Jessica Berger Gross - Hazel sagt Nein / Hazel says No

Cover zum Buch Hazel sagt Nein

Titel: Hazel sagt Nein

, (Übersetzer)

3,5 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Verlag: Bastei-Lübbe

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783757701963

Termin: Neuerscheinung Februar 2026

Aktion

  • Mit dem Umzug von Brooklyn nach Riverburg erhoffen sich der Uni-Professor Gus und seine Frau Claire einiges. Neben günstigeren Lebenshaltungskosten und einem höheren Einkommen versprechen sie sich ein besseres Bildungssystem für ihre Kinder, die 18 jährige Tochter Hazel und den 11 jährigen Sohn Wolf.
    Doch als Hazel an ihrem 1.Schultag an der Highschool ein sexuelles "Angebot" von ihrem Schuldirektor erhält und Nein sagt, setzt sich eine gesellschaftliche Dynamik in dem beschaulichen Ort in Gang, die die Hoffnung auf ein idyllisches Leben der Familie zu zerstören droht!

    Der Schreibstil ist spannungsgeladen und dicht, und lässt sich recht gut lesen. Es wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei die stärksten die von Hazel und Wolf sind.
    Dagegen sind die der Eltern leider eher schwach, oft empfand ich die Reaktionen beider Elternteile fast unreif und teils nicht nachvollziehbar.
    Gus scheint in seiner Rolle als Vater, als auch als Uniprofessor, nicht gefestigt zu sein. Claire hat mehr mit sich und ihrer Schaffenskrise zu tun als mit ihrer Rolle als Mutter.
    Bei Hazel lässt sich eine persönliche Weiterentwicklung beobachten und sie scheint stellenweise reifer als ihre Mutter zu sein.
    Der 11 jährige Wolf zeigt Reaktionen und Gedankengänge, die nicht immer altersentsprechend sind.
    Für mich war das Familiengefüge zu wenig ausgearbeitet, sodass einige Reaktionen innerhalb dessen nicht immer schlüssig waren.

    Leider gleitet die Story um Hazel häufig ab zu Nebenschauplätzen rund um die Probleme der Eltern. Der eigentliche Grundgedanke der Story mit dem Schwerpunkt auf Hazel`s Erfahrung des Übergriffs durch den Schuldirektor und den daraus folgenden gesellschaftlichen Reaktionen und Konsequenzen für die gesamte Familie wären, ausreichend ausgearbeitet, durchaus Stoff genug gewesen für ein richtig gutes Buch!
    Auch die recht flotte "positive" Wendung für Hazel fand ich etwas übertrieben und nicht ganz stimmig.

    Das Cover gefällt mir gut, es könnte die Hoffnung der Familie auf ein idyllisches Leben spiegeln.

    Leider nur 3 von 5 Punkten!

  • Squirrel 12. Januar 2026 um 21:03

    Hat den Titel des Themas von „"Hazel sagt Nein" Jessica Berger Gross“ zu „Jessica Berger Gross - Hazel sagt Nein / Hazel says No“ geändert.
  • Die Kleinstadt Riverburg im US-Bundesstaat Maine: Rund 500 Schülerinnen und Schüler besuchen die Riverburg Senior High School. Hazel Greenberg Blum (18) ist neuerdings eine von ihnen. Seitdem ihr Vater Gus (49), ein Amerikanistikprofessor, eine neue Stelle angenommen hat und ihre Familie umgezogen ist, soll sie dort ihr letztes Jahr vor dem College absolvieren. Sie ist ehrgeizig und sehr motiviert. Doch schon am ersten Schultag nach den Sommerferien wird sie ins Büro des Direktors Richard White (41), genannt Dick, gerufen. Seine Forderung, mit der er sie unvermittelt konfrontiert, schockt sie: Er hat sie für eine sexuelle Beziehung auserkoren. Hazel antwortet mit „Nein“ und löst damit eine Kette von Ereignissen aus…

    „Hazel sagt Nein“ ist der Debütroman von Jessica Berger Gross.

    Der Roman umfasst vier Teile mit insgesamt 46 kurzen Kapiteln. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive aus der Sicht von Mutter Claire (47), von Vater Gus, von Bruder Wolf (11) und vor allem von Hazel. Die Handlung umspannt etwa ein Jahr und spielt vorwiegend an der Ostküste der USA.

