Giftige Zimtsterne auf Föhr
Ich bin ja von Natur aus eher ein Weihnachts-Grinch. Denn wenn die ersten Lebkuchen in den Regalen liegen, überkommt mich eine leichte Fluchtreaktion. Aber einem gut gemachten Weihnachtskrimi kann auch ich nicht widerstehen. Und hier ist mir – mal wieder – das Cover, welches passend gestaltet ist, ins Auge gesprungen. Hanna Paulsens Mord an Weihnachten hat mich dabei auf ganzer Linie begeistert und das sogenannte „Fest der Liebe“ mit tödlichen Plätzchen gewürzt.
Das Buch habe ich buchstäblich an einem Nachmittag durchgelesen, weil die Autorin einen flüssigen und gut lesbaren Schreibstil beherrscht, der zusammen mit den kurzen Kapiteln für ein enormes Tempo sorgt. Man wird geradezu durch die Seiten gezogen, immer auf der Jagd nach der nächsten Enthüllung.
Die Handlung, die mit tödlich vergifteten Zimtsternen auf einem Weihnachtsbasar in Oldsum beginnt, entfaltet sich nach und nach, aber ohne unnötige Verzögerungen. Obwohl es hier kein großes Blutvergießen gibt, ist die Spannung konstant hoch und beweist, dass ein guter Krimi nicht zwingend von expliziter Gewalt leben muss – es reicht auch ein geschickt verwinkelter Plot. Es gibt so viele Wendungen und falsche Fährten, dass man ständig mitraten und seine eigene Tätertheorie immer wieder über den Haufen werfen muss, um dann doch am Ende nochmal überrascht zu werden. Dieser Wettlauf gegen die Zeit, um den nächsten Todesfall zu verhindern, ist ungemein spannend inszeniert.
Besonders gut gefallen haben mir die drei Hauptcharaktere: Staatsanwalt Broder Jacobsen, Kommissar Thies Hansen und die lokale Polizeichefin Greta Jensen. Sie sind bildhaft und überzeugend beschrieben, mit einem wunderbaren, typisch norddeutschen Charme und einer angenehm bodenständigen Art. Ihr Zusammenspiel und ihre Ermittlungsarbeit haben mir auf Anhieb sehr gut gefallen.
Perfekt, um sich an einem kalten Nachmittag mit einem Tee und mörderischen Zimtsternen (Vorsicht!) auf der Couch einzukuscheln. Absolut lesenswert! ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐



