Unfall in ein zu Hause zu kommen, in dem man sich nicht mehr wohlfühlt, ist sehr gruselig. Wie Viola tappt man zunächst im Dunklen, wieso sich ihre private Situation so dermaßen gedreht hat. Dass mit ihrem Mann und der Pflegerin etwas faul ist, ist so dermaßen offensichtlich, dass es mir schon fast zu viel erschien. Insbesondere ihr Mann Adam tritt extrem unsympathisch und verdächtig auf, dass man sich fragt, wie sich die freundliche Vio überhaupt in ihn verlieben konnte bzw. wie es sein kann, dass er sich so verändert hat.

    Viola hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie lässt sich nicht unterkriegen und steckt den Kopf nicht in den Sand, obwohl sie jeden Grund dafür hätte. Sie ist mutig und einfallsreich und versucht hinter das Rätsel zu kommen. Ich fand ihre Einfälle sehr kreativ und es hat Spass gemacht, mit ihr zusammen die anderen Personen zu beobachten. Die ersten dreiviertel des Thrillers waren 5 Sterne für mich. In der Gesamtbewertung entscheide ich mich allerdings doch nur für 4 Sterne, da mir die Auflösung und der Grund für das Ganze nicht so gut gefallen haben. Ich hätte erwartet, dass mehr hinter all dem steckt, als es tatsächlich war.

    Alles in allem ist „Das Signal“ ein empfehlenswerter Thriller, wenn man einfach mal vom Alltag abschalten möchte oder vielleicht sogar in einer Leseflaute steckt, denn es las sich sehr flüssig und man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen.

  • Besessene Konrolle

    Nach einem schweren Unfall hat die Innenarchitektin Viola ein Bein verloren und ist plötzlich in ihrem eigenen Haus gefangen. Ihr Mann Adam bemüht sich zwar um sie, doch der notwendige Umbau ihres abgelegenen Zuhauses kommt kaum voran. Während Viola im Erdgeschoss festsitzt, fühlt sie sich von ihrer schweigsamen Pflegerin beobachtet und bemerkt, dass immer wieder Dinge verschwinden oder unerreichbar werden. Sie stattet ihre Gegenstände mit kleinen Mini-Trackern aus, um die Kontrolle darüber wieder zurückzuerlangen. Als Adam sich zunehmend seltsam zu verhalten beginnt und auch öfters später nach Hause kommt, beginnt sie auch seine Wege zu überwachen. Die Daten offenbaren irritierende Muster und Lügen. Je mehr sie herausfindet, desto stärker wächst ihr furchtbarer Verdacht.

    Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Viola erzählt. Durch ihren Unfall ist sie ans Haus gefesselt und man erlebt ihre Ängste, Zweifel und emotionalen Ausschläge unmittelbar mit. Dadurch entsteht eine zunehmend beklemmende Atmosphäre.

    Der Plot ist durchdacht, auch wenn einzelne Momente etwas konstruiert wirken und etwas unglaubwürdig daherkommen was Viola angeht nach einem so schwerwiegenden Unfall. Die Mischung aus moderner Technik, digitalen Twists und clever gesetzten falschen Fährten sorgt dafür, dass man ständig zwischen Was passiert wirklich? und Was bildet sich Viola ein? schwankt. Diese Frage treibt die Handlung voran und sorgt dafür, dass trotz des eher geringen Tempos eine konstante, tief sitzende Spannung entsteht.

    Viola ist eine sympathische, nachvollziehbare Figur, deren emotionale Verletzlichkeit und obsessive Kontrollversuche erschreckend menschlich wirken. Man konnte beim Lesen ganz gut mit ihr mitfühlen. Die Nebenfiguren sind ebenfalls überzeugend gezeichnet, schwer zu durchschauen, vielschichtig und authentisch. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass man ständig zwischen Misstrauen und Verständnis schwankt.

    Der Schreibstil lässt sich flüssig und angenehm lesen. Die falschen Fährten und Wendungen sorgen immer wieder dafür, dass man glaubt, die Wahrheit erkannt zu haben, nur um kurz darauf erneut ins Zweifeln zu geraten. Das macht diesen Thriller so fesselnd.

