Robert Prosser - Das geplünderte Nest

Cover zum Buch Das geplünderte Nest

Titel: Das geplünderte Nest

4 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Jung u. Jung

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 176

ISBN: 9783990274279

Termin: Neuerscheinung September 2025

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  • Auf den Spuren des Großvaters ...

    Erst vor kurzem ist der Ich-Erzähler aus Beirut in seine Heimat nach Alpach in Tirol zurückgekehrt. Im Gepäck hat er zahlreiche Eindrücke des vom Bürgerkrieg geschüttelten Landes, von Toten und Verwundeten, verfeindeten Clans und als krassen Gegensatz dazu rauschend Partys, bevor die nächsten Granaten einschlagen sowie einer aktiven Graffiti-Szene. Bei der Bearbeitung des Fotomaterials in seinem, vom Großvater Ludwig geerbten, Haus, erinnert er sich an seine eigene Jugend, in der er selbst als Sprayer unterwegs gewesen ist, und an Hugo Lenz, jenen einarmigen Berliner Maler, der 1944, also lange vor seiner Geburt, nach Alpach gekommen ist und dem man nachsagte, ein Spion zu sein. Später hat Lenz ihn unter seine Fittiche genommen hat, um ihm alles über die Malerei beizubringen. Dazu haben die beiden ausgedehnt Spaziergänge unternommen, bei denen auch Gerüchte über die Rolle Ludwigs in der NS-Zeit zur Sprache gekommen sind.

    Als der Ich-Erzähler wenig später den Historiker Martin Reischer kennenlernt, der über Partisanen in Tirol schreibt, muss er sich wohl oder übel mit der Vergangenheit seines Großvaters, der Aufseher im nahe gelegenen Kriegsgefangenlager gewesen sein soll. Hat er mit dem Verschwinden des ukrainischen Gefangenen Artem zu tun?

    Meine Meinung:

    Autor Robert Prasser schickt in diesem interessanten Roman einen Enkel (den Ich-Erzähler) auf die Spuren seines Großvaters und dessen Rolle im Zweiten Weltkrieg. Wie häufig, wurde in den Familien nicht über die NS-Zeit gesprochen. Sei es, dass man von der Verfolgung betroffen oder daran beteiligt war.

    Mir hat der Roman recht gut gefallen. Leider greift Robert Prasser zur modernen Unsitte, bei der direkten Rede keine Redezeichen zu verwenden.

    Spannend zu lesen ist, wie der Ich-Erzähler langsam, in die Vergangenheit des Großvaters eintaucht, um Gerüchte Halbwahrheiten und Tatsachen zu erfahren, die Auswirkungen bis in seine aktuelle Gegenwart haben.

    Fazit:

    Gerne gebe ich dieser interessanten Spurensuche, die so oder so ähnlich häufig vorkommt, 4 Sterne.

    "Ein Tag ohne Buch ist ein verlorener Tag"

    "Nur ein Lesender kann auch ein Schreibender sein oder werden" (Maria Lassnig/1919-2014)

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