    Die Sprache ist ungekünstelt und wenig spektakulär, aber anschaulich. Die Dialoge wirken authentisch. Stilistisch ist der Text durchaus abwechslungsreich, denn es sind Zeitungsartikel, Mails und andere Nachrichten eingefügt. Die Übersetzung von Angela Koonen ist nur an wenigen Stellen etwas holprig.

    Sexuelle Belästigung und Übergriffe sind das Hauptthema des Romans. Dabei zeigt die Geschichte einerseits, dass solcher Vorfälle weite Kreise ziehen können. Andererseits ermutigt sie eben dazu, sich gegen die Täter zu wehren. Allerdings hätte das Thema gründlicher ausgearbeitet werden können.

    Nach einigen Kapiteln geht der rote Faden stattdessen immer wieder verloren, denn die Geschichte ist mit weiteren Themen und Nebensträngen überfrachtet. Das macht den Roman zwar facettenreich. Zugleich nimmt es aber dem Hauptthema die Intensität und führt dazu, dass sich die Geschichte so verzettelt, dass mehrere offene Enden zurückbleiben.

    Nicht nur Hazel, sondern auch die übrigen drei Mitglieder werden mit vielen Details beschrieben und sind mit psychologischer Tiefe ausgestattet. Ihre Gedanken und ihr Verhalten sind nachvollziehbar und lebensnah.

    Auf den fast 400 Seiten weist die Handlung keine nennenswerten Längen auf. Die Geschichte hält überraschende Entwicklungen parat. Sie bleibt durchweg kurzweilig und ist größtenteils glaubwürdig. Nur zum Ende hin erscheint manches ein wenig überzogen.

    Der deutsche Titel ist wortgetreu aus dem Englischen („Hazel Says No“) übertragen. Er passt sehr gut zum Inhalt. Das Cover, das das Haus der Familie zeigt, wirkt für meinen Geschmack zu harmonisch.

    Mein Fazit:

    Mit „Hazel sagt Nein“ hat Jessica Berger Gross eine kurzweilige Geschichte geschrieben, die ein wichtiges Thema aufgreift und mich zugleich gut unterhalten hat. Dennoch schöpft der Roman leider nicht sein komplettes Potenzial aus.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Hazels Nein und seine Folgen:

    Die achtzehnjährige Hazel ist mit ihrer Familie in die Kleinstadt Riverburg, Maine, gezogen. Am ersten Schultag im letzten Jahr der neuen High School wird sie vom Direktor ihrer Schule dazu aufgefordert eine sexuelle Beziehung mit ihm einzugehen. Doch Hazel hat den Mut Nein zu sagen. Ein Nein, das für sie und ihre Familie noch weitere Auswirkungen hat.

    Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross ist ein sehr amerikanischer Roman über das Thema "#MeToo", also sexueller Nötigung und Machtmissbrauch. Das Buch greift daneben viele weitere Thematiken auf, wie zum Beispiel die Midlife-Crisis der Eltern, das kostspielige Collage-System, den Kontrast zwischen New York City und Provinz, ohne das eigentlichen Thema aus den Augen zu verlieren. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Autorin hier vielleicht zu viel unterbringen will. Interessant ist, dass gerade bis zur Mitte und am Ende, die Geschichte nicht nur aus Hazels Blickwinkel erzählt wird, sondern auch aus dem ihrer Familienmitglieder. Gerade Hazels Entwicklung, die zunächst in ein mentales Tief fällt, dann aber zu sich zurück findet und für sich kämpft, hat mir gut gefallen. Sprachlich liest sich das Buch leicht, wenn auch oft eine gewisse Anspannung zu spüren ist.

    Fazit: Lesenswertes Familien -Gesellschaftsportrait mit wichtigem Thema.

  • Sexueller Machtmissbrauch – ein ernstes Thema ohne genügend Tiefe

    In vier Teilen geht es um die jüdische Akademikerfamilie Blum, die vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg in Maine umziehen. Deren achtzehnjähriger Tochter Hazel, Hauptfigur dieses Romans, passiert in der dortigen Senior-Highschool-Abschlussklasse als Neuzugang ein ernst zu nehmender sexueller Machtmissbrauch durch den Schuldirektor. Am ersten Schultag eröffnet er ihr grenzüberschreitend in seinem Büro: Jedes Jahr suche ich mir eine Schülerin aus, mit der ich Sex habe. Dieses Jahr nehme ich dich. Und Hazel sagt: NEIN.