    Mein Fazit:
    Ein fesselnder, atmosphärischer Thriller, der mich komplett gecatcht hat. Ein Thriller den man unbedingt lesen muss.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Gefangen im eigenen Leben

    „Das Signal“ ist das erste Buch, welches ich von Ursula Poznanski gelesen habe. Das Thema hat mich derart gepackt, dass ich nach dem Lesen erst einmal die Standorteinstellungen auf meinen Geräten überprüft habe :-). Denn die Autorin nimmt ein alltägliches Stück Technik – in diesem Fall GPS-Tracker – und verwandelt es in ein Instrument des puren psychologischen Horrors.

    Mit Viola bin ich sofort warmgeworden, weil mich ihr Schicksal von der ersten Seite an berührt hat: Nach einem schweren Unfall ist ihr linkes Bein amputiert, sie ist ans Haus gefesselt und auf die Hilfe ihres Mannes Adam angewiesen. Doch was wie fürsorgliche Pflege aussieht, als er die Pflegerin Otilia engagiert, beginnt sich schnell wie ein goldenes Gefängnis anzufühlen.

    Welche perfide Rolle spielt sie? Ist sie eine Hilfe oder eine Aufseherin für Viola? Um dieser Ohnmacht zu entkommen, greift Viola zu einem digitalen Hilfsmittel: Sie bestellt heimlich kleine GPS-Tracker und beginnt, ihr Umfeld zu überwachen.Und zu sehen bzw. zu lesen, wie die kleinen Punkte auf ihrem Display sich an Orte bewegen, an denen sie eigentlich gar nicht sein dürften, hat bei mir für Nervenkitzel gesorgt. Hier stellte sich dann auch gleich die Frage: Ab wann heiligt der Zweck die Mittel?

    Die Handlung lebt durch ein beklemmendes Domestic-Noir-Feeling: Die räumliche Enge in Violas Haus in Wien ist fast physisch spürbar, was eine unglaubliche Spannung erzeugt und ich mich beim Lesen teilweise genauso isoliert und hilflos fühlte wie sie.

    Natürlich ist Viola ist keine perfekte Figur. Sie ist, wie wohl viele Leute in einer solchen Situation, verletzlich, bissig, macht Fehler und wird durch ihre Überwachung selbst fast obsessiv. Auch die anderen Charaktere wie z.B. ihr Mann Adam, der sich immer mehr verändert, oder die distanzierte Otilia sind vielschichtig gezeichnet.

    Dank des flüssigen und fesselenden Schreibstils sowie der kurzen Kapitel konnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, um dann zu einem fulminaten Ende zu kommen, welches ich zwar geahnt hatte, aber trotzdem überrascht wurde.

    Nun bleibt mir nur noch, „Das Signal“ allen Lesenden empfehlen, die intelligente Psychothriller lieben, die ohne viel Blutvergießen, aber mit maximalem Nervenkitzel auskommen.
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  • Es sollte der Beginn von etwas Großen werden: Viola Decker und ihr Mann ziehen in ein abgelegenes Haus mit einem großen Grundstück. Als Innenarchitektin wird es ein Klacks sein, den aktuellen Renovierungsstau in den Griff zu kriegen. Doch dann stürzt der alte Weinkeller ein, begräbt Viola und sie verliert ein Bein.

    Ihre Welt beschränkt sich für längere Zeit auf einen Raum im Erdgeschoss, der für sie zu einem provisorischen Schlafzimmer wird. Ihr fällt die Decke auf den Kopf und die eingestellte Pflegerin ist kaum eine Hilfe, da sie wortkrank und abweisend ist. Außerdem unterstellt Viola ihr schnell, dass sie ihre Sachen wegräumen oder sogar mutwillig verstecken würde. Viola macht sich im Internet schlau und bestellt GPS-Tracker, mit denen sie zum Beispiel ihre Krücken auffindbar macht. Sie versteckt auch einen Tracker an ihrem Ehemann – zunächst nur weil ihr langweilig ist und sie sehen möchte, was er so tut. Doch schnell stellt sie fest, dass er sie über seinen Tagesablauf belügt und er wird nicht der Einzige bleiben, der Geheimnisse vor ihr hat.

    Die Thriller von Ursula Poznanski sind ein Muss für mich und „Das Signal“ hat mich großartig unterhalten. Zunächst ist es etwas ungewohnt, dass der Roman für den Großteil der Geschichte den Fokus auf Viola und ihr Schlafzimmer hat. Viel größer ist ihr Radius anfangs nicht und da sie die Protagonistin und Ich-Erzählerin ist, erleben wir nur das, was sie erlebt. Könnte bei manchen Autoren vielleicht langweilig werden, bei Poznanski definitiv nicht. Die Autorin hat es geschafft, dass jede Person irgendwie unheimlich ist und dass jeder verschwundene Gegenstand ein fieses Spiel von jemandem sein könnte. Nach und nach tauchen so viele Ungereimtheiten auf, ich habe mich gar nicht mehr getraut irgendjemanden zu vertrauen, denn selbst Viola hat ab und zu etwas umgeben, wo ich dachte: Wer weiß, was da noch ans Licht kommen. Ich habe alles daran geliebt. War durchgehend gefesselt, habe jede neue Information aufgesogen und es steckte viel mehr dahinter, als ich zunächst erwartet habe.

