Kim, Julian und Leon sollen für die Schule einen Aufsatz über die Wikinger schreiben. Sie sind sich jedoch unsicher, wie sie die Menschen von damals einschätzen sollen. Der eine hält sie für tapfere Seefahrer und mutige Kämpfer, der andere empfindet ihre Schiffe als kleine Nussschalen, was die Römer und Griechen viel früher viel besser hinbekommen hättet. Da hilft es nur, sich das Ganze mithilfe einer Zeitreise direkt vor Ort anzuschauen, zumal es auch noch Mythen über Trolle, Elfen und magische Schwerter gibt. Die drei wählen sich das Jahr 965 n. Chr. aus und reisen in die Wikingersiedlung Haithabu.
Ich fand Wikinger schon seit jeher spannend, vielleicht auch, weil ich nicht weit entfernt von Haithabu wohne. Als die drei Kinder und ihre Katze den Alltag kennenlernen, stellt auch Kim schnell fest, dass sie nicht nur ein Volk von dumpfen Kriegern waren. Es macht total Spaß zu erfahren, wie die Wikinger damals gelebt habt und ihre Geschichte fühlt sich total greifbar an. Das liegt natürlich auch an den Schwarz-Weiß-Illustrationen von Timo Grubing, die einem zeigen, wie deren Hütten oder Schiffe damals aussahen, wie die Menschen gekleidet waren und welche Waffen sie hatten.
Wie immer in der Reihe der Zeitdetektive hat man zwei Bestandteile. Zum einen sind die Bücher immer historisch, gut recherchiert und bieten viel Fachwissen. Manches fließt nebenbei in die Geschichte ein, manches muss man sich etwas „erarbeiten“ im dem man zum Beispiel die dickgedruckten Fachbegriffe im Glossar nachschlägt. Das Ganze fühlt sich aber nicht wie Arbeit an, da das Buch als zweiten Bestandteil eine spannende Krimihandlung hat, denn auch (oder gerade) bei den Wikingern geht es gefährlich zu und die Kinder wollen helfen, als Wikingeranführer Erik angegriffen und entführt wird.
Ich empfehle diese Reihe für aufgeweckte Kinder ab 9 Jahren mit reichlich Wissensdurst, aber auch der Lust auf actionreiche Handlung.
Fazit: Der Ausflug zu den Wikingern ist besonders toll, vielleicht auch, weil sie aus der Nähe kommen, oder eben einfach, weil sie sehr interessante Menschen waren und Fabian Lenk es mal wieder schafft reichlich Sachinfos in eine spannende Geschichte zu verweben.