    Die Familienmitglieder werden im ersten Teil vorgestellt: Hazels Vater, Professor für Amerikanistik am College in Riverburg, dessen Stelle mit einer sehr benötigten Studienbeihilfe für Hazel verbunden ist. Ihre Mutter Claire vertieft sich vor allem in Shopping, Vintage-Bekleidung favorisierend. Hazels 11-jähriger Bruder Wolf mit ADHS-Syndrom und unterdurchschnittlicher Sozialkompetenz wird zu verzerrt und nicht altersgerecht dargestellt. Überhaupt nehmen die Nebenschauplätze wie die Cancel-Story in der Vorlesung des Vaters, das langweilige Hausfrauendasein der Mutter oder Hazels Kontakt zum Studenten Noah zu viel ablenkenden Raum ein. Im Kern geht es doch um eine junge Frau mit starkem Wunsch, erfolgreiche Schriftstellerin zu werden und dies trotz ausgrenzender, gesellschaftlicher Widrigkeiten und sogar hautnah spürbarem Rassismus aufgrund ihrer mutigen Entscheidung. Zwischen den angerissenen Themen wie Machtmissbrauch, Antisemitismus, dynamische Medienmechanismen nebst Feminismus verlieren sich die Ängste und Unsicherheiten in Hazels Leben. Ihr überlegter Weg, wieder die notwendige Kontrolle über ihr Leben zurück zu erlangen, ist kein rebellischer Umgang des Opfers mit der traumatischen Erfahrung und mag jüngeren Frauen auch vom Schreibstil her gefallen. Dass natürlich auch alle Familienmitglieder und das zerrissene Umfeld in der Kleinstadt auf die mehrfachen Äußerungen des Schuldirektors White verschieden reagieren, wird berücksichtigt. Während er, der Täter, zum großen Teil Randfigur bleibt, verläuft Hazels Umgang mit eigener innerer Zerrissenheit und Schuldzuweisung vergleichsweise zu oberflächlich, emotional schlecht greifbar.

    Mehr Tiefgang beim Thema sexueller Belästigung, mehr Konzentration auf die emotionale Komponente bei der jungen Hauptfigur, mehr Gewicht auf einen sensiblen Schreibstil hätte man sich gewünscht. 3*

  • Gute Geschichte mit erstaunlich vielen Aspekten, die in im weiteren Verlauf verständlicherweise nicht alle vertieft werden können, jedoch wichtige Denkanstöße geben und ich finde es richtig, dass sie angesprochen werden.

    Es geht um Hazel und ihre Familie, die aus diversen Gründe von New York nach Riverburg in Maine gezogen ist. Am ersten Schultag an ihrer neuen Highschool wird sie zum Direktor bestellt, der ihr Unterstützung verspricht und gleichzeitig sagt – jedes Jahr suche ich mir eine Schülerin aus, mit der ich Sex habe. Dieses Jahr nehme ich dich. Unfassbar im ersten Moment. Wie dem Titel zu entnehmen ist, sagt Hazel nein.

    Was das für Hazel und ihre Familie bedeutet, wie die einzelnen Familienmitglieder damit umgehen, welche Entwicklung sie nehmen, damit beschäftigt sich die Geschichte in wechselnden Perspektiven, nämlich der von Hazel, ihres Bruders Wolf, ihrer Mutter und ihres Vaters. Gut gemacht und sorgt für abwechslungsreiche Unterhaltung.

    Auch wenn #MeToo gerade nicht mehr ganz so viele Schlagzeilen macht, bleibt es ein prominentes, leider zeitloses Thema, das hier auf relativ locker-leichte Weise präsentiert wird. Jessica Berger-Gross Art zu erzählen hat mir gut gefallen, ein bisschen ironisch und leicht sarkastisch, eloquent und gleichzeitig flüssig und eher unkompliziert. Auch wie sie ihre Figuren ausgestaltet, hat meinen Geschmack getroffen. Manchmal geht sie für mich etwas sehr ins Detail bei bestimmten Beschreibungen oder wird weitschweifig dozierend, gerade wenn es um Uni-Themen geht, meist in der Perspektive von Gus, Hazels Vater.