    „Dieser Psychothriller ist Domestic Noir vom Feinsten“ sagt der Verlag und die Beschreibung passt perfekt. Häusliche Gewalt (nur selten körperlich), dunkle Geheimnisse, Verrat an jeder Ecke und eine scheinbar perfekte Fassade, die mehr und mehr bröckelt, als Viola ihre Nachforschungen intensiviert. Poznanski hat mich damit richtiggehend in einen Bann versetzt und ich habe das Buch verschlungen und geliebt. Konnte ich einmal nicht mehr weiterlesen, habe ich zwischendurch das Hörbuch genutzt und Tessa Mittelstaedt gelauscht, die die Gefühle der Protagonistin und das beklemmende Gefühl, dass jeder sie verraten haben könnte, sehr gut mit ihrer Stimme umgesetzt hat.

    Fazit: Wieder einmal ist es Ursula Poznanski gelungen eine Thrilleridee mit einem technischen Aspekt zu einer absolut fesselnden Lektüre zu verweben. „Das Signal“ hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe alles daran geliebt.

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  • Beklemmende Stimmung und psychologische Intensität. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Das Signal von Ursula Poznanski ist ein psychologisch raffinierter Thriller, der seine Spannung aus einer zutiefst verstörenden Ausnahmesituation bezieht. Nach einem folgenschweren Unfall ist die Innenarchitektin Viola Decker körperlich beeinträchtigt, auf Hilfe angewiesen und lebt mit ihrem Mann Adam in einem hochmodernen, abgeschiedenen Haus, das sie selbst mitgestaltet hat. Während sie körperlich mit den Folgen des Unfalls kämpft abhängig und isoliert ist, beginnt sie zu spüren, dass in ihrem Umfeld etwas nicht stimmt. Heimliche Bewegungen, unerklärliche Vorkommnisse und subtile Widersprüche in Adams Verhalten wecken in ihr den Verdacht, dass sie manipuliert wird. Um Gewissheit zu erlangen, setzt sie heimlich GPS-Tracker ein – und gerät dadurch in ein Netz aus Kontrolle, Täuschung und gefährlichen Wahrheiten.

    Die Geschichte entfaltet ihre Spannung vor allem aus Violas Perspektive: ihre körperliche Einschränkung, die Isolation im Haus und die wachsende Paranoia verschmelzen zu einer klaustrophobischen Atmosphäre.

    Poznanski zeichnet Viola als vielschichtige Figur zwischen Verletzlichkeit, Misstrauen und wachsender Entschlossenheit, während Adam und die wortkarge Pflegerin Ottilie durch ihr widersprüchliches Verhalten ständig neue Zweifel säen. Die Nebenfiguren verstärken das Gefühl, dass niemand vollständig vertrauenswürdig ist.

    Besonders fesselnd ist das digitale Katz-und-Maus-Spiel rund um Tracking-Technologie, das beunruhigend nah an der Realität bleibt. Die Autorin steigert den psychologischen Druck stetig und verwebt Täuschung, Wahrnehmung und Kontrolle zu einem nervenaufreibenden Spannungsgeflecht. Wendungen stellen Vermutungen immer wieder infrage und treiben die Handlung auf ein packendes Finale zu.

    Beklemmende Stimmung und die psychologische Intensität tragen den Roman souverän bis zum Schluss.
    Insgesamt ist Das Signal ein hochspannender, atmosphärisch dichter Thriller über Vertrauen, Kontrolle und die Fragilität von Beziehungen. Poznanski gelingt es meisterhaft, aus Isolation und Misstrauen eine bedrückend realistische Spannung zu erzeugen — ein fesselndes Leseerlebnis, das begeistert und lange nachwirkt.

    2026: Bücher: 35 Seiten: 15 745
    2025: Bücher: 168 Seiten: 75 214
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    Mein Blog: Zauberwelt des Lesens
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von Etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz "
    Dalai Lama
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