    In der zweiten Hälfte gibt es mehrere interessante Wendepunkte in der Geschichte, die mir nicht alle gleich gut gefallen haben, das bleibt wie so oft ein bisschen Geschmacksache. Am Ende trifft Hazel auf ihre erstaunlich reflektierte Art die für mein Empfinden richtige Entscheidung. Insgesamt war das Ende für mich etwas zu happy, auf nahezu sämtlichen Ebenen fallen der Familie die Lösungen ihrer Probleme vor die Füße. Aber trotzdem auch irgendwie schön, denn bei all den ernsten Themen bleibt Hazel sagt nein doch ein Unterhaltungsroman.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Auf Social Media ist geradezu ein Hype um den Roman "Hazel sagt Nein" von Jessica Berger Gross entbrannt, der mich aufhorchen und neugierig werden ließ. Im Fokus steht der in jährlichen Intervallen erfolgende sexuelle Missbrauch von Schülerinnen durch den Direktor einer typischen Schule in den USA, der von allen Beteiligten stillschweigend geduldet wird - bis Hazel sich seinen Wünschen verweigert, indem sie "Nein" sagt.

    Das Geschehen wird aus mehreren Perspektiven geschildert, zu Wort kommen Hazel, ihr Bruder Wolf und ihre Eltern. Leider hat mich der Roman trotz des wichtigen Themas kalt gelassen, denn er ist viel zu nüchtern erzählt. Die literarischen Figuren bleiben blass, sie wirken konstruiert und unterkühlt und agieren nicht authentisch, echte Emotionen sind absolute Mangelware. Auch die weitere Entwicklung der Handlung scheint wenig glaubhaft.

    Alles in allem hat mich dieses Buch etwas enttäuscht. Bei einem so wichtigen Thema hätte ich weitaus mehr erwartet.

  • Klare Worte


    Mit dem fortschreitenden Prozess um Eppstein wird die MeToo Debate nicht nur in den sozialen Medien präsent. Ein Buch, dass sich mit dem Thema befasst, ist „Hazel sagt nein.“

    Das Cover scheint recht harmlos. Eine Landschaft mit Wald und See im Hintergrund, vordergründig ein Haus mit Wäsche auf der Leine. Ein scheinbar normales zuhause in einem Vorort. Doch was ist die Geschichte der Bewohner?

    Im Buch geht es um Familie Blum. Vater Gus hat eine Professur in Riverburg, wo er mit seiner Familie hinzieht. Allerdings steht das Leben dort unter keinen guten Stern: Tochter Hazel wird am ersten Schultag zum Direktor zitiert , der eine sexuelle Beziehung möchte- ein klares Nein. Aber was sind die Folgen?

    Selten hatte ich beim Lesen eines Romans einen so realen Fall vor Augen wie dieses Mal. Jessica Berger Gross gelingt es, mit Fingerspitzengefühl und sprachlichen Geschick die Situationen authentisch darzustellen. Sei es Hazels Sorge um Konsequenzen, die Solidarität oder der Fakt, dass jeder etwas dazu zu sagen hat- hier bleibt kein Thema unausgesprochen.

    Spannend finde ich vor allem, wie Hazel sich selbst während des Trubels neu definiert. Erst scheint sie ein gefundenes, verschwiegenes Opfer, wie auch einige Eppstein Opfer wirken, doch dann emanzipiert sie sich und steht für sich ein. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt, der sich nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren lässt.

    Auch die anderen Charaktere werden authentisch dargestellt. Dies liegt vor allem an der authentischen, gefühlvollen Sprache der Autorin, die es schafft, einzelne Szenen so darzustellen, dass ich sie vor Augen habe.

    Was mich allerdings stört sind die präsenten Vorurteile. Fragen wie, ob Hazel richtig handelt oder ob Gus mehr für seinen Ruf tun könnte sowie das Schubladen Denken in seiner Vorlesung lassen mich mit den Augen rollen. Auch, dass die Szenen teils wirr aneinander gereiht scheinen, ist nicht optimal.

    Insgesamt gebe ich den Roman rund um Macht und Selbstfindung vier Sterne. Hoffentlich folgen ähnliche Bücher zu den wichtigen Themen- sei es von der Autorin selbst oder jemand anderen.